26. Februar 2001

BMU stellt „Daten zur Umwelt 2000“ vor

Themen: Archiv — info @ 13:02

Wachsender Flächenverbrauch durch Strassenbau

Berlin (agrar.de) – Nach Ansicht von Bundesumweltminister Jürgen Trittin bestätigen die vom Umweltbundesamt vorgelegten ‚Daten zur Umwelt 2000‘ den Kurs der Bundesregierung für einen offensiven und wirksamen Klimaschutz. Gemeinsam mit dem Präsidenten des Umweltbundesamtes Prof. Andreas Troge stellte Trittin in Berlin die 7. Ausgabe der grössten Umweltdaten-Sammlung in Deutschland vor.

Diese Bilanz zeige nach Einschätzung von Troge ein insgesamt differenziertes Bild der Umweltsituation in Deutschland. So seien Luft und Wasser in den vergangenen Jahren sauberer geworden. Die Entwicklung in anderen Bereichen wie Verkehr, Flächenverbrauch sowie Umwelt und Gesundheit machten deutlich, dass man insgesamt im Umweltschutz keineswegs die Zügel schleifen lassen dürfe.

Die Klimabilanz, so Trittin, zeige die Erfolge – gerade auch in Deutschland, aber zugleich die enorme Wegstrecke, die zur Bewältigung des weltweiten Treibhauseffektes noch vor der internationalen Staatengemeinschaft liege. ‚Deutschland steht mit über 15 Prozent CO2-Reduzierung seit 1990 zwar weltweit an der Spitze beim Klimaschutz,‘ sagte Trittin. Die Bilanz dürfe aber keineswegs als Ruhekissen verstanden werden.

UBA-Präsident Troge bezeichnete das Thema ‚Umwelt und Gesundheit‘ als einen Schwerpunkt in den ‚Daten zur Umwelt‘, das in letzter Zeit stärker in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit und der Arbeit des Amtes gerückt sei. Insbesondere der Lärm, allen voran der Strassenlärm, stelle ein massives Gesundheits- und Umweltproblem dar. Durch den Strassenverkehr fühlten sich mehr als die Hälfte der Bevölkerung belästigt und immerhin gut 12 Millionen Bürger ’stark belästigt‘. Die Geräuschbelastungen seien trotz technischer Massnahmen zur Senkung der Schallpegel wie Lärmschutzwände oder Verbesserungen an den Fahrzeugen seit Jahren unverändert, da sowohl die Fahrleistungen als auch das Verkehrsaufkommen deutlich angestiegen sei.

Der nach wie vor zunehmende Strassenverkehr bringt nach Auffassung Troges ein weiteres Problem mit sich: wachsenden Flächenverbrauch. Immer mehr Fläche wird in Deutschland für Häuser und Verkehrswege zugebaut. Waren es 1993 bis 1997 noch 120 Hektar pro Tag, so stieg dieser Anteil 1998 bereits auf 124 Hektar und ein Jahr später auf 129 Hektar – soviel wie 200 Fussballfelder. Zahlreiche naturnahe Flächen werden zerschnitten oder gehen verloren. ‚Wir müssen endlich erkennen, dass wir nicht mehr so sorglos wie bisher mit unserem Boden umgehen dürfen‘, sagte Troge. Bei anderen Umweltmedien wie Wasser und Luft seien dagegen viele positive Trends zu erkennen. Die Gewaessergüte in Deutschland nehme zu und eine Reihe von Luftschadstoffen – wie z.B. Schwefeldioxid – seien in den vergangenen Jahren massiv zurückgegangen.

Die ‚Daten zur Umwelt 2000‘ informieren auf rund 380 Seiten sowie einer CD-ROM mit vielen zusätzlichen Informationen über den Zustand der Umwelt in Deutschland. Der Bericht ist auch komplett als CD-ROM erhältlich. Der Band ‚Daten zur Umwelt 2000‘ ist im Erich-Schmidt-Verlag erschienen und im Buchhandel als Buch plus ergänzender CD-ROM (ISBN 3-503-05973-3) zum Preis von 86 DM oder komplett als CD-ROM (ISBN 3-503-05974-1) zum Preis von 68 DM erhältlich. Ab März 2001 soll der Datenband auch im Internet unter zur Verfügung stehen.

Ein Hintergrundpapier (im PDF-Format) mit Auszügen aus den ‚Daten zur Umwelt‘ finden Sie hier.

