07. Mai 2001

Pflanzenschutz- und Düngemittelindustrie: Moderne Landwirtschaft ist zukunftsfähig

Themen: Archiv — info @ 13:05

Frankfurt (agrar.de) – Der von der Bundesregierung propagierten ‚Agrarwende‘ mit starker Betonung des Öko-Landbaus steht der Industrieverband Agrar (IVA) kritisch gegenüber. Dazu erklärte der Vorsitzende des Fachbereichs Pflanzenschutz, Hans Theo Jachmann, heute auf der Jahrespressekonferenz des Verbands. ‚Betrachtet man die globale Entwicklung, dann führt kein Weg daran vorbei, technischen Fortschritt in der Landwirtschaft intensiv zu nutzen. Angesichts des Bevölkerungswachstums wäre jeder Stillstand ein Rückschritt.‘

Die irreführend als ‚konventionell‘ bezeichnete Landwirtschaft sei eine zukunftsorientierte und umweltschonende Produktionsweise. Mit ihren ‚gläsernen Wirkstoffen‘ habe die Pflanzenschutzindustrie eine wichtige Vorleistung für transparente Produktionsprozesse im Agribusiness erbracht.

Im Jahr 2000 erzielten die Hersteller von Pflanzenschutzmitteln in Deutschland einen Umsatz von 2,03 Mrd. Mark. Sie blieben damit nur unwesentlich hinter dem Ergebnis des Vorjahrs (2,06 Mrd.) zurück. Auf dem ‚ausgereiften‘ Markt für Pflanzenschutzmittel sind Wetter und Politik die entscheidenden Einflussfaktoren für Veränderungen, wie Jachmann erklärte.

So hat auch die leichte Steigerung der abgesetzten Wirkstoffmenge um 3,6 Prozent auf 28.500 Tonnen im Jahr 2000 vor allem damit zu tun, dass einzelne Produkte wieder zur Verfügung standen, die 1999 wegen neuer gesetzlicher Vorgaben nicht verfügbar gewesen waren.

Die Exporterlöse bei Pflanzenschutzmitteln stiegen 2000 um 6,6 Prozent auf 4,4 Mrd. Mark. Dabei profitierten die Hersteller auch vom hohen Wechselkurs des Dollars. Der Weltmarkt für Pflanzenschutzmittel wird für 2000 auf 27,5 Mrd. Dollar (27,2 Mrd.) geschätzt. Er bleibt damit auf dem schon Mitte der 90er Jahre erreichten Niveau.

Das Wachstum auf diesem Markt wird unter anderem durch die zunehmende Verbreitung gentechnisch veränderter Sorten gebremst. Weltweit wurden 2000 rund 44 Millionen Hektar damit bestellt. Das entspricht dem Vierfachen der Ackerfläche in Deutschland.

Jachmann bedauerte in diesem Zusammenhang, dass die Kanzleramtsgespräche zur Grünen Gentechnik zu Jahresbeginn vertagt wurden. ‚Das Ziel, Erfahrungen mit den neuen Sorten zu sammeln und die Akzeptanz dafür zu verbessern, rückt damit in weite Ferne‘, kritisierte er. ‚Der Verzicht auf die neue Technologie wird nicht ohne Auswirkungen auf das Wirtschaftsgeschehen in Deutschland bleiben.‘

Der Umsatz der deutschen Düngemittelindustrie ist im abgelaufenen Jahr um 16 Prozent auf 3,13 Mrd. Mark gestiegen, wie der Vorsitzende des Fachbereichs Pflanzenernährung im Industrieverband Agrar, Hermann Kuhlmann, berichtete. Rund die Hälfte davon wurde auf dem Inlandsmarkt erwirtschaftet.

Wesentliche Ursache für das Plus ist der deutliche Preisanstieg bei Stickstoffdüngemitteln seit Anfang 2000. Er wurde durch eine starke Nachfrage in Asien und Lateinamerika eingeleitet und durch die Stillegung großer Kapazitäten in Westeuropa gestützt. Im Zuge der Entwicklung auf dem Stickstoffmarkt sind auch die Preise für Phosphatdünger im vergangenen Jahr leicht gestiegen.

Zur Ertragssituation der Unternehmen erklärte Kuhlmann: ‚Sie hat sich zwar deutlich verbessert, ist aber noch nicht befriedigend.‘ Bei Stickstoff schlagen die hohen Erdgaspreise auf die Produktionskosten durch. Bei Phosphatdüngern hat der Dollarkurs die Rohstoffe spürbar verteuert.

Der Industrieverband Agrar mit Sitz in Frankfurt am Main ist der Zusammenschluss von Unternehmen der agrarchemischen und agrarbiologischen Industrie in Deutschland. Zu den Geschäftsfeldern der 55 Mitgliedsunternehmen gehören Pflanzenschutz, Pflanzenernährung, Schädlingsbekämpfung und Biotechnologie.

Information: Industrieverband Agrar e.V., Karlstrasse 21, 60329 Frankfurt/Main, Germany, Tel.: 069-25561281, Fax: 069-236702

Links zum Thema Düngung und Pflanzenschutz.

Jäger gegen Novellierung des Bundesjagdgesetzes

Themen: Archiv — info @ 11:05

Heereman: Jagd verkommt zu Schädlingsbekämpfung

Haiger (agrar.de) – Die Organisationen der deutschen Jäger lehnen eine Novellierung des Bundesjagdgesetzes strikt ab. ‚Die Jagd verkommt zu einer Schädlingsbekämpfung, wenn beispielsweise der Schrot-Schuss auf Rehe erlaubt wird‘, sagte der Präsident des Deutschen Jagdschutz-Verbandes (DJV), Constantin Freiherr von Heereman, am Samstag nach Angaben seines Verbandes beim hessischen Landesjägertag in Haiger (Lahn-Dill-Kreis). Mit dem Schrot-Schuss, den Ökoverbände zur Reduzierung des Rehwildes forderten, würden viele Tiere nur angeschossen. Sie verendeten später kläglich. Der heute gesetzlich vorgeschriebene Kugelschuss töte indes das Wild in aller Regel auf der Stelle.

Heereman sprach von ‚jagdfeindlichen Splittergruppen des Tier- und Naturschutzes und Bündnis 90/Die Grünen‘, die nun Morgenluft witterten, nachdem das neue Bundesverbraucher- und Landwirtschaftsministerium von einer Grünen-Ministerin geleitet werde. Der DJV-Präsident kündigte erbitterten Widerstand der Jagdverbände gegen Pläne des Bundesamtes für Naturschutz an, die Liste jagbarer Tiere von 98 auf 23 zu reduzieren und etwa Feldhasen oder Rebhühner unter Naturschutz zu stellen. (unsere Meldung) ‚Das Bundesjagdgesetz verpflichtet die Jäger ausdrücklich, auch die vollständig geschonten Wildarten wie Auer- und Birkhuhn oder das Rebhuhn zu hegen und zu pflegen‘, betonte Heereman vor rund 500 Jägern.

‚Falls Wildarten ins Naturschutzrecht übernommen werden, bleiben diese in einer oft feindlichen Umwelt sich selbst überlassen‘, sagte der Präsident des Landjagdverbandes Hessen (LJV), Dietrich Möller. Damit sei das Schicksal vieler vom Aussterben bedrohten Wildarten endgültig besiegelt.

Dem DJV gehören nach eigenen Angaben rund 280.000 Mitglieder an. Der LJV Hessen zählt über 20.000 Mitglieder, er vereint damit über 90 Prozent der hessischen Jäger.

Information: Jagdschutz-Verband, Johannes-Henry-Straße 26, 53113 Bonn, Tel.: 0228-9490620, E-Mail.

Links zum Thema %url2%Jagd und Wild%/%.

Bauernhof-Luft schützt vor Allergien

Themen: Archiv — info @ 11:05

München (agrar.de) – Kinder, die auf Bauernhöfen groß werden bekommen offenbar weniger Allergien als Stadtkinder. Nach einer Studie der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität für das Bayerische Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen leiden Kinder auf dem Land 15mal seltener unter Heuschnupfen und Asthma. Zur Begründung führte die Leiterin der Studie, Erika von Mutius, die höhere Belastung durch Bakterien und Keime in den Ställen des Bauernhofes an.

Weniger als eines von 100 Kindern, die von ihren Eltern regelmäßig in den Stall mitgenommen wurden, bekommt der Untersuchung zufolge Asthma oder Heuschnupfen. Bei Kindern, die ohne Kontakt zum Bauernhof aufgewachsen sind, seien es dagegen 12 bis 16. Die erhöhte Keimbelastung auf Bauernhöfen wirke in den ersten fünf Jahren positiv auf das Immunsystem der Kinder.

