30. April 2001

Berninger: Bei Agrarwende setzt Bundesregierung auf Unterstützung durch Naturschutzverbände

Themen: Geflügel — info @ 14:04

Bonn (agrar.de) – ‚Wir wollen mit Verbrauchern und Landwirten eine neue Landwirtschaft gestalten. Sie setzt auf Schutz von Natur und Umwelt, auf Klasse statt Masse, auf artgerechte Tierhaltung statt Tierquälerei‘ sagte der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesverbraucherministerin, Matthias Berninger, vergangene Woche (27. April) anlässlich der Landesdelegiertenversammlung des Bund Naturschutz Bayern in Kloster Banz. Als Vertreter der Verbraucher verstehe er dabei auch die Natur- und Umweltschutzverbände, auf deren Unterstützung die Bundesregierung in besonderer Weise setze.

‚Die Agrarwende wird unsere Landwirtschaft nachhaltig verändern‘, so Berninger. Sie erfordere unablässiges Bemühen und eine Politik der kleinen aber energischen Schritte. Manche Widerstände müssten überwunden werden. Dies treffe ebenso für die Naturschutzpolitik zu, bei der Erfolge nur mit Durchsetzungskraft und Beharrlichkeit erzielt werden könnten. Der Bund Naturschutz habe das bei vielen Projekten bewiesen. Effizienter Naturschutz sei letztlich nur in Zusammenarbeit von Naturschutzverbänden und Land- und Forstwirten möglich.

Die Menschen wollten nicht immer mehr Produktion, sondern verlangten von den Bauern die Erzeugung qualitativ hochwertiger Nahrungsmittel und nachwachsender Rohstoffe, den tierschutzgerechten Umgang mit den Nutztieren, die Pflege der Kulturlandschaft und den Schutz von Natur und Umwelt, stellte der Staatssekretär fest. Dafür würde gegenwärtig ein ambitioniertes ‚Agrarwendeprogramm‘ mit zwei Hauptkomponenten konzipiert: Der eine Bereich sei ein starker Ausbau der Förderung von Umweltleistungen der Landwirtschaft vom Vertragsnaturschutz bis zum ökologischen Landbau. Der andere Bereich werde ein Öko-Investitionsprogramm sein, das die Landwirtschaft bei der Umstellung auf umweltfreundliche und tiergerechtere Produktionsverfahren unterstütze. Bedarf gebe es reichlich – vom Ersatz von Legebatterien bis zur Umgestaltung alter Anbindeställe für Milchvieh. Das setze auch voraus, dass Mittel umgeschichtet würden, weg von Marktregulierungen und Exporterstattungen hin zu einer Politik für den ländlichen Raum.

Biogas in Brennstoffzellen – Farmatic startet Praxisversuch

Themen: Biogas,NaWaRos — info @ 12:04

Braunschweig (agrar.de) – Gefördert von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) entwickelt und erprobt das Unternehmen Farmatic Biotech Energy AG in Zusammenarbeit mit der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) ein besonderes Verfahren der Stromgewinnung. Erstmals sollen Biogasproduktion und Energieerzeugung in der Brennstoffzelle miteinander verknüpft werden. Gelingt es, geeignete Wege der Gasaufbereitung zu finden, stehen die Chancen gut, beide Technologien mit Erfolg kombinieren zu können und eine weitaus wirkungsvollere Nutzung von Biomasse zu erreichen.

Erste grundlegende Informationen hatte eine durch das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (%url5%BMVEL%/%) geförderte Studie zur effizienten Verstromung von Biogas geliefert. Die vom Hamburger Ingenieurbüro Loock dabei gewonnenen Erkenntnisse gilt es im Rahmen des Verbundvorhabens in die Praxis umzusetzen. Standort des Versuchs ist die FAL in Braunschweig. Während sie eine bereits vorhandene Biogasanlage und ihr Wissen zu dieser Thematik einbringt, übernimmt die Nortorfer Farmatic Biotech Energy AG den Komplex Gasaufbereitung und Brennstoffzellenbetrieb.

Die Arbeiten beider Partner sollen später in eine Großanlage münden, die Gasaufbereitung und Brennstoffzelle miteinander verknüpft. Vorher sind jedoch umfangreiche Erhebungen und die Entwicklung spezieller Messverfahren nötig. Der Erfolg der Technologie hängt davon ab, wie gut es gelingt, das Biogas auf Erdgasqualität aufzubereiten. Nicht nur die bei der Fermentation schwankende Rohgasqualität gilt es zu beherrschen, auch sonst sind komplexe Verfahren zur Abtrennung störender Gaskomponenten wie Kohlenstoffdioxid oder Schwefelwasserstoff nötig.

Das Aufbereitungssystem soll dabei so flexibel gestaltet werden, dass sich unterschiedliche Gasqualitäten erzielen lassen. Sie gilt es im Einsatz in der Brennstoffzelle zu testen. Dazu werden aus den am Markt befindlichen Brennstoffzellensystemen die geeignetsten ausgewählt. Hatte sich die Technologie bislang nur bei Erdgas und Klärgasen als machbar herausgestellt, gilt es nun, den Brennstoff Biogas mittels der flexiblen Aufbereitung Schritt für Schritt daran anzupassen.

Erst wenn das entwickelte System in den Einzelkomponenten funktioniert, kann der eigentliche Schritt vollzogen werden. An die Biogasanlage der FAL werden dann Container mit Aufbereitung und Brennstoffzelle angebunden. Zwei Jahre lang sollen sie beweisen, dass der Betrieb von Brennstoffzellen mit landwirtschaftlich erzeugtem Biogas machbar ist. Für die Umwelt wäre das doppelt gut. Die Nutzung von Bioenergie ist nicht nur CO2-neutral, die emissionsarme Brennstoffzelle sorgt zudem dafür, dass noch weniger Schadstoffe als bisher in die Luft gelangen. Auch wirtschaftlich bringt die neue Technologie ihren Nutzern Vorteile, denn die Stromwirkungsgrade von Brennstoffzellen sind deutlich höher als die von Verbrennungsmotoren.

Information: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), Hofplatz 1, 18276 Gülzow, Tel.: 03843-69 30-0, Telefax: 03843-69 30-102, %url2%E-Mail%/%

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Aufteilung der BSE-Folgekosten weiterhin ungeklärt

Themen: Archiv — info @ 12:04

Bonn (agrar.de) – Die Finanzierung der Kosten, die als Folge der BSE-Krise und deren Bekämpfung in Bauernhöfen, Futtermittelunternehmen und Schlachtbetriebe bleibt weiterhin ungeregelt. Ein Antrag der Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Saarland, Sachsen und Thüringen, in dem von der Bundesregierung ein ‚fairer und angemessener Ausgleich der finanziellen Lasten zur Bewältigung der BSE-Folgekosten‘ gefordert wird, wurde nicht beschlossen, sondern in die Ausschüsse verwiesen. Im Antrag wurde die Bundesregierung aufgefordert, einen Nachtragshaushalt aufzustellen und die Kürzungen bei der Gemeinschaftsaufgabe ‚Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes‘ zurückzunehmen.

Bei den strittigen Summen geht es unter anderem um die Mittel für BSE-Tests und die Rücknahme und Entsorgung von im Dezember 2000 verbotenen Futtermitteln bei Landwirten und Futtermittelindustrie.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) bedauert, dass die Bemühungen, die Folgen der BSE-Krankheit für die Landwirte erträglich zu machen, noch immer nicht vorangekommen sind.

Auch der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) kritisiert, dass sich Bund und Länder noch immer nicht über die Aufteilung der BSE-Folgekosten verständigt haben. Nach dem letzten Gespräch am 26. April 2001 bei Bundeskanzler Schröder sei sogar wieder die Höhe der Gesamtkosten in Frage gestellt worden. Für den DRV und seine Mitgliedsunternehmen seien die Kosten der Entsorgung von Altbeständen an tiermehlhaltigen Futtermitteln jedoch klar zu beziffern.

Der DRV begrüßte einer Pressemitteilung, dass sich der Bund bei der Entsorgung von tiermehlhaltigen Futtermittelaltbeständen stärker engagieren will. Das leidige Kapitel der Entsorgung der Altbestände müsse endlich abgeschlossen werden, so der Verband. Deshalb fordert er nachdrücklich, dass sich Bund und Länder zumindest über diesen Teilkomplex der BSE-Folgekosten umgehend einigen.

Nach der Verabschiedung der BSE-Schutzgesetze sind mittlerweile fünf Monate vergangen, in denen sich Bund und Länder nicht einigen konnten.

Links zum Thema BSE.

29. April 2001

Förderpreis Ökologischer Landbau 2002

Themen: Archiv — info @ 10:04

Künast ruft zur Bewerbung auf

Bonn (agrar.de) – Bundesverbraucherministerin Renate Künast ruft zur Teilnahme am ‚Förderpreis Ökologischer Landbau 2002‘ auf. Vom 7. Mai bis 24. August 2001 können sich ökologisch wirtschaftende Bäuerinnen und Bauern mit besonderen Leistungen ihrer Betriebe bewerben. Der Förderpreis ist mit insgesamt 50.000 Mark dotiert. Von einer unabhängigen Jury werden bis zu drei Preisträger vorgeschlagen und voraussichtlich auf der Grünen Woche im Januar 2002 in Berlin von der Bundesministerin ausgezeichnet.

Ökologisch bewirtschaftete Betriebe zeigen seit Jahren, dass es möglich ist, Landwirtschaft und Tierhaltung besonders umweltfreundlich, tiergerecht und ohne Wachstumsförderer oder Hormonanwendung zu betreiben. Eine wachsende Zahl von Verbraucherinnen und Verbrauchern vertraut den Öko-Betrieben, weil sie bewusst auf chemisch-synthetische Produktionsmittel und Höchstleistungen in der Tierhaltung verzichten. Der ökologische Landbau ist eine Form der Landwirtschaft mit Perspektive. Erzeugnissen aus ökologischem Landbau und artgerechter ökologischer Tierhaltung kommt deshalb bei der Neuausrichtung der Agrarpolitik eine zentrale Rolle zu, so Künast.

Ausgezeichnet werden sollen ökologisch wirtschaftende Betriebe für beispielhafte Leistungen oder Lösungen, die sie in einem der folgenden neun Bereiche in die Praxis ihres Betriebes umgesetzt haben: 1. im Pflanzenbau, 2. in der artgerechten Tierhaltung oder Tierzüchtung, 3. in der Land- und Produktionstechnik oder im Bereich landwirtschaftliches Bauen, 4. in der Vermarktung, 5. in der betrieblichen Verarbeitung / Dienstleistung, 6. im Naturschutz und der Landschaftsgestaltung, 7. zur Erhaltung genetischer Ressourcen, 8. in der Kreislaufwirtschaft / dem Ressourcenschutz sowie 9. in weiteren landwirtschaftlichen Bereichen.

Ausschreibungstext und Bewerbungsunterlagen sind erhältlich beim KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung, Postfach 42 04 43, 50898 Köln, Telefon: 0221/94 40 48-0, Fax: 0221/94 40 48-9. Sie können auch direkt unter der Internet-Adresse des Förderpreises abgerufen werden.

Auch das Faltblatt ‚Förderpreis Ökologischer Landbau 2002 – Jetzt bewerben!‘ kann von den Internet-Seiten (als PDF-Datei, 122 KB) heruntergeladen oder kostenlos vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) bezogen werden (Referat Öffentlichkeitsarbeit, Postfach 14 02 70, 53107 Bonn, Fax: 0228/529-4424, E-Mail).

Links zum Thema %url4%Bio-Landbau%/%.

28. April 2001

Brandenburg: Wettbewerb tiergerechte und umweltschonende Haltung von Nutztieren

Themen: Archiv — info @ 13:04

Potsdam (agrar.de) – Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Wolfgang Birthler (SPD) ruft zum 4. Landeswettbewerb für tiergerechte und umweltschonende Haltung von landwirtschaftlichen Nutztieren 2001 für Milchkühe und Pferde auf.

In den vergangenen Jahren haben die Tierhaltungswettbewerbe von landwirtschaftlichen Nutztieren bei den Landwirten und in der Öffentlichkeit viel Zuspruch gefunden. Die tiergerechten und umweltschonenden Haltungsformen der verschiedenen Produktionsrichtungen stehen im Mittelpunkt des Wettbewerbes. In diesem Jahr erfolgen die Ausschreibungen in den Wettbewerbskategorien: Neubau bzw. Rekonstruktion/Modernisierung bei der Milchviehhaltung und bei der Pferdehaltung. Alle landwirtschaftlichen Unternehmen und Tierhalter sind aufgerufen, sich an diesem Wettbewerb zahlreich zu beteiligen.

Birthler: ‚Die Darstellung einer transparenten Produktion verbunden mit tiergerechten und umweltschonenden Haltungsformen sichern den landwirtschaftlichen Unternehmen den wirtschaftlichen Erfolg und die Akzeptanz bei den Verbrauchern und Nutzern. Besonders relevante Lösungen werden nach der Wettbewerbsauswertung von mir ausgezeichnet.‘

Links zum Bundesland Brandenburg

Ernst-Pelz-Preis für Pflanzenöl-Pionier Rainer Frische

Themen: Archiv — info @ 09:04

Straubing (agrar.de) – Der mit 20.000 Mark dotierte Ernst-Pelz-Preis 2000 wird an Dr. Rainer Frische, Chemiker und Pflanzenöl-Pionier in Alzenau, vergeben. Dies gab Ministerialdirektor Anton Adelhardt vom Bayerischen Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten auf dem C.A.R.M.E.N.-Forum 2001 in Straubing bekannt.

Der Preis ehrt, wie in der Satzung bestimmt, ‚Persönlichkeiten, die sich durch Inkaufnahme wirtschaftlicher Risiken oder durch überragendes persönliches Engagement bei der Förderung heimischer nachwachsender Rohstoffe hervortaten und sich freiheitlich-humanen Grundwerten verpflichtet fühlen‘. Die Auszeichnung wurde 1992 von Peter Pelz zur Erinnerung an seinen Vater gestiftet. Die Preisträger werden auf Vorschlag der bayerischen Koordinierungsstelle für nachwachsende Rohstoffe, C.A.R.M.E.N. e.V., von einem Kuratorium gewählt. Peter Pelz: ‚Fast 20 Jahre lang hat Dr. Frische wegweisende Beiträge zur industriellen Nutzung von Stärke und Sonnenblumenöl geleistet und auch das Risiko der Unternehmensgründung nicht gescheut. Einen würdigeren Träger des Ernst-Pelz-Preises kann ich mir nicht vorstellen.‘

Bereits als Leiter der Strategiegruppe Chemie am Battelle Institut beschäftigte sich Rainer Frische mit nachwachsenden Rohstoffen. Zahlreiche Patente für Entwicklungen und Verfahren basierend auf den nachwachsenden Rohstoffen Stärke und Pflanzenöl tragen seinen Namen. 1993 gründete er eine eigene Firma, die Dr. Frische GmbH. Dort entwickelte er mit seinem Team und dem Zentrifugenbauer Westfalia Separator AG das Friolex-Verfahren, eine hocheffiziente Methode zur Gewinnung von Pflanzenölen, das Emulsionsbildung zuverlässig verhindert. Das heißt, es liefert Öle, die für die menschliche Ernährung ebenso wertvoll sind wie für kosmetische Produkte – Jojoba-, Nachtkerzen- oder Sheanussöl – oder für chemisch-technische Anwendungen, wie beispielsweise High-Erucic-Rapsöl, Krambeöl und High-Oleic-Sonnenblumenöl. Seit Juni 1998 wird in Alzenau eine Friolex-Anlage betrieben. Eine Weiterentwicklung des Verfahrens ermöglicht zudem die Extraktion fettlösslicher Inhaltsstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen in ein Trägeröl. Damit lassen sich ohne vorherige Trocknung der Pflanzen kosmetische Produkte, Heil- und Lebensmittel gewinnen, zum Beispiel Ringelblumenöl, Basilikumöl oder Zwiebelöl.

Dr. Frische benutzt das Friolex-Verfahren für die Gewinnung von Pflanzenölen mit besonders hohem Ölsäuregehalt. Ölsäure ist heiß begehrt als Grundstoff für verschiedene chemische Synthesen. Herkömmliche Ölsäure enthält mindestens 30 Prozent andere Fettsäuren, die im Produkt verbleiben und seine Qualität mindern. Nicht so beim HO-Sonnenblumenöl „90plus“ von Dr. Frische: Es enthält über 90 Prozent Ölsäure. Die Folge: Keine unerwünschten Nebenreaktionen stören den Syntheseprozess, es müssen weniger Oxidationsstabilisatoren beigemischt werden, und die Produkte sind bei sehr hohen oder tiefen Temperaturen noch stabil. Deshalb eignet sich HO-Sonnenblumenöl „90plus“ hervorragend für die Herstellung neuartiger Schmierstoffe, hoch belastbarer Kunststoffe und zahlreicher technischer Hilfsstoffe. Mit seinem Öl hofft Frische der chemischen Industrie völlig neue Wege zu eröffnen.

Dr. Frische kann für sein Sonnenblumenöl nur die Kerne ausgewählter Sonnenblumen gebrauchen. Deshalb hat er mit Landwirten Verträge geschlossen, die diesen weit überdurchschnittliche Abnahmepreise zusichern. 1999 produzierte er 400 Tonnen seines HO-Sonnenblumenöls. Die Anbaufläche wird jährlich vergrößert. Der Ausbau der Produktionskapazität steht an.

Biomasse ist ein umweltfreundlicher, weil klimaneutraler Rohstoff: Bei ihrer Nutzung und Entsorgung wird nur so viel Kohlendioxid (CO2) freigesetzt, wie beim Pflanzenwachstum aus der Atmosphäre aufgenommen worden ist. Zusätzlich ermöglichen sie den Aufbau regionaler Wirtschaftsstrukturen und senken so auch noch die CO2-Belastung durch Verkehr. Nachwachsende Rohstoffe strecken die beschränkten Vorräte an fossilen Rohstoffen, so kann Erdöl ersetzt werden durch Rapsölmethylesther – besser bekannt als Biodiesel – oder durch Sonnenblumenöl oder Stärke als Rohstoff zur Synthese von Kunststoffen. Davon abgesehen bieten nachwachsende Rohstoffe Landwirten ein Standbein im Non-Food-Bereich; denn der Naro-Anbau ist auch auf stillgelegten Flächen erlaubt.

Links zum Thema Nachwachsende Rohstoffe.

27. April 2001

Vorschlag zur BSE-Vorsorgeverordnung vorgelegt

Themen: Archiv — info @ 16:04

Bonn (agrar.de) – Die BSE-Vorsorgeverordnung, die den Umgang mit BSE-betroffenen Rinderherden regeln soll, ist jetzt vom Verbraucherschutzministerium vorgelegt worden. Mit der Verordnung soll eine bundeseinheitliche Regelung geschaffen werden, wie mit Rindern in Beständen zu verfahren ist, in denen BSE amtlich festgestellt wurde. Sie sieht sinnvolle Ausnahmen vom bisher geltenden allgemeinen Tötungsgebot vor, damit weniger Tiere getötet werden müssen, ohne beim vorbeugenden Gesundheitsschutz Abstriche zu machen. Da Tiere, die nach Beginn des Tiermehl-Verfütterungsverbots geboren wurden, nicht mehr getötet werden müssen, wird die Zahl der im BSE-Fall zu tötenden Tiere mit der Zeit kontinuierlich weiter abnehmen.

Der vorliegende Verordnungsentwurf sieht, gestützt auf das Tierseuchengesetz, im Falle des Auftretens der BSE in einem Bestand folgendes vor: Tötung aller Rinder des Bestandes, sofern das befallene Rind mehr als 20 Monate in dem Bestand gehalten worden ist, zusätzlich Tötung der Geburtskohorte (Rinder, die jeweils 12 Monate vor und nach der Geburt des befallenen Rindes in dem Bestand geboren worden sind), außerdem kann die Tötung der Rinder angeordnet werden, die in den ersten 12 Lebensmonaten zu irgendeinem Zeitpunkt mit dem befallenen Rind zusammen gehalten worden sind und nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Tiere mit demselben Futter wie das befallene Rind gefüttert worden sind. Wenn eine Mutterkuh an BSE erkrankt, sind zusätzlich die Kälber zu töten, die diese Kuh innerhalb von 24 Monaten vor Feststellung der BSE geboren hat.

Ausnahmen vom Tötungsgebot sind vorgesehen für Rinder, die nach In-Kraft-Treten des Verfütterungsverbotsgesetzes geboren worden sind, für Rinder, die weniger als 20 Monate vor der amtlichen Feststellung der BSE in dem Bestand gehalten worden sind, sowie für Rinder, die in gesonderten Betriebseinheiten gehalten worden sind, und ausgeschlossen werden kann, dass die Rinder der Betriebseinheit das gleiche Futter erhalten haben wie das befallene Rind. Wenn ein erkranktes Tier weniger als 20 Monate in einem Bestand gestanden hat, müssen die übrigen Tiere dieses Bestandes nicht getötet werden, sondern lediglich die Geburtskohorte dieses Tieres.

Der Verordnungsentwurf entspricht im Wesentlichen dem zukünftigen EG-Recht, das voraussichtlich im Sommer in Kraft treten wird. Allerdings sieht dieses keine Ausnahmen vom Tötungsgebot vor und auch keine Begrenzung auf eine mindestens 20-monatige Haltung von Rindern im Bestand. Mitgliedstaaten können von den EG-rechtlichen Bestimmungen abweichen, sofern das gleiche Schutzniveau gewährleistet ist, wenn diese Maßnahmen im Ständigen-Veterinärausschuss-Verfahren gebilligt worden sind; diese müssten von Deutschland dann beantragt werden.

Der Entwurf liegt dem Bundesrat vor, der sich voraussichtlich in seiner Sitzung am 1. Juni damit befassen wird.

Links zum Thema BSE.

Know-how für umweltbewusstes Gärtnern

Themen: Archiv — info @ 13:04

Bonn (agrar.de) – Wie wirken Boden und Klima auf unsere Gartenpflanzen, welche Nährstoffe benötigen sie und welche Pflanzenarten passen zueinander? Millionen von Hobbygärtnern stellen sich jedes Jahr erneut diese und viele weitere Fragen: ‚Wann, wieviel und was soll ich düngen, durch welche vorbeugenden Maßnahmen kann ich Obst, Gemüse und Zierpflanzen gesund erhalten, wann und wie muss ich Pflanzenschutzmittel einsetzen?‘. Um das komplizierte Zusammenwirken von Klima, Boden, Fruchtfolge, Sorten, Pflanzenernährung und Pflanzenschutz zu verstehen, ist eine ganze Menge Know-how erforderlich.

‚Umweltbewusst gärtnern‘ heißt die neue Schrift der Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft (FNL), in der das ‚Biotop Garten‘ detailliert beschrieben wird. Auf 60 Seiten finden sich zahlreiche Tipps der Gartenexperten Kurt E. Henseler und Peter Menzel, die Naturabläufe verständlich machen und die dem Gartenfreund die Arbeit erleichtern.

Die neue Publikation liefert Antworten, die auf den Prinzipien des Integrierten Pflanzenbaus beruhen. Wichtig ist vor allem die genaue Beobachtung der Natur und der sprießenden Vegetation. Denn nur wer Veränderungen und Symptome, beispielsweise für den Befall mit Schaderregern, rechtzeitig erkennt, kann geeignete Maßnahmen ergreifen. Hilfreich sind hier die Bestimmungstabellen für Krankheiten und Schädlinge. Deren Ursachen, Schadbilder und Abwehrmaßnahmen sind für die wichtigsten Kulturen in Nutz- und Ziergärten anschaulich dargestellt.

Anhand von Beispielen wird erläutert, wie erfahrene Gärtner verschiedene Möglichkeiten gegeneinander abwägen und ihre Entscheidungen je nach Situation treffen. Das bekannte ‚Schema F‘, wonach jedes Jahr gleich gedüngt oder zum gleichen Termin ausgepflanzt wird, hat im Garten keinen Platz. Dies gilt nicht nur für den Erwerbsanbau, sondern auch für den nur wenige Quadratmeter großen Hobbygarten gleichermaßen. Die Autoren kommen abschließend zum Fazit, dass nur derjenige erfolgreich ernten kann, wer im Einklang mit der Natur arbeitet.

‚Umweltbewusst gärtnern‘ ist gegen 3,- DM in Briefmarken bei der FIL GmbH, Konstantinstraße 90, 53179 Bonn, Tel.: 0228-9799310, zu beziehen.

Links zum Thema Garten.

NABU gegen Qualitätssiegel für konventionelle Agrarprodukte

Themen: Archiv — info @ 13:04

Bonn (agrar.de) – Der Naturschutzbund NABU hat an Verbraucherministerin Künast appelliert, auf die Einführung eines Qualitätszeichens für konventionelle Agrarprodukte zu verzichten. ‚Ein weiteres Siegel wäre mit riesigem Aufwand verbunden und würde zudem das klare Profil von Produkten aus dem ökologischen Landbau verwischen‘, so NABU-Bundesgeschäftsführer Gerd Billen.

Durch eine mögliche Werbung mit Argumenten und Begriffen des Umwelt- und Tierschutzes werde die notwendige Unterscheidung zum Ökolandbau erschwert und dessen Marktposition damit geschwächt. Auch sei fraglich, ob sich die entsprechenden Produkte zwischen ökologischem und konventionellem Anbau am Markt etablieren könnten. ‚Anstatt knappe Ressourcen in das überflüssige konventionelle Zeichen zu investieren, sollte sich das Ministerium besser auf die dringend erforderliche Einführung eines einheitlichen Zeichens für ökologische Produkte konzentrieren‘, so Billen weiter.

Nach Einschätzung des NABU seien die Argumente aus dem Natur- und Umweltschutz und dem Ökolandbau bei der Diskussion um die Einführung des Qualitätszeichens für konventionelle Produkte bislang nicht ausreichend berücksichtigt worden. ‚Die Ministerin sollte sich dem geballten Sachverstand ihrer potenziellen Koalitionspartner nicht länger verweigern‘, sagte Billen.

Darüber hinaus müsse die Einführung eines einheitlichen Zeichens für Ökoprodukte von der Ministerin jetzt offensiv angegangen werden. Mit dem Öko-Prüfzeichen (ÖPZ) sei bereits eine wichtige Grundlage geschaffen, auf der das neue Zeichen aufbauen sollte. ‚Ein solches Zeichen macht jedoch nur Sinn, wenn es vom Einzelhandel und den Verarbeitern offensiv verwendet wird und damit auf möglichst allen Ökoprodukten zu finden ist‘, erklärte Billen. Daher müssten die Vergabebedingungen vereinfacht und das Zeichen generell auch für Auslandsware geöffnet werden. ‚Um das Ziel von 20% Ökolandbau in 10 Jahren zu erreichen, muss das Ökozeichen im Rahmen einer Imagekampagne für Ökoprodukte über drei Jahre mit einem zweistelligen Millionenbetrag pro Jahr gefördert werden‘, so Billen.

Information: Florian Schöne, NABU-Agrarreferent, Tel. 0228-4036-169

Links zum Thema Bio-Landbau

Rückrufaktion für gentechnisch verunreinigtes Maissaatgut in Schleswig-Holstein

Themen: Archiv — info @ 12:04

Kiel (agrar.de) – Bei Untersuchungen hat das Umweltministerium Schleswig-Holstein Saatgut gefunden, das mit genetisch veränderten Mais-Samen verunreinigt ist. Es handelt sich um die Sorten Arsenal aus Chile mit der Partie-Nummer F 0076H030421 und Janna aus Kanada mit der Partienummer D/H 4620/355.

Bei der Sorte Arsenal wurde eine Verunreinigung mit dem Konstrukt GA 21 nachgewiesen. Diese genetische Veränderung soll eine Herbizidtoleranz bewirken. Dieses Konstrukt darf in Europa nach dem Gentechnikgesetz nicht in den Verkehr gebracht werden. Bei der Sorte Janna wurden zwei verschiedene Konstrukte nachgewiesen. Es handelt sich um das Event BT 176 und BT 11. Für BT 176 liegt nur eine eingeschränkte Genehmigung vor, BT 11 darf nicht angebaut werden.

Landwirte, die dieses Saatgut erworben haben, werden vom Umweltministerium und Landwirtschaftsministerium dringend gebeten, dies nicht auszusäen, sondern an ihre Saatguthändler zurück zu liefern. Bei den Händlern findet zur Zeit eine Rückrufaktion statt.

Ob weitere Partien der Sorte mit gleichem Herkunftsland gentechnisch veränderte Mais-Samen enthalten, kann nicht ausgeschlossen werden. Das Umweltministerium empfiehlt den Landwirten auch dieses Saatgut vorerst nicht auszusäen. Betroffene Landwirte sollen sich mit ihren Händlern in Verbindung setzen.

Links zum Thema Biotechnolgie und Saatgut.

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