Links zu Agrarbericht und -statistik

24. Februar 2001

Experten fordern mehr Wettbewerb und radikale Wende in Agrarpolitik

Themen: Archiv — info @ 13:02

Frankfurt (agrar.de) – Die von der Bundesregierung angestrebte ökologische Ausrichtung der Agrarpolitik geht nach Einschätzung einer Studie der Dresdner Bank nicht weit genug. Das Gebot der Stunde heiße mehr Wettbewerb auf dem europäischen Agrarmarkt, so der Schluß der Experten. Die BSE-Krise biete Anlass, die bestehende Marktordnung in Richtung mehr Wettbewerb und Produktsicherheit zu ändern.

Der Studie zufolge ist die Europäische Agrarmarktordnung auf die Belange der Erzeuger und nicht auf die der Verbraucher ausgerichtet. Absatz- und Preisgarantien für die meisten europäische Agarerzeugnisse führten in der Vergangenheit zu hohen Produktionsüberschüssen. Zugleich wurde der Binnenmarkt gegenüber billigen Importen aus Drittländern weitgehend abgeschottet.

Von den Anbietern werde zwar eine bestimmte Mindestqualität ihrer Produkte verlangt, darüber hinausgehende Anstrengungen zur Verbesserung von Qualität und Gesundheitsschutz würden aber nicht honoriert. Eine stärkere Verankerung des Verbraucherschutzes in der Agrarpolitik dürfe nicht am Ziel stehen bleiben, den ökologischen Landbau zu fördern. Der Verbraucher müsse vielmehr die Möglichkeit erhalten, die landwirtschaftlichen Produkte nach Preis und Qualität auswählen zu können. Dafür müsse der Staat mehr Wettbewerb auf dem Agrarmarkt schaffen.

Subventionen sollten nicht wegfallen, sondern als direkte Einkommenshilfen gezahlt werden. Zudem müsse die Sicherheit über gesundheitlich unbedenklich Inhaltsstoffe und die Qualität landwirtschaftlicher Produkte verbessert werden. Die Experten regten Mindeststandards an, die von einzelnen Herstellern durchaus übertroffen werden könnten. ‚Der Anreiz dazu ist umso größer, je eher gewährleistet ist, dass der Markt diese Bestrebungen honoriert‘.

21. Februar 2001

DBV: Ausstieg bei fehlendem staatlichen Handeln notwendig

Themen: Archiv — info @ 12:02

Klärschlamm in die Landwirtschaft nur bei Unbedenklichkeit

Bonn (agrar.de) – Die Landwirtschaft ist grundsätzlich nicht auf eine Verwendung von Klärschlamm und Komposten angewiesen. Dies stellte der Deutsche Bauernverband (DBV) angesichts der Ergebnisse einer Fachtagung der Technischen Universität Berlin und der Kritik der nordrhein-westfälischen Umweltministerin Bärbel Höhn auf der Bonner Hochschultagung klar.

Klärschlamm auf den Feldern dürfe nicht zu einer Schadstoffbelastung und damit zu einer Zeitbombe für die Landwirte werden. Landwirte würden keine Klärschlämme und Komposte mehr von staatlichen und kommunalen Organisationen abnehmen und in ihrer gesellschaftlichen Verantwortung im Sinne einer Kreislaufwirtschaft ausbringen, wenn die Verwertung nicht mehr als vertretbar angesehen werde. Die Landwirtschaft, aber auch die Betreiber von Klärwerken hätten in den vergangenen Jahren alle Anstrengungen unternommen, um eine sichere Kreislaufwirtschaft zu erreichen. An der kritischen öffentlichen Diskussion hätte dies jedoch nichts geändert, betonte der DBV.

Deshalb hat das DBV-Präsidium auf seiner jüngsten Sitzung den Verzicht landwirtschaftlicher Klärschlammverwendung angekündigt, sollte keine lückenlose Kontrolle aller Klärschlämme und Bioabfälle sowie strengste Qualitätsanforderungen für einen nachhaltigen Bodenschutz sichergestellt werden. Der DBV forderte die Politik zum umgehenden Handeln auf. In gleicher Weise müsste bei Komposten verfahren werden.

Damit hat das DBV-Präsidium die aktuelle Diskussion aufgenommen, in denen eine Unbedenklichkeit der landbaulichen Verwertung von Klärschlämmen in Frage gestellt wird. Nach Ansicht des DBV und seiner Landesbauernverbände muss der vorsorgende Verbraucher- und Bodenschutz auch bei der Nährstoffrückführung über Klärschlämme eindeutige Priorität erhalten. Die langfristige Stabilität und nachhaltige Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Betriebe darf nicht gefährdet werden. Das Image deutscher Nahrungsmittel ist gerade angesichts der BSE-Krise nicht weiter zu gefährden, sondern zu verbessern.