Bei der rund zweijährigen Studie wurden über 1.200 Schulkinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren in der Umgebung von Kaufbeuren im Allgäu untersucht.

Wichtigster Faktor waren laut Studie Dauer und Häufigkeit des Aufenthalts im Stall. Von Kindern, die bereits im ersten Lebensjahr oft im Stall gewesen waren, hätten sechs Prozent Bronchialasthma im Vergleich zu zwölf Prozent ohne Stallkontakt. Die Heuschnupfenrate betrage sogar nur vier Prozent gegenüber 16 Prozent. ‚Je intensiver der Stallaufenthalt war, desto ausgeprägter war der schützende Effekt‘, schließt von Mutius.

Zu ähnlichen Resultaten kamen vor zwei Jahren Forscher von der Abteilung für pädiatrische Pulmonologie am Kinder-Hospital Salzburg, die Eltern von 2.283 österreichischen Kindern im Alter zwischen 8 und 10 Jahren über die Lebensumstände und über eventuelle allergische Erkrankungen der Kinder befragten. (unsere Meldung)

Der bayerische Umweltminister Werner Schnappauf rät Eltern von Kleinkindern auf Grund der Ergebnisse zum Urlaub auf dem Bauernhof. ‚Stallluft ist gesund, und Stallluft härtet ab‘, so der Minister.

Links zum Thema %url4%Landurlaub%/%.

ÖKO-TEST: Penicillin wirkt nicht gegen Salmonellen

Themen: Archiv — info @ 10:05

(aho) – Was Mediziner schon seit Jahrzehnten wissen, hat jetzt auch die Frankfurter Verbraucherzeitschrift ÖKO-TEST festgestellt: Penicillin wirkt nicht gegen Salmonellen.

Das Magazin, das sich seit Jahren Verbraucheraufklärung und Verbraucherschutz auf die Fahnen geschrieben hat, hatte 117 Hackfleischproben in verschiedenen Verbrauchermärkten und Schlachtereien deutscher Städte gekauft und untersucht. In sieben der 117 Proben (6 Prozent) wurden Salmonellen gefunden und einem Resistenztest unterzogen, in dem eine Penicillin-Resistenz festgestellt wurde. Andere Antibiotika hingegen waren Salmonellen-wirksam.

Bekanntlich haben Salmonellen wie viele andere sogenannte Enterobacteria-ceen (E.coli), eine natürliche Resistenz gegen Penicillin. Gewöhnlich werden in der Humanmedizin bei einer Salmonellose Ciprofloxacin, Ofloxacin, Cotrimoxazol und Amoxicillin verordnet. Chefredakteur Jürgen Stellpflug hingegen stellt im Editorial zu Heft 5/2001 einen Zusammenhang zwischen der Penicillin-Resistenz und der ‚unkontrollierten Verfütterung von Antibiotika in der Massentierhaltung‘ her.

Dem Ursprung der Salmonellen ging ÖKO-TEST nicht auf den Grund. Für eine Kontamination von Hackfleisch kommen verschiedenen Quellen in Frage: Hygienemängel bei der Verarbeitung, Mitarbeiter, Kreuzkontamination von Geflügel und Eiern, Ungeziefer, die Schlachttiere. Für Chefredakteur Stellpflug steht die Quelle des Salmonellen offensichtlich fest: die ‚Massentierhaltung‘. Mikrobiologen hingegen benötigen für eine Rückverfolgung von Salmonellen bis in Tierbestände aufwendige gentechnologische Untersuchungsmethoden.

Erfreulich: In allen Hackfleischproben wurden weder Campylobacter-Bakterien noch Antibiotikarückstände gefunden. Auch bei BSE-Risikomaterial und Trichinen wurde ÖKO-TEST nicht fündig.

Links zum Thema Lebensmittel.

05. Mai 2001

Wettbewerb „InternetDorf 2001“ gestartet

Themen: Archiv — info @ 11:05

Beste kommunale Homepage gesucht

Stuttgart (agrar.de) – Zum dritten Mal geht der Wettbewerb ‚InternetDorf‘ an den Start, bei dem die besten Websites baden-württembergischer Gemeinden mit bis zu 15.000 Einwohnern prämiert werden. 134 Kommunen hatten sich im letzten Jahr beteiligt und gezeigt, daß Bürgerservice übers Internet, virtuelle Marktplätze und kommunale Internet-Portale nicht nur großen Gemeinden vorbehalten sein müssen. Mit dem bundesweit einzigartigen Wettbewerb wollen das Ministerium Ländlicher Raum, die MFG Medienentwicklung und der Gemeindetag Baden-Württemberg den Trend zur Digitalisierung behördlicher Vorgänge weiter vorantreiben. Dem Sieger winkt ein Preisgeld von 15.000 Mark. Einsendeschluß ist der 30. September 2001. Weitere Informationen sind im Internet abrufbar.

