31. März 2001

Greenpeace gegen Gen-Lachs

Themen: Archiv — info @ 09:03

Wissenschaftler warnen vor Freisetzungen

Ottawa (agrar.de) – Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat am vergangenen Mittwoch die Fischfarm Aqua Bounty auf der kanadischen Prince-Edward-Island mit einem 500 Quadratmeter großen Banner (Aufschrift ‚Stop Genetically Engineered Fish‘ (Stoppt genmanipulierten Fisch) versehen und die Eingänge der Fischfarm verriegelt. Eigentümer der Fischfarm ist das Unternehmen A/F Protein, das noch in diesem Jahr mit der Zustimmung der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA für ihre Fischproduktion rechnet.

Die von Aqua Bounty gezüchteten Lachse wachsen durch einen genetischen Eingriff vier bis sechs Mal schneller als normale Lachse, sie produzieren verstärkt Wachstumshormone, die den Reifeprozess ankurbeln.

Greenpeace fordert, dass es ein weltweites Verbot von genetisch-veränderte Lachse geben müsse. Dazu gehöre, so Lindsay Keenan, Genexpertin von Greenpeace international, ein generelles Verbot der Freisetzung genetisch veränderter Lebewesen in Ozeanen.

‚Führende Biologen haben ihre Befürchtungen bereits ausgesprochen und warnen davor, dass die gezüchteten Fische in freie Gewässer gelangen könnten‘, so die Aktivistin. Die Freisetzung könnte irreversible ökologische Schäden herbeiführen, da die genetisch veränderten Lachse freilebende Arten verdrängen könnten.

Wissenschaftler der Purdue-Universität in Indiana haben in einem Computer-Modell ermittelt, dass bereits 60 genetisch veränderte Fische (hier: Karpfen) einen Bestand von 60.000 wildlebenden in nur 40 Generationen zerstören können (unsere Meldung).

Greenpeace will mit der Kampagne verhindern, dass der Gen-Lachs in die Weltmeere gelangt. A/F Protein arbeitet derweil an den nächsten Gen-Fischarten: Forellen, Steinbutt und Hummer sollen mit Hilfe von genetischen Manipulationen schneller wachsen.

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