20. Februar 2001

Mongolei: Mehr als 12 Millionen Tiere durch extreme Kälte bedroht

Themen: Archiv — info @ 16:02

(agrar.de/aho) – Es ist der schwerste Winter in der Mongolei seit 50 Jahren. 90 Prozent des Landes sind schneebedeckt. Temperaturen um Minus 50 Grad lassen den Boden so stark frieren, dass die Nahrungsmittelsuche von Herdentieren fast unmöglich wird. Pferde, Schafe und Rinder scharren ihre Hufe blutig bei den Versuch, Gras unter dem Eis zu finden. Eine unergiebige Suche, denn durch die Dürre im letzten Sommer sind die Böden meist karg geblieben.

Es muß damit gerechnet werden, dass rund 6,5 Millionen Tiere, oder rund 20 Prozent des Nutztierbestandes, den Winter nicht überleben werden. Für die Hirten und ihre Familien, die auf die Viehzucht angewiesen seien, wird dies katastrophal sein. Weitere Details zu dieser Tragödie finden Sie auf unseren Internet-Seiten.

Neuorientierung der Agrarpolitik konsequent vorantreiben

Themen: Archiv — info @ 12:02

Witzenhausen (agrar.de) – In einer Pressemitteilung kommentiert der Fachbereichsrat des Fachbereichs Landwirtschaft, Internationale Agrarentwicklung und Ökologische Umweltsicherung der Universität Gesamthochschule Kassel (GhK) in Witzenhausen die Regierungserklärung von Bundeslandwirtschaftsministerin Künast:

Der Fachbereich begrüßt die nun eingeleitete grundsätzliche Neuausrichtung der Agrarpolitik nachdrücklich. Die von Ministerin Renate Künast in ihrer Regierungserklärung vom 8. Februar vorgeschlagenen Maßnahmen und Ziele wie Förderung von Regionalität oder Flächenbindung der Tierhaltung sind im Kern richtig und längst überfällig. Selbstverantwortliches Handeln und Gestalten in der Landwirtschaft muss wieder ermöglicht werden. Die Landwirtschaft braucht Rahmenbedingungen für eine ökologisch- und sozialverträgliche Entwicklung, die den Anforderungen der Zukunft gerecht wird und Arbeit im ländlichen Raum bietet.

Zur Umsetzung dieser Ziele müssen jedoch folgende Forderungen ergänzend zu den von Frau Ministerin Künast vorgeschlagenen umgesetzt werden:

– Neuorientierung der Nutztierhaltung

Die Nutztiere als Mitgeschöpfe zu betrachten, heißt konkret die Haltungs- und Fütterungssysteme müssen an die Bedürfnisse der Tiere angepasst werden und nicht die Tiere kurzfristigen Gewinninteressen. Geschieht dies, dann ergeben sich Präventiveffekte, die ggf. den Einsatz von Antibiotika und Chemotherapeutika auf den echten Krankheitsfall beschränken lassen.

– Neuorientierung des Pflanzenbaus

In die Neuorientierung der Landwirtschaft muss neben der tierischen Erzeugung auch die pflanzliche Erzeugung mit einbezogen werden. Die Belastungen von Boden, Wasser und Atmosphäre durch Pflanzenschutzmittel sowie N- und P-Dünger erfordern im Sinne des Verursacherprinzips deutliche Maßnahmen zur Begrenzung ihres Einsatzes.

– Verbot der Gentechnik in der Landwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft

Der Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen in der Landwirtschaft birgt nicht kalkulierbare Gefahren für die Menschen und das Ökosystem. Er ist ökologisch und sozial nicht zu rechtfertigen und sollte weltweit unterbleiben. Die Einzigartigkeit und Vielseitigkeit der Pflanzen und Tiere muss erhalten werden.

– Rechtliche Rahmenbedingungen an neue Ziele anpassen

Die derzeit gültigen rechtlichen Rahmenbedingungen fördern die Konzentration im vor- und nachgelagerten Bereich der Landwirtschaft und behindern somit die regionale Entwicklung. Das Regelwerk für die handwerkliche Verarbeitung und Vermarktung muss eine ökologisch und regional ausgerichtete Landwirtschaft ermöglichen und dementsprechend angepasst werden. Damit werden kleineren Betrieben qualitative Entwicklungsperspektiven geboten, auch als Alternative zum „Wachsen oder Weichen“.

