31. März 2001

Greenpeace gegen Gen-Lachs

Themen: Archiv — info @ 09:03

Wissenschaftler warnen vor Freisetzungen

Ottawa (agrar.de) – Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat am vergangenen Mittwoch die Fischfarm Aqua Bounty auf der kanadischen Prince-Edward-Island mit einem 500 Quadratmeter großen Banner (Aufschrift ‚Stop Genetically Engineered Fish‘ (Stoppt genmanipulierten Fisch) versehen und die Eingänge der Fischfarm verriegelt. Eigentümer der Fischfarm ist das Unternehmen A/F Protein, das noch in diesem Jahr mit der Zustimmung der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA für ihre Fischproduktion rechnet.

Die von Aqua Bounty gezüchteten Lachse wachsen durch einen genetischen Eingriff vier bis sechs Mal schneller als normale Lachse, sie produzieren verstärkt Wachstumshormone, die den Reifeprozess ankurbeln.

Greenpeace fordert, dass es ein weltweites Verbot von genetisch-veränderte Lachse geben müsse. Dazu gehöre, so Lindsay Keenan, Genexpertin von Greenpeace international, ein generelles Verbot der Freisetzung genetisch veränderter Lebewesen in Ozeanen.

‚Führende Biologen haben ihre Befürchtungen bereits ausgesprochen und warnen davor, dass die gezüchteten Fische in freie Gewässer gelangen könnten‘, so die Aktivistin. Die Freisetzung könnte irreversible ökologische Schäden herbeiführen, da die genetisch veränderten Lachse freilebende Arten verdrängen könnten.

Wissenschaftler der Purdue-Universität in Indiana haben in einem Computer-Modell ermittelt, dass bereits 60 genetisch veränderte Fische (hier: Karpfen) einen Bestand von 60.000 wildlebenden in nur 40 Generationen zerstören können (unsere Meldung).

Greenpeace will mit der Kampagne verhindern, dass der Gen-Lachs in die Weltmeere gelangt. A/F Protein arbeitet derweil an den nächsten Gen-Fischarten: Forellen, Steinbutt und Hummer sollen mit Hilfe von genetischen Manipulationen schneller wachsen.

Links zum Thema %url5%Fische%/%.

30. März 2001

Entsorgerverband: Gegen Verbot für Klärschlammaufbringung

Themen: Archiv — info @ 12:03

Bonn/Berlin (agrar.de) – Statt des Verbotes der Aufbringung von Klärschlamm auf landwirtschaftlichen Flächen fordert die mittelständische Recyclingwirtschaft eine stärkere Kontrolle der Wirtschaftsdünger und eine Harmonisierung der Regulierung aller in der Landwirtschaft eingesetzten Düngemittel. Dies teilte jetzt der Präsident des Bundesverbandes Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse), Hans-Jürgen Cierzon, in einem Schreiben den Umweltministern der Bundesländer mit. Sie beraten heute (30.03.) im Bundesrat über ein vom Land Bayern beantragtes Verbot der Klärschlammausbringung. Das Thema sollte besser zunächst in einer Sachverständigenanhörung unter Einbeziehung der Recyclingwirtschaft erörtert werden, schlägt Cierzon vor, dessen Verband mehr als 600 meist mittelständische Unternehmen der Recyclingwirtschaft vertritt.

‚Klärschlämme werden heute von allen in der Landwirtschaft eingesetzten Düngemitteln am schärfsten kontrolliert‘, stellt der bvse-Präsident in seinem Schreiben fest. Die geringen Restrisiken, die von Klärschlamm ausgehen könnten, würden über den gesetzlich verankerten Haftungsfonds getragen.

‚Wir fordern eine Gleichbehandlung aller auf dem Markt befindlichen Düngemittel‘, betont er weiter. So müsste aus Vorsorgegesichtspunkten zunächst die Ausbringung von Gülle unterbunden oder zumindest reguliert werden. Des weiteren würden im Bereich der Mineraldünger Beschränkungen hinsichtlich des Nährstoff- und Schadstoffaustrags fehlen. Ferner seien die Grenzwerte aus der Klärschlamm- und Bioabfallverordnung zu überprüfen und um organische Parameter zu ergänzen. Eine ’notwendige‘ Konsequenz wäre laut bvse auch, Abwässer bereits an der Anfallstelle hinsichtlich der Krankheitserreger zu überprüfen. So sollten die Abwässer aus Kläranlagen auf Infektionserreger untersucht werden.

Prionen, die als BSE-Erreger gelten, sind laut bvse bisher noch nicht im Abwasser nachgewiesen worden. Sie könnten aber durch ein infektiöses Rind über die Wirtschaftsdünger (Gülle) direkt auf die Ackerflächen ausgebracht werden und auf diese Weise in ‚viel höheren‘ Konzentrationen die Lebensmittelproduktion gefährden, unterstrich Cierzon. Deshalb werde die landwirtschaftliche Düngung mit zweierlei Maß gemessen: ‚Die Überdüngung der Ackerflächen mit Gülle würde schneller in ein ökologisches Desaster führen als die Ausbringung von Klärschlamm‘, schreibt der bvse-Präsident.

Information: bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. (bvse), Hohe Str. 73, 53119 Bonn, Tel.: 0228-988490, Fax: 0228-9884999, E-Mail

Links zum Thema Klärschlamm.

Agrarstruktur: Höchste Pachtanteile in Belgien, Frankreich und Deutschland

Themen: Archiv,Pacht&Besitz — info @ 12:03

NRW-Landwirte bewirtschaften mehr Eigentum

Münster (agrar.de) – Die insgesamt rund sieben Millionen Landwirtschaftsbetriebe in der Europäischen Union (EU) bewirtschafteten 1997 fast 129 Millionen Hektar landwirtschaftlich genutzter Flächen (LF). Davon waren 59 Prozent bzw. rund 76 Millionen Hektar Eigentum der Betriebe und 41 Prozent bzw. rund 53 Millionen Hektar Pachtflächen. Das geht nach Mitteilung des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) aus den endgültigen Ergebnissen der EU-Strukturerhebung 1997 hervor. Gegenüber der letzten Erhebung 1995, bei der 40,5 Prozent Pachtflächen ausgewiesen wurden, setzte sich damit der Trend zu einem steigenden Pachtflächenanteil fort.

In Nordrhein-Westfalen wurden 761.000 Hektar Pachtflächen im Jahre 1997 bewirtschaftet. Dies entspricht einem Anteil von 49,7 Prozent der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche. Die nordrhein-westfälischen Bauern bewirtschaften damit mehr Eigentumsflächen (50,3 Prozent) als im Bundesdurchschnitt (37,1). Nur in Bayern (62,6) und Schleswig-Holstein (54,4) ist der Anteil an Eigentumsflächen höher als in NRW, am geringsten ist er in Thüringen mit 5,6 Prozent.

Die Bauern in Deutschland, Frankreich und Belgien bewirtschafteten nur noch etwa ein Drittel ihrer LF in Eigentum, in den übrigen EU-Ländern – mit Ausnahme von Luxemburg und Schweden – über zwei Drittel; in Irland und Finnland sogar vier Fünftel der Flächen. Entsprechend hoch waren die Anteile der Pachtflächen in Belgien, Frankreich und Deutschland, wo die Betriebe etwa zwei Drittel ihrer LF als Pachtland bewirtschafteten. Die wenigsten Pachtanteile hatte mit gut einem Zehntel Irland.

Links zum Thema Europa und Agrarstatistik.

29. März 2001

AGÖL: Neuer Vorstand, neue Adresse

Themen: Archiv — info @ 15:03

Berlin (agrar.de) – Auf ihrer Sitzung am 27.03.01 hat die Mitgliederversammlung der ArbeitsGemeinschaft Öko­logischer Landbau (AGÖL) einen neuen Vorstand gewählt. Neben Werner Fischer (Biokreis), der dem AGÖL-Vorstand bereits seit 1999 angehört, wurde Kornelie Blumenschein (Gäa) und Dr. Felix Prinz zu Löwenstein (Naturland) in den neuen AGÖL-Vorstand gewählt. Den Vorstandsvorsitz übernimmt Dr. zu Löwenstein.

Die Sitzung fand in den gerade bezogenen Räumen der AGÖL-Geschäftsstelle am Köllni­schen Park in Berlin-Mitte statt. Mit dem Bezug der neuen Räumlichkeiten in Berlin wurde umgesetzt, was in der AGÖL im letzten Herbst beschlossen worden war: den Schwerpunkt der Arbeit auf die Lobbyarbeit für den Ökologischen Landbau zu setzen.

An dieser Sitzung nahmen zum letzten Mal alle neun Mitgliedsverbände der AGÖL teil, nach­dem zwei Mitgliedsverbände (Demeter und Bioland, unsere Meldung) ihren Austritt aus dem Dachverband zum 31.3.2001 erklärt hat­ten. Ihr wichtigstes Thema war deshalb die Frage, wie auch künftig die Interessen des Ökolo­gischen Land­baus wirkungsvoll vertreten werden können. In ausgesprochen konstruktiver Atmosphäre konnte vereinbart werden, dass alle Verbände eine Plattform bil­den wollen, auf der die gemeinsame inhaltliche Arbeit zur Gestaltung der Agrarwende statt­finden kann. Ebenfalls von allen begrüßt, wird die Gründung eines Kompetenz- und Dienstleistungszentrum, das in Anlehnung an das renommierte Schweizer Institut ‚Forschungsinstitut für biologische Lebensmittelerzeugung‘ (FiBL) heißen wird. Hier kann in Zuarbeit zur politischen Interessenvertretung, die hochwertige und erfolgreiche Facharbeit fortgesetzt werden, die bislang in der AGÖL selbst angesiedelt war.

‚Der Beitrag des privatrechtlich organisierten Ökologischen Landbaus ist gerade jetzt, wo die Weichen für eine tiefgreifende Neuausrichtung der Agrarpolitik hin zu einer an den Zielen des Verbraucher- und Umweltschutz orientierten Landwirtschaft gelegt werden, gefordert. Dieser Verantwortung wollen wir uns als AGÖL stellen‘ meint Prinz zu Löwenstein. ‚Mein Anliegen als Vorstandsvorsitzender der AGÖL ist es dabei, dass die Interessen des gesamten Ökolo­gischen Landbaus politisch angemessen zu Gehör gebracht werden.‘ Eine erste Gelegenheit dazu bietet ein Termin am Freitag, bei dem der Vorstand mit Verbraucherschutz-Ministerin Künast zusammen kommen wird.

Information: AGÖL e.V., Am Köllnischen Park 1, 10179 Berlin, Tel.: 030-234586-50, Fax: 030-234586-52

Links zum Thema Bio-Landbau

Künast: Neuausrichtung der Agrarpolitik ist eingeleitet

Themen: Archiv — info @ 15:03

Eckpunkte zur Weiterentwicklung der Agrarstrukturförderung beschlossen

Berlin (agrar.de) – Der Planungsausschuss für die Weiterentwicklung der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes hat am Mittwoch die neuen Eckpunkte für die Politik für den ländlichen Raum beschlossen:

– Attraktivere Prämien für die Umstellung auf ökologischen Landbau, – verstärkte Förderung von Verarbeitung und Vermarktung ökologisch und regional erzeugter landwirtschaftlicher Produkte, – Bindung der Investitionsförderung an besonders artgerechte und flächengebundene Tierhaltungs-verfahren.

Bundesverbraucherministerin Renate Künast erklärte, das sei ‚der erste Schritt für die Neuausrichtung der Förderpolitik. Die Minister des Bundes und der Länder haben die feste Absicht, noch vor der Sommerpause eine grundlegende Neuausrichtung der Gemeinschaftsaufgabe ab 2002 zu beschließen.‘

Auf Initiative von Künast sprachen sich die Minister dafür aus, einer umwelt-, natur- und tiergerechten Qualitätsproduktion, der Agrarumweltförderung sowie der Umstellung auf ökologischen Landbau Priorität zu geben, so das BMVEL in seiner Pressemeldung.

Die Minmister stimmten im Planungsausschuss dem Rahmenplan der Gemeinschaftsaufgabe für den Zeitraum 2001 bis 2004 zu. Damit stehen in diesem Jahr ab sofort rund 2,6 Milliarden Mark zur Verfügung, davon entfallen auf den Bund 1,59 Milliarden. Bereits in diesem Jahr sollen Investitionen von anerkannten Betrieben des ökologischen Landbaus und von Betrieben, die darauf umstellen, sowie Investitionen in besonders artgerechte Tierhaltungssysteme bevorzugt berücksichtigt werden.

Der Deutsche Bauernverband (BDV) kritisierte die Kürzung der Agrarstrukturmittel um 125 Millionen Mark durch den Planungsausschuss. Die neuen finanziellen Beschlüsse zur Agrarstrukturpolitik und die bislang ausbleibende Finanzentscheidung bei der Bewältigung der BSE-Krise seien mehr als enttäuschend. Auch die Ministerin für den Ländlichen Raum Baden-Württembergs, Gerdi Staiblin, befürchtet Beschneidungen bei dringend notwendigen Hilfen für die landwirtschaftlichen Betriebe (unsere Meldung).

Dagegen wertete die nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerin Höhn die gemeinsamen Beschlüsse als ‚wichtiges Signal‘ und ein einschneidenden Schritt ‚für die notwendige Neuausrichtung der nationalen Agrarförderung.‘

Höhn gab weiter bekannt, dass im Jahr 2001 für Nordrhein-Westfalen 260 Millionen DM zur Förderung einer umwelt-, natur-, und tiergerechten Landbewirtschaftung aus Landes- und EU-Mitteln zur Verfügung stehen. Öko-Landbau, Agrarumweltmaßnahmen, Vetragsnaturschutz und Dorferneuerung sollen nun gefördert werden. Alle Fördermaßnahmen sollen auf ihre Nachhaltigkeit geprüft werden. So sollen in der Tierhaltung nur Maßnahmen gefördert werden, ‚die artgerecht sind und bei denen Tierbestand und Betriebsfläche in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen.‘

MKS: An Warnungen hat es nicht gefehlt

Themen: Archiv,MKS — info @ 14:03

(aho) – Die Maul – und Klauenseuche (MKS) trifft Europa, die Politiker, Wissenschaftler und die Veterinärverwaltung nicht überraschend. Schon lange gab es Warnungen vor den katastrophalen Folgen der Tierseuche. Neben der FAO warnte auch die LVM-Versicherung anläßlich einer Tagung. Nachfolgend wird eine Zusammenfassung übermittelt:

Tagung der LVM – Versicherung in Münster am 25.11.1999:

Gefahren, Ausbruchswahrscheinlichkeit und Auswirkungen der Maul- und Klauenseuche

· Zunehmender Handel, bes. mit Mittel- und Osteuropa bringt erhöhte Gefahr D als wichtiges ldw. Import- und Exportland mitten in Europa, dazu Transitverkehr 1937-38 letzter MKS-Ausbruch: sehr schnelle Ausbreitung in fast ganz Europa

· MKS-frei: Nordamerika, EU, Australien Verbreitet: Indien, Türkei, Naher Osten, Südosteuropa, Südamerika, Afrika (bes. Algerien, Marokko, Tunesien) Nicht gemeldet: China, GUS-Staaten Türkei, z.T. Griechenland, Bulgarien, Balkan (Serbien, Albanien) u.a. Seuche noch begrenzt wegen kleinstrukturierter Ldw. und geringem Tierverkehr (hier ist „Ausbreitung so schnell wie eine Kuh laufen kann“).

· Jüngstes Beispiel: Taiwan, in wenigen Tagen die gesamte Insel durchseucht; nur Schweine betroffen – ungewöhnlich, Virulenz für verschiedene Spezies wechselt mitunter Dynamik eines Seuchenzuges in nicht geimpften Populationen innerhalb der modernen Landwirtschaft ist sehr hoch: 1968 bis 80 Neuausbrüche pro Tag in UK, heute wahrscheinlich noch schneller

· Analyse der Übertragungswege:

66 % kontaminiertes Fleisch, Fleischprodukte, Speiseabfälle 6 % Einfuhr Tiere 3 % Impfstoffe 4 % kontaminierte Personen 20 % aerogene Übertragung, Vögel

Achtung: jeder Betrieb hat vielseitige Kontakte!

· MKS-Virus:

– sehr starke Kontagiosität (vgl. Pest) – sehr hohe Ausscheidungsrate (Speichel, Milch, Harn, Kot) – Ausscheidung bereits lange vor Klinik – minimale Infektionsdosis (aerogen = nur durch Einatmen) – infizierte Tiere können sehr lange Ausscheider sein – sehr hohe Überlebensrate des Virus – aerogene Übertragung durch Wind – Achillesferse: Inaktivierung bei geringem pH-Wert: pH < 5 in Minuten, pH < 4 in Sekunden Rind gilt als „Sammler“, Schwein als „Verbreiter“ des Virus (1 Schwein scheidet so viele Viren aus wie 3000 Rinder!) · Genaue Diagnose im Labor unbedingt notwendig (verschiedene andere Krankheiten mit sehr ähnlichen Symptomen) # Tübingen Vakzinebank (Aktuelle Virusstammsammlung, Antigenlagerung, laufend Vakzineproduktion mit Abfüllung, Verpackung und Versand)7 verschiedene Serotypen mit je einzelnen öligen inaktivierten Virus-Vakzinen, ohne Kreuzreaktionen · bis 1991 Schutzimpfung (1x jährlich Rinder > 4 Monate) eingestellt, weil ineffektive Vakzine, besser ist eine aktuelle Vakzinebank zu halten, um Virus genauer zu treffen

· aerogene Übertragung durch Wind über 100 km möglich (Computermodelle für Windverbreitung: es gibt zwar Hauptwindrichtung West, aber entscheidend ist die genaue Windlage an den (unerkannten) Tagen der Ausscheidung vor dem Auftreten von Symptomen) ? Wind ist nicht kalkulierbar, damit ist auch die Übertragung nicht kalkulierbar.

· Osteuropäische Länder haben sehr hohe Ansprüche, Gesetze entsprechen denen der EU, oft zu Unrecht diffamiert trotz der finanziell schwierigen Situation. Türkei ist Schwachpunkt, dorthin finanzielle Hilfen der EU zur Eigensicherung Süden der GUS-Staaten: fast keine Nachrichten, dorthin finanzielle Hilfen der EU, um wenigsten Informationen zu erhalten

· Prinzipien der MKS-Prävention und Bekämpfung in D: – Importpolitik, Grenzkontrollen, Inspektionen – Notstandspläne, Diagnostik – Keulung infizierter Bestände – Verkehrsbeschränkung von Tieren und tierischen Erzeugnissen – Kontrolle über Transportmittel – Antigenreserven, Notimpfung (Gegensatz zur ESP) entweder auf Anordnung der EU oder im nationalen Alleingang

Von Erfahrungen des ESP-Seuchenzuges lernen Neue aktualisierte Richtlinie für MKS in Arbeit, 1.1.2001 vermutlich in Kraft: wichtigste Neuerung ist die Möglichkeit der Notimpfung trotz Nicht-Impf-Politik, verbunden mit sinnvoller Verwertung des Fleisches

Fleischverwertung nach Impfung ist möglich, vgl. Einfuhr von (geimpftem) Fleisch aus Südamerika

Erkrankungsrate sehr unterschiedlich, 1-40 % aller Tiere jeder Herde

· Wichtig: Mut zu rigorosem Durchgreifen, sehr schnelle Reaktion im Interesse aller Hygiene-VO beim Schwein hilfreich, bei Rindern fehlt dgl.

· Im Seuchenfall wird Seuchenbestand eliminiert, Bestände im Umkreis 800-1000 m i.d.R. eliminiert (vor allem Schweine), Kontaktbestände eliminiert oder strengstens isoliert, Sperrbezirk 3 km Beschilderung, 15 Tage stand still, nach 30 Tagen ohne Klinik Aufhebung der Sperre, Beobachtungsgebiet 10 km

· Schäden: EU zahlt für ca. 60 % der wichtigsten Schäden (Milchvernichtung, Tötung und Beseitigung der Tiere u.a.)

Aber: andere EU-Mitgliedsländer als Lobby gegen weiteren Import, andere Drittländer mit Sicherheit Importstopp # Folgeschäden! Notimpfung: innerhalb 24 Std. 100.000 Impfpackungen verfügbar, im Impfgebiet 30 Tage „stand still“

· Problem im Seuchenfall: Verbraucheraufklärung, dass Verwertung von Fleisch, Milch und den Produkten nicht ansteckend. Aber: Der Verbraucher wird nicht logisch, sondern hysterisch reagieren # Aufklärung muss bereits vor Seuchenausbruch erfolgen!

· Situation NRW: sehr hohe Viehdichte, Transitland, Nähe Niedersachsen und zu Holland und Belgien; bei den derzeit schwierigen Rahmenbedingungen würde Seuchenzug vielen Betrieben in NRW den Hals brechen (Größe und Spezialisierung machen Betriebe risikoanfälliger)

· Finanzieller Schaden im Seuchenfall: Keulung oder Betriebssperre, Vermarktungsverbote, Entschädigungslücken, entgangener Deckungsbeitrag, Leistungseinbußen nach Wiedereinstallung, Tierarztkosten, Reinigung und Desinfektion, Liquiditätsengpässe und Kapitalkosten, Abbruch von Handelsbeziehungen

Ertragsausfall-Versicherung: besonders spezialisierte Sauenbetriebe haben ohne Versicherung keine Chance; außerdem Betriebe mit dünner Liquiditätsdecke, hoher Fremdkapitalbelastung, langfristigen Pachtverträgen, mit wertvollen Zuchttieren und mit festen Lieferverträgen.

Links zum Thema Maul- und Klauenseuche

Staiblin: Künast beschneidet dringend notwendige Hilfen für landwirtschaftliche Betriebe“

Themen: Archiv — info @ 13:03

Stuttgart (agrar.de) – ‚Mit den heutigen Beschlüssen des Planungsausschusses für die Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (PLANAK) beschneidet Bundesverbraucherministerin Renate Künast die dringend notwendigen Hilfen für die landwirtschaftlichen Betriebe‘, sagte gestern die Ministerin für den Ländlichen Raum Baden-Württembergs, Gerdi Staiblin, in einer ersten Reaktion auf den Beschluß der Sondersitzung des PLANAK in Bonn.

Die Ministerin hält es für völlig untragbar, wenn gerade in der jetzigen Zeit die von BSE arg in Mitleidenschaft gezogenen Bäuerinnen und Bauern weitere finanzielle Einbußen bei den Maßnahmen der Gemeinschaftsaufgabe hinnehmen müssen. Da der Bund kein zusätzliches Geld für die von Renate Künast groß angekündigte Agrarwende bereitstellen wolle, werde jetzt die Mittelausstattung für Programme, wie zum Beispiel die Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete und die Investitionsförderung, gekürzt.

Rund 125 Millionen Mark kürzt nun der Bund nach Auskunft von Gerdi Staiblin im laufenden Programm der Gemeinschaftsaufgabe. So fehlen jetzt Baden-Württemberg für die dringend notwendigen Hilfen für die Landwirtschaft zirka 12 Millionen Mark Bundesmittel. Staiblin geht davon aus, daß das vom Bund nun seinerseits ‚eingesparte‘ Geld zur Deckung der Folgekosten von BSE benötigt wird und damit die rot-grüne Bundesregierung nicht bereit ist, zur Bewältigung der BSE-Krise zusätzliches Geld bereitzustellen.

Staiblin kritisierte das Vorhaben von Ministerin Künast als ‚drastischen Eingriff in laufende Förderverfahren, der bislang einmalig in der Nachkriegsgeschichte der deutschen Agrarpolitik‘ sei und wies darauf hin, daß die EU-Kommission aktuell Millionen-Rückzahlungen an die Mitgliedstaaten ankündige, was den Bund in den Stand versetze, derartig unsolide Umschichtungen bleiben zu lassen.

BSE und Entsorgungswirtschaft

Themen: Archiv — info @ 11:03

Genthin (agrar.de) – Am 22. und 23. März 2001 wurde das 61. Informationsgespräch des Arbeitskreises für die Nutzbarmachung von Siedlungsabfällen (ANS) e.V. in Zusammenarbeit mit der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (ATV-DVWK) in Genthin (Sachsen-Anhalt) durchgeführt. 200 Fachleute und Interessierte aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung wurden in Kurzreferaten über den derzeitigen Kenntnisstand zum Thema ‚BSE und Entsorgungswirtschaft‘ informiert und nahmen an den folgenden konstruktiv und engagiert geführten Diskussionen teil.

Auf Basis des Informationsgespräches haben die Anwesenden mit großer Mehrheit folgende Stellungnahme verabschiedet:

Bereits nach EG- sowie nationalem Recht ist ein Totalverbot der Verwertung von Sekundärrohstoffdüngern grundsätzlich nicht möglich. Es ist darüber hinaus weder aus umweltpolitischen noch aus gesellschaftspolitischen Gründen gerechtfertigt.

Die Rückführung organischer Rest- und Abfallstoffe – wie Klärschlamm und Kompost – in den Stoffkreislauf ist ein gesellschaftlicher und politischer Wille, der durch das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz von 1994 festgeschrieben ist. Die dabei einzuhaltenden einschlägigen Bestimmungen des Dünge- und Abfallrechts haben bereits das Ziel, die Minimierung etwaiger Restrisiken sicherzustellen. Darüber hinaus erfolgen derzeit Anpassungen der einschlägigen abfall- und düngerechtlichen Vorschriften an die aktuellen Erfordernisse. Insofern ist der Ausschluss der genannten Sekundärrohstoffdünger von der landwirtschaftlichen Verwertung auch in der Sache verfehlt und würde insbesondere dem Ökolandbau wichtige Nährstoffquellen nehmen.

Eine Verwertung ‚um jeden Preis‘ ist bisher und zukünftig nicht gewollt, die Anforderungen des vorsorgenden Boden- und Grundwasserschutzes sind zu berücksichtigen. Wertstoffkreisläufe sind zu schließen und Schadstoffkreisläufe zu unterbrechen. In diesem Sinne sind die bestehenden und über das gesetzliche Regelwerk hinausgehenden Qualitätssicherungssysteme zur Produktbeschreibung und Qualitätsverbesserung geeignet.

Zusammenfassend wird festgestellt:

– Die Möglichkeit der landwirtschaftlichen Verwertung von qualitativ hochwertigen Klärschlämmen, Biokomposten und Gärresten im Sinne der Kreislaufwirtschaft muss weiterhin möglich bleiben.

– Ein Totalverbot wäre unter Umweltgesichtspunkten kontraproduktiv und widerspräche dem Kreislaufgedanken.

– Der Forderung einzelner Länder, die landwirtschaftliche Verwertung von kommunalen Klärschlämmen und Biokomposten grundsätzlich zu verbieten, wird aus fachlicher Sicht vehement widersprochen und von den TeilnehmerInnen des 61. Informationsgespräches aufs schärfste kritisiert.

– Die anwesenden Fachleute sind mehrheitlich besorgt über einen fachlich nicht begründeten politischen Aktionismus, der die Kreislaufwirtschaft gefährdet und die Bevölkerung in nicht zu verantwortender Weise verunsichert.

Information: – Arbeitskreis für die Nutzbarmachung von Siedlungsabfällen e. V. – ANS e. V.am Leichtweiß-Institut der TU-Braunschweig, Beethovenstraße 51 a, 38106 Braunschweig, Tel.: 0531-391-3967, Fax: 0531-391-4584, E-Mail – Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. – ATV-DVWK e. V., Theodor-Heuss-Allee 17, 53773 Hennef, Tel.: 02242-872-0, Fax: 02242-872-135, %url5%E-Mail%/% – Bundesverband der Nahrungsmittel- und Speiseresteverwertung e.V. – BNS e. V., Eislebenerstraße 40, 06268 Querfurt, Tel.: 034771-25520 – Verband Deutscher Landwirtschaftlicher Untersuchungs- und Forschungsanstalten (%url3%VDLUFA%/%), Bismarckstraße 41 A, 64293 Darmstadt, Tel.: 06151-955842, %url4%E-Mail%/%

Links zum Thema %url7%BSE%/%.

Regierung: Keine größeren Einkommenseinbußen als Folge der BSE-Krise

Themen: Archiv — info @ 11:03

Berlin (agrar.de) – Die Bundesregierung erwartet für die landwirtschaftlichen Betriebe insgesamt keine größeren Einkommenseinbußen als Folge der BSE-Krise. Dies geht aus ihrer Antwort (14/5701) auf eine Kleine Anfrage der CDU/CSU-Fraktion (14/5497) hervor.

Auch mit einem bedeutenden Rückgang des Einkommensteueraufkommens sei nicht zu rechnen, zumal der Anteil der Steuerzahler mit überwiegenden Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft nur rund ein halbes Prozent betrage, heißt es im Bericht der Pressestelle des Bundestages..

Wenn ein Landwirt auf Grund der BSE-Krise nachweislich Gewinneinbußen im Vergleich zu den bei der Vorauszahlung zugrunde gelegten Einkünften erleide, müssten die Vorauszahlungen auf Antrag an die voraussichtliche Einkommensteuerschuld angepasst werden. Die künftigen Vorauszahlungen seien dann so festzusetzen, so die Regierung, dass sie mit den schon fälligen Vorauszahlungen der voraussichtlichen Einkommenssteuerschuld entsprechen.

Über Anträge auf Herabsetzung der Vorauszahlungen müsse in jedem Fall individuell entschieden werden. Die nachweislich unmittelbar oder nicht unerheblich betroffenen Rindfleisch erzeugenden und verarbeitenden Betriebe könnten bis zur Jahresmitte entsprechende Anträge stellen. Diese könnten nicht deshalb abgelehnt werden, weil die entstandenen Schäden wertmäßig nicht im Einzelnen nachgewiesen werden konnten. Dabei sei es unbeachtlich, ob der Landwirt die Gewinneinbußen auf Grund der Tötung des Viehs oder wegen Absatzschwierigkeiten erlitten habe. Er müsse seine Gesamtsituation an Hand geeigneter Unterlagen darlegen, um die Gewinneinbußen glaubhaft zu machen. Bis zum 30. Juni könnten auch Anträge auf Stundung der bis dahin fällig werdenden Steuern des Bundes und der Länder beim Finanzamt gestellt werden. Im Einzelfall könne die Steuerschuld auch aus persönlichen Gründen erlassen werden, wenn deren Einziehung ‚unbillig‘ wäre. Dies wäre nach Darstellung der Regierung der Fall, wenn die wirtschaftliche Existenz des Steuerzahlers vernichtet oder ernsthaft gefährdet würde.

MKS: Bioland und Demeter fordern flächendeckende Schutz-Impfung und Verzicht auf Massentötungen

Themen: Archiv,MKS — info @ 10:03

Mainz/Darmstadt (agrar.de) – Die Ökoverbände Bioland und Demeter fordern eine sofortige flächendeckende, vorbeugende Schutz-Impfung gegen die Maul- und Klauenseuche.

Noch könne die Ausbreitung der Seuche in Deutschland durch eine gezielte Impfstrategie verhindert werden. ‚Müssen Bio-Tierbestände getötet werden, so sind diese im Grunde unersetzlich‘, erläutert Thomas Dosch vom Bioland-Bundesvorstand. Biologisch großgezogene und deshalb entsprechend robuste Tiere zum Wiederaufbau neuer Herden würden so gut wie nicht gehandelt. Durch Kauf und Umstellung konventionell aufgezogener Rinder würde das BSE-Risiko in den Öko-Landbau getragen. Nur durch eine gezielte Impfstrategie könnten im Falle eines Ausbruches der Seuche in Deutschland Massentötungen verhindert werden.

Die Ökoanbauverbände halten die jetzt andiskutierten Ringimpfungen für nicht ausreichend. Hierbei werden im Umkreis von Betrieben, die von Maul- und Klauensuche befallen sind, Tiere geimpft. Diese gesunden Tiere müssen jedoch, so sieht es das Konzept vor, ebenfalls getötet werden. ‚Wir dürfen bei der aktuellen Diskussion über Rinderwahnsinn und Maul- und Klauenseuche nicht die Verantwortung für unsere Tiere aus den Augen verlieren. Das Massenschlachten ist ethisch nicht zu verantworten, wenn Alternativen wie eine flächendeckende Impfung zur Verfügung stehen‘, betont Nikolai Fuchs, Geschäftsführer beim Forschungsring für Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise.

Gerade Biobetriebe könnten durch die Maul- und Klauenseuche besonders gefährdet sein. Viele Betriebe haben eine Direktvermarktung aufgebaut, bei der Kunden mit ihren Familien die gläsernen Höfe besuchen. Dadurch sei die Gefahr einer Übertragung der Erreger erhöht. Die Ausbreitung der Seuche mache die Notwendigkeit deutlich, die Erzeugung von Lebensmitteln überwiegend regional auszurichten. Dazu müßten dringend wieder regionale Produktionskreisläufe sowie regionale Vermarktungs- und Verarbeitungsstrukturen für die gesamte Landwirtschaft aufgebaut werden. Dieser Umorientierungsprozess müsse Teil der neuen Agrarpolitik sein.

Auch der Deutsche Bauernverband und viele Landwirtschaftsminister der Bundesländer setzen sich mittlerweile für eine flächendeckende Schutz-Impfung ein.

Links zum Thema Bio-Landbau und %url4%Maul- und Klauenseuche%/%

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