23. März 2001

Verbot von Rindertötung beantragt

Themen: Archiv,MKS — info @ 11:03

Bonn (agrar.de) – Der Deutsche Tierschutzbund will die wegen der BSE-Krise geplante Aufkaufaktion älterer Rinder in letzter Minute stoppen. Der Verband habe rechtliche Schritte gegen die beteiligten Schlachthöfe eingeleitet, teilte Tierschutzbund-Präsident Wolfgang Apel heute in Bonn mit. Man habe bei den zuständigen Bezirksregierungen und Behörden einen Eilantrag auf Erlass einer Untersagungsverfügung gegen die Rinder-Vernichtung zum Zwecke einer Marktentlastung gestellt.

In Deutschland sollen ab kommende Woche 400.000 Tiere im Alter von über 30 Monaten aufgekauft und geschlachtet werden. Das Programm war auf EU-Ebene vereinbart worden und betrifft insgesamt rund 1,5 Millionen Tiere.

Der Tierschutzbund hatte bereits Mitte Februar Strafanzeigen gegen die Bundesregierung und gegen die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) gestellt, da die Rindertötungen gegen das Tierschutzgesetz verstießen. ‚Wir werden jeden rechtlichen Schritt nutzen, um die Schlachtung mit dem Ziel der Vernichtung aus rein marktwirtschaftlichen Gründen zu stoppen‘, erklärte Apel. Die Betreiber der Schlachthöfe machten sich genauso strafbar wie alle anderen Beteiligten.

Zusätzlich zu dem Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und gegen ethische Prinzipien komme nun die Befürchtung hinzu, dass die Tiere über weite Strecken transportiert werden müssten. Bundesweit sind nur 20 Schlachthöfe für das Programm ausgewählt worden. Vor dem Hintergrund der in der EU grassierenden Maul- und Klauenseuche (MKS) seien diese Transporte zudem gegenwärtig problematisch.

Bei dem Aufkaufprogramm werden die von Landwirten angelieferten Tiere geschlachtet und auf BSE getestet. Die Häute werden an die Lederindustrie verkauft und die Schlachtkörper werden zu Tiermehl verarbeitet, das anschließend verbrannt wird. Der Tierschutzbund plädiert dafür, als gesund getestete Tiere zum Verbrauch freizugeben und nicht zur Marktentlastung wie Sondermüll zu entsorgen. Auch ein Export in Notgebiete solle erwogen werden.

Links zum Thema Tierschutz

Agrarministerkonferenz verlangt den Ausstieg

Themen: Archiv — info @ 10:03

Stuttgart/Potsdam (agrar.de) – Der Vorschlag von Baden-Württembergs Ministerin für den Ländlichen Raum, Gerdi Staiblin, auf die Ausbringung von Klärschlamm auf landwirtschaftlich genutzte Flächen zu verzichten, fand bei der Agrarministerkonferenz des Bundes und der Länder die Unterstützung zahlreicher Ministerinnen, Minister und Senatoren der Länder. Dies teilte das Ministerium heute mit. Die Konferenz bat den Bund, umgehend ein Konzept für den Ausstieg aus der Klärschlammausbringung auf landwirtschaftliche Flächen zu entwickeln. Außerdem soll auch die Ausbringung organischer Substanzen, wie Bioabfallkompost, geprüft werden.

Baden-Württemberg forderte darüber hinaus, die bundesrechtlichen Vorschriften umgehend so zu ändern, dass die landwirtschaftliche Verwertung von Klärschlamm und Bioabfallkomposten verboten wird. Für eine auf Nachhaltigkeit und vorbeugenden Verbraucherschutz angelegte Landwirtschaft, die durch die BSE-Krise immer stärker gefordert werde, sei dies ein entscheidender Schritt hin zur Risikominimierung.

22. März 2001

MKS: Niedersachsen schließt Grenzübergänge

Themen: Archiv,MKS — info @ 13:03

Hannover/Düsseldorf (agrar.de) – Zum Schutz vor der Maul- und Klauenseuche (MKS) haben die Behörden in Niedersachsen die ersten Grenzübergänge zu den Niederlanden geschlossen. Von der Anordnung sind viele kleiner Übergänge in den Kreisen Emsland, Leer und in der Grafschaft Bentheim betroffen.

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Bartels bezweifelt aber, dass ein Übergreifen der Seuche aus dem Nachbarland auf die tierreiche deutsche Region verhindert werden kann. ‚Ich glaube, wir können es nicht mehr fern halten‘, sagte Bartels mit Verweis auf den Ausbruch der Seuche nahe der deutschen Grenze. Im niedersächsischen Bezirk Weser-Ems stehen nach Angaben der Bezirksregierung Oldenburg 56 Bestände mit Klauentieren aus den Niederlanden (seit Februar mehr als importierte 30.000 Tiere) unter Beobachtung.

Die nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerin Höhn rief in Düsseldorf einen Krisenstab zusammen, um über Schutzmaßnahmen zu beraten. Auch Höhn erwartet kaum noch, dass ihr Bundesland von der Seuche verschont bleibt. ‚Die Wahrscheinlichkeit, dass wir den Ernstfall hierher bekommen, ist sehr hoch‘, sagte sie dem WDR.

Nach Angaben von Höhn sind seit dem 1. Februar bei 1.200 Transporten mehr als 200.000 Tiere aus den Niederlanden nach Nordrhein-Westfalen gelangt. Der Großteil der Betriebe, zu denen niederländische Tiere gebracht worden seien, sei identifiziert und stehe unter Beobachtung ohne dass bislang auffällige Tiere gemeldet worden seien. Die Zoos in Köln, Münster und Gelsenkirchen wurden geschlossen. Höhn bekräftigten ihre Forderungen nach einem Impf-Programm gegen die Seuche.

DBV-Präsident Sonnleitner fordert ein flächendeckendes europäisches Impf-Programm. Bundeslandwirtschaftministerin Künast forderte er auf, bis Sonntag befristet sämtliche Tiertransporte in Deutschland zu verbieten.

In den Niederlanden wurden mittlerweile drei MKS-Fälle bestätigt. Gerechnet wird in den Niederlanden offenbar damit, dass mindestens sieben Betriebe von der Tierkrankheit betroffen sind.

Tierschutzbericht 2001 vorgestellt

Themen: Archiv — info @ 10:03

Künast kündigt weitreichende Änderung für Hennenhaltung an

Berlin (agrar.de) – Der Tierschutz hat einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft, und es ist daher eine wichtige Aufgabe der Politik, ihn weiterzuentwickeln. In der Koalitionsvereinbarung ist festgehalten, den Tierschutz insbesondere bei Tiertransporten und bei der landwirtschaftlichen Tierhaltung zu verbessern. Außerdem soll der Tierschutz in das Grundgesetz aufgenommen werden. Das erklärte Bundesverbraucherministerin Renate Künast bei der Vorlage des Tierschutzberichtes 2001.

‚Die Vorlage des Tierschutzberichtes ist eine gute Gelegenheit, alle zwei Jahre Bilanz zu ziehen. Im Berichtszeitraum wurden auf nationaler und EU-Ebene wichtige Rechtssetzungsvorhaben abgeschlossen. Dazu gehört die Novellierung der Versuchstiermeldeverordnung und der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Durchführung des Tierschutzgesetzes sowie die Änderung der Tierschutztransportverordnung. Unter deutscher Präsidentschaft wurde eine neue EG-Richtlinie zum Schutz von Legehennen verabschiedet, nach der es ab 2012 EU-weit verboten sein wird, Legehennen in herkömmlichen Käfigen zu halten.

Nach Änderung des Tierschutzgesetzes durch das vorgelegte Gesetz zur Bekämpfung gefährlicher Hunde kann die geänderte und vom Bundesrat verabschiedete Tierschutz-Hundeverordnung verkündet werden. Obwohl die Versuchstierzahlen im Berichtszeitraum gestiegen sind, ist mit der Aufnahme erstmals experimentell validierter Ersatzmethoden in internationale Vorschriften ein bedeutender Schritt in Richtung Reduzierung der Tierversuche gelungen. Von 1991 bis 1997 gingen die Veruchstierzahlen von 2,4 auf 1,49 Millionen zurück und sind bis 1999 auf 1,59 Millionen wieder angestiegen.

Tierschutzpolitische Ziele:

Zur Neuorientierung der Landwirtschaft gehört eine deutliche Hinwendung zur artgerechten Tierhaltung. In diesem Sinne werde ich noch vor Ostern den Entwurf einer neuen Hennenhaltungsverordnung vorlegen. Diese wird unter Beachtung des Urteils des Bundesverfassungsgerichtes von 1999 die EG-Richtlinie zum Schutz von Legehennen umsetzen. Es werden die Anforderungen an Boden- und Freilandhaltung festgelegt und für bestehende Käfighaltungsanlagen ausreichend lange Übergangszeiten vorgesehen. Neue Käfigbatterien, auch wenn sie Legenest, Sitzstangen und Einstreu beinhalten, soll es in Deutschland nicht mehr geben.

Neben der Regelung zur Hennenhaltung sind flankierende Maßnahmen erforderlich, um die Bereitschaft zu erhöhen, in alternative Haltungsverfahren zu investieren. Hierzu ist es notwendig, einerseits die Forschung zu intensivieren und andererseits mit einer Informationskampagne die Verbraucher aufzuklären. Daher müssen die EG-Vermarktungsnormen angepasst und die obligatorische Kennzeichnung der Eier mit der Haltungsform der Legehennen und Herkunft eingeführt werden.

Mit der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung werden allgemeine Anforderungen an die Tierhaltung festgelegt. Während die Vorschriften zur Kälberhaltung sofort in diese Verordnung übernommen werden, sollen die Regelungen zur Schweine- und Hennenhaltung später integriert werden.

Die Vorschriften zur Schweinehaltung müssen dringend verbessert werden. Hierzu ist zunächst eine Änderung der bestehenden EG-Richtlinien erforderlich. Ich setze mich für eine zügige Beratung ein, damit die nationalen Vorschriften schnell angepasst werden können. Schwerpunkte der Änderungen werden die Sauenhaltung, die Bodengestaltung in den Schweineställen sowie das Angebot von Beschäftigungsmaterial sein. Auch über Alternativen zum Kastrieren männlicher Ferkel für die Mast muss in diesem Kontext beraten werden.

Auf EU-Ebene stehen weiterhin Regelungen zur Weiterentwicklung des Tiertransportrechts im Vordergrund. Dabei steht die weitere Verkürzung der Transportzeiten, insbesondere für Schlachttiere, im Zentrum meiner Bemühungen.

Bedauerlicherweise ist es noch nicht gelungen, den Tierschutz als Staatsziel im Grundgesetz zu verankern. Dieses Vorhaben bleibt jedoch auf der Tagesordnung. Ich hoffe, dass die Fachausschüsse im Deutschen Bundestag dieses Thema noch in diesem Jahr beraten werden.

Die Entwicklung der Versuchstierzahlen in den letzten Jahren wird von mir mit Sorge verfolgt. Ich erhoffe mir von der künftig transparenteren Dokumentation über Verwendungszweck und Umfang aller für wissenschaftliche Zwecke benötigten Wirbeltiere verlässliche Aussagen, so dass gezielter auf eine Reduzierung der Versuchstierzahlen von seiten der Politik hingewirkt werden kann. Diese Dokumentation wird erstmals im Sommer dieses Jahres vorliegen.

Bei allen Bemühungen wird es der Bundesregierung jedoch allein nicht gelingen, nachhaltige Verbesserungen beim Tierschutz zu erreichen. Vielmehr ist es auch hier notwendig, im Zusammenwirken mit den anderen beteiligten Akteuren ein allgemeines Bewusstsein für den Tierschutz zu schaffen. Wenn es für jedermann selbstverständlich ist, Tiere als fühlende Lebewesen zu achten, wird für den Tierschutz mehr erreicht sein, als es mit den besten Vorschriften, die nur im Gesetzblatt stehen, möglich sein wird. Dieser Appell richtet sich nicht nur an die Tierhalter, sondern auch an die Verbraucherinnen und Verbraucher. Erst wenn diese bereit sind, ihre Verantwortung für den Tierschutz zu tragen, werden die Tierhalter, die ihren Tieren ein Mehr an Tiergerechtheit zukommen lassen, eine Chance am Markt haben. Dass Verbraucherinnen und Verbraucher hierzu bereit sind, hat sich in den letzten Wochen im Zusammenhang mit der BSE-Krise gezeigt.‘

Information: Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL)

Links zum Thema Tierschutz.

Wasserförderung in Deutschland zurückgegangen

Themen: Archiv,Wasser — info @ 10:03

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt zum internationalen ‚Tag des Wassers‘ mitteilt, wurden im Jahr 1998 41 Mrd. m³ Wasser aus den Grund- und Oberflächenwasservorkommen entnommen und zu Zwecken der industriellen Nutzung, für die Energieversorgung, die Versorgung der Bevölkerung sowie für Bewässerungszwecke in der Landwirtschaft eingesetzt. Gegenüber 1995 ist die Wasserförderung um 5 Prozent und im Vergleich zu 1991 um 14 Prozent gesunken.

Die größte Wassermenge wurde mit mehr als 26 Mrd. m³ (64 Prozent der Wasserförderung) von Wärmekraftwerken für die öffentliche Energieversorgung benötigt. Die Industrie (Bergbau, Gewinnung von Steinen und Erden und Verarbeitendes Gewerbe) förderte fast 9 Mrd. m³ Wasser (22 Prozent) und leitete davon annähernd 2 Mrd. m³ ohne Nutzung in die Gewässer ein. Von öffentlichen Wasserversorgungsunternehmen wurden knapp 6 Mrd. m³ Wasser (14 Prozent der gesamten Entnahme) gefördert. Die Verwendung von Bewässerungswasser in der Landwirtschaft (0,2 Mrd. m³) hatte im niederschlagsreichen Jahr 1998 keine Bedeutung für die deutsche wasserwirtschaftliche Bilanz.

In den natürlichen Wasserkreislauf zurückgeführt, d.h. in ein Gewässer eingeleitet, wurden 1998 – neben dem ungenutzt abgeleiteten Wasser – annähernd 42 Mrd. m³ Abwasser. Hierin sind auch die über die Kanalisation abgeflossene Niederschlagsmenge sowie unerwünscht eingedrungenes Fremdwasser enthalten. Unbehandelt eingeleitet wurden 31 Mrd. m³ Abwasser, das aber zu 98 Prozent aus Abwasser aus Kühlsystemen bestand. Ein Viertel des Abwassers (knapp 11 Mrd. m³) wurde vor der Einleitung in Abwasserbehandlungsanlagen gereinigt, darunter mehr als 10 Mrd. m³ mit biologischen Verfahren (96 Prozent des behandelten Abwassers).

Wussten Sie, dass

– 99 Prozent der Bevölkerung in Deutschland, d.h. mehr als 81 Mill. Menschen, ihr Trinkwasser aus dem öffentlichen Netz beziehen? – eine Person in Deutschland im Durchschnitt täglich 129 Liter Trinkwasser verbraucht? – das Wasser für die Versorgung der Bevölkerung zu 74 Prozent aus Grund- und Quellwasser besteht? – Industrie und Wärmekraftwerke das eingesetzte Frischwasser mehr als dreimal verwenden? – infolge Kreislaufnutzung jährlich rund 70 Mrd. m³ Wasser gespart werden? – 93 Prozent der Bevölkerung in Deutschland, d.h. über 76 Mill. Menschen, ihr Abwasser über die öffentliche Kanalisation entsorgen? – die Gesamtlänge des öffentlichen Kanalnetzes in Deutschland ca. 446 000 km beträgt? Das entspricht etwa dem elfmaligen Erdumfang. – im Kanalnetz etwa 31 000 Regenentlastungsanlagen (Überlauf-, Rückhalte- und Klärbecken) mit einem gesamten Speichervolumen von 33 Mill. m³ eingebaut sind? Das entspricht einem Sechstel des Stauraums der Edersee-Talsperre. – das Abwasser von fast 75 Mill. Einwohnern in Abwasserbehandlungsanlagen gereinigt wird? – in den öffentlichen Klärwerken 99 % des Abwassers (9,5 Mrd. m³) mit biologischen Verfahren behandelt werden? – in Deutschland jährlich insgesamt 4,1 Mill. t Klärschlamm (auf Trockenmasse berechnet) anfallen? Etwa die Hälfte wird, z.B. in der Landwirtschaft oder durch Kompostierung, stofflich verwertet. Ein Drittel wird verbrannt. (Quelle: vorläufigen Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes für 1998)

21. März 2001

WWF: Bestandsaufnahme zum Tag des Waldes

Themen: Archiv — info @ 16:03

Wälder schwinden weltweit

Frankfurt (agrar.de) – Um die Wälder ist es weltweit schlecht bestellt. Die Studie ‚Understanding the Forest Resources Assesment 2000‘ von WWF und World Resources Institute (WRI) kommt zum Ergebnis, dass die Wälder weltweit mit über 13 Millionen Hektar pro Jahr rascher schwinden als angenommen.

Die vor kurzem von der Welternährungsorganisation der UNO (FAO) herausgegebene Waldstudie ‚Forest Assessment 2000‘ (unsere %url4%Meldung%/%) schlußfolgert, die Waldvernichtung habe sich weltweit verlangsamt. Der WWF zweifelt das Ergebnis an. Denn für diese Studie hat die FAO die Walddefinition geändert. Mussten vor kurzem noch 20 Prozent einer Fläche mit Bäumen bestanden sein, um für die FAO als Wald zu gelten, so genügen jetzt bereits 10 Prozent. Große Flächen in Australien, die dort als Wüste eingestuft sind, verwandelten sich damit in Wald. Auch zählt die Umwandlung bislang unberührter tropischer Regenwälder in gleichförmige Holzplantagen für die FAO nicht als Waldverlust.

‚Dadurch wird der Vergleich zu früheren Bestandsaufnahmen sinnlos.Große Teile der FAO-Studie sind zwar gut, aber die Kernaussage stimmt nicht. Die Wälder gehen in Wirklichkeit schneller zurück, als die Studie uns glauben macht‘ so Markus Radday, Tropenwaldexperte beim WWF Deutschland.

Gefährdet sind insbesondere die tropischen Wälder in Afrika und Südostasien. In Südamerika hat sich die Situation durch nachhaltige Waldnutzung insgesamt gebessert. Illegaler Holzeinschlag, industrialisierte Forstwirtschaft und die Umwandlung in landwirtschaftliche Flächen setzen den Wäldern am meisten zu. Neuerdings kommen verheerende Waldbrände hinzu.

In Europa liegt ein Teil der Verantwortung dafür, dass wir die Produkte aus den tropischen Wäldern nutzen. Um diese fatale Entwicklung aufzuhalten, fordert der WWF, alle Wälder umweltverträglich, entsprechend den Standards des Forest Stewardship Council (FSC) zu bewirtschaften. In Deutschland sei zudem eine Aufnahme von Anforderungen für die gute fachliche Praxis der Forstwirtschaft in das neue Bundesnaturschutzgesetz überfällig.

Links zum Thema %url5%Wald und Forst%/%.

20. März 2001

DBV begrüßt den Kompromiss zur Biomasseverordnung

Themen: Archiv — info @ 16:03

Bonn (agrar.de) – Als einen ersten wichtigen Schritt zum Abbau des Investitionsstaus in der Bioenergiebranche hat der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, die Zustimmung der Bundesregierung zum Entwurf der Biomasseverordnung bezeichnet. Gleichzeitig fordert der Bauernverband nun eine zügige Verabschiedung der Verordnung durch Bundesrat und Bundestag, damit eine erhebliche Steigerung der umweltfreundlichen Stromproduktion aus Bioenergieanlagen in den nächsten Jahren erreicht werden kann.

Kernpunkt der Biomasseverordnung ist die Regelung, welche Stoffe und technische Verfahren bei der Nutzung von Biomasse in den Anwendungsbereich des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) fallen. Der Kompromissvorschlag zur Biomasseverordnung sieht vor, Althölzer mit in die Verordnung einzubeziehen, wenn die Anlagen die höchsten immissionschutzrechtlichen Vorschriften der 17. Bundesimmissionsschutzverordnung einhalten. Bei der Verwendung von Biomasse tierischen Ursprungs gibt es gegenüber der bisherigen Praxis keine Einschränkungen. Stoffe, die keine Ausnahme nach dem Tierkörperbeseitigungsgesetz erhalten, bleiben jedoch weiterhin von der Vergütung nach EEG ausgeschlossen. Der jetzt gefundene Kompromissvorschlag findet die inhaltliche Zustimmung des DBV, betonte Sonnleitner.

Durch eine nun zügige Zustimmung von Bundesrat und Bundestag könnte die dringend benötigte Investitionssicherheit für Bioenergieanlagenbetreiber erreicht und ein erheblicher Investitionsstau in der Bioenergiebranche aufgelöst werden. Damit würde dem gesellschaftspolitischen Ausbau der erneuerbaren Energien Rechnung getragen – zum Wohle des Klimaschutzes und der Entwicklung ländlicher Räume.

Links zum Thema Biomasse.

Bayern: Aus für landwirtschaftliche Klärschlammnutzung

Themen: Archiv — info @ 10:03

München (agrar.de) – Das Ausbringen von Klärschlamm auf landwirtschaftlichen Flächen soll in Bayern so schnell wie möglich beendet werden. Die Bayerische Staatsregierung sprach sich heute auf Vorschlag von Umweltminister Werner Schnappauf für eine entsprechende Bundesratsinitiative aus. Um das Ausbringen von Klärschlamm in der Landwirtschaft zu verbieten, sind Änderungen im Bundes- und EU-Recht erforderlich. Der bayerische Entschließungsantrag ist deshalb an die Adresse der Bundesregierung gerichtet.

‚Bei der Entscheidung haben Vorsorgegesichtspunkte den Ausschlag gegeben‘, betonte Schnappauf. Der Umweltminister wies darauf hin, dass die bayerische Initiative über die Forderungen anderer Länder nach schärferen Rahmenbedingungen hinausgeht. ‚Vom heutigen Beschluss geht nicht nur eine Signalwirkung für sichere Lebensmittel, sondern auch für den Schutz von Boden und Grundwasser aus‘, so Schnappauf weiter.

Als Alternative zur Ausbringung auf landwirtschaftliche Böden bietet sich die Verbrennung des Klärschlamms an. Eine Ökobilanz eines unabhängigen Instituts hat kürzlich gezeigt, dass die thermische Verwertung des Klärschlamms gegenüber der landwirtschaftlichen eindeutig zu bevorzugen ist.

In Bayern fallen derzeit an rund 3.000 kommunalen Kläranlagen jährlich 5,8 Millionen Tonnen Klärschlamm mit einem Wassergehalt von 95 Prozent an. Diese Menge entspricht einer Trockenmasse von rund 290.000 Tonnen. Davon wurden 1999 rund 140.000 Tonnen in der Landwirtschaft verwertet. Die thermische Verwertung setzt zusätzliche Entwässerungs- und Trocknungsanlagen voraus. Umweltminister Schnappauf hat den kommunalen Spitzenverbänden bereits zugesagt, mit ihnen ein Konzept für die alternative Klärschlammentsorgung zu erörtern.

Frühere Meldungen: IDA: Zentrale Abwasserbeseitigung verschärft Seuchengefahr [16.03.2001] Bund Naturschutz: BSE-Krise nicht als Hebel zur Klärschlammverbrennung nutzen [10.03.2001] Staiblin: ‚Risiko-Minimierung bei Klärschlammverwertung erforderlich‘ [07.03.2001]

Links zum Thema %url1%Klärschlamm%/%

19. März 2001

Arbeitsmarkt: Entlassungen und Kurzarbeit wegen BSE

Themen: Archiv,MKS — info @ 16:03

Nürnberg (agrar.de) – Die BSE-Krise hat zu Kurzarbeit für bereits 12.000 Beschäftigte in der deutschen Ernährungsindustrie geführt. Allein im vergangenen Dezember sei der Rindfleischabsatz um 67 Prozent eingebrochen, sagte der Vorsitzende der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), Peter Traumann, in der vergangenen Woche. Insgesamt seien bis zu 40.000 Arbeitsplätze bedroht; rund acht Prozent der rund 555.000 Beschäftigten in der Ernährungsindustrie. Auch die Gewerkschaft Nahrung, Genussmittel, Gaststätten hält bis zu 40.000 der insgesamt 112.000 Arbeitsplätze im Bereich Schlachtung und Fleischverarbeitung für gefährdet.

Angaben der Arbeitsämter zufolge sind bislang zwischen 1800 und 2600 Arbeitsplätze verlorengegangen. Diese Zahlen nannte der Sprecher der Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg, Eberhard Mann, der ‚Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung‘. Im Zeitraum zwischen Dezember 1999 bis Februar vergangenen Jahres seien in der Branche 5.798 Menschen arbeitslos gemeldet gewesen, ein Jahr später seien es 7.614 gewesen. Der Zuwachs an Arbeitslosen sei vermutlich der BSE-Krise zuzuschreiben, so Mann. Beim Vergleich November vergangenen Jahres – dem Beginn der BSE-Krise – und Februar dieses Jahres ergebe sich ein Anstieg bei den arbeitslos gemeldeten Fleischverarbeitern um 2.666. Gelinge es nicht, die durch BSE entstandenen Befürchtungen bei den Verbrauchern wieder abzubauen, könne es aber noch zu viel mehr Entlassungen kommen, warnte Mann.

Die Lieferengpässe bei Rinderhäuten dürften zu weiteren Beschäftigungsrückgängen führen. Der Geschäftsführer des Verbands der Deutschen Lederindustrie, Thomas Schröer, sagte im Saarländischen Rundfunk, zurzeit bestehe ein extremer Mangel an Kuhhäuten. Die Maul- und Klauenseuche habe nach der BSE-Krise die Lage zusätzlich erschwert, weil aus Frankreich nun keine Ware mehr komme.

Links zum Thema BSE. Links zum Thema %url2%Arbeitsmarkt%/%.

Greenpeace: Futtermittel in Österreich enthalten bis zu 60 Prozent Gen-Soja

Themen: Archiv — info @ 12:03

Wien (agrar.de) – Die Umweltschutzorganisation Greenpeace in Österreich hat in den vergangenen Wochen breit angelegte Gen-Analysen bei Futtermitteln durchgeführt. Das Ergebnis ist alarmierend: In sämtlichen Proben wurden zum Teil erhebliche Mengen an Gentech-Soja gefunden. Auch die Analyse der Soja-Ladung auf dem von Greenpeace vergangene Woche blockierten Schiff ergab einen Gentech-Anteil von mehr als 30 Prozent.

Für Herwig Schuster, Gentechnik-Experte von Greenpeace Österreich, ein erschreckendes Ergebnis: ‚Wir befürchten, dass ein Großteil der in Österreich verkauften Futtermittel Gentech-Soja einen hohen Anteil enthält. Und das ohne jede Kennzeichnung – Bauern und Konsumenten werden so zu ahnungslosen Opfern der Gentech-Industrie. Um diese unhaltbare Situation zu beenden, müssen die Minister Haupt und Molterer ihre peinliche Kompetenz-Verweigerung beenden und für einen raschen Stopp der anrollenden Lawine von Gentech-Soja sorgen!‘

Greenpeace hat in den letzten Wochen 14 Futtermittel-Proben von den fünf großen österreichischen Herstellern Garant, Lagerhaus Klagenfurt, Tagger, Likra, Fixkraft gekauft bzw. aus einem Soja-Frachtschiff entnommen und durch das Umweltbundesamt auf Gentech-Bestandteile untersuchen lassen. Bei 13 der analysierten Mischfutter-Proben lag der Anteil an gentechnisch manipulierten Sojabohnen zwischen zehn und 63% der gesamten enthaltenen Soja. Eine Probe enthielt nur geringe Mengen an Soja, wodurch der exakte Gentech Anteil nicht quantifizierbar war.

‚Die Analysen zeigen, dass weit mehr Gentech-Soja nach Österreich kommt als ursprünglich befürchtet‘, so Schuster. ‚Der Gentech-Soja Import scheint nach dem Tiermehlverbot nun regelrecht zu ‚explodieren‘ – und es könnte noch mehr werden. Einzelne Proben enthielten mehr als 60 Prozent Gen-Soja. Dies ist ein weit höherer Gentech-Anteil als dem Anbau in den Exportländern entspricht. Rechnet man den von uns gemessenen durchschnittlichen Gentech-Anteil auf die gesamte Soja-Import-menge hoch, so würde das nicht weniger als 215.000 Tonnen Gentech-Soja pro Jahr in Österreich ergeben.‘

Links zum Thema Gentechnik/Biotechnologie.

Seiten: << 1 2 3 4 5 6 >>



   (c)1997-2017 @grar.de