29. März 2001

MKS: Bioland und Demeter fordern flächendeckende Schutz-Impfung und Verzicht auf Massentötungen

Themen: Archiv,MKS — info @ 10:03

Mainz/Darmstadt (agrar.de) – Die Ökoverbände Bioland und Demeter fordern eine sofortige flächendeckende, vorbeugende Schutz-Impfung gegen die Maul- und Klauenseuche.

Noch könne die Ausbreitung der Seuche in Deutschland durch eine gezielte Impfstrategie verhindert werden. ‚Müssen Bio-Tierbestände getötet werden, so sind diese im Grunde unersetzlich‘, erläutert Thomas Dosch vom Bioland-Bundesvorstand. Biologisch großgezogene und deshalb entsprechend robuste Tiere zum Wiederaufbau neuer Herden würden so gut wie nicht gehandelt. Durch Kauf und Umstellung konventionell aufgezogener Rinder würde das BSE-Risiko in den Öko-Landbau getragen. Nur durch eine gezielte Impfstrategie könnten im Falle eines Ausbruches der Seuche in Deutschland Massentötungen verhindert werden.

Die Ökoanbauverbände halten die jetzt andiskutierten Ringimpfungen für nicht ausreichend. Hierbei werden im Umkreis von Betrieben, die von Maul- und Klauensuche befallen sind, Tiere geimpft. Diese gesunden Tiere müssen jedoch, so sieht es das Konzept vor, ebenfalls getötet werden. ‚Wir dürfen bei der aktuellen Diskussion über Rinderwahnsinn und Maul- und Klauenseuche nicht die Verantwortung für unsere Tiere aus den Augen verlieren. Das Massenschlachten ist ethisch nicht zu verantworten, wenn Alternativen wie eine flächendeckende Impfung zur Verfügung stehen‘, betont Nikolai Fuchs, Geschäftsführer beim Forschungsring für Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise.

Gerade Biobetriebe könnten durch die Maul- und Klauenseuche besonders gefährdet sein. Viele Betriebe haben eine Direktvermarktung aufgebaut, bei der Kunden mit ihren Familien die gläsernen Höfe besuchen. Dadurch sei die Gefahr einer Übertragung der Erreger erhöht. Die Ausbreitung der Seuche mache die Notwendigkeit deutlich, die Erzeugung von Lebensmitteln überwiegend regional auszurichten. Dazu müßten dringend wieder regionale Produktionskreisläufe sowie regionale Vermarktungs- und Verarbeitungsstrukturen für die gesamte Landwirtschaft aufgebaut werden. Dieser Umorientierungsprozess müsse Teil der neuen Agrarpolitik sein.

Auch der Deutsche Bauernverband und viele Landwirtschaftsminister der Bundesländer setzen sich mittlerweile für eine flächendeckende Schutz-Impfung ein.

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