Eine sachkundige Jury nimmt die eingereichten Internet-Angebote bezüglich Aktualität, Benutzerfreundlichkeit, Gestaltung, Interaktivität, E-Commerce, Bürgerdienste, Mobile Services, Bürgerbeteiligung sowie Einbindung von Vereinen und Institutionen unter die Lupe. Neben dem Preisgeld für die beste Einreichung gibt es weitere wertvolle Sachpreise für die innovativsten Angebote in den Kategorien Service, Srceendesign, Business und Community.

‚Die große Resonanz auf die Ausschreibungen der letzten beiden Jahre zeigt, daß auch kleinere Gemeinden im Ländlichen Raum die Chance der Informationsgesellschaft immer aktiver nutzen. Bürgerservice im Netz, virtuelle Marktplätze und breite Informationsangebote stellen gerade im Ländlichen Raum wichtige Standortfaktoren dar, die wir mit dem Wettbewerb fördern wollen‘, erläuterte die Ministerin für den Ländlichen Raum, Gerdi Staiblin, das Konzept des Wettbewerbs, der im Rahmen der Landesinitiative Baden-Württemberg medi@ durchgeführt wird. MFG-Geschäftsführer Klaus Haasis betonte: ‚Wir unterstützen damit in besonderer Weise die Internet-Communities in den Gemeinden und fördern zudem die Medienakzeptanz und -kompetenz aller Bürger. Der Wettbewerb ergänzt das im November 2000 von der Landesregierung gestartete Aktionsprogramm ‚Internet für alle‘, das zur Zeit 20 lokal ausgerichtete Projekte unterstützt und umsetzt mit dem Ziel, möglichst viele Bürger, Vereine und Unternehmen vor Ort von den Vorteilen und dem Nutzen des Internets zu überzeugen.‘

Kontakt: Ute Kluns, Akademie Ländlicher Raum Baden-Württemberg, Tel.: 07171-917-106, E-Mail

BMVEL gibt Startschuss für Rapsöltraktoren

Themen: Archiv — info @ 10:05

Bonn/Berlin (agrar.de) – Nach einer Meldung des Bundesverbraucherministeriums können die ersten Traktoren noch im Mai auf Rapsöl umgestellt werden. Sie sollen beweisen, dass Pflanzenöl auch ohne Umesterung als Treibstoff für landwirtschaftliche Maschinen eingesetzt werden kann.

Da bislang nicht wissenschaftlich erprobt wurde, ob der Einsatz des reinen Öls in der Praxis funktioniert, greift das Bundesverbraucherministerium in Form eines Demonstrationsvorhabens unterstützend ein. Umrüstungswillige Hersteller, Händler und Landmaschinenmechaniker waren aufgerufen, sich für eine Förderung zu bewerben.

Die ersten der zahlreich eingegangenen Anträge sind mittlerweile bewilligt, so dass die Firmen Vereinigte Werkstätten für Pflanzenöltechnologie in Allersberg, Siegfried Hausmann in Wülfershausen und die Max Stangl Landtechnik in Moos Langenisarhofen mit der Umrüstung beginnen können. Die Firmen rüsten insbesondere für Landwirte bis zu 82 Traktoren der Marken Deutz, Claas, Fendt, Case, New Holland und John Deere um. Die Hälfte der durch die Umstellung entstehenden Kosten werden dabei vom Verbraucherministerium übernommen.

Die Traktorenbetreiber erhalten eine Erstattung der Kosten für die Errichtung einer Eigenverbrauchstankstelle vor Ort. Die Voraussetzungen dafür: drei Jahre lang müssen sie ihre Traktoren ausschließlich mit dem kaltgepressten Rapsöl betreiben, darüber auch Buch führen und die Maschinen zeitweilig für die wissenschaftliche Begleitforschung zur Verfügung stellen.

Mit der Auswertung des Praxisversuchs wurde das Institut für Energie- und Umwelttechnik der Universität Rostock beauftragt. An ihm liegt es wissenschaftlich zu belegen, ob der Einsatz von Rapsöl als Treibstoff für Traktoren machbar und sinnvoll ist. Insgesamt werden vom Bundesministerium bis zu 4,5 Mio. DM für das Demonstrationsvorhaben zur Verfügung gestellt.

Die Ergebnisse des Demonstrationsvorhabens dienen als Entscheidungsgrundlage für eine künftige Breitenförderung der Umrüstung landwirtschaftlicher Fahrzeuge auf Pflanzenöltreibstoff im Rahmen des ‚Markteinführungsprogamms biogene Treib- und Schmierstoffe‘.

Links zum Thema Energie.

04. Mai 2001

Bundesamt für Naturschutz fordert radikale Bereinigung des Jagdrechts

Themen: Archiv — info @ 16:05

Adler, Fischotter und viele andere Tierarten sollen aus dem deutschen Jagdrecht entlassen werden

Bonn (agrar.de) – Der Katalog der in Deutschland dem Jagdrecht unterliegenden Tierarten ist veraltet und muss dringend gekürzt werden. Diese Auffassung vertritt das Bundesamt für Naturschutz (BfN, Bonn) in der aktuellen Diskussion um eine Novellierung des Bundesjagdgesetzes. BfN-Präsident Prof. Dr. Hartmut Vogtmann präsentierte die Auswahlkriterien für die heute in Deutschland durch die Jagd nachhaltig nutzbaren Wildtierarten. Danach können 23 Säugetier- und Vogelarten weiterhin bejagt werden. Alle anderen der 96 heute dem Jagdrecht unterliegenden Arten gehören unter das Dach des Naturschutzes.

In Deutschland sind die wild lebenden Säugetiere und Vögel in zwei Rechtskreise aufgeteilt. Sie fallen entweder unter das Naturschutzrecht oder das Jagdrecht. Nach Auffassung des BfN sollten künftig nur solche Tierarten in Deutschland dem Jagdrecht unterliegen, – die in ihrem Bestand nicht gefährdet sind, – die als Wildfleisch oder Pelztier genutzt werden und – für deren Nutzung ein Managementplan die fachlichen Voraussetzungen bietet.

Diesen Kriterien entsprechen: Rothirsch, Damhirsch, Sikahirsch, Reh, Gämse, Mufflon, Wildschwein, Wildkaninchen, Rotfuchs, Graugans, Kanadagans, Stockente, Fasan und Wildtruthuhn. Für die wandernden Arten Höckerschwan, Blässgans, Saatgans, Löffelente, Reiherente, Tafelente, Krickente, Blässralle und Ringeltaube sind international abgestimmte Managementpläne eine unverzichtbare Voraussetzung für die jagdliche Nutzung. Alle anderen Arten gehören unter das Naturschutzrecht.

Diejenigen Säugetier- und Vogelarten, die durch übergeordnetes EU-Recht geschützt sind oder die auf der europäischen bzw. deutschen Roten Liste der gefährdeten Arten stehen, haben nichts mehr im Jagdrecht zu suchen. Sie sollten ebenso aus dem Einflussbereich der Jagd herausgenommen werden wie Arten, die sich als Bioindikatoren im Rahmen der Umweltbeobachtung eignen. „Es ist nicht einzusehen, dass ein verendeter Seeadler oder Fischotter nicht wissenschaftlich untersucht werden kann, nur weil der örtliche Jagdpächter das alleinige Besitzrecht an einem solchen Kadaver geltend macht“, sagte Prof. Vogtmann. „Bei diesen seltenen Tieren will der Naturschutz wissen, ob sie an Umweltgiften, Altersschwäche oder Schrotkugeln gestorben sind. Das ist wichtiger als eine Präparation zum ausgestopften Staubfänger fürs Jagdzimmer.“ Ebenso gehören die Tiere unter Naturschutz, die ohne jeden Nutzwert geschossen werden, zum Beispiel Mauswiesel und Türkentaube.

Mit ihrer Entlassung aus dem Jagdrecht würden die Tiere auch ihren Anspruch auf Hege verlieren. Zur Hege der jagdbaren Arten ist jeder Jäger verpflichtet. In der Praxis zielen Hegemaßnahmen aber überwiegend auf diejenigen Arten, die man auch schießen darf. Bei vom Aussterben bedrohten Arten wie Großtrappe und Wildkatze werden schon lange Hilfsprogramme vom Naturschutz betrieben. Das Bundesamt für Naturschutz erwartet deshalb keine besonderen Nachteile für die Tiere, wenn sie dem Jagdrecht nicht mehr unterliegen.

Nach Auffassung des Bundesamtes für Naturschutz ist die vorgeschlagene Verkürzung der Liste jagdbarer Arten eine überfällige Anpassung an internationale Standards und naturschutzfachliche Erkenntnisse. In der Praxis der Jagdausübung in den meisten Revieren würde sich dadurch kaum etwas ändern, denn die Jagdstrecke 1999/2000 setzte sich zu über 85% aus den 23 Tierarten zusammen, mit deren jagdlicher Nutzung der Naturschutz einverstanden ist.

Information: Bundesamt für Naturschutz, Pressestelle, Bonn, Tel.: 0228-8491280

Links zum Thema Jagd und Wild.

Landwirtschaftskammer: Bienenschutz beachten

Themen: Archiv — info @ 14:05

Bonn (agrar.de) – Die Verordnung über die Anwendung bienengefährlicher Pflanzenschutzmittel schützt nach Mitteilung der Landwirtschaftskammer Rheinland in Bonn Honigbienen und deren wildlebende Verwandte. Nach dieser Verordnung, die, wie die Kammer ausdrücklich betont, auch für Hobbygärtner gilt, dürfen Pflanzenschutzmittel, die sich als für Bienen gefährlich erwiesen haben, nicht an Pflanzen angewendet werden, die blühen oder sichtbar von Bienen überflogen werden. Bienengefährliche Pflanzenschutzmittel müssen deutlich auf der Verpackung gekennzeichnet sein.

Das Verbot der Anwendung gilt nicht nur für blühende Pflanzen, die den Bienen Nektar liefern, sondern auch für nichtblühende Pflanzen, auf deren Oberfläche Honigtau klebt, eine zuckerhaltige Ausscheidung der Blattläuse, die Bienen anlockt. Dies trifft ohne Unterschied für alle Nutz- und Wildpflanzen zu. Der Schutz der Bienen wird nur dann gewährleistet, wenn bienengefährliche Pflanzenschutzmittel an nichtblühenden und nicht von Bienen angeflogenenen Pflanzen so angewendet werden, dass auch benachbarte Pflanzen mit Blüten oder Honigtau durch Abtropfen oder Abtreiben des bienengefährdenden Pflanzenschutzmittels nicht mit getroffen werden.

In nichtblühenden Kulturpflanzenbeständen ist daher auch auf blühende Wildpflanzen, zum Beispiel Löwenzahn in Obstanlagen, zu achten, die nicht behandelt werden dürfen.

Hobbygärtner, die sichergehen wollen, sollten nur solche Pflanzenschutzmittel einsetzen, die ausdrücklich als bienenungefährlich gekennzeichnet sind. Nur mit solchen Mitteln dürfen auch Pflanzen behandelt werden, die mit Honigtau abscheidenden Insekten befallen sind.

Im Zweifelsfall geben die zuständigen Kreisstellen der Landwirtschaftskammer Rheinland oder der Pflanzenschutzdienst der Kammer in Bonn (Tel.: 0228-4342150, Fax: 0228-4342102, E-Mail) gern Auskunft.

Links zum Thema Pflanzenschutz und %url4%Bienen%/%.

MKS: Weitere Erleichterungen bei MKS-Schutzverordnung

Themen: Archiv — info @ 11:05

Bonn (agrar.de) – Am 4. Mai 2001 ist die zweite Änderung der 3. MKS-Schutzverordnung in Kraft getreten. Damit werden weitere Erleichterungen für den Viehverkehr möglich, aud die der Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion (ZDS) hinweist:

– Schlachttiertransporte sind für alle Tierarten, die im gesamten Bundesgebiet unmittelbar oder über eine Sammelstelle transportiert werden, ohne Beschränkungen erlaubt. Eine Genehmigung ist nicht erforderlich.

– Der Transport von Tieren (Zucht, Nutz, Schlachttiere) innerhalb des Regierungsbezirks bzw. des Bundeslandes ist ebenfalls ohne Genehmigung möglich. Das heißt, daß in diesem Gebiet auch das Sammeln von Tieren erlaubt ist. Die Residenz- und Kontaktzeiten von 20 bzw. 10 Tagen gelten hier nicht.

– Der direkte Transport von Rindern und Schweinen von einem Betrieb in einen anderen Betrieb (über Regierungsbezirks- bzw. Landesgrenzen hinweg) muß vor dem Transport der zuständigen Behörde am Absendeort angezeigt werden. Bei dauerhaften Vertragsverbindungen zwischen zwei Betrieben kann hierfür eine bis zum 18. Mai 2001 befristete Ausnahmegenehmigung erteilt werden.

– Für den Transport von Schafen und Ziegen ist eine Transportgenehmigung von der für den Absendeort zuständigen Behörde im Einvernehmen mit der für den Bestimmungsbetrieb zuständigen Behörde erforderlich. Die Residenz- und Kontaktzeiten müssen eingehalten werden. Die Tiere dürfen direkt oder über eine Sammelstelle in einen anderen Bestand verbracht werden.

– Das Gleiche gilt für den Transport von Tieren zu einem Sammelpunkt, um eine auf einem bestimmten Weidegebiet zu haltende Wanderherde zusammenzustellen.

– Rinder und Schweine dürfen unmittelbar oder über eine Sammelstelle in bis zu 10 Bestimmungsbetriebe verbracht werden, wenn die für den Absendeort zuständige Behörde dies genehmigt hat.

Information: Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion, Adenauerallee 174, 53113 Bonn, Tel.: 0228-9144740, Fax: 0228-9144745, E-Mail.

Links zum Thema Tiergesundheit.

BUND fordert Kanzler-Veto zu Genmais-Zulassung

Themen: Archiv — info @ 09:05

Berlin (agrar.de) – Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat Bundeskanzler Gerhard Schröder heute aufgefordert, sein Veto gegen die erstmalige Zulassung von genmanipuliertem Mais in Deutschland einzulegen. Wenn das Bundessortenamt in Hannover dieser Tage der Kleinwanzlebener Saatzucht (KWS Saat-AG) eine solche Zulassung erteile, würde ein Präzedenzfall geschaffen, der die von der Bundesregierung propagierte Agrarwende entscheidend unterlaufe.

Die mögliche Verunreinigung benachbarter Felder durch Gentech-Mais bedrohe die ökologische Landwirtschaft, die laut EU-Bioverordnung zu gentechnikfreier Produktion verpflichtet sei. Schröder müsse ein klares Signal für die Neuausrichtung der Agrarpolitik setzen und dem Beispiel Österreichs folgen, das bereits ein Anbau- und Importverbot für den herbizidresistenten Mais mit der Bezeichnung ‚T 25‘ erlassen hat, forderte die BUND-Bundesvorsitzende Angelika Zahrnt in ihrem Schreiben an Gerhard Schröder.

Zahrnt an Schröder weiter: ‚Für den BUND stellt sich in dieser Situation die Frage, wessen Interessen Sie höher bewerten: Die der Unternehmen der Grünen Gentechnik, die vor dem Dilemma stehen, mit ihren gentechnisch veränderten Pflanzen ein Angebot geschaffen zu haben, für das es keinerlei Nachfrage gibt oder aber die Interessen der VerbraucherInnen, die in ihrer Mehrheit Gentechnik in Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion aus guten Gründen strikt ablehnen.‘ Da die revidierte EU-Freisetzungsrichtlinie 2001/18 noch nicht in nationales Recht umgesetzt sei, würde der Anbau von ‚T 25‘ nach BUND-Ansicht zudem ohne ein entsprechendes Monitoring stattfinden, so dass möglicherweise auftretende negative Einflüsse auf die Umwelt und die Gesundheit der Menschen unentdeckt bleiben könnten.

Der BUND erinnerte Gerhard Schröder an seine Absage von Gesprächen mit führenden Gentech-Unternehmen im Januar. Unter dem Eindruck der BSE-Krise war damals ein geplantes dreijähriges Forschungsprogramm der Bundesregierung zu den Umweltauswirkungen des großflächigen Praxisanbaus von gentechnisch veränderten Pflanzen auf Eis gelegt worden, um die angekündigte Agrarwende nicht zu gefährden. Schröder müsse mit dieser Agrarwende jetzt Ernst machen und das Anbauverbot für den Mais ‚T 25‘ nach Artikel 16 der EU-Freisetzungsrichtlinie verhängen.

Weitere Informationen: BUND Heike Moldenhauer (Gentech-Expertin), Tel. 030-27586-456, Fax: 030-27586-440

Links zum Thema %url2%Biotechnologie%/%.

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