31. Mai 2001

Hintergrund: Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ)

Themen: Archiv — info @ 15:05

Berlin (agrar.de) – Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit betreute die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) im Jahre 2000 unter anderem 98 von insgesamt 167 Projekten des Publik Privat Partnerchip-Programms (PPP), die im Jahr 2000 neu aufgelegt wurden. Damit zeichnet die GTZ für 66 Prozent oder 30,6 Millionen DM des Gesamtumfangs der PPP verantwortlich. Dies erklärte die Regierung in der Antwort (14/6094) auf eine Kleine Anfrage der PDS zur Arbeit der GTZ.

Im Weiteren führt die Regierung aus, die Auswahl von deutschen Partnern für die Projekte und Programme im Rahmen von sogenannten Kooperationsvorhaben werde üblicherweise während der Projektvorbereitungsphase festgelegt und im Auftrag zwischen BMZ und GTZ vereinbart.

Vor Ort erfolge die Auswahl von Projekten und Programmen im Rahmen der Schwerpunktsetzung durch das BMZ in Absprache mit der Partnerregierung und den Vorfeldorganisationen. Hier über die GTZ wie die übrigen Vorfeldorganisationen auch eine Beratungsfunktion in fachlich-technischer Hinsicht aus. Neue EZ-Projekte werden von den Partnerregierungen über die jeweilige Botschaft und das Auswärtige Amt beim BMZ beantragt. Dabei werde auch eine Partnerorganisation für das Vorhaben benannt.

Wenn das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung den Projektantrag für prüfenswert halte, werde der GTZ ein Auftrag zur Prüfung erteilt, wobei auch der Frage nachgegangen wird, welche Organisationen vor Ort die am besten geeigneten Partner für die Durchführung wären. Ergebnis der Prüfung ist ein Angebot zur Durchführung, in dem die GTZ dem BMZ einen Vorschlag für die Projektimplementierung und die Auswahl der Partnerorganisationen macht, der dann bereits mit den relevanten Institutionen im Partnerland abgesprochen ist.

Der Anteil der von der GTZ abgerufenen Mittel aus dem BMZ-Etat, dem sogenannten Einzelplan 23 stieg von einer knappen Million im Jahr 1985 und damit einem Anteil von 14,75 Prozent auf 1,5 Millionen und damit 20,35 Prozent im Jahr 2000.

Links zum Thema Technische Zusammenarbeit.

Niedersachsen: Neuauflage von „Agri 21“

Themen: Archiv — info @ 14:05

Hannover (agrar.de) – 120.000 Besucher haben die Ausstellung ‚Agri 21 – Landwirtschaft für Kopf und Sinne‘ am Rande der Weltausstellung Expo 2000 erlebt. Landwirtschaft zum Riechen, Schmecken, Sehen und Staunen, lautete das Motto damals und so soll es auch in diesem Jahr wieder sein.

Vorgesehen sind nach Informationen des niedersächsichen Landvolkes drei regionale Agri 21-Ausstellungen, und zwar in Echem bei Lüneburg vom 9. bis 12. Juni zum Thema ‚Milchviehhaltung und Milcherzeugung‘. In Rockstedt bei Zeven lautet vom 20. bis 24. Juni das Thema ‚Vom Futter zum Fleisch‘ und in Hofschwicheldt bei Peine geht es vom 13. bis 16. September um ‚Die süße Rübe‘. Der Startschuss fällt mit Kuhexpress, Dorffest und Milchfete am 9. Juni um 13 Uhr in der Lehr- und Versuchsanstalt für Tierhaltung der Landwirtschaftskammer Hannover in Echem.

Weitere Veranstaltungen rund um die Landwirtschaft und Ernährung sind geplant. So erlebt die niedersächsische Meisterschaft im Erntekronenbinden, die im vergangenen Jahr ein Publikumsrenner war, im September eine Neuauflage. Die besonderen Angebote an Schulklassen sind die ‚Grünen Klassenzimmer‘. Dabei lernen die Schülerinnen und Schüler mit kundigen Führern die ‚Produktlinien‘ landwirtschaftlicher Produkte vom Rohstoff auf dem Feld bis zum fertigen Lebensmittel kennen. An vielen Stationen können sie dabei selbst aktiv werden, zum Beispiel beim Zuckerkochen oder Popcornbraten.

Ziel der Veranstaltungen ist es, den Besuchern die nachhaltige und zukunftsfähige Landwirtschaft auf unterhaltsame, spielerische und dennoch informative Weise zu vermitteln.

Was sonst noch los ist in den jeweiligen Regionalveranstaltungen wird in den regionalen Medien rechzeitig veröffentlicht, außerdem gibt es zu jeder Veranstaltung rechtzeitig ausführliche Programmhefte. Ausführliche Informationen zu den Grünen Klassenzimmern können bei der Landwirtschaftskammer Hannover, Projektleitung Agri 21, Tel.: 0511-3665-296 oder –306 angefordert werden.

Schweinepreise per SMS

Themen: Archiv — info @ 13:05

Oldenburg (agrar.de) – Die Landwirtschaftskammer Weser-Ems bietet ab dem 01.06.2001 allen Interessenten einen neuen SMS-Marktservice an: Damit erhalten alle Landwirte und Marktbeteiligte unmittelbar nach Erscheinen der wichtigsten Notierungen im Schweinebereich die Möglichkeit, sich unabhängig von ihrem Arbeitsplatz über den Schweinemarkt zu informieren.

Teilnehmer an diesem Service erhalten per SMS sofort aus 1. Hand, unmittelbar nach der Preisfeststellung montags und donnerstags, folgende marktrelevanten Daten auf ihr Handy. Der Service besteht aus vier wöchentlichen Meldungen:

1. Ferkelpreisnotierung Weser-Ems montags ab 10.00 Uhr 2. Nordwest-Preis montags ab 11.00 Uhr 3. Ferkelpreistrendmeldung Weser-Ems montags ab 14.30 Uhr 4. Nordwest-Preis donnerstags ab 11.45 Uhr

Darüber hinaus werden nach Bedarf zusätzlich marktrelevante Daten versandt.

Für den Service wird eine Gebühr von 60,00 DM/Quartal erhoben. Weitere Informationen erhalten Sie der Landwirtschaftskammer Weser-Ems, Mars-la-Tour-Straße 1-13, 26121 Oldenburg, Tel.: 0441-801-311.

Links zum Thema Schweine, Links zum Thema Marktinformationen.

30. Mai 2001

Regierung: Besonders umweltfreundliche Landbewirtschaftung stärken

Themen: Archiv — info @ 16:05

Berlin (agrar.de) – Mit Mitteln der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe ‚Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes‘ (GAK) sollen im Zeitraum von 2001 bis 2004 eine nachhaltige, besonders umweltfreundliche Landbewirtschaftung sowie die Erhaltung einer vielfältigen, artenreichen Kulturlandschaft verstärkt unterstützt werden.

Wie aus dem Bericht der Bundesregierung über die künftige Gestaltung der GAK im Rahmenplan 2001 bis 2004 (14/5900) weiter hervorgeht, wird insbesondere die Förderung der Einführung ökologischer Anbauverfahren, die den Kriterien der Nachhaltigkeit in besonderer Weise gerecht werden, finanziell attraktiver gestaltet.

Beim Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP) ist nach Regierungsangaben aufgrund der seit dem Jahr 2000 bestehenden neuen Förderungsgrundlage eine erhebliche Vereinfachung und Flexibilisierung eingetreten. So werde beispielsweise nicht mehr nach Haupt- und Nebenerwerbslandwirten sowie benachteiligten und nicht benachteiligten Gebieten unterschieden, keine Angabe zum Referenzeinkommen mehr verlangt und an Stelle des aufwendigen Betriebsverbesserungsplanes ein Investitionskonzept für den Betrieb erstellt. Bei kleineren Investitionen bis zu 200.000 DM könne ein mit vereinfachten Vorschriften verbundener Agrarkredit in Anspruch genommen werden. Für größere Investitionen von 200.000 DM bis zu 2,5 Millionen DM stehe die Kombinierte Investitionsförderung zur Verfügung, bei der höhere Anforderungen gelten.

Mit einem Sonderprogramm Energieeinsparung in den Jahren 2001 und 2002 können dem Bericht zufolge außerdem Investitionen in diesem Bereich verstärkt und mit günstigeren Konditionen gefördert werden. Hierunter fielen der Neubau energiesparender Gewächshäuser, Wärme- und Kältedämmungsmaßnahmen, Wärmepumpen, Solaranlagen, Biomasseanlagen oder Biomasseverfeuerung, Steuer- und Regeltechnik sowie die Umstellung der Heizanlagen auf umweltverträgliche Energieträger.

Darüber hinaus sieht der Rahmenplan zur Erleichterung der erstmaligen Niederlassung von Junglandwirten eine Niederlassungsprämie in Höhe von bis zu 23.500 DM vor. Hierzu müssten Investitionen von mindestens 100.000 DM getätigt und die Zuwendungsvoraussetzungen der Kombinierten Investitionsförderung erfüllt werden.

Links zum Thema Agrarpolitik.

Schleswig-Holstein: Gentechnisch verunreinigtes Maissaatgut soll untergepflügt werden

Themen: Archiv — info @ 15:05

Kiel (agrar.de) – Der in Schleswig-Holstein ausgesäte gentechnisch verunreinigte Mais einer Partie der Sorte Janna muss vernichtet werden. Sieben Landwirte haben bereits eine entsprechende Anordnung erhalten, eine achte folgt voraussichtlich am Freitag. Umweltminister Klaus Müller berichtete heute im Landtag, dass die Landwirte damit vor Ablauf der Prämienfrist am 31. Mai die neue Saat in die Erde bringen können.

Die festgestellte Verunreinigung mit GA 21 einer Arsenal-Partie aus Chile konnte bei fünf weiteren Proben nicht bestätigt werden. Auf Grund dieser Ergebnisse wird keine entsprechende Anordnung für die Arsenal-Partie herausgegeben.

Der Umweltminister begrüßte, dass die betroffenen Saatgutunternehmen in Absprache mit den Zwischenhändlern kurzfristig Rückrufaktionen eingeleitet und damit das Ausbringen des Saatgutes durch die Landwirte reduziert hatten. Leider sei es nicht gelungen, die Saatgutunternehmen davon zu überzeugen, die entstandenen finanziellen Verluste auf freiwilliger Basis zu entschädigen.

Müller appellierte erneut an die Saatgutbranche, alles zu unternehmen, um die Verunreinigung von Saatgut mit gentechnischen Veränderungen zu verhindern und dies bei Importen möglichst mit eigenständig Untersuchungen zu gewährleisten. Bei der Einfuhr sei das Gentechnikrecht zu beachten. Der Umweltminister wiederholte seine Forderungen nach einer fundierten Technikfolgenabschätzung.

Links zum Thema Saatgut und Züchter, Links zum Bundesland Schleswig-Holstein.

WLV zum Vermittlungsverfahren bei UVP- und IVU-Artikelgesetz

Themen: Archiv — info @ 13:05

Münster (agrar.de) – Die zentralen Anliegen der Landwirtschaft zu Tierhaltungsanlagen müssen im Vermittlungsverfahren zwischen Bundestag und Bundesrat zum Entwurf eines Gesetzes zur Umsetzung der UVP-Änderungsrichtlinie und der IVU-Richtlinie der EU berücksichtigt werden. Darum hat der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), Franz-Josef Möllers, in einem Schreiben an NRW-Finanzminister Peer Steinbrück und die westfälisch-lippischen Mitglieder des Vermittlungsausschusses gebeten.

Die Richtlinien beinhalten Regelungen zu Umweltverträglichkeitsprüfungen und zur Vermeidung von Umweltverschmutzungen. Hintergrund ist das vom Bundesrat in seiner Sitzung vom 11. Mai eingeleitete Vermittlungsverfahren. Auf Antrag des Landes Niedersachsen wurde die Einberufung auf Grund von vier Themenkomplexen verlangt, worunter sich aber keine Aussagen über Tierhaltungsanlagen in der Landwirtschaft befinden.

Im April dieses Jahres habe der Bundestag unter drastischer Verschärfung des Gesetzentwurfes der Bundesregierung ein Artikelgesetz zur Umsetzung u.a. der UVP-Änderungsrichtlinie und der IVU-Richtlinie der EU beschlossen, das in dieser Form den schärfsten Widerspruch der Landwirtschaft findet, so Präsident Möllers in seinem Schreiben. Während der Bundestag zu Recht darauf geachtet habe, dass für Industrie und Gewerbe gegenüber den umzusetzenden EU-Richtlinien keine Verschärfungen vorgenommen werden, sei dieses völlig unverständlich für den Bereich der Landwirtschaft geschehen. Hierdurch drohten dem Agrarsektor, der im starken Wettbewerb zu den EU-Partnerstaaten, insbesondere zu den benachbarten Niederlanden steht – nicht zu verantwortende Nachteile. Würde das Gesetz in dieser Form in Kraft treten, träfe dieses die im Vergleich kleinstrukturierte Landwirtschaft in Nordrhein-Westfalen ganz außerordentlich, so Möllers.

Von zentraler Bedeutung sei hierbei die im Bundestag beschlossene allgemeine Vorprüfung von Betrieben mit mehr als 50 Großvieheinheiten und mehr als 2 Großvieheinheiten je Hektar der genutzten Fläche. ‚Dass selbst kleine bäuerliche Familienbetriebe damit einer Vorprüfung zur Umweltverträglichkeitsprüfung unterworfen werden sollen, ist nicht akzeptabel, zumal die Umweltverträglichkeitsprüfung im gewerblichen Bereich weitgehend nur industrielle Betriebe erfasst‘, so Möllers wörtlich. Es dürfe nicht dazu kommen, dass in Nordrhein-Westfalen selbst kleine, flächenarme Bauernhöfe aufwendigen Prüfungen unterzogen würden, obwohl in den neuen Bundesländern Betriebe mit fünffacher Viehzahl nicht betroffen sind.

Der Vermittlungsausschuss wird am 20. Juni zu einer ersten Sitzung zusammentreten. Angestrebt wird der Abschluss des Vermittlungsverfahrens vor der Sommerpause.

ZDS-Resolution: Tierschutz in der Tierzucht

Themen: Archiv — info @ 12:05

Bonn (agrar.de) – Die Zuchtorganisationen des Zentralverbandes der Deutschen Schweineproduktion (ZDS) berücksichtigen seit langem den Tierschutz in der Tierzucht. Beispiele sind die Selektion gegen Streßempfindlichkeit genauso wie die Erfassung von Skelettschäden und sonstigen Konstitutionsmängeln.

Auf der Mitgliederversammlung des ZDS in Münster-Handorf am 15.05.2001 wurde eine Resolution zum ‚Tierschutz in der Tierzucht‘ verabschiedet, um diese Selbstverpflichtung zu dokumentieren. Die Zuchtorganisationen im ZDS verpflichten sich darin, ihre Strategie und die konkreten Maßnahmen zur Wahrung des Tierschutzes künftig in den Zuchtbüchern bzw. Zuchtprogrammen klar und nachprüfbar zu dokumentieren.

Resolution des Zentralverbandes der Deutschen Schweineproduktion zum ‚Tierschutz in der Tierzucht‘

Nach § 1 des Tierschutzgesetzes ist es verboten, einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen. Dieses sollte eine Selbstverständlichkeit für jeden Tierhalter sein und ist Bestandteil der guten fachlichen Praxis in der Schweinehaltung.

Nach § 11 b) des Tierschutzgesetzes ist es darüber hinaus verboten, Wirbeltiere zu züchten, wenn damit gerechnet werden muss, dass bei den Nachkommen

– mit Leiden verbundene erblich bedingte Verhaltensstörungen oder Aggressionssteigerungen auftreten oder

– jeder artgemäße Kontakt mit Artgenossen zu Schmerzen oder vermeidbaren Leiden oder Schäden führt oder

– deren Haltung nur unter Bedingungen möglich ist, die bei ihnen zu Schmerzen oder vermeidbaren Leiden oder Schäden führen.

Diese Bestimmung gab den Anlass, mit der Erstellung eines Gutachtens Regelungsbedarf für den Bereich der Heimtierzucht deutlich zu machen.

Auch die landwirtschaftliche Nutztierzucht ist entsprechend überprüft worden. Für den Bereich der Schweinezucht wurde hierbei deutlich, dass Tierschutzaspekte bereits seit langem erfolgreich in der Zuchtarbeit Berücksichtigung finden. Das gilt für die Selektion gegen Stressempfindlichkeit genauso wie für die Erfassung von Skelettschäden und sonstigen Konstitutionsmängeln. Darüber hinaus erfolgt z.Z. auf Initiative der deutschen Schweinezucht eine groß angelegte wissenschaftliche Untersuchung der Erblichkeit von Anomalien wie Afterlosigkeit, Gesäugeschäden, Spreizbeinigkeit sowie Leisten- und Hodenbrüche.

Vor dem Hintergrund der anhaltenden öffentlichen Diskussion über die Wahrung des Tierschutzes in der Tierzucht sehen sich die Zuchtorganisationen im Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion (ZDS) veranlasst, ihre Strategie und die konkreten Maßnahmen zur Wahrung des Tierschutzes in der Züchtung künftig in den Zuchtbüchern bzw. Zuchtprogrammen klar und nachprüfbar zu dokumentieren. Auf der Grundlage einer entsprechenden Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Züchtungskunde (DGfZ) verpflichten sich die Zuchtorganisationen u.a. zu folgenden Maßnahmen:

– Benennung der Zuchtpopulation, in der konkrete Maßnahmen erforderlich sind.

– Festlegung der durchzuführenden züchterischen Maßnahmen.

– Dokumentation der Ergebnisse

Der ZDS unterstützt diese Initiative der Zuchtorganisationen.

Information: Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion e.V. (ZDS), Adenauerallee 174; 53113 Bonn, Tel.: 0228-91447-40; Fax 028-91447-45, E-Mail

Links zum Thema %url2%Schweine%/%.

Saatgut in Bayern Gentechnik-frei

Themen: Archiv — info @ 12:05

München (agrar.de) – Bei umfangreichen Saatgutkontrollen des Landesamtes für Umweltschutz in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftsverwaltung konnte in keiner von 71 in Bayern erfassten Proben gentechnisch verändertes Material nachgewiesen werden. Untersucht wurden Saatgutimporte von Mais, Sojabohne, Raps und Zuckerrübe aus Ländern, in denen schon in größerem Umfang gentechnisch veränderte Sorten angebaut werden.

Das Ministerium resümiert aus seinen Saatgutuntersuchungen, dass die Saatguterzeuger gute Arbeit geleistet und der bayerischen Landwirtschaft sortenreines Material geliefert haben.

Gentechnisch veränderte Kulturpflanzen werden weltweit inzwischen auf über 40 Mio. Hektar angebaut. Durch mangelnde Trennung in Produktion und Vermarktung, durch unbeabsichtigtes Einkreuzen oder Beimischen gelangt gentechnisch verändertes Material in herkömmliche Sorten. Zuletzt war in Schlesig-Holstein verunreinigtes Saatgut festgestellt worden. Der Saatgutkontrolle kommt daher immer mehr Bedeutung zu.

Links zum Thema Saatgut und Züchter, Links zum Bundesland Bayern.

Öko-Siegel: Flath gegen neues Logo

Themen: Archiv — info @ 10:05

Minister für Nutzung des bestehenden Öko-Prüfzeichens

Dresden (agrar.de) – Sachsens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath lehnt die Entwicklung eines neuen Logos für das angekündigte staatliche Öko-Zeichen ab. Er empfahl Bundesverbraucherministerin Künast, das bereits am Markt eingeführte Öko-Prüfzeichen als staatliches Öko-Siegel zu nutzen. Ein zusätzliches Zeichen würde nur zur Verwirrung der Verbraucher führen. Außerdem könne es ein bis zwei Jahre dauern, bis ausreichender Patentschutz besteht. Dadurch werde die dringend benötigte einheitliche Öko-Kennzeichnung weiter verzögert. Flath bezeichnete es als Ironie des Schicksals, wenn das vor über einem Jahr mit großem Aufwand eingeführte Öko-Prüfzeichen (ÖPZ) ausgerechnet von einer Grünen-Ministerin begraben würde.

Das Zeichen stehe kurz vor dem Durchbruch, so Flath. Das ÖPZ würde bereits von über 80 Unternehmen für mehr als 1.400 Produkte genutzt. Die Weiterverwendung wäre auch ein Signal der Verlässlichkeit an die Unternehmen und könnte die Verbände der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AGÖL) wieder ins Boot holen. Flath begrüßte es jedoch, dass es eine Entscheidung für ein staatliches Öko-Siegel und für einen Kontrollstandard gegeben habe. Auf diesem Wege sei eine verbraucherfreundliche einheitliche Kennzeichnung aller Öko-Waren möglich.

Links zum Thema Bio-Landbau

Greenpeace und Misereor: Keine Patente für Bio-Piraten

Themen: Archiv — info @ 09:05

Berlin (agrar.de) – Die Umweltschutzorganisation Greenpeace und das Hilfswerk Misereor gehen gemeinsam gegen ein umfassendes Mais-Patent des Konzerns DuPont vor.

Der Chemiekonzern und weltweit größte Saatgutanbieter sichert sich mit dem Patent ein Monopol, ohne dass die Herkunftsländer der Pflanze, wie z.B. Mexiko, um Zustimmung gefragt wurden. Bevor die Einspruchsfrist am Europäischen Patentamt (%url5%EPA%/%) in München am 30. Mai 2001 endet, legten die beiden Organisationen am Dienstag, den 29. Mai 2001 Einspruch ein gegen diesen Fall von Bio-Piraterie.

Das Patent EP 744888, das das EPA am 30. August 2000 erteilte, umfasst alle Maispflanzen, die einen bestimmten Anteil Öl- und Ölsäure überschreiten. Es handelt sich in diesem Fall nicht um eine gentechnische Manipulation, sondern um den natürlichen Ölgehalt. DuPont hat mit dem Patent auch das Recht erhalten, über die gesamte Produktkette einer der wichtigsten Nutzpflanzen der Erde zu bestimmen, über Futter- und Lebensmittel, die den Mais enthalten, sowie deren Verwendung.

‚Sollte das Patent in dieser Form aufrecht erhalten werden, ist dies ein Fall von Bio-Piraterie‘, sagt Dr. Martin Bröckelmann-Simon, Misereor-Geschäftsführer. ‚Bauern weltweit können dies durch Lizenzgebühren und den Verlust von Vermarktungsrechten zu spüren bekommen. Ein solches Patent missachtet auch die kulturelle Bedeutung von Mais in den Traditionen der lateinamerikanischen Völker.‘

‚Verkehrte Welt – bisher war das Kulturgut und Lebensmittel Mais allgemein verfügbar. Jetzt gerät es durch ein Patent unter die Verfügungsgewalt eines Konzerns“, urteilt Brigitte Behrens, Geschäftsführerin von Greenpeace. „Genauso kann jemand behaupten, das Rad neu erfunden zu haben, und Rechte beanspruchen an allen Fortbewegungsmitteln, vom Rollschuh bis zum Auto.‘

Nach Recherchen von Greenpeace und Misereor werden Maissorten mit hohen Öl- und Ölsäure-Anteilen, wie sie sich DuPont patentieren ließ, schon lange in Mittel- und Südamerika kultiviert und genutzt. Dort spielen sie eine wichtige Rolle für die Wirtschaft und die Ernährung der Bevölkerung. Somit beruht das Patent von DuPont auf einer gezielten Ausnutzung der biologischen Vielfalt und kulturellen Leistung anderer.

‚Unser Einspruch kann zwar das Mais-Patent kippen‘, schätzt Behrens. ‚Aber jetzt kommt es darauf an, dass die Bundestagsabgeordneten Patente auf Leben grundsätzlich verbieten.‘

Dass eine Grundsatzentscheidung erforderlich ist belegt auch ein weiterer aktueller Fall: sieben amerikanische und vier japanische Firmen bemühen sich zurzeit um Patente auf die Pflanze Ashwagandha (withania somnifera). Sie enthält biologisch aktive Substanzen mit sterolähnlichen Strukturen (Withanolide). Die Ashwagandha oder Winterkirsche ist ein Nachtschattengewächs und stammt aus den trockeneren Gebieten Indiens, Pakistans und Sri Lankas. Seine Wurzel wird in der ayurvedischen Medizin als Adaptogen genutzt, ähnlich dem Ginseng in China.

Im Juni berät der Bundestag voraussichtlich über die Patent-Richtlinie der EU. Die umstrittene Richtlinie ermöglicht u.a. die Patentierung von Pflanzen, Tieren und Genen. Misereor und Greenpeace lehnen dies ab. Sie fordern Bundesregierung und Bundestag auf, die Richtlinie in ihrer jetzigen Form nicht in deutsches Recht zu übernehmen, sondern sich für Neuverhandlungen in Brüssel einzusetzen.

Links zum Thema %url4%Saatgut und Züchter%/%.

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