12. Mai 2001

Tiefkühlkost weiter voll im Trend

Themen: Archiv — info @ 15:05

Köln (agrar.de) – Der Hunger auf Tiefkühlkost in Deutschland wächst weiterhin. Nach Angaben des Deutschen Tiefkühlinstitutes (dti) in Köln stieg der Gesamtverbrauch tiefgefrorener Lebensmittel (ohne Rohgeflügel und Speiseeis) um 4,9 Prozent auf insgesamt 2,365 Millionen Tonnen im Jahr 2000. Damit erzielte die Branche ein Umsatzplus von 3,4 Prozent auf insgesamt 16,13 Milliarden Mark. Der Pro-Kopf-Verbrauch lag bei 28,8 Kilo – 1.300 Gramm mehr als ein Jahr zuvor. Inklusive Rohgeflügel verzehrte jeder Bundesbürger im Schnitt 32,8 Kilo. Besonders stark gefragt waren Backwaren, Gemüseprodukte sowie tiefkühlfrische Zubereitungen und Menüs.

Die Privathaushalte verbrauchten insgesamt 1,189 Millionen Tonnen (plus 5,7 Prozent) tiefgefrorene Produkte. Lebensmittelhandel, einschließlich Heimdienste und Discounter, erwirtschafteten damit ein Umsatzplus von 3,7 Prozent auf 9,14 Milliarden Mark. Mengenmäßig überdurchschnittlich zugelegt haben vor allem Teiglinge und Brötchen sowie Pizzas. Der Außer-Haus-Markt, als zweiter Absatzkanal, verstärkte seine Marktposition mit einem Anteil von 49,7 Prozent am Gesamtverbrauch. Insgesamt kauften die Profi-Köche aus Gastronomie und Betriebsrestaurants, Kliniken und Heimen 1,176 Millionen Tonnen (plus 4,1 Prozent). Dies entspricht einem Umsatzanstieg von 2,9 Prozent auf 6,99 Milliarden Mark. Ein beachtliches Mengenplus verzeichneten Kartoffelspezialitäten, insbesondere Pommes frites, gefolgt vom Backwaren-Segment.

Information: Deutsches Tiefkühlinstitut (dti), Bonner Str. 484-486, 50968 Köln, Tel.: 0221-937480, Fax: 0221-9374822, E-Mail

Links zum Thema %url3%Lebensmittel%/%.

11. Mai 2001

Wie denken die europäischen Bürger über die GAP?

Themen: Archiv,MKS — info @ 15:05

Brüssel (agrar.de) – Nicht zuletzt infolge der BSE-Krise und der Maul- und Klauenseuche ist derzeit eine umfassende Debatte über die künftige Ausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU im Gange. Auch steht für das Jahr 2002 die Halbzeitbewertung der letzten GAP-Reform auf dem Programm. Der vorbereitende Dialog hierfür hat bereits begonnen, und die Erwartungen der Verbraucher bilden einen wichtigen Punkt bei diesen Diskussionen.

Um sich ein genaues Bild davon zu machen, wie die GAP von der öffentlichen Meinung gesehen wird, sind im Oktober und November 2000 zwei Eurobarometer-Meinungsumfragen zum einen bei den Landwirten und zum anderen bei der breiten Öffentlichkeit durchgeführt worden. Insgesamt wurden 16.000 Bürger und 3.500 Landwirte telfonisch befragt.

Nach Meinung der Generaldirektion Landwirtschaft lassen die Ergebnisse ein ausgeprägtes Interesse an den aktuellen Fragen der Landwirtschaft und zugleich auch die erhebliche Notwendigkeit von ausführlicherer Information erkennen.

Obwohl die Landwirtschaft für 92 Prozent der breiten Öffentlichkeit ein wichtiges Thema darstellt, ist bisher für nur knapp 50 % die GAP selbst ein Begriff. Die Landwirte ebenso wie die breite Öffentlichkeit wurden sodann nach der Bedeutung von 12 Politikbereichen befragt, darunter Lebensmittelsicherheit, Umweltschutz, Verbesserung der Lebensbedingungen im ländlichen Raum, Sicherung der landwirtschaftlichen Einkommen und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Landwirtschaft auf den Weltmärkten. Alle diese Ziele werden zwar von einer deutlichen Mehrheit (zwischen 76 Prozent und 97 Prozent) für wichtig gehalten, der Grad der Zufriedenheit mit ihrer Umsetzung schwankt jedoch zwischen 16 Prozent und 57 Prozent. Sowohl die Landwirte als auch die breite Öffentlichkeit sind der Ansicht, dass für die Wahrung der landwirtschaftlichen Einkommen und die Zukunft der Kleinbetriebe nicht hinreichend gesorgt ist.

Die beiden befragten Gruppen stimmen der veränderten Politikausrichtung im Zuge des Reformprozesses zu, durch die die produktionsbezogenen Beihilfen und die Interventionsankäufe verringert und stattdessen die Direktzahlungen an die Landwirte ausgedehnt werden konnten. Dennoch haben 63 Prozent der befragten Landwirte – nur die irischen und die dänischen Bauern machen hier eine deutliche Ausnahme – den Eindruck, dass die gegenwärtige GAP nicht zu ihrem Vorteil ist. Wenn auch lediglich knapp 46 Prozent der Landwirte ihr Familieneinkommen ausschließlich aus der Landwirtschaft beziehen, sind doch 59 Prozent der Landwirte und 46 Prozent der breiten Öffentlichkeit dafür, dass die öffentlichen Haushaltsausgaben für die Landwirtschaft erhöht werden sollten. Die Bandbreite zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten reicht hier von Dänemark, wo der 13 Prozent der Öffentlichkeit diese Meinung vertreten, bis zu Griechenland, wo 76 Prozent mit dem derzeitigen Ausgabenvolumen unzufrieden sind.

Die Meinungsumfrage lässt einen dringenden Bedarf an mehr Information über die internationalen Aspekte der Agrarpolitik deutlich werden. Über mögliche Auswirkungen der anstehenden Erweiterung der Europäischen Union hat die Hälfte der befragten Personen aus beiden Gruppen bereits etwas gehört, doch halten sich nur 20 Prozent der Landwirte und 10 Prozent der breiten Öffentlichkeit in diesem Zusammenhang für gut informiert. Dieser Informationsmangel ist möglicherweise Grund dafür, dass eine Mehrheit in jeder der beiden Gruppen glaubt, dass die Erweiterung negative Folgen für die Europäische Union haben wird. Befragt nach den Handelsgesprächen im Rahmen der Welthandelsorganisation, gaben 65 Prozent der Landwirte und 77 Prozent der breiten Öffentlichkeit zu, dass sie hierüber fast nichts wissen, während sich lediglich ein sehr kleiner Prozentsatz von Personen in jeder Gruppe als gut informiert bezeichnet.

Neben den Fragen zur persönlichen Einstellung gegenüber der GAP hat die Meinungsumfrage auch die benutzten Informationsquellen untersucht. Die meisten Personen (85 Prozent der breiten Öffentlichkeit und 66 Prozent der Landwirte) beziehen ihre Informationen aus dem Fernsehen, was keine Überraschung bedeutet. Allerdings zeigen sich bei den Printmedien gewisse Verhaltensunterschiede zwischen den beiden Gruppen. Die Landwirte informieren sich nämlich aus der landwirtschaftlichen Fachpresse (64 Prozent) im gleichen Umfang wie aus dem Fernsehen, während die breite Öffentlichkeit unter den Printmedien die allgemeinen Tageszeitungen und Zeitschriften (61 Prozent) bevorzugt.

Rund 10 Prozent der Bauern nutzen das Internet als Informationsquelle, jedoch mit erheblichen Abweichungen zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten, denn die Bandbreite reicht hier von 2 Prozent der griechischen bis zu 27 Prozent der österreichischen Landwirte. Über dem Durchschnitt liegt der Wert besonders bei jüngeren Landwirten und bei größeren Betrieben. Bei der breiten Öffentlichkeit gibt es erkennbare Unterschiede je nach Alter, Geschlecht und Bildungsgrad, wobei unter den jungen Männern mit höherem Bildungsniveau der Prozentsatz der Internet-Nutzer doppelt so hoch wie der europäische Durchschnitt zu sein scheint.

In Kürze wird eine weitere Meinungsumfrage stattfinden, um die Auswirkungen der BSE-Krise und der Maul- und Klauenseuche auf die Haltung der europäischen Bürger gegenüber der GAP zu untersuchen. Die Ergebnisse werden voraussichtlich im Laufe des Sommers vorliegen.

Abschlußberichte: Haltungen der breiten Öffentlichkeit zur gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), (Abschlußbericht, PDF-Format, französisch), Haltungen von Landwirten zur gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) (%url4%Abschlußbericht%/%, PDF-Format, französisch)

Internet-Chat mit Fischler und Byrne

Themen: Archiv — info @ 12:05

Brüssel (agrar.de) – Was ist Lebensmittelqualität? Sind unsere modernen Ernährungsgewohnheiten Teil des Problems? Ist eine wirtschaftlich lebensfähige und sichere Lebensmittelerzeugung machbar?

‚Lebensmittelqualität in Europa – öffentliche Diskussion über die Zukunft der Landwirtschaft, der Lebensmittelerzeugung und der Lebensmittelsicherheit in der EU‘ – unter diesem Titel stellen sich am 6. Juni von 18.00 bis 20.00 Uhr David Byrne, Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, und Franz Fischler, Kommissar für Landwirtschaft, einer Live-Diskussion im Internet.

Die Diskussion wird in den elf Amtssprachen der Europäischen Union geführt. Fragen können in jeder dieser Sprachen gestellt und auch im voraus an die Adresse Chat-Fischler-Byrne@cec.eu.int geschickt werden.

Öko-Siegel stimmt Händler skeptisch

Themen: Archiv — info @ 12:05

Berlin (agrar.de) – Das von Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast angestrebte Öko-Siegel für Lebensmittel hat Anfang der Woche Vertreter aller führenden Handelsunternehmen nach Berlin geführt. Nach einer Meldung der ‚Lebensmittel Zeitung lotete die Ministerin in einer ersten Runde gemeinsam mit Handelsmanagern von Aldi bis Rewe Bedingungen aus, unter denen sich der Handel zu einem weiteren Prüfzeichen bereit erklären könnte. Angestrebt wird ein Prüfzeichen, das möglichst über den bisherigen EU-Standard hinausgeht.

Dem Bericht zufolge zeigt man sich von Seiten des Handels wenig begeistert, ein weiteres Prüfzeichen einzuführen. Vertreter von Aldi sollen in der Runde vor allem auf die Beschaffungsprobleme und mangelnde Liefersicherheit für ökologische Produkte hingewiesen haben, berichtet ein Teilnehmer. Marcus Girnau, Geschäftsführer des Bundesverbandes Lebensmittel (BVL) zeigte sich überzeugt, dass ‚die großen Handelsketten nur bei einer sicheren und ausreichenden Produktionsgrundlage einsteigen werden‘. Der Handel bevorzugt deshalb den EU-Standard, damit Lieferanten aus der gesamten EU zur Verfügung stehen.

Jörn Johann Dwehus, der neue Geschäftsführer der Centralen Marketinggesellschaft der deutsche Agrarwirtschaft (CMA), kündigte am Mittwoch in Bonn an, dass es in Zukunft statt mehrerer Gütesiegel (CMA-Gütezeichen, Prüfsiegel und Zeichen für Öko-Produkte) nur noch jeweils ein einziges Prüfzeichen im konventionellen Bereich sowie für Öko-Produkte geben soll. Die CMA und die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AGÖL) favorisieren für den Öko-Bereich das bereits vorhandene Ökoprüfzeichen (ÖPZ) (unsere %url8%Meldung%/%). Die neuen Prüfsiegel sollen noch in diesem Jahr eingeführt werden. Die Kosten dafür sollen die Bauern mit ihren Abgaben für die CMA tragen, sie bringen den Angaben zufolge jährlich etwa 160 Millionen Mark für die CMA auf.

Ob es wirklich zu eimem einheitlichen Gütesiegel kommen wird erscheint fraglich: Bislang war das ÖPZ wenig erfolgreich und zwei der großen Anbauverbände (%url5%Bioland%/% und %url6%Demeter%/%) verfolgen seit ihrem Ausstieg aus der AGÖL verstärkt eigene Markenstrategien. Der TÜV Süddeutschland und die TU München gründeten erst jüngst mit einen eigenen Unternehmen, der %url7%Vitacert GmbH%/%, einen ‚Lebensmittel TÜV‘ um mit einem eigenen Prüfzeichen für mehr Sicherheit und Transparenz im Lebensmittelbereich zu sorgen.

Links zum Thema %url2%Bio-Landbau%/%.

Preisindex im April 2,9 Prozent über Vorjahresstand

Themen: Archiv — info @ 10:05

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ist der Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte in Deutschland im April 2001 gegenüber April 2000 um 2,9 Prozent und gegenüber März 2001 um 0,4 Prozent gestiegen. Dies ist die höchste Jahressteigerungsrate seit Februar 1994 (+ 3,1 Prozent). Im März 2001 hatte die Jahresteuerungsrate noch 2,5 Prozent und im Februar 2001 2,6 Prozent betragen. Die Schätzung für April 2001 auf Grund der Ergebnisse aus sechs Bundesländern wurde damit leicht nach oben korrigiert.

Die Jahresteuerungsrate wurde im April 2001 durch die Preisentwicklung bei Haushaltsenergie stark beeinflusst. So verteuerte sich leichtes Heizöl von April 2000 bis April 2001 um 11,6 Prozent (gegenüber März 2001 + 2,3 Prozent), Gas um 27,0 Prozent und Umlagen für Zentralheizung, Fernwärme um 28,6 Prozent. Auch die Kraftstoffpreise lagen im April 2001 um 10,0 Prozent über dem Vorjahresstand.

Zur Erhöhung der Jahresteuerungsrate trugen auch die anhaltenden Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln bei, die sich von April 2000 bis April 2001 um durchschnittlich 5,0 Prozent verteuerten. Hervorzuheben sind insbesondere die Preiserhöhungen bei Fleisch und Fleischwaren (+ 8,7 Prozent), Obst (+ 10,2 Prozent), Fisch (+ 3,8 Prozent) und Gemüse (+ 6,1 Prozent). Rückläufige Preise im Jahresvergleich waren u.a. bei Kaffee (- 3,4 Prozent) zu beobachten.

Im April 2001 ergab sich für das frühere Bundesgebiet im Vorjahresvergleich eine Preissteigerungsrate von 2,8 Prozent. Für die neuen Länder und Berlin-Ost betrug die Teuerungsrate gegenüber April 2000 3,2 Prozent. Der höhere Preisanstieg in den neuen Ländern ist laut Statistikamt im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass die ostdeutschen Haushalte von den Verteuerungen bei Nahrungsmitteln stärker betroffen waren als die westdeutschen Haushalte.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

Bundesrat verabschiedet Biomasseverordnung

Themen: Archiv — info @ 09:05

DBV fordert zügige Zustimmung von Bundestag

Berlin (agrar.de) – Als einen wichtigen Schritt zum gesellschaftspolitisch gewünschten Ausbau der erneuerbaren Energien hat der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, die Zustimmung des Bundesrates zum Entwurf der Biomasseverordnung bezeichnet. Der DBV fordert den Bundestag auf, die Verordnung jetzt ebenfalls zu verabschieden, damit der Investitionsstau in der Bioenergiebranche aufgelöst wird und Investitionssicherheit für die einzelnen Anlagenbetreiber gegeben ist.

Kernpunkt der Biomasseverordnung ist die Regelung über die Stoffe und technischen Verfahren zur Nutzung von Biomasse im Anwendungsbereich des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Danach können zur Energiegewinnung die Wirtschaftsdünger, Energiepflanzen, Restholz aus der Durchforstung verwandt werden. Für die Nutzung von Althölzern müssen die höchsten immissionsschutzrechtlichen Vorschriften der 17. Bundesimmissionsschutzverordnung einhalten werden; für reine Verstromungsanlagen ab einer Leistungsklasse von 5 Megawatt sind zudem Mindestwirkungsgrade einzuhalten. Bei der Verwendung von Biomasse aus der Tierhaltung (z.B. Gülle) gibt es gegenüber der bisherigen Praxis keine Einschränkungen.

Der DBV schlägt dem Bund und den Bundesländern vor, neue innovative technische Verfahren zur Nutzung biogener tierischer Abfälle durch Demonstrationsvorhaben nachhaltig zu fördern und zu unterstützen, um auf Basis neuer Erfahrungswerte bei der Evaluierung des Eneuerbare-Energien-Gesetzes und der Biomasseverordnung eine Öffnung der energetischen Nutzung nach dem EEG für sämtliche tierischen Abfälle zu erwirken.

Bei zügiger Zustimmung des Bundestages erwartet der DBV eine rasche Ausweitung der Bioenergie auf dem Strommarkt sowie einen großen Impuls für Investitionen und Arbeitsmarkt im ländlichen Raum.

Links zum Thema Biomasse.

10. Mai 2001

„Mahlzeit“ – Brot für die Welt startet neue Ernährungskampagne

Themen: Archiv — info @ 15:05

Unterstützung von Agrarministerin Künast

Stuttgart (agrar.de) – ‚Brot für die Welt‚ startet eine neue Aktion mit dem Titel ‚Mahlzeit‚. Wie das evangelische Hilfswerk in Stuttgart mitteilte, soll damit deutlich gemacht werden, wie eng die Ernährungssituation der Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika mit dem Verhalten der Verbraucher in den Industrieländern zusammenhänge.

Agrar- und Verbraucherschutzministerin Renate Künast hat die Schirmherrschaft der Aktion übernommen. Das Projekt stehe im Einklang mit der von ihr beabsichtigten Wende in der Agrar- und Verbraucherpolitik, so die Grünen-Politikerin. ‚Ich bin sicher, dass das Projekt seinen Beitrag dazu leisten kann, die Menschen in Deutschland zu einem sozialverantwortlichen, ökologischen und fairen Konsum zu motivieren.‘

Wie Brot für die Welt unterstrich, geht der Anteil der landwirtschaftlichen Produktion in den Entwicklungsländern, der auf die Konsumwünsche der Verbraucher in den Industriestaaten ausgerichtet sei, häufig auf Kosten der Menschen und der Umwelt vor Ort. Auf fruchtbaren Böden würden dort vielfach in Monokulturen Futtermittel für Masttiere im Ausland und Lebensmittel für den Export angebaut. Die Böden stünden damit für den Anbau von Grundnahrungsmitteln für die eigene Bevölkerung nicht mehr zur Verfügung.

Es müsse die Frage gestellt werden, wie notwendig beispielsweise der Anbau von Erdbeeren für unsere Märkte im Winter sei, mahnte das Hilfswerk. Brot für die Welt forderte die Verbraucher auf, sich beim Einkauf für möglichst regionale und ökologisch angebaute Produkte zu entscheiden.

Information: BROT FÜR DIE WELT, Stafflenbergstraße 76, 70184 Stuttgart, Tel.: 0711-21095-25, Fax: 0711-21095-55, E-Mail

Links zum Thema %url3%Entwicklungszusammenarbeit%/% und %url4%Fairer Handel%/%.

Importobst in vielen Fällen mit Chemie belastet

Themen: Archiv — info @ 14:05

Hamburg (agrar.de) – Aus Südeuropa importiertes und in deutschen Geschäften verkauftes Obst ist in vielen Fällen mit Chemie belastet. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung, die der ‚stern‚ in Auftrag gab. Wie das Hamburger Magazin in seiner heute erscheinenden Ausgabe berichtet, fanden Chemiker in 30 Prozent von 20 getesteten Erdbeer-Stichproben Rückstände von Pflanzenschutzmitteln.

Entdeckt wurden Reste des Milbenmittels Dicofol sowie der Pilzkiller Procymidon und Chlorthalonil. Damit waren insgesamt sechs Proben belastet. Drei davon stammten aus Spanien, drei aus Italien. Die drei gefundenen Substanzen stehen im Verdacht, Krebs zu erregen.

Die im ’stern‘-Test entdeckten Werte lagen zwar in keinem Fall über den vom Gesetzgeber erlaubten Höchstmengen, doch dies sei nach Auffassung von Lars Neumeister vom Pestizid Aktions-Network (PAN) keinesfalls ein Grund zur Verharmlosung. Wie sich die häufige Aufnahme geringer Konzentrationen auswirkten, sei, so Neumeister, ‚bisher nicht gut erforscht. ‚Das darf aber keine Rechtfertigung dafür sein, dass in unseren Lebensmitteln toxische Stoffe enthalten sein dürfen. Jedes Risiko muss vermieden und rückstandsfreie Nahrung der Standard sein.‘

Mit einer durchschnittlichen Jahresproduktion von 300.000 Tonnen ist Spanien der größte europäische und nach den USA der weltweit zweitgrößte Erdbeerproduzent. Der Verkauf der Erdbeeren ins Ausland hat für die spanischen Anbauer vor allem einen Haken: die langen Transportwege. Laut ’stern‘ experimentieren Wissenschaftler der Universitäten Málaga und Córdoba mit genmanipulierten Erdbeeren, die resistent gegen Pilzbefall sind, nach der Ernte länger frisch bleiben und so die weite Reise in den Norden problemlos überstehen sollen. Es gäbe bereits erste Freisetzungsexperimente, zugelassen seien die Design-Beeren hierzulande jedoch noch nicht.

Links zum Thema Spezialkulturen.

Pflanzenschutzindustrie unterstützt Entwicklungsländer bei Beseitigung von Pestizid-Altbeständen

Themen: Archiv — info @ 13:05

Frankfurt (agrar.de) – Bei der Beseitigung überlagerter Pflanzenschutzmittel können Entwicklungsländer mit der Unterstützung der Hersteller rechnen. Das hat der Internationale Pflanzenschutzverband GCPF für die ihm angeschlossenen Unternehmen erneut bestätigt, wie der Industrieverband Agrar (IVA) als deutsche Organisation der Pflanzenschutzindustrie mitteilt.

Anlässlich einer von der FAO für den 10./11. Mai einberufenen Geberkonferenz zur Entsorgung überlagerter Bestände erklärte GCPF-Sprecher Chris Waller in Rom: ‚Unsere Mitgliedsfirmen beteiligen sich an den Kosten, wenn eindeutig feststeht, dass die Produkte von ihnen geliefert wurden und nicht mehr verwendbar sind.‘

Der Herkunftsnachweis ist für GCPF wichtig, da die Entsorgung sehr teuer ist und ein erheblicher Teil der Lagerbestände von Herstellern stammt, die nicht Mitglied des Verbandes sind. Unabhängig davon sind die GCPF-Mitglieder jedoch jederzeit bereit, bei notwendigen Entsorgungsaktionen technische Unterstützung zu leisten und Sicherheitsdaten sowie Laborkapazitäten für die Analyse der Produkte bereitzustellen.

Überlagerte Bestände von Pflanzenschutzmitteln in Entwicklungsländern gehen häufig auf Schenkungen von Hilfsorganisationen zurück; auch im Rahmen von FAO-Programmen wurden gelegentlich Pflanzenschutzmittel geliefert, die nie verbraucht wurden.

Im speziellen Fall Äthiopien, wo gegenwärtig ein großes Entsorgungsprojekt ansteht, wartet GCPF auf Vorschläge der FAO dazu, wie Produkte aus Lieferungen von GCPF-Mitgliedern identifiziert werden sollen. Je nach Alter und Zustand der Pflanzenschutzmittel soll dann entschieden werden, ob sie noch entsprechend ihrem Bestimmungszweck angewandt werden können oder vernichtet werden müssen. Chris Waller: ‚In Hungerländern wie Äthiopien kann es sinnvoller sein, noch brauchbare Mittel zum Schutz der Ernten einzusetzen, anstatt sie für viel Geld zur Hochtemperaturverbrennung nach Europa zu schicken.‘

Information: Industrieverband Agrar e.V., Hannelore Schmid, Tel.: 069-25561249, Fax: 069-236702, %url2%E-Mail%/% oder Annik Dollacker, Tel.: 02173-383719

Links zum Thema %url6%Pflanzenschutz%/%.

NABU fordert Reform des Agrarmarketings

Themen: Archiv — info @ 12:05

Bonn (agrar.de) – Der Naturschutzbund NABU hat Verbraucherministerin Renate Künast dazu aufgefordert, das Absatzfondsgesetz als juristische Grundlage des bundesdeutschen Agrarmarketings umgehend zu reformieren. ‚Solange das Absatzfondsgesetz nicht ausdrücklich auf die Förderung zukunftsfähiger Märkte für ökologische und regionale Produkte ausgerichtet ist, werden weiterhin Millionen von Mark für eine undifferenzierte Gießkannenwerbung für konventionelle Erzeugnisse verschwendet‘, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Gerd Billen.

Die aktuelle Werbekampagne der Agrar-Marketinggesellschaft CMA mit dem Titel ‚deutsche Pute — die gute‘ sei ein weiterer Beleg für die dringende Notwendigkeit, das deutsche Agrarmarketing an den neuen Zielen und Aufgaben der Agrarpolitik auszurichten. Eine pauschale Werbung für das aus Sicht des Verbraucher-, Umwelt- und Tierschutzes besonders umstrittene Putenfleisch bedeute eine direkte Unterstützung von Agrarfabriken und sei nicht mehr zeitgemäß.

Nach Ansicht des NABU müsse mit der Novellierung des Absatzfondsgesetzes eine Neudefinition der Arbeit der mit rund 190 Millionen Mark jährlich ausgestatteten CMA verbunden werden. ‚Die Förderung regionaler und ökologischer Produkte sowie die Information und Aufklärung der Verbraucher müssen künftig absolute Priorität haben‘, forderte Billen. Der NABU habe Verbraucherministerin Künast einen konkreten Novellierungsvorschlag für das Absatzfondsgesetz vorgelegt. ‚Um die Agrarwende auch an der Ladentheke erfolgreich zu gestalten, muss das bundesdeutsche Agrarmarketing möglichst bald eine neue Legitimationsbasis erhalten‘, so der NABU-Bundesgeschäftsführer.

Die CMA dürfe in Zukunft nicht mehr der ‚verlängerte Arm‘ des Bauernverbandes sein, sondern müsse ihre Gremien für die Interessen des Umwelt- und Verbraucherschutzes öffnen.

Information: NABU, Florian Schöne (Agrarreferent), Tel.: 0228-4036-169.

Links zum Thema %url2%Agrarmarketing%/%.

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