– Ganzheitlichkeit

Der landwirtschaftliche Betrieb kann nicht allein als gewinnmaximierendes Einzelunter-nehmen gesehen werden. Er muss als Teil eines stabilen Ökosystems betrachtet werden, das volkswirtschaftliche Folgekosten minimiert.

– Landwirtschaft als Bildungsaufgabe verstehen

Um das Problembewusstsein für die Landwirtschaft in der Gesellschaft zu schärfen, muss das Thema Landwirtschaft und Ernährung deutlich stärker als bisher in die schulische Bildung integriert werden. Die vielfältigen Leistungen der Landwirtschaft für die Gesellschaft, die über die reine Produktion von Lebensmitteln hinausgehen, wie die Pflege, der Erhalt und die Weiterentwicklung der Kulturlandschaft, müssen erkannt und entsprechend honoriert werden.

– Umorientierung in der Forschung

Die Grundsätze zur Vergabe von Forschungsfördermitteln müssen neu überdacht werden und den neuen agrarpolitischen Zielen entsprechen. Für die Ausdehnung und Weiterentwicklung des Ökologischen Landbaus müssen die Forschungsmittel hierfür deutlich aufgestockt werden. Wer morgen 20 % Öko-Landbau will, muss heute mindestens 50 % der Forschungsmittel in diesen Bereich lenken. Die wissenschaftlichen Beiräte des BMV müssen mit Fachwissenschaftlern besetzt werden, die die neue Agrarpolitik qualifiziert beraten können.

– Globale Verantwortung

Die weltweiten Wirkungen nationaler und europäischer Agrarpolitik sind zu beachten. Entsprechende ökologische und soziale Standards müssen bei den WTO-Verhandlungen weltweit definiert und durchgesetzt werden.

Der Fachbereich Landwirtschaft, Internationale Agrarentwicklung und Ökologische Umweltsicherung der Universität Gesamthochschule Kassel (GhK) in Witzenhausen begleitet seit über 20 Jahren kritisch die Entwicklung in der Landwirtschaft und hat in dieser Zeit immer wieder auf Fehlentwicklungen in der Landwirtschaft hingewiesen. Bemängelt wurden u.a. der Einsatz von Fütterungsantibiotika in der Tiermast, tierquälerische Zucht- und Haltungsmethoden sowie die vom Intensivpflanzenbau ausgehenden Gefährdungen von Boden, Wasser und Atmosphäre.

Mittlerweile ist der gesamte Fachbereich in Witzenhausen zu einem Zentrum für Lehre und Forschung in Ökologischer Landwirtschaft ausgebaut worden und bietet den europaweit einzigen Vollstudiengang für Ökologische Landwirtschaft an.

Kontakt und Informationen: Prof. Dr. Holger Wildhagen, Tel.: 05542-98-1212/-1211, E-Mail

Links zum Thema %url2%Bio-Landbau%/%

17. Februar 2001

BiomasseV-Negativliste: Tierkörper und Tiermehl werden nicht als Biomasse anerkannt!

Themen: Archiv — info @ 11:02

Herzberg (agrar.de) – Mit der Biomasse-Verordnung (BiomasseV) wird festgelegt, welche Stoffe und technischen Verfahren in den Anwendungsbereich der BiomasseV und damit unter die EEG-Vergütung fallen sollen und welche nicht.

Laut BiomasseV-Negativliste werden z.B. folgende Stoffe nicht als Biomasse anerkannt: Tierkörper, Tierkörperteile und Erzeugnisse gemäß Tierkörperbeseitigungsgesetz, die in Tierkörperbeseitigungsanstalten (TBA) beseitigt werden müssen, Deponiegas und Klärgas, PCB-, PCT- und quecksilberhaltigen Althölzer, fossile Brennstoffe und daraus hergestellte Neben- und Folgeprodukte, Torf, gemischte Siedlungsabfälle, Papier, Pappe und Karton, Klärschlämme, Hafenschlick und sonstige Gewässerschlämme und -sedimente und Textilien.

In der Positivliste werden als Biomasse z.B. definiert: Pflanzen und Pflanzenbestandteile; daraus hergestellte Energieträger – von Holz bis Pflanzenölen; Abfälle und Nebenprodukte pflanzlicher und tierischer Herkunft aus der Land-, Forst- und Fischwirtschaft; aus Biomasse durch Vergasung oder Pyrolