25. Mai 2001

Umweltdaten Thüringen online

Themen: Archiv — info @ 12:05

Erfurt (agrar.de) – Mit der CD-Veröffentlichung ‚Umweltdaten Thüringen, Deutschland und die Europäische Union‘ erweitert die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) gleichzeitig ihr Internetangebot.

Die kartographisch aufgearbeitete Sammlung statistischer Basis- und Umweltdaten legt das Hauptaugenmerk auf den Vergleich Thüringens mit anderen Bundesländern sowie den Ländern der Europäischen Union.

‚Politischen Entscheidungsträgern und der interessierten Bevölkerung wird auf diese Weise ein Einblick in die Umweltsituation Thüringens, Deutschlands und Europas gegeben‘, erläuterte der Thüringer Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Dr. Volker Sklenar. In loser Folge sollen weitere Themen hinzugefügt bzw. Aktualisierungen vorgenommen werden.

Alle Karten und Diagramme werden durch die zu Grunde liegenden Daten in Tabellenform untersetzt und als PDF-Datei zur Verfügung gestellt. Zusätzlich zu den bereitgestellten Tabellen kann im Statistischen Anhang auf den kompletten Datenbestand als Gesamtdatei zugegriffen werden.

Auch die im Jahr 1999 erstmals herausgegebenen Umweltpässe wurden aktualisiert und sind sowohl als CD-ROM erhältlich als auch von der Web-Seite der Landesanstalt abrufbar. Besucher der Seiten finden mit den Umweltpässen der Thüringer Landkreise und Kreisfreien Städte umfassende Möglichkeiten, sich über umweltrelevante Themen aus den Regionen zu informieren oder auch einfach nur nach Wissenswertem über die jeweiligen Heimatkreise zu suchen.

Auf zahlreichen Karten werden die umwelt- und raumrelevante Daten veranschaulicht. Als Ergänzung dazu existiert außerdem ein statistischer Anhang, der die Position des Kreises im Land Thüringen verdeutlicht. Der Nutzer hat hier die Möglichkeit, die Daten in Form von Excel-Tabellen herunterzuladen. Zur Suche von speziellen Stichpunkten steht eine Suchmaschine zur Verfügung. Hier können Wörter in einem oder mehreren Kreisen bzw. Kreisfreien Städten schnell und komfortabel gefunden werden.

Thüringer Regelschulen und Gymnasien werden die CD-ROMs kostenlos zur Verfügung gestellt.

Links zum Bundesland Thüringen.

Greenpeace: Risiken der Grünen Gentechnik werden verschwiegen

Themen: Gentechnik,Mais — info @ 12:05

Hamburg (agrar.de) – Die Umweltschutzorganisation Greenpeace wirft der Bundesregierung vor, die Risiken der Gentechnik in der Landwirtschaft bewusst zu verschweigen. ‚Über Grüne Gentechnik wird einfach nicht gesprochen‘, bemängelt Gentechnik-Experte Christoph. Zwar hätten die Gefahren der Genforschung an menschlichen Embryonen eine ‚andere Qualität‘, doch auch bei gentechnisch veränderten Pflanzen sei ‚das Risiko nicht kalkulierbar‘.

Bei der derzeitigen Debatte um die Gentechnik würden aber ‚aktuelle Themen‘ wie die anstehende Änderung des Gentechnikgesetzes und Entscheidungen über die Zulassung von Gen-Mais nicht berücksichtigt. ‚Das ist politisch so gewollt‘ meint Then.

Er betonte, auch bei der Grünen Gentechnik spiele die Moral neben der Sicherheit für die Verbrauchen eine wichtige Rolle. So sei fraglich, ob die Forscher die Natur ’nach den Maßstäben der Konzerne umbauen dürfen‘. Schließlich stünden sich die Interessen der Konzerne und die Gesundheit der Bevölkerung gegenüber. Die Zulassung von Gen-Mais sei ein ‚Großversuch am Verbraucher.‘

Das Bundesverbraucherschutzministerium habe jetzt keine Chance mehr herauszubekommen, wo die 30 Tonnen Mais ausgesät wurden, befürchtet Then. Die Saatguthersteller müssten den Verkauf nämlich nicht dokumentieren. Das sei eine ‚merkwürdige Geschichte‘, weil nun keine Möglichkeit mehr bestehe, angrenzende Felder zu schützen.

Links zum Thema Biotechnologie.

Sonnleitner bemängelt Ökosiegel als „Mogelpackung“

Themen: Archiv — info @ 10:05

München (agrar.de) – Bauernverbandspräsident Gerd Sonnleitner hat das beschlossene Ökosiegel für Bioprodukte als ‚Mogelpackung‘ kritisiert. Das Siegel erfülle nur den niedrigeren EU-Standard und bleibe weit hinter den Qualitätsanforderungen zurück, die für in Deutschland produzierte Produkte gelten, sagte Sonnleitner dem Nachrichtenmagazin Focus.

Im Gegensatz zur nationalen Regelung müsse beim Ökosiegel nicht der gesamte bäuerliche Betrieb ökologisch bewirtschaftet werden, sondern nur ein Teil. ‚Selbst der Einsatz von Futtermitteln aus nicht ökologischem Anbau ist erlaubt.‘ Der grünen Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast warf Sonnleitner vor, sie habe dem Druck des Handels nachgegeben.

Links zum Thema Bio-Landbau.

Herkunftsnachweis: Sächsische Gendatenbank fürRinder wächst

Themen: Archiv — info @ 09:05

Dresden (agrar.de) – Immer mehr Rinder sind in Sachsens Gendatenbank erfasst. Von mehr als 1.500 Tieren seien Gewebeproben entnommen worden, für 1 200 Tieren liege bereits ein ‚genetischer Fingerabdruck‘ vor, teilte das Landwirtschaftsministerium mit. Kein anderes Bundesland sei mit vergleichbaren Projekten derart weit vorangeschritten wie der Freistaat. Ein ähnliches Vorhaben läuft lediglich in Sachsen-Anhalt. Ob die Gendatenbank bundesweit zu einer dauerhaften Einrichtung werde, stehe derzeit noch nicht fest, so Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath.

Das im Dezember 2000 gestartete Pilotprojekt im Freistaat solle dazu Aufschluss geben. Weitere 58 Betriebe haben Interesse signalisiert, insgesamt 24.000 Rinder erfassen zu lassen. Im Rahmen des vom Freistaat geförderten Pilotprojektes wird Kälbern beim Einsetzen der obligatorischen Ohrmarken eine Gewebeprobe entnommen. Die Proben wird in einer speziellen Gewebebank eingelagert. Ein Vergleich mittels DNA-Analyse zwischen Fleischprobe an der Ladentheke und bei der Kälberkennzeichnung gewonnener Gewebeprobe kann eindeutig nachweisen, ob die Angaben zur Herkunft des Fleisches stimmen oder nicht.

Damit würde für den Schutz des Verbrauchers und auch des Erzeugers ein lückenloses Kontroll -und Überwachungssystem zur Verfügung stehen. Das System funktioniert allerdings erst richtig, wenn von allen Kälbern, die irgendwann in deutschen Fleischtheken landen, Gewebeproben genommen werden. Das Projekt soll auch klären, ob sich ein solcher Aufwand lohnt. Unbestritten sind die Effekte, die eine solche Gewebedatenbank für die Rinderzucht hätte, wie beispielsweise ‚Vaterschaftsnachweise‘ bei Zuchttieren oder die Analyse von Erbfehlern und die Suche nach interessanten Erbanlagen. Das Projekt wird im vom Sächsischen Landeskontrollverbandes (LKV) zusammen mit der Landesanstalt für Landwirtschaft realisiert.

Links zum Thema ‚HIT und Kennzeichnung‚, Links zu Kontrollverbänden.

24. Mai 2001

Brandenburg gehört zur Spitze im Ökobereich

Themen: Archiv — info @ 14:05

Potsdam (agrar.de) – Seit Beginn der 90er Jahre wurde der ökologische Landbau im Land Brandenburg durch die Landesregierung bevorzugt unterstützt. In Brandenburg werden im Vergleich der neuen Bundesländer die höchsten Fördersätze gezahlt. Der Flächenanteil beträgt über 6 Prozent. Bundesweit sind nur rund 2,4 Prozent der Fläche in der Hand von Biobauern. Damit gehört Brandenburg schon jetzt zur Spitze im Ökobereich. Gut zehn Jahre nach dem Mauerfall war es jetzt an der Zeit, Bilanz für den ökologischen Landbau im Land Brandenburg zu ziehen. Das Brandenburger Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung hat dazu eine Broschüre herausgegeben.

Die Förderung des ökologischen Landbaus in Brandenburg erstreckt sich sowohl auf den gesamten pflanzlichen Sektor, den Bereich der Tierproduktion als auch auf die Verarbeitung und Vermarktung bis hin zur betriebswirtschaftlichen Beratung. Im Land Brandenburg beträgt die Bioanbaufläche bereits über 87.000 Hektar. Einige Biobetriebe sind bereits über 1.000 Hektar bzw. 1.000 Tiere gewachsen. Für die Erzeugnisse gelten hohe Produktionsstandards, kontrollierte Qualität, Gesundheit und Geschmack.

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Bundesland Brandenburg.

23. Mai 2001

Betriebe der umweltverträglichen Landbewirtschaftung aus Thüringen

Themen: Archiv — info @ 16:05

Erfurt (agrar.de) – Heute erhielten vier landwirtschaftliche Unternehmen aus Thüringen die Auszeichnung ‚Betrieb der umweltverträglichen Landbewirtschaftung‘: die Agrargenossenschaft Reichenhausen, das Ökozentrum Vachdorf, die Erzeugergemeinschaft Neumark und die Agrargenossenschaft Veilsdorf.

Dr. Volker Sklenar, Thüringer Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, zeigte sich besonders erfreut darüber, dass es vier Thüringer Unternehmen sind, die bundesweit als erste dieses Qualitätszeichen verliehen bekommen. ‚Das Zeichen schafft für das komplizierte Gebiet umweltverträgliche Landbewirtschaftung die Transparenz, die heute gefordert wird. Es weist Umweltverträglichkeit als messbares und somit nachvollziehbares Prädikat aus‘, so der Minister. ‚Die ausgezeichneten Betriebe behaupten nicht nur umweltverträglich zu wirtschaften, sondern sie können es auch belegen.‘

Positiv bewertete Dr. Sklenar auch, dass die ausgezeichneten Betriebe sehr unterschiedliche Betriebsformen und Wirtschaftsweisen repräsentieren. Das Spektrum reicht vom Öko-Betrieb über einen mit kontrolliert-integriertem Ackerbau, einem Milchviehbetrieb der Übergangslage bis zum Ackerbaubetrieb in der Ackerebene. ‚Die Spannbreite zeigt, dass Umweltverträglichkeit nicht gegen Bewirtschaftungsintensität steht. Dieses Ergebnis ist nicht neu‘, erklärte der Minister.

Thüringen steht nicht am Anfang der Bewertung der Umweltverträglichkeit. Ein Viertel der bislang bundesweit untersuchten 170 Betriebe kommt aus Thüringen. Die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft hat bereits 1997/98 repräsentativ für Thüringen eine landesweite Umweltverträglichkeitsanalyse durchgeführt. Sie kennzeichnet eindeutig das betriebliche Management als wesentliche Einflussgröße für die Umweltverträglichkeit.

Die Anwendung des Verfahrens ‚Kriterien umweltgerechter Landbewirtschaftung‘ (KUL) befähigt die Betriebe, ihre Umweltauswirkungen zu optimieren. Gleichzeitig reift dabei das Verfahren weiter. ‚Das sich so weiterentwickelnde Zeichen ‚Betrieb der umweltverträglichen Landbewirtschaftung‘ wird hoffentlich bald breites Interesse auch in anderen Bundesländern finden. Wir legen aber Wert darauf, dass, wie bei anderen Zertifizierungssystemen auch, die Freiwilligkeit erhalten bleibt‘, so Sklenar.

Links zum Thema Umweltpreise, Links zum Bundesland Thüringen.

EU will Mutterschafprämie ersetzen

Themen: Schafe — info @ 15:05

Brüssel (agrar.de) – Die Europäische Kommission will die Mutterschafprämie durch eine Pauschalbeihilfe in Höhe von 21 Euro (41,07 DM) ersetzen. Eine Abkopplung der Prämie von den Preisen beziehungsweise der Produktivität dürfte den Erzeugern gestatten, schneller auf Marktsignale zu reagieren und werde den Zielen der Welthandelsorganisation (WTO) gerecht.

‚Die neue Pauschalbeihilfe ist stabil, zuverlässig und viel einfacher zu berechnen‘, warb EU-Agrarkommissar Dr. Franz Fischler für seinen Vorschlag. Zugleich werde der Verwaltungsaufwand sowohl für die Landwirte als auch für die Behörden in den Mitgliedsstaaten erheblich verringert.

Milch produzierenden Schafhaltern will die Kommission künftig eine Prämie von 16,8 Euro (32,96 DM) gewähren; Erzeuger in benachteiligten Gebieten sollen zusätzlich eine Prämie von 7 Euro (13,70 DM) erhalten. Der Umfang der vorgeschlagenen Pauschalbeihilfe entspricht etwa dem durchschnittlichen Prämienniveau der Jahren 1993 bis 2000.

Links zum Thema Schafe und Förderung

Treibstoffe für die Landwirtschaft – aus der Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 13:05

Vereinbarung mit Traktorenherstellern zu Zukunftstreibstoffen

Berlin (agrar.de) – ‚Wir müssen Treibstoffe für die Landwirtschaft finden, die auf landwirtschaftlichen Rohstoffen basieren und die Landwirtschaft unabhängiger von den auch in Zukunft weiter steigenden Mineralölpreisen machen‘, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverbraucherministerium, Matthias Berninger, bei einem Gespräch mit Traktorenherstellern sowie dem Verband der Deutschen Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) in Berlin.

Gleichzeitig müssten diese Treibstoffe bessere Umwelteigenschaften als herkömmlicher Diesel aufweisen. Die hierfür notwendigen politischen Entscheidungen sollen laut Berninger in enger Abstimmung mit der Landtechnikindustrie erfolgen. Diskutiert wurde über Möglichkeiten eines verstärkten Einsatzes von biogenen Treibstoffen in der Landwirtschaft sowie über verschiedene Alternativen, um dieses Ziel zu erreichen, wie z.B. die Beimischung von Rapsmethylester (RME) zu fossilem Diesel, den Einsatz von reinem RME sowie von reinem Pflanzenöl.

In dem Gespräch wurde angeregt, im Bundesverbraucherministerium (BMVEL) einen Runden Tisch ‚Zukunftstreibstoffe für die Landwirtschaft‘ zu installieren, für den der VDMA Vertreter benennt. Ziel solle sein, Strategien für die Umstellung der Landwirtschaft auf biogene Treibstoffe sowie zur Einsparung von Treibstoffen zu entwickeln bzw. zu prüfen.

Die Landtechnikindustrie begrüßte die Initiative des Ministeriums. Damit könne die Landwirtschaft in ihrer angespannten Wettbewerbslage unterstützt und auf früheren Arbeiten der Industrie aufgebaut werden. Wichtig seien dauerhafte Perspektiven und sichere Rahmenbedingungen für den Einsatz biogener Treibstoffe.

Berninger zeigte sich erfreut über die Bereitschaft einiger Firmen, im Praxisversuch des BMVEL mit 100 Pflanzenölschleppern eng mit den Umrüstern zusammen zu arbeiten. Mit dem Versuch soll die Praxistauglichkeit von auf Pflanzenöltreibstoff umgestellten Traktoren nachgewiesen werden. Das Verbraucherministerium hat für diesen über drei Jahre laufenden Praxistest mehr als fünf Millionen Mark an Fördermitteln bewilligt. Die Ersten der im Rahmen dieses Versuchs geförderten Rapsöltraktoren werden noch im Mai dieses Jahres eingesetzt.

Links zum Thema Landtechnik und %url4%Energie%/%.

21. Mai 2001

VUP: Irreführendes Prüfsiegel nicht im Sinne des Verbraucherschutzes

Themen: Archiv — info @ 16:05

Gießen (agrar.de) – Als clevere Idee zur Kundenwerbung des privatwirtschaftlichen Unternehmens TÜV-Süddeutschland aber mit dem Resultat das auch eine erhebliche Irreführung des Verbrauchers herbeiführen kann, bewertet Sven Deeg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Verbandes Unabhängiger Prüflaboratorien (VUP) die Absicht, zukünftig ein Prüfzeichen ‚Lebensmittel TÜV geprüft‘ zu vergeben. (unsere Meldung)

Das bisher mit Kompetenz im technischen Bereich hervorgetretene privatwirtschaftliche Unternehmen TÜV suche jetzt auch im Markt der Lebensmittelüberwachung Fuß zu fassen. So präsentiere sich der TÜV Süddeutschland seit neuestem gemeinsam mit der TU München mit dem Unternehmen vitacert als ’neutrale Überwachungsstelle, die nach sichtbaren und sachkundigen Kontrollen für Klarheit und Transparenz in den Lebensmittelregalen sorgt‘. Das dafür entwickelte Prüfzeichen erhalte nur, was die Prüfkriterien erfülle.

‚Welche Prüfkriterien? Von wem definiert?‘ fragt sich Ulrich Kutscher, stellvertretender Vorsitzender des Bundesfachausschusses ‚Lebensmittel und Bedarfsgegenstände‘ des VUP, dem rund 75 Prozent der in Deutschland niedergelassenen, akkreditierten bzw. staatlich anerkannten privaten Lebensmittellaboratorien angehören. Das Vorhaben des TÜV Süddeutschland beziehe sich im wesentlichen auf Maßnahmen die längst gemäß Lebensmittelhygieneverordnung, EU Zertifizierungen und DIN ISO 9000 ff Inhalte geregelt seien. Die Rückverfolgbarkeit von Rindfleisch sei z.B. über das Rindfleischetikettierungsgesetz gegeben. In Deutschland sei bereits jedes Stück Rindfleisch mit Geburt-, Mast-, Schlacht- und Zerlegeort zu kennzeichnen. Die Kontrollen dafür können akkreditierten Kontrollstellen übertragen werden. Genetische Identifizierungen seien dafür nicht notwendig.

Die Ansetzung eines weiteren administrativen Elements könne daher nur als Marketing des TÜV interpretiert werden und bedeuten für den Verbraucherschutz einen Rückschritt. Insgesamt zeige sich der TÜV hier als Trittbrettfahrer, der bestehende Verbraucherängste unnötig verstärke, um damit – ohne nachgewiesene Kompetenz in der Sache – kräftig abzukassieren, so das Echo bei den akkreditierten Lebensmittellaboratorien.

Entscheidend sei, welche Prüfungen nach wessen Vorgaben sachkundig, kompetent, qualitätsgerecht und mit der gebotenen Unabhängigkeit durchgeführt würden, kommentiert Kutscher die TÜV-Aktion kritisch. Zu den Prüfverfahren, vor allem aber auch zum Qualitätsmanagement und zur Kompetenz der eingebundenen Untersuchungslaboratorien ließen die bisherigen Darstellung des bayerischen Technikerunternehmens in Pressemitteilungen und im Internet konkrete Aussagen vermissen.

‚Vitacert untersucht im Auftrag des Herstellers, der für diese Leistungen bezahlt‘, so Dr. Jochen P. Zoller, Geschäftsführer der vitacert auf Anfragen des VUP. Ein Produzent der ein Lebensmittel zertifizieren wolle, gebe dem TÜV die zu überprüfenden Eigenschaften entsprechend seiner Qualitäts-aussagen vor. Der TÜV entwickle daraufhin für die Produktgruppe ein Lasten- und Pflichtenheft, das die Grundlage der Prüfung bildet. Daher könne man zum jetzigen Zeitpunkt auch noch keine konkrete Angaben zu den Prüfverfahren erwarten, ergänzt und bestätigt der TÜV.

Die Kriterien des Gütesiegels werden von Auftragslaboratorien des TÜV nach dessen Vorgaben überprüft ‚um vorhandene Produktionsketten nicht zu unterbrechen‘. Bei diesen Laboratorien stelle der TÜV nach eigenen Angaben jedoch keine Bedingungen an ein nach internationalen Normen akkreditiertes Qualitätsmanagement, wie es in der Lebensmittelkontrolle üblich und in vielen Bereichen gesetzlich vorgeschrieben ist, musste der VUP erfahren. Der TÜV Süddeutschland selbst sowie sein Partner, die TU München, besitzen hier bisher weder in den gesetzlich geregelten noch anderen Bereichen eine offizielle Akkreditierung als Lebensmittelkontrolleure. Dieses lässt in der Branche der Prüflaboratorien die Kompetenz des Münchener Überwachungsvereins in erheblichem Maße als fragwürdig erscheinen.

Es sei nach Auffassung des Prüflaborverbandes aber gerade die Stärke der akkreditierten Lebensmittellaboratorien, aus den Tagesergebnissen heraus zu reagieren und damit Waren nach der Produktion zu beurteilen bevor sie gegessen werden. Dahinter stünden langwierige und aufgesetzte Kontrollsysteme, wie das hier vom TÜV geplante, weit zurück.

Thalheim: Keine einseitigen Maßnahmen zu Lasten der neuen Länder

Themen: Archiv — info @ 15:05

Bonn (agrar.de) – ‚Bei der Modulation der Direktzahlungen an die Landwirte wird es keine Regelungen geben, die einseitig zu Lasten der neuen Länder gehen‘, sagte der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesverbraucherministerin, Dr. Gerald Thalheim, anlässlich eines agrarpolitischen Forums am Donnerstag in Leipzig-Markkleeberg.

Es gelte, die nationalen Spielräume bei der Förderung im Rahmen der Agenda 2000 stärker zu nutzen. ‚Wir wollen mit den Mitteln, die bei den Direktzahlungen eingespart werden können, den ländlichen Raum fördern. Dazu gehören Agrarumweltmaßnahmen und eine noch bessere Förderung des ökologischen Landbaus. Die Mittel sollen in den Ländern bleiben‘, so der Staatssekretär.

Ein wichtiger Baustein bei der Agrarwende sei auch die Gemeinschaftsaufgabe ‚Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes‘. Hier werde die Investitionsförderung auf artgerechte und flächengebundene Tierhaltung ausgerichtet.

Die notwendige Agrarwende müsse auch zu Konsequenzen für die Agrarpolitik der Europäischen Union führen. So seien die Brüsseler Vorschläge zu begrüßen, die Rinderprämien weiter von der Erzeugung zu entkoppeln und mittelfristig zu einem weniger produktionsbezogenen Prämiensystem – beispielsweise als Grünlandprämie – überzugehen. ‚So kommen wir weg dem unsinnigen Kreislauf zuerst die Produktion zu prämieren und dann die Überschüsse mit teuren Beihilfen zu exportieren oder gar zu vernichten‘, betonte Thalheim. Die Bundesregierung sei auch damit einverstanden, den Besatzdichtefaktor von 2,0 auf 1,8 Großvieheinheiten je Hektar herabzusetzen. So werde die Rinderhaltung noch umweltverträglicher.

Abzulehnen sei dagegen eine 90-Tier-Obergrenze bei Prämien für männliche Rinder. Dazu sagte der Staatssekretär: ‚Entscheidend für die Umweltverträglichkeit der Rinderhaltung ist nicht die Herdengröße, sondern das Verhältnis von Tieren und Fläche.‘ Auch der Kommissionsvorschlag, einzelbetriebliche Prämienplafonds für männliche Rinder einzuführen, weise nicht in die Zukunft. Ein völlig falsches Signal sei die vorübergehende Aufhebung der maximalen Interventionsmenge.

Links zu den Bundesländern.

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