20. April 2001

Schleswig-Holstein strebt schnellen und effektiven Ausbau der Öko-Vermarktung an

Themen: Archiv — info @ 14:04

Kiel (agrar.de) – Der ökologische Landbau liegt auf EU-, Bundes- und Landesebene im Trend. Das Verbraucherinteresse an ökologisch produzierten Produkten ist – ausgelöst durch die BSE-Krise – deutlich gestiegen. Auch wegen des ungebrochenen Öko-Booms in den Nachbarstaaten und zunehmenden Importen sollten die ökologisch produzierenden Betriebe ihre Vermarktungswege jetzt schnell und effektiv ausbauen. Das teilte das Ministerium für ländliche Räume, Landesplanung, Landwirtschaft und Tourismus mit.

Das Ministerium forderte Landwirte, Schlachtbetriebe und die Ernährungswirtschaft auf, die neue Verbraucherpolitik mitzugestalten. Die Landesregierung wird ihren Teil tun und die Gemeinschaftsaufgabe ‚Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes‘ öffnen für ökologischen Landbau und die Vermarktung ökologischer Produkte.

Ziel der Landesregierung ist es, die ökologisch bewirtschafteten Flächen – ohne Prozentfalle – erheblich zu steigern. Schleswig-Holstein wird der Bundesverbraucherministerin Künast folgen, die eine Erhöhung der Umstellungsförderung in den ersten zwei Jahren auf 550 Mark anstrebt. Dass allein die Verbraucherinnen und Verbraucher letztlich bestimmen, wie viel Ökolandbau gewünscht wird, zeigt das Beispiel Baby-Nahrung. In diesem Segment entscheiden sich 90 Prozent der Mütter und Väter für ökologisch produzierte Nahrung. Das macht deutlich, wie Öko-Produkte neben der Direktvermarktung oder dem Verkauf in Bioläden auch eine breite Kundschaft in den Supermärkten erreichen können.

1998 war in Schleswig-Holstein als einzigem Bundesland versucht worden, mit einem Öko-Vermarktungsfonds (ÖVF) die Vermarktung ökologischer Produkte voranzutreiben. Der ÖVF war gespeist worden aus der Beibehaltungsforderung der Landwirtschaft und hat nicht zum erwarteten Erfolg geführt, daher soll der Öko-Vermarktungsfonds aufgelöst werden. Das Ministerium für ländliche Räume wird in naher Zukunft ein Konzept für eine bessere Vermarktung und Produktion ökologischer Produkte vorlegen, das gemeinsam mit den Verbänden und Unternehmern, wie etwa ‚Biofrost‘ erarbeitet wird.

Die Landesregierung wird sich außerdem dafür stark machen, die Tier- und Flächenprämien an Agrarumweltauflagen zu verknüpfen. Dabei soll die Förderung von Agrarinvestitionen künftig an artgerechte Tierhaltung gebunden werden. Darüber hinaus tritt Schleswig-Holstein dafür ein, die Tiertransportzeiten auf maximal vier Stunden zu begrenzen. Bundesverbraucherministerin Renate Künast ist aufgefordert, von diesem Ziel nicht abzuweichen.

Links zum Thema Schleswig-Holstein und Bio-Vermarktung.

19. April 2001

Mehr Kunden für Öko-Produkte – aber wie?

Themen: Archiv — info @ 15:04

Trends berücksichtigen

Braunschweig (agrar.de) – Wie neue Kunden für Öko-Lebensmittel gewonnen werden können, hat Dr. Heike Kulmert von der Universität Hamburg mit einer Vielzahl von Vorschlägen in den vier klassischen Marketing-Bereichen anlässlich der Tagung ‚Politik für den ökologischen Landbau‘ in der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft in Braunschweig-Völkenrode im April dargestellt.

Im Bereich der Produktpolitik empfiehlt Kulmert den Ausbau des Convenience-Angebots, die Positionierung im Wellness-Bereich, eine genussbetonte Verpackung, die Beachtung von Ethno-Trends und die Einordnung von ökologischen Produktalternativen in das Premiumsegment. In der Distributionspolitik können eine höhere Präsenz im konventionellen Handel, vor allem auch der Aufbau neuer Vertriebswege sowie eine stärkere Einbeziehung von Großverbrauchern (staatliche Einrichtungen können Vorreiter-Rolle spielen) neue Kunden erreichen.

In der Preispolitik sollte bei effizienter Verarbeitung und Vermarktung eine Verkleinerung der Preisabstände angestrebt werden und schließlich sollte in der Kommunikationspolitik mehr Wert auf die Vermittlung von Produktbotschaften und von Basiswissen zum ökologischen Landbau und ökologischen Lebensmitteln gelegt werden.

Information: Auswertungs- und Informationsdienst für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (aid)

Links zum Thema Bio-Vermarktung

BUND: Bislang nur zarte Ansätze für Agrar-Wende

Themen: Archiv — info @ 14:04

Berlin (agrar.de) – Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht nach 100 Tagen Amtszeit von Verbraucherschutzministerin Renate Künast noch keinen Durchbruch zu einer grundlegend neuen Agrarpolitik. Zwar habe die Ministerin angekündigt, den Grundsatz ‚Klasse statt Masse‘ zum Maßstab zu machen und den ökologischen Landbau stärker zu fördern, doch seien in der Praxis bisher nur zarte Ansätze dafür zu erkennen. Die Ministerin müsse in den nächsten Monaten weiterhin auf durchgreifenden Agrarreformen bestehen, sonst sei die vielbeschworene Agrarwende am Ende bevor sie überhaupt begonnen habe, so BUND-Chefin Dr. Angelika Zahrnt.

Zahrnt: ‚Renate Künast hat ihr Amt in einer paradoxen Situation angetreten: Einerseits signalisieren BSE und %url5%MKS%/%, wie dringend eine neues Leitbild für die Landwirtschaft nötig ist. Andererseits sind es die aktuellen Probleme der Seuchenbekämpfung, die als Altlast der jahrzehntelangen falschen Agrarpolitik die Ministerin zu einem kurzfristigen Krisenmanagement zwingen und damit strukturelle Veränderungen verhindern. Entschieden muss es jetzt um die strikte Ausrichtung der Lebensmittelproduktion nach ökologischen Kriterien gehen, bevor sich Besitzstandswahrer und Blockierer wieder in einer Abwehrfront formieren.‘

Nach Ansicht des BUND müsse eine Zwischenbilanz der Tätigkeit der Agrarministerin berücksichtigen, dass eine Veränderung der festgefahrenen Strukturen im Agrarsektor auch auf EU-Ebene enorme Widerstände überwinden muss und nicht von heute auf morgen zu bewerkstelligen sei.

Zahrnt: ‚Das ehrgeizige Ziel, den %url6%Ökolandbau%/% in zehn Jahren auf einen Marktanteil von 20 Prozent zu bringen, ist eine gute Vorgabe. Ein Qualitätssiegel ist dabei ein erster Schritt. Nötig ist aber ein Maßnahmebündel mit verstärkten Anreizen zur ökologischen Nahrungsmittelproduktion, der Umschichtung von Subventionen und der verbrauchernahen Vermarktung der Produkte.‘

Neben der Förderung des Ökolandbaus gehe es vor allem um eine grundlegende Neuorientierung der Landwirtschaft. Kriterien hierfür sind laut BUND ein unbefristetes Verbot von Tiermehl und Milchaustauschern, die maximale Tierbesatzdichte von zwei Großvieheinheiten pro Hektar, die Bindung von Direktzahlungen an Umweltauflagen sowie die artgerechte Tierhaltung.

Zahrnt: ‚Wir stehen Frau Künast bei ihren Bemühungen um eine neue Agrarpolitik zur Seite, wenn sie unser Engagement für den Wandel nutzen will. Ob es darum geht, Konzepte für eine neue Landwirtschaft zu entwickeln oder den Verbrauchern Ökolebensmittel schmackhaft zu machen – sie kann auf uns zählen. Wir werden aber auch weiter kritisch prüfen, ob sie die notwendigen politischen Maßnahmen durchsetzt und ihre Zielvorgaben für eine umweltverträgliche Landwirtschaft einhält.‘

Links zu %url3%Agrarpolitikern%/%.

Journalisten-Förderpreis: Zukunftsfähige Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Themen: Archiv — info @ 14:04

Münster (agrar.de) – Die Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe schreibt in diesem Jahr zum 9. Mal einen Journalisten-Förderpreis aus. Das Thema lautet: ‚Zukunftsfähige Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Westfalen-Lippe‘. Die Landwirtschaft beinhaltet auch die Bereiche Gartenbau und Forstwirtschaft. Im Rahmen des Journalisten-Förderpreises will die Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe Beiträge von Journalisten honorieren, die zu mehr Verständnis und zur Versachlichung der Diskussion um land- und forstwirtschaftliche sowie gartenbauliche Themen beitragen. Mit Hilfe der Artikel soll das Interesse für die Landwirtschaft, insbesondere bei der städtischen Bevölkerung geweckt werden. Oft trägt Unkenntnis über die Wechselbeziehungen zwischen Natur, Tier, Pflanze und Technik zu einer falschen Vorstellung über die Landwirtschaft bei.

An dem Wettbewerb können sich Journalisten und Volontäre von Tages- und Wochenzeitungen bzw. Zeitschriften und Agenturen aus dem Bundesgebiet beteiligen, wenn sie über Agrarthemen aus Westfalen-Lippe berichten. Beiträge von Agrarjournalisten werden nur dann berücksichtigt, wenn sie in der allgemeinen Presse erschienen sind. Hörfunk- und Fernsehbeiträge sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Preisträger, die bereits den Journalisten-Förderpreis gewonnen haben, können für die Dauer von zwei Preisvergaben nicht teilnehmen.

Die Beiträge sollen vom 1. Dezember 2000 bis 15. September 2001 veröffentlicht worden sein und der Landwirtschaftskammer bis zum 1. Oktober eingereicht werden. Es muß sich um Reportagen oder reportagenhafte Berichte (Features) handeln, die die Land- und Forstwirtschaft sowie den Gartenbau im Kammergebiet Westfalen-Lippe zum Thema haben. Der Bericht soll vor allem für die nichtlandwirtschaftlichen Leser reizvoll aufgemacht und verständlich geschrieben sein. Eine neutrale Jury wird über die eingereichten Beiträge beraten. Insgesamt werden drei Preise vergeben: 1. Preis: 3.000 DM, 2. Preis: 1.500 DM, 3. Preis: 1.000 DM.

Die Preisverleihung ist im Rahmen der Hauptversammlung der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe am Donnerstag, 6. Dezember 2001, vorgesehen. Bei dem Vorhaben, über Landwirtschaft in Westfalen-Lippe zu schreiben, wollen wir im Einzelfall gerne behilflich sein. Die Beiträge sollen eingereicht werden an die

Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe, Pressestelle, Postfach 5925, 48135 Münster, Tel.: 0251-599-234/-232, Fax: 0251-599-233

Saarland: Nachhaltige Dorfentwicklung neue Schwerpunktaufgabe

Themen: Archiv,Saarland — info @ 11:04

St. Wendel (agrar.de) – Die saarländische Landesregierung will bei der Dorferneuerung einen deutlichen Schwerpunkt setzen. Das unterstrich der Staatssekretär im Umweltministerium, Rainer Grün, bei einem Pressefrühstück in St. Wendel. ‚Der ländliche Raum im Saarland steht in den nächsten Jahren vor einer Reihe von Problemen, auf die wir eine Antwort finden müssen. Gleichzeitig schätzen viele Menschen das besondere Flair, das unsere Dörfer bieten. Unser Ziel ist daher, mit einem ganzheitlichen Ansatz die saarländischen Dörfer zu erneuern und eine nachhaltige Dorfentwicklung zu ermöglichen‘, so Grün. ‚Es geht nicht um Stillstand und Konservierung. Veränderung und Innovation sind notwendig – bei gleichzeitiger Erhaltung des Bewahrenswerten. Das muss unser Ziel sein, um Zukunft im Dorf zu schaffen.‘

‚Dorferneuerung‘, so Grün, ‚ist mehr, als nur einen schicken neuen Dorfplatz zu gestalten. Die Erhaltung der Bausubstanz, wichtiger Kulturdenkmäler wie alter Bauernhäuser und die Anlage von Plätzen – all das muss durch die Förderung sozialer, kultureller, naturschutzfachlicher und regional spezifischer Belange ergänzt und gefördert werden.‘

Grundlage hierfür ist die neue Richtlinie zur Förderung der nachhaltigen Dorfentwicklung, die Grün vorstellte. Diese Richtlinie löst eine alte Regelung aus dem Jahre 1984 ab und ist rückwirkend zum 1. Januar in Kraft getreten. Die Richtlinie regelt vor allem die Vergabe von Fördermitteln der Landesregierung für die Dorferneuerung. Danach können sowohl Gemeinden im ländlichen Raum, aber auch Privatleute, etwa Eigentümer alter Bauernhäuser, von Fördergeldern profitieren.

Für die Dorferneuerung im eigentlichen Sinne stellt das Umweltministerium in diesem Jahr gut sechs Millionen DM bereit. Dazu kommen Förderprogramme wie die Entsorgungsinitiative Saar (ESIS), die das Entfernen und umweltgerechte Entsorgen von asbesthaltigen Fassadenplatten fördern soll sowie das Zukunftsenergieprogramm ZEP plus, das Maßnahmen zur Wärmedämmung finanziell unterstützt. Für beide Programme, die sich besonders an Hausbesitzer im ländlichen Raum richten, sind weitere drei bis vier Millionen Mark vorgesehen.

‚Für uns ist es angesichts dieses Kraftaktes, den wir für die Zukunft unserer Dörfer machen, umso ärgerlicher, dass die Bundesregierung ihre Komplementärmittel kürzen will‘, kritisierte Grün. Er sprach damit die von Verbraucherschutzministerin Renate Künast angekündigte Kürzung der GAK-Mittel um 125 Millionen DM an. ‚Insgesamt gehen dem ländlichen Raum im Saarland dadurch bis zu 2,2 Millionen DM verloren. Das hat zur Folge, dass allein im Bereich der Dorferneuerung ein Gesamtvolumen von zehn Millionen DM nicht umgesetzt werden kann‘, betonte Grün. Denn zu den Mitteln des Bundes, des Landes und der EU kommen erfahrungsgemäß noch Gelder der Kommunen und Eigenleistungen privater Investoren dazu. ‚Wir fordern daher die Bundesregierung nachdrücklich auf, diese Kürzung wieder zurück zu nehmen.‘

Links zu den Themen Saarland und Landentwicklung.

Niedersachsen: Service-Angebote für Öko-Betriebe

Themen: Archiv,Bildung — info @ 11:04

Hannover (agrar.de) – Die Landwirtschaftskammer Hannover hat eine 74 Seiten starke Service-Broschüre für Betriebe des Ökologischen Landbaus herausgegeben. Die kostenlose Broschüre fasst zum ersten Mal das komplette Angebot der Landwirtschaftskammer zusammen, das auch für Betriebe des Ökologischen Landbaus nützlich und hilfreich sein kann. Ergänzt wird die Broschüre durch eine Vielzahl von Kontaktadressen.

Seit der Einrichtung eines eigenständigen Fachbereichs ‚Ökologischer Landbau‘ der Landwirtschaftskammer Hannover im Jahr 1989 hat sich die Zahl der Biobetriebe kontinuierlich erhöht. Mehr als zwei Drittel der 30.000 Hektar LF, die Niedersachsen zur Zeit ökologisch bewirtschaftet werden, befinden sich im Kammergebiet Hannover. Deshalb wurde das Beratungsangebot der Landwirtschaftskammer Hannover zu speziellen Fragen im Ökologischen Landbau deutlich erweitert.

Mit der vorliegenden Broschüre hat das neue Referat Ökologischer Landbau der Landwirtschaftskammer versucht, aus der Fülle des Angebots eine Auswahl vorzunehmen. Neben dem umfangreichen Analyseangebot der Institute sind hier vor allem die Beratung sowie Fort- und Weiterbildungsangebote zu nennen. Das Spektrum reicht von der Bodenuntersuchung über die Bestimmung von Inhaltsstoffen landwirtschaftlicher Erzeugnisse bis hin zu betriebswirtschaftlichen Kalkulationen für die Betriebsplanung.

Die Broschüre liegt kostenlos bei den Kreisstellen und Bezirksstellen der Landwirtschaftskammer aus. Die Pressestelle der Landwirtschaftskammer, Johannssenstr. 10, 30159 Hannover, versendet die Broschüre gegen Rückporto von 1,50 DM.

Links zum Thema Bio-Landbau.

Öko-Landbau: Noch große Lücken bei der Vermarktung

Themen: Archiv — info @ 10:04

Braunschweig (agrar.de) – Nach Einschätzung von Professor Dr. Ulrich Hamm, der an der Fachhochschule Neubrandenburg im Bereich Landwirtschaftliche Marktlehre und Agrarmarketing lehrt, nehmen Verbraucher in Deutschland Öko-Produkte nur unzureichend wahr. Es besteht – so seine Ausführungen anläßlich der Tagung ‚Politik für den ökologischen Landbau‘ im April in der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft in Braunschweig-Voelkenrode – beim Verbraucher nach wie vor große Konsumunsicherheit.

Die Produkte werden noch nicht dort angeboten, wo Verbraucher sie kaufen wollen. Auch die Sortimentsbreite ist aus Verbrauchersicht oft noch zu gering. Die Kooperation auf allen Stufen der Vermarktung ist noch verbesserungsbedürftig. Für die Agrarpolitik bedeutet dies nach seiner Meinung: Unterstützende Massnahmen an den Engpässen ansetzen (nationales Zeichen, Verbraucheraufklärung, verbesserte Markttransparenz), Flächenprämien erst erhöhen, wenn Absatz, Beratung und Kontrolle verbessert sind (sonst drohen Preisverfall und schlechte Produktqualitäten), Kompetenzen in Aktionsplan bündeln, verläßliche Rahmenbedingungen erarbeiten und im internationalen Wettbewerb wie in anderen Branchen der Volkswirtschaft auf Qualität setzen.

Information: Auswertungs- und Informationsdienst für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (aid)

Links zum Thema Bio-Vermarktung

18. April 2001

Österreich: Grüne kritisieren Entwurf zum Sortenschutzgesetz

Themen: Archiv — info @ 16:04

Wien (agrar.de) – Nach dem Entwurf zum Sortenschutzgesetz in Österreich soll Saatgut nur noch mit dem Einverständnis von Saatgutherstellern im Nachbau verwendet werden dürfen. Grüne Politiker kritisieren den Entwurf als Kniefall vor den großen Saatgut-Multis. ‚Die Bauern werden zu Bittstellern, wenn es darum geht, ihr eigenes Saatgut wiederaussäen zu dürfen‘, so Wolfgang Pirklhuber, Landwirtschaftssprecher der Grünen. Dies sei auch ein unglaublicher Anschlag auf das bäuerliche Kulturerbe, da die Bauern seit Jahrtausenden die praktischen Vermehrer und pfleglichen Nutzer von Saatgut sind, so Pirklhuber.

‚Besonders problematisch könnte die Lage dadurch werden, dass die internationale Saatgut-Lobby damit ein Druckmittel in die Hand bekommt um gentechnisch-veränderte Sorten am Markt durchzudrücken. Je nach Höhe der Lizenzabgaben für Saatgut-Nachbau für gentech-freie Sorten lässt sich dessen Rentabilität steuern‘, meint der Politiker.

Das sogenannte ‚Landwirteprivileg‘, insbesondere der freie Austausch von Saatgut, fiel bereits im Juni 2000 aus dem Gesetz. ‚Auf Anträge der Grünen auf eine zeitgemäße Interpretation des Landwirteprivileges, insbesondere auf die Notwendigkeit des freien Austausches von Saatgut innerhalb von regionalen Betriebsgemeinschaften, wurde nicht eingegangen‘ beklagt Pirklhuber. ‚Die Nachbau-Vereinbarungen werden de facto Lizenzabgaben für die Verwendung von Saatgut sein. Damit setzt sich jener Trend, der in Richtung Patentierung und Monetarisierung von Naturgrundlagen und bäuerlichen Betriebsmitteln – wichtige Nutzpflanzen-Sorten und natürliche Gen-Pools – abzielt, fort.‘

Die Grünen kündigten massiven Widerstand gegen den Gesetzesentwurf an und appellieren an Bundesminister Wilhelm Molterer, den vorliegenden Entwurf einer völligen Überarbeitung zu unterziehen und die Sicherung von gentechnikfreiem Saatgut und gentechfreier Futtermittel für die österreichische Landwirtschaft sicherzustellen.

Links zum Thema Nachbau und Sortenschutz.

Verbraucherschützer: Jedes zweite Ei falsch gekennzeichnet

Themen: Archiv — info @ 15:04

Hamburg (agrar.de) – Offenbar ist weiterhin ein großer Teil sogenannter ‚Freilandeier‘ ist in Wirklichkeit niemals in ‚Freiheit‘ gelegt worden. Das ist das erschreckende Ergebnis einer kurz vor Ostern auf Hamburger Wochenmärkten durchgeführten Kontrollaktion bei über 1.500 Eiern. Die Verbraucherzentrale Hamburg und die Tierschutzorganisation ‚Vier Pfoten‘ untersuchten die Eier mit Hilfe von UV-Licht und fanden heraus:

– Besonders schlecht schnitten Eierhändler ab, die mündlich über die Haltungsform Auskunft gaben. 11 von 16 Angaben waren falsch, also knapp 70 Prozent! – Auch die schriftliche Kennzeichnung mit glücklichen Hühnern auf einem Schild entsprach oft nicht den Tatsachen: mehr als 50 Prozent Falschangaben! – Besser schnitten Freilandeier mit einem Stempel auf dem Ei ab. Hier wurden nur bei einer von 14 Proben typische Käfigspuren gefunden.

Die Anbieter von Öko-Eiern und Supermärkte nutzen nach Angaben der Verbraucherschützer inzwischen Systeme (z.B. KAT oder Orgainvent) zur Qualitätssicherung, die sich bewährt haben. Schon im Jahr 2000 wurden dort so gut wie keine Verstöße bei Angaben zur Haltungsform festgestellt. Was Fachleute hinter vorgehaltener Hand insbesondere vor Ostern schon immer vermutet haben, hat sich bestätigt: ‚Auf den Wochenmärkten, wo von den Verbrauchern bäuerliche Betriebe vermutet werden, die die Hühner tiergerecht halten, wird gemogelt, was das Zeug hält. Um diese skrupellosen Fälschungen zukünftig zu unterbinden, wird die Verbraucherzentrale mit Abmahnungen gegen die Anbieter vorgehen. Die Eierproduktion muss endlich transparent werden‘, so die Verbraucherzentrale und ‚Vier Pfoten‘.

Die Organisationen fordern:

– Gläserne Produktion: Die unverschlüsselte Kennzeichnung mit Hinweis auf die Haltungsform bei losen und verpackten Eiern (sicherste Lösung: Stempel direkt beim Erzeuger auf dem Ei). Die bisherigen Systeme mit Ziffern und Buchstaben sind zu undurchsichtig für die Verbraucher.

– Freiwillige Qualitätssicherungsmaßnahmen: Selbstverpflichtung der Markthändler, um Distributionswege und Haltungsform für alle Wochenmarktkunden transparent zu machen. Nennung von Erzeugern, Packstellen und anderen Zwischenhändlern.

– Kontrolle der Kontrolleure: Ausweitung der Kontrollen auf Wochenmärkten und Mitbestimmung von Verbraucherzentrale und ‚Vier Pfoten‘ bei der Probenziehung der Lebensmittelkontrolleure, bei der Auswertung der Kontrollen und der Festlegung des Strafmaßes. Falschdeklaration darf kein Kavaliersdelikt bleiben!

Die Verbraucher- und Tierschützer empfehlen den Kauf von Öko-Eiern. Freilandeier auf Wochenmärkten seien nur empfehlenswert, wenn sie mit einem Stempel versehen sind.

Links zum Thema Tierschutz.

Ein Fünftel der deutschen Schweine kommt aus Westfalen-Lippe

Themen: Archiv — info @ 12:04

Münster (agrar.de) – In Westfalen-Lippe werden 5,5 Millionen Schweine gehalten. Das geht aus der aktuellen Statistik der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe ‚Zahlen zur Landwirtschaft‘ hervor. Damit steht ein Fünftel aller deutschen Schweine in westfälisch-lippischen Ställen.

Etwa sieben Prozent der deutschen Rinder werden auf westfälisch-lippischen Weiden gehalten. Nach der Statistik halten die knapp 19.000 Rinderhalter in diesem Landesteil 1.050.000 Kälber, Bullen, Kühe in den Ställen und auf den Weiden.

Die 2.900 Schäfer in Westfalen-Lippe haben 145.000 Tiere. Insgesamt gibt es knapp 44.000 Pferde, die von 7.700 Haltern betreut werden. Ein differenziertes Bild gibt es bei den Geflügelhaltern. Mehr als 7.000 Legehennenhalter haben 3.400.000 Tiere in ihren Ställen. Daneben gibt es mehr als 600.000 Truthühner, die von 233 Bauern gehalten werden, 93.000 Enten (760 Halter) und knapp 100.000 Gänse, die 890 Halter besitzen.

Links zur Agrarstatistik.

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