30. Mai 2001

ZDS-Resolution: Tierschutz in der Tierzucht

Themen: Archiv — info @ 12:05

Bonn (agrar.de) – Die Zuchtorganisationen des Zentralverbandes der Deutschen Schweineproduktion (ZDS) berücksichtigen seit langem den Tierschutz in der Tierzucht. Beispiele sind die Selektion gegen Streßempfindlichkeit genauso wie die Erfassung von Skelettschäden und sonstigen Konstitutionsmängeln.

Auf der Mitgliederversammlung des ZDS in Münster-Handorf am 15.05.2001 wurde eine Resolution zum ‚Tierschutz in der Tierzucht‘ verabschiedet, um diese Selbstverpflichtung zu dokumentieren. Die Zuchtorganisationen im ZDS verpflichten sich darin, ihre Strategie und die konkreten Maßnahmen zur Wahrung des Tierschutzes künftig in den Zuchtbüchern bzw. Zuchtprogrammen klar und nachprüfbar zu dokumentieren.

Resolution des Zentralverbandes der Deutschen Schweineproduktion zum ‚Tierschutz in der Tierzucht‘

Nach § 1 des Tierschutzgesetzes ist es verboten, einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen. Dieses sollte eine Selbstverständlichkeit für jeden Tierhalter sein und ist Bestandteil der guten fachlichen Praxis in der Schweinehaltung.

Nach § 11 b) des Tierschutzgesetzes ist es darüber hinaus verboten, Wirbeltiere zu züchten, wenn damit gerechnet werden muss, dass bei den Nachkommen

– mit Leiden verbundene erblich bedingte Verhaltensstörungen oder Aggressionssteigerungen auftreten oder

– jeder artgemäße Kontakt mit Artgenossen zu Schmerzen oder vermeidbaren Leiden oder Schäden führt oder

– deren Haltung nur unter Bedingungen möglich ist, die bei ihnen zu Schmerzen oder vermeidbaren Leiden oder Schäden führen.

Diese Bestimmung gab den Anlass, mit der Erstellung eines Gutachtens Regelungsbedarf für den Bereich der Heimtierzucht deutlich zu machen.

Auch die landwirtschaftliche Nutztierzucht ist entsprechend überprüft worden. Für den Bereich der Schweinezucht wurde hierbei deutlich, dass Tierschutzaspekte bereits seit langem erfolgreich in der Zuchtarbeit Berücksichtigung finden. Das gilt für die Selektion gegen Stressempfindlichkeit genauso wie für die Erfassung von Skelettschäden und sonstigen Konstitutionsmängeln. Darüber hinaus erfolgt z.Z. auf Initiative der deutschen Schweinezucht eine groß angelegte wissenschaftliche Untersuchung der Erblichkeit von Anomalien wie Afterlosigkeit, Gesäugeschäden, Spreizbeinigkeit sowie Leisten- und Hodenbrüche.

Vor dem Hintergrund der anhaltenden öffentlichen Diskussion über die Wahrung des Tierschutzes in der Tierzucht sehen sich die Zuchtorganisationen im Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion (ZDS) veranlasst, ihre Strategie und die konkreten Maßnahmen zur Wahrung des Tierschutzes in der Züchtung künftig in den Zuchtbüchern bzw. Zuchtprogrammen klar und nachprüfbar zu dokumentieren. Auf der Grundlage einer entsprechenden Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Züchtungskunde (DGfZ) verpflichten sich die Zuchtorganisationen u.a. zu folgenden Maßnahmen:

– Benennung der Zuchtpopulation, in der konkrete Maßnahmen erforderlich sind.

– Festlegung der durchzuführenden züchterischen Maßnahmen.

– Dokumentation der Ergebnisse

Der ZDS unterstützt diese Initiative der Zuchtorganisationen.

Information: Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion e.V. (ZDS), Adenauerallee 174; 53113 Bonn, Tel.: 0228-91447-40; Fax 028-91447-45, E-Mail

Links zum Thema %url2%Schweine%/%.




   (c)1997-2017 @grar.de