29. März 2001

Vereinigtes Königreich darf gegen MKS impfen

Themen: Archiv,MKS — info @ 09:03

Brüssel (agrar.de) – Der Ständige Veterinärausschuss, der die Mitgliedstaaten der Europäischen Union vertritt, stimmte dem Vorschlag der Europäischen Kommission zu, Tiere in Devon und Cumbria (Vereinigtes Königreich) zu impfen. Dort hat sich die Krankheit besonders stark ausgebreitet, so dass Notimpfungen befürwortet werden, berichtet die Vertretung der EU-Kommission in Deutschland.

Nun können etwa 180.000 Tiere geimpft werden. Die Impfung wird in ihre Tierpässe eingetragen. Die geimpften Tiere dürfen länger als ein Jahr nach dem letzten Ausbruch im jeweiligen Gebiet nicht aus den Impfgebieten und keinesfalls in andere Mitgliedstaaten gebracht werden. Sie könnten das MKS-Virus auf andere Tiere übertragen, wenn sie infiziert wurden, bevor der volle Impfschutz bestand. Fleisch und Milch dieser Tiere können verwendet werden, sofern sie einer besonderen Behandlung (Pasteurisierung, Reifung) unterzogen werden, die die Vernichtung eines etwaigen MKS-Virus sicherstellt.

Ein allgemeines EU-weites Schutzimpfungsprogramm für alle Tiere gibt es nicht, wird aber diskutiert. Die Frage einer möglichen Schutzimpfung von Zootieren soll in einer Sachverständigenarbeitsgruppe am nächsten Freitag und anlässlich der Ratstagung in der morgigen Sitzung der Leitenden Veterinärbeamten aller Mitgliedstaaten erörtert werden.

Links zum Thema Bio-Landbau und Maul- und Klauenseuche

28. März 2001

Agrarstruktur: Rheinische Bauernhöfe meist Haupterwerb

Themen: Archiv — info @ 15:03

Bonn (agrar.de) – Rund 60 Prozent aller Bauernhöfe im Rheinland werden im Haupterwerb geführt. Mit 40 Prozent ist der Anteil der Nebenerwerbsbetriebe, bei denen die Landwirtschaft nicht die Haupteinnahmequelle ist, leicht rückläufig, so die Landwirtschaftskammer Rheinland in Bonn. Die 9.590 Haupterwerbsbetriebe bewirtschaften bei einer Durchschnittsgröße von 40,7 ha rund 76 Prozent der 516.000 ha landwirtschaftliche Fläche im Rheinland. Der durchschnittliche Nebenerwerbsbauernhof im Rheinland ist 13,5 ha groß.

Im Vergleich zu Westfalen-Lippe und zu Nordrhein-Westfalen liegt der Anteil der Haupterwerbsbetriebe im Rheinland deutlich höher. Nur knapp jeder dritte rheinische Betrieb ab 5 ha wird im Nebenerwerb bewirtschaftet, während in Westfalen-Lippe mit 46,5 Prozent schon fast jeder zweite Landwirt sein Haupteinkommen aus anderen Quellen bezieht.

EU: Neue Aktionspläne zum Schutz von Tiere und Pflanzen

Themen: Archiv — info @ 14:03

(agrar.de) – Die Europäische Kommission verabschiedete heute eine ganze Reihe von Aktionsplänen, die das Überleben möglichst vieler Tier- und Pflanzenarten sicherstellen sollen. Die Aktionspläne sollen in die Landwirtschafts-, Fischerei-, Umwelt- und Entwicklungspolitik der EU integriert werden.

Eine große biologische Vielfalt ist wichtig, damit unserer Gesellschaft die von ihr benötigten Grundstoffe zur Verfügung stehen. Sie bildet die Voraussetzung für eine langfristig nachhaltige Landwirtschaft und Fischerei und die Grundlage für viele industrielle Verfahren und die Herstellung neuer Arzneimittel.

Das Ziel der Aktionspläne besteht darin, den Rückgang der Artenvielfalt, den Verlust von Ökosystemen, Pflanzensorten, Haustier- und Fischarten aufzuhalten. Die Pläne enthalten konkrete Aktionen und Maßnahmen mit messbaren Zielsetzungen, um den gegenwärtigen Trend umzukehren.

In den letzten Jahrzehnten hat sich trotz der Anstrengungen der EU und ihrer Mitgliedstaaten der Rückgang der biologischen Vielfalt in Europa dramatisch beschleunigt:

64 in Europa heimische Pflanzenarten sind ausgestorben, 45 Prozent aller Schmetterlingsarten, 38 Prozent der Vogelarten und etwa 5 Prozent aller wild lebenden Weichtierarten werden als vom Aussterben bedroht betrachtet. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft sind in den letzten Jahrzehnten rund 60 Prozent der Feuchtgebiete verloren gegangen.

97 Haustierrassen sind bereits ausgestorben und fast 30 Prozent der überlebenden Haustierrassen gelten als bedroht. Aufgrund der Überfischung befinden sich einige unserer Fischbestände gegenwärtig in einem alarmierenden Zustand. Das Problem ist keineswegs auf Europa begrenzt. Weltweit sind über 11.000 Pflanzen- und Tierarten in naher Zukunft vom Aussterben bedroht.

Eine traditionelle Naturschutzpolitik genügt nicht, um die biologische Vielfalt auf der Welt zu erhalten. Daher legte die Kommission bereits 1998 eine Gemeinschaftsstrategie zur Erhaltung der biologischen Vielfalt vor. Die nun angenommenen Aktionspläne geben die Schritte vor, die notwendig sind, um dem Verlust an biologischer Vielfalt entgegenzuwirken. Außerdem enthalten sie geeignete Indikatoren für die Überwachung und Bewertung der Durchführung und Wirksamkeit der vorgesehenen Aktionen und Maßnahmen.

Die Kommission wird eine Sachverständigengruppe für biologische Vielfalt einrichten, der auch Vertreter der Mitgliedstaaten, von Nichtregierungsorganisationen und andere Interessenvertreter angehören werden. Darüber hinaus werden die Aktionspläne als Grundlage für den künftigen politischen Dialog mit Entwicklungsländern dienen.

Kommission ergreift Maßnahmen gegen Verlust der biologischen Vielfalt

Themen: Archiv — info @ 14:03

Brüssel (agrar.de) – Die Europäische Kommission verabschiedete heute eine ganze Reihe von Aktionsplänen zur Einbeziehung des Schutzes der biologischen Vielfalt in die Landwirtschafts-, Fischerei-, Umwelt- und Entwicklungspolitik der EU. Eine große biologische Vielfalt ist wichtig, damit unserer Gesellschaft die von ihr benötigten Grundstoffe zur Verfügung stehen. Sie bildet die Voraussetzung für eine langfristig nachhaltige Landwirtschaft und Fischerei und die Grundlage für viele industrielle Verfahren und die Herstellung neuer Arzneimittel.

Das Ziel der Aktionspläne besteht darin, den Rückgang der Artenvielfalt, den Verlust von Ökosystemen, Pflanzensorten, Haustier- und Fischarten aufzuhalten. Die Pläne enthalten konkrete Aktionen und Maßnahmen mit messbaren Zielsetzungen, um den gegenwärtigen Trend umzukehren. Ihr Ausgangspunkt ist die 1998 angenommene Strategie der Europäischen Gemeinschaft zur Erhaltung der biologischen Vielfalt, in der sich die Kommission verpflichtete, konkrete Schritte zur Verwirklichung dieser strategischen Ziele und zur Umsetzung des 1992 in Rio geschlossenen Übereinkommens über biologische Vielfalt vorzuschlagen.

In Bezug auf die Pläne erläutert Margot Wallström, das für Umweltfragen zuständige Kommissionsmitglied: ‚Diese Aktionspläne zeigen die Entschlossenheit der Kommission, den Umweltschutz und die nachhaltige Entwicklung in alle Politikbereiche zu integrieren. Sie sind wichtige Meilensteine auf dem Weg zu einer Strategie der nachhaltigen Entwicklung, die auf dem Europäischen Rat von Göteborg im Juni verabschiedet werden soll.‘ Nach Ansicht von Franz Fischler, dem für Landwirtschaft und Fischerei verantwortlichen Kommissionsmitglied, ist eine ‚große biologische Vielfalt Teil des weltweiten Kapitals, von dem die Bevölkerung abhängt. Wir müssen den Verlust der Pflanzen und Tiere aufhalten, denn die Gesellschaft kann ohne diese Ressourcen nicht überleben. Ein Verlust an biologischer Vielfalt bedeutet einen Verlust an wirtschaftlichen Möglichkeiten, auch für Bauern und Fischer.‘ Poul Nielson, in der Kommission zuständig für Entwicklung und humanitäre Hilfe, hebt hervor: ‚Der Großteil der biologischen Vielfalt auf der Erde befindet sich in den Entwicklungsländern. Die Zerstörung dieser Vielfalt vermindert gerade in diesen Ländern die Entwicklungschancen künftiger Generationen und beeinträchtigt die Fähigkeit der Ökosysteme, sich an Veränderungen anzupassen.‘

Die Bedrohung

In den letzten Jahrzehnten hat sich trotz der Anstrengungen der EU und ihrer Mitgliedstaaten der Rückgang der biologischen Vielfalt in Europa dramatisch beschleunigt. Dafür einige Beispiele:

– 64 in Europa heimische Pflanzenarten sind ausgestorben, 45 Prozent aller Schmetterlingsarten, 38 Prozent der Vogelarten und etwa 5 Prozent aller wild lebenden Weichtierarten werden als vom Aussterben bedroht betrachtet.

– Durch die Intensivierung der Landwirtschaft sind in den letzten Jahrzehnten rund 60 Prozent der Feuchtgebiete verloren gegangen.

– Gleichzeitig sind 97 Haustierrassen bereits ausgestorben und gelten gegenwärtig fast 30 Prozent der überlebenden Haustierrassen als bedroht.

– Aufgrund der Überfischung befinden sich einige unserer Fischbestände gegenwärtig in einem alarmierenden Zustand.

Das Problem ist keineswegs auf Europa begrenzt weltweit sind über 11.000 Pflanzen- und Tierarten in naher Zukunft vom Aussterben bedroht. Ihr Schicksal zeigt jedoch auch, wie angeschlagen die entsprechenden weiteren Ökosysteme sind.

Die Antwort

Eine traditionelle Naturschutzpolitik genügt nicht, um die biologische Vielfalt auf der Welt zu erhalten. Spezielle Schutzmaßnahmen für wichtige Arten und Lebensräume sind von grundlegender Bedeutung, reichen allein aber auch nicht aus, um dem Verlust der biologischen Vielfalt wirksam entgegenzutreten. Daher legte die Kommission 1998 eine Gemeinschaftsstrategie zur Erhaltung der biologischen Vielfalt vor. Diese Strategie stellt einen Rahmen für Maßnahmen dar, um das Problem der biologischen Vielfalt in alle relevanten Politikbereiche zu integrieren, z. B. Landwirtschaft, Fischerei, Erhaltung der natürlichen Ressourcen sowie wirtschaftliche und Entwicklungszusammenarbeit. Die nun angenommenen Aktionspläne geben die Schritte vor, die notwendig sind, um dem Verlust an biologischer Vielfalt in jedem der Bereich entgegenzuwirken. Sie enthalten auch Orientierungen zur Festlegung geeigneter Indikatoren für die Überwachung und Bewertung der Durchführung und Wirksamkeit der vorgesehenen Aktionen und Maßnahmen.

Der Aktionsplan für die Erhaltung der natürlichen Ressourcen zeigt die Entschlossenheit der Kommission, die Vogel- und Habitatrichtlinie vollständig umzusetzen und die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der nach diesen Richtlinien ausgewiesenen Gebiete zu unterstützen. Was noch wichtiger ist, er legt dar, wie die allgemeinen Umweltinstrumente wie Wasserrahmenrichtlinie, Strategie für einen integrierten Schutz der Küstengebiete und Umweltverträglichkeitsprüfung genutzt werden sollen, um zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in der gesamten Europäischen Union beizutragen.

Der Plan enthält auch spezifische Umweltschutzmaßnahmen für die Überwachung und Bewertung der Gesamtauswirkungen auf die biologische Vielfalt, die von den Anstrengungen zur Berücksichtigung dieser Belange in anderen Bereichen ausgehen (z. B. Landwirtschaft, Fischerei, Aquakultur und Forstwirtschaft).

Schließlich dient der Aktionsplan der Verbesserung der Handlungsmöglichkeiten und Synergiewirkungen mit den einschlägigen internationalen Übereinkommen und Prozessen(1). Die kohärente Vorbereitung und Abwicklung dieser Tätigkeiten ist dringend geboten, um mögliche Bedrohungen abzuwenden und für die biologische Vielfalt einen möglichst hohen Nutzen zu erzielen.

Der Aktionsplan für die Landwirtschaft beginnt mit einer Analyse der Wechselwirkungen zwischen Landwirtschaft und biologischer Vielfalt. Es liegt auf der Hand, dass Größenordnung, Anwendungsbereich und Art der Produktionstechniken enorme Auswirkungen auf die Landschaft und auf natürliche Lebensräume haben. Intensive Anbautechniken scheinen besonders negative Effekte zu haben.

Andererseits zeugen zahlreiche landschafts- und ortstypischen Umweltmerkmale von einem reichen landwirtschaftlichen Erbe. Der Aktionsplan nennt sieben vorrangige Bereiche, in denen die landwirtschaftliche Tätigkeit und die biologische Vielfalt gegenseitig Nutzen bringen können:

– ein vernünftiges Maß an Intensivierung der Landwirtschaftspraktiken,

– Erhaltung einer wirtschaftlich lebensfähigen und sozial verträglichen landwirtschaftlichen Tätigkeit, insbesondere in Gebieten mit reicher biologischer Vielfalt, in denen diese Tätigkeiten geschwächt wurden,

– sinnvolle Anwendung von sowohl auf die Landwirtschaft als auch die Umwelt ausgerichteten Maßnahmen zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt,

– Erhaltung einer ökologischen Infrastruktur auf dem ganzen Gebiet der Gemeinschaft,

– Unterstützung von Maßnahmen zur Erhöhung der genetischen Vielfalt in der Landwirtschaft und Erhaltung lokaler, herkömmlicher Pflanzensorten und Haustierrassen,

– Förderung des Absatzes von an örtliche und regionale Verhältnisse angepassten Haustierrassen und Pflanzensorten,

– Verhütung der Verbreitung und Überhandnahme nicht heimischer Arten.

Der Aktionsplan enthält darüber hinaus viele Anstöße für ein vertieftes Nachdenken über die Gemeinsame Agrarpolitik, das immer notwendiger wird.

Der Aktionsplan für die Fischerei beschäftigt sich mit den Bedrohungen, die sowohl von der herkömmlichen Fischerei als auch von der Aquakultur ausgehen. In diesem kurz- bis mittelfristigen Aktionsplan sind Maßnahmen auf drei Stufen vorgesehen:

– Erhaltung und nachhaltige Nutzung der Fischbestände,

– Schutz von durch Beifang beeinträchtigten Arten, von Lebensräumen und Ökosystemen vor Fischereitätigkeiten,

– Verhütung von Auswirkungen der Aquakultur auf verschiedene Ökosysteme.

Auf den beiden ersten Stufen erstrecken sich die geforderten Maßnahmen auf die Verminderung der Fischereitätigkeiten, die Anwendung technischer Maßnahmen sowie den Ausbau von Forschung und Überwachung. Im Bereich der Aquakultur sind die Maßnahmen auf eine Minderung der Umweltauswirkungen dieser Kulturen, die Vermeidung des Einführens nicht heimischer, überhandnehmender Arten, die Gewährleistung der Gesundheit der Tierpopulationen und den Ausbau der Forschung zur Vertiefung der diesbezüglichen Kenntnisse ausgerichtet. Kontinuierliche Forschung und Überwachung sind für den Erfolg der im Aktionsplan festgelegten Maßnahmen von entscheidender Bedeutung.

Diese Maßnahmen entsprechen voll und ganz dem Ansatz, der auch mit der kürzlich verabschiedeten Mitteilung über die Einbeziehung des Umweltschutzes in die Fischereipolitik im Rahmen des Cardiff-Prozesses und mit dem Grünbuch über die Zukunft der Gemeinsamen Fischereipolitik verfolgt wird.

Der Aktionsplan für die Wirtschafts- und Entwicklungszusammenarbeit ist vor allem auf die Bekämpfung der Armut gerichtet, denn biologische Vielfalt und Entwicklung hängen eng miteinander zusammen. Der Großteil der biologischen Vielfalt und die am meisten bedrohten Gebiete liegen in den Wäldern, Feuchtgebieten und Korallenriffen der Entwicklungsländer. Sie werden nur allzu oft in einem genau das Gegenteil bewirkenden Streben nach kurzfristiger Entwicklung zerstört. Arme Menschen leiden besonders an der Beeinträchtigung der natürlichen Ressourcen und sind auf eine große Pflanzenvielfalt angewiesen, um unter ihren schwierigen Bedingungen leben zu können.

Die EU steht in der Pflicht, diesen Ländern zu helfen, damit sie ihre natürlichen Ressourcen erhalten, die für das Wohl ihrer Gesellschaften unverzichtbar sind.

Im Aktionsplan wird auf die Notwendigkeit verbesserter Verbindungen zwischen EU-Mitgliedstaaten und den mit der internationalen Entwicklungszusammenarbeit beauftragten Stellen, Programmen und Institutionen der Mitgliedstaaten und auf internationaler Ebene (beispielsweise Weltbank und Internationale Umweltfazilität) hingewiesen. Ferner wird erwogen, ob der Aufbau von Kapazitäten zur Lösung von Entwicklungs- und Umweltproblemen innerhalb der Kommission notwendig ist.

Im Aktionsplan sind anzuwendende ‚Leitgrundsätze‘ (einschließlich Ökosystemkonzept, Mitwirkung interessierter Kreise, Berücksichtigung in einem breiteren strategischen Rahmen) und die auf den drei nachstehenden, in Wechselwirkung stehenden Gebieten zu ergreifenden Maßnahmen festgelegt:

– Intensivproduktionssysteme (Landwirtschaft, Viehzucht, Aquakultur, Baumpflanzungen usw.) unter Beachtung ihrer lebenserhaltenden Funktionen und Dienste, der Erhaltung der genetischen Vielfalt, der Gefahr des Einschleppens nichtheimischer, stark überhandnehmender Arten sowie lebender genetisch veränderter Organismen;

– auf nichtdomestizierten Arten basierende Produktionssysteme (Forstwirtschaft, Nutzung von Wildtieren und -pflanzen, Fischerei usw.), bei denen es vor allem darum geht, in produktionsorientierten Landschaftstypen eine Reihe von Ökosystemen und Habitaten zu erhalten;

– Schutzgebiete, für die eine klarere Verbindung zwischen Schutzmaßnahmen und nachhaltiger Entwicklung erforderlich ist.

Im Plan wird nachdrücklich eine verbesserte Anwendung der strategischen Umweltprüfung und Umweltverträglichkeitsprüfung gefordert; er konzentriert sich auf die Unterstützung beim Aufbau diesbezüglicher Kapazitäten.

Die Kommission wird eine Sachverständigengruppe für biologische Vielfalt einrichten, der auch Vertreter der Mitgliedstaaten, von Nichtregierungsorganisationen und andere Interessenvertreter angehören werden. Dadurch sollen eine gegenseitige Ergänzung und Synergiewirkungen mit den nationalen Strategien für die biologische Vielfalt, die in den Mitgliedstaaten bestehen oder derzeit entwickelt werden, erreicht werden. Darüber hinaus werden die Aktionspläne als Grundlage für den künftigen politischen Dialog mit Entwicklungsländern dienen.

Bei der Verabschiedung der Pläne hoben die Kommissionsmitglieder Wallström, Fischler und Nielson hervor, dass ‚tragfähige Lösungen nur dann möglich sind, wenn wir es schaffen, die biologische Vielfalt in alle relevanten Politikbereiche und -instrumente einzubeziehen. Die Aktionspläne für biologische Vielfalt sind unser Hauptinstrument dafür.‘

(1)Insbesondere CITES-, Klimaschutz-, Wüstenbildungs-, Barcelona- und OSPAR-Übereinkommen, die Protokolle von Cartagena und Montreal, WTO/TRIPS, FAO und der international Prozess für die Wälder.

DBV: Wal-Mart will Preiskrieg in Supermärkten fortsetzen

Themen: Archiv — info @ 12:03

Verband fordert Künast und Müller zur Gegenreaktion auf

Berlin (agrar.de) – Vor dem Hintergrund der derzeitigen agrarpolitischen Diskussionen sowie den Äußerungen der Bundesregierung kann die Ankündigung des Handelskonzerns Wal-Mart, wonach in Deutschland für über 1.000 Artikel, darunter viele Lebensmittel, die Preise dauerhaft weiter gesenkt werden sollen, nur mit Unverständnis aufgenommen werden. Zwar sei dies aus Verbrauchersicht kurzfristig eine erfreuliche Nachricht, doch werde es sich als Pyrrhussieg erweisen. Denn Dauerniedrigpreise stünden der Forderung der Politik und der Verbraucher nach mehr Qualität und Lebensmittelsicherheit entgegen. Dies betonte der Deutsche Bauernverband (DBV) auf die Erklärung von Wal-Mart, den Preiskampf der Supermarktketten mit einer dritten Preissenkungsrunde innerhalb weniger Monate fortzusetzen.

Für Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast müsse die Ankündigung wie ein Affront wirken. Die Philosophie ‚Klasse statt Masse‘ sei mit der aggressiven Fortsetzung des Preiskrieges nicht in Einklang zu bringen. Das von Künast propagierte ‚magische Sechseck‘ könne ohne die Mitwirkung des Lebensmitteleinzelhandels nicht funktionieren. Jetzt müsse sich zeigen, ob die Appelle der Bundesministern an die Verbraucher, beim Einkauf umzudenken, fruchten würden. Wenn nicht anders möglich, müsse Bundeswirtschaftsminister Werner Müller erneut das Kartellrecht bemühen und hart einschreiten.

EU-Umweltaktionsprogramm: Berichterstatter fordern gezieltere Ansätze

Themen: Archiv — info @ 11:03

Brüssel (agrar.de) – In der gestrigen öffentlichen Anhörung über den Entwurf des 6. EU-Umweltaktionsprogramms (UAP), zu der der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschusses geladen hatte, riefen die Berichterstatter des WSA (Paolo Braghin), des Ausschusses der Regionen (Edite Fátima Estrela) und des Europäischen Parlaments (Riitta Myller) gemeinsam dazu auf, dass das neue Programm konkretere Ziele enthalten müsse.

Sie widersprachen damit der Europäischen Kommission, die nach eigenen Angaben nicht ernsthaft eine Vielzahl an Zielen vorschlagen könne, da die notwendigen wissenschaftlichen Daten derzeit nicht vorlägen. ‚Dieses Argument ist nicht glaubwürdig‘, betonte Edite Estrela und ergänzte: ‚in seiner jetzigen Form erfüllt das 6. UAP unsere Hoffnungen nicht.‘ Riitta Myller fügte hinzu, um eine echte Vision des Wandels zu schaffen, sollten ‚die Ziele in dem neuen Programm nicht mittelfristig (bis 2010) begrenzt, sondern auch langfristig angelegt sein‘.

Im Namen des schwedischen Ratsvorsitzes bestätigte Jon Kahn, Direktor im schwedischen Umweltministeriums, dass klarere Ziele notwendig seien. Als Reaktion auf diese und ähnliche Kritik an dem Kommissionsvorschlag betonte David Grant Lawrence, Direktor in der GD Umwelt, der Programmentwurf enthalte zahlreiche qualitative Ziele, und die geplanten thematischen Strategien würden zusätzliche quantitative Ziele umfassen.

Die Forderung der Berichterstatter nach konkreteren Zielen folgte ähnlichen Äußerungen anderer Redner der Anhörung, darunter Prof. Martin Jänicke von der Freien Universität Berlin, renommierter Experte auf dem Gebiet der vergleichenden Umweltplanung; er betonte, klare Ziele seien ein wesentlicher Bestandteil des ‚management by objectives‘, eines weithin anerkannten Politikmodells. Entscheidend seien Ziele – die unter Einbeziehung aller relevanten Interessengruppen festgelegt werden müssten – um den einzelnen Wirtschaftssektoren Orientierungshilfe zu bieten. Entsprechend müssten sich diese Sektoren den von ihnen hervorgerufenen Umweltproblemen und dem Beitrag stellen, den sie zu deren Lösung zu leisten hätten.

Unterstützung erhielt er von Christian Hey vom Europäischen Umweltbüro, der betonte, dass klar definierte qualitative und quantitative Ziele – alles andere als reiner Selbstzweck – aus vielerlei Gründen wesentlich seien: als Benchmarking-Instrument, als Maßstab für die Berichterstattung und als Bezugsgröße für die Kommunikation mit der breiten Öffentlichkeit.

In der Anhörung wurde ferner eine Reihe weiterer Empfehlungen abgegeben. Michael Wriglesworth von der UNICE betonte, zwischen dem 6. UAP und verwandten politischen Initiativen – wie der geplanten EU-Strategie für nachhaltige Entwicklung und dem Lissabonner Prozess – müsste eine enge Übereinstimmung gewährleistet sein. Guido Lena von der UEAPME äußerte sich zu den besonderen Bedürfnissen des Mittelstandes und forderte, es müssten spezielle Fonds zur Unterstützung der KMU bei der Umsetzung des Umweltrechts bereitgestellt werden. Joaquín Nieto Sainz von der spanischen Gewerkschaft Comisiones Obreras betonte, es sei äußerst wichtig, die Arbeitnehmer in die Gestaltung und Umsetzung der Umweltpolitik einzubeziehen; dieser Aspekt fehle im 6. UAP völlig. Er forderte ferner, neben den bereits in dem Programm vorgesehenen gesundheitsbezogenen Maßnahmen müsse der Gesundheit am Arbeitsplatz größere Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Schließlich gab Miroslav Chodak vom Regionalen Umweltzentrum der mittel- und osteuropäischen Länder einige Empfehlungen aus Sicht der Beitrittsländer ab, wonach die Kapazitätsbildung im ökologischen Bereich auf lokaler und regionaler Ebene ausgebaut und ein größerer Teil der Heranführungshilfe für eine nachhaltige Entwicklung – etwa zur Förderung des ÖPNV – verwendet werden sollte.

Das Protokoll über die Anhörung, eine der zahlreichen Tätigkeiten des WSA zum 6. Umweltaktionsprogramm, ist in Kürze auf der WSA-Website zu finden.

26. März 2001

Weniger Wald Brände durch Fahrlässigkeit

Themen: Archiv — info @ 16:03

Bonn (agrar.de) – Für Waldbrandvorbeugung und Kontrolle gaben Bund und Länder im Jahr 2000 zusammen 11,7 Millionen Mark aus (1999: 12,4). Dennoch hat die Zahl der Waldbrände in Deutschland 2000 aufgrund des heißen Sommers um 2,7 Prozent auf 1.210 (1.178) zugenommen. Wie das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) mitteilt, liegt die Zahl jedoch unter denen der Jahre 1991 bis 1997. Die Waldbrandfläche vergrößerte sich um 40 Prozent auf 581 (415) Hektar. 501 (339) Hektar waren Nadelholz und 80 (76) Hektar Laubholz. Der Gesamtschaden erhöhte sich gegenüber 1999 um rund 46 Prozent auf 4,1 (2,8) Millionen Mark. Je Hektar bedeutet dies einen Anstieg um 4,7 Prozent auf 7.122 (6.800) Mark. In Brandenburg zerstörten 575 (485) Feuer 220 (153) Hektar Wald.

Die Zahl der durch Fahrlässigkeit – vor allem von Campern und Spaziergängern – verursachten Waldbrände ging erfreulicherweise auf 199 (226) zurück; davon waren 65 (91) Hektar betroffen. Brandstiftung spielte in 306 (330) Fällen auf einer Schadensfläche von 96 (122) Hektar eine Rolle. Flächenmäßig wenig Verluste gingen auf das Konto von Blitzschlägen, die 89 (63) Brände auslösten und wie im Vorjahr 31 (9) Hektar zerstörten. Bei 529 (503) Bränden auf 286 (167) Hektar blieb die Brandursache unbekannt.

MKS: Ratschläge für Auslandsreisende

Themen: Archiv,MKS — info @ 11:03

Berlin (agrar.de) – Aus Anlass der MKS-Seuchenfälle in den Niederlanden, Frankreich und dem Vereinigten Königreich veröffentlicht das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL): folgende Mitteilung:

Sehr geehrte Reisende ! Sehr geehrter Reisender !

Während Ihrer Reise hatten oder haben Sie möglicherweise ohne Ihr Wissen und unbeabsichtigt Kontakt mit dem Erreger der Maul- und Klauenseuche .

Diese Krankheit ist für den Menschen ungefährlich, das Virus ist jedoch hochgradig ansteckend für alle Klauentiere und kann bei den empfänglichen Tierarten (insbesondere Rindern, Schweinen Schafen und Ziegen) zu schweren wirtschaftlichen Verlusten führen.

Der Seuchenerreger wird von infizierten Tieren weitergegeben, kann aber auch durch Fleisch und Milch sowie deren Produkte, durch Häute, Felle und Trophäen, aber auch Kleider und Schuhe oder andere Gegenstände aus infizierten Gebieten übertragen werden.

Daher sind Maßnahmen zum Schutz vor der Einschleppung und Verbreitung dieser Seuche dringend erforderlich, um die einheimischen Klauentierbestände zu schützen.

Bitte berücksichtigen Sie folgende Regeln, wenn Sie aus einem Land oder einer Region zurückkehren, in dem Fälle von Maul- und Klauenseuche aufgetreten sind:

Bringen Sie keine von Klauentieren stammenden Erzeugnisse von Ihrer Reise mit, auch wenn sie nur für den eigenen Verzehr – z.B. als Reiseproviant – oder Gebrauch oder als Geschenk vorgesehen sind.

Reinigen und Desinfizieren Sie Ihre Schuhe und Kleidung nach einem Besuch auf einem Gehöft mit Rindern, Schafen, Ziegen oder Schweinen und vermeiden Sie anschließend für mindestens eine Woche jeden Kontakt mit Tieren der empfänglichen Arten.

Füttern Sie niemals Tiere, auch keine Schweine, mit Speiseresten!

– Herzlichen Dank für Ihr Verständnis und Ihre Kooperation –

25. März 2001

Fünfter MKS-Fall in den Niederlanden bestätigt

Themen: Archiv,MKS — info @ 09:03

(agrar.de) – Die Ausbreitung der Maul- und Klauenseuche scheint nicht zu stoppen: Am Sonntag wurde in den Niederlanden der fünfte Fall der hoch ansteckenden Krankheit durch das Landwirtschaftsministerium in Den Haag bestätigt. Betroffen ist ein weiterer Hof in Oene in der an Nordrhein-Westfalen grenzenden Provinz Gelderland. Aus vier anderen Orten in den südlichen Niederlanden wurden am Wochenende weitere Verdachtsfälle gemeldet. Seit den ersten MKS-Fällen in den Niederlanden sind bereits mehr als 20.000 Tiere notgeschlachtet worden. Landwirtschaftsminister Laurens Brinkhorst kündigte den Beginn von Notimpfungen an, da die Vernichtungskapazitäten nicht ausreichten.

Als Vorsichtsmaßnahme wurden im westfälischen Münsterland rund 4.000 Schweine und mehrere hundert Rinder geschlachtet. Ein Teil der Tiere sei erst vor kurzem aus Oene importiert wurden, so ein Sprecher des Düsseldorfer Landwirtschaftsministeriums.

In Frankreich machte das Landwirtschaftsministerium nach einem zweiten Seuchenausbruch in der Nähe von Paris betrügerische Tierhändler für die Verbreitung verantwortlich. Trotz Verbotes seien britische Schafe an einen Hof im nördlichen Departement Seine-et-Marne verkauft worden, in dessen Herde ein zweiter MKS-Fall entdeckt wurde. Auch in den Niederlanden wird gegen Viehimporteure ermittelt.

In Großbritannien stieg die Zahl der betroffenen Höfe bis zum Sonntag auf 560, die Regierung will das Schlachtprogramm drastisch ausweiten. Das Landwirtschaftsministerium erklärte, ab sofort sollten nahezu alle Tiere im Umkreis von drei Kilometern eines infizierten Hofs getötet werden. Einem Regierungsbericht zufolge werden bis Juni mehr als 4.400 Fälle von Maul- und Klauenseuche in Großbritannien erwartet.

23. März 2001

In eigener Sache

Themen: Archiv,MKS — info @ 15:03

Rheine-Mesum (agrar.de) – Bedingt durch einen technischen Defekt werden die von uns verschickten Nachrichten zur Zeit nicht online angezeigt. Sobald dies wieder möglich ist, werden wir natürlich alle ‚verschwundenen‘ Nachrichten ins Online-Archiv setzen. Wir bitten hierfür um Ihr Verständnis und hoffen, dass der Fehler bald behoben sein wird.

Nicht betroffen von diesem technischen Problem sind die aktuellen Nachrichten zum Thema Tiergesundheit von Dr. Manfred Stein, die Sie jetzt auch unter @grar.de Aktuell finden.

Bitte beachten Sie, dass wir eine Link-Seite zum Thema MKS eingerichtet haben, über die Sie alle relevanten Informationsseiten zu diesem Thema finden.

Hinweisen möchten wir auch auf das @grar.de Pferdeforum, in dem – vier Wochen nach Eröffnung – bereits über 400 eingetragene Benutzer aktiv sind und über 16.000 Beiträge geschrieben wurden.

Neu ist auch das Menü ‚Intern‘ auf unserer Homepage, über das Sie ab sofort neben Gästebuch und Kontaktformular auch unsere Besucherstatistik erreichen können. (die @grar-Server verzeichnen aktuell über 4.000 Besuche und 24.000 abgerufenen Seiten pro Tag) Das Passwort für die entsprechende Seite erhalten Sie auf Wunsch von der %url4%Redaktion%/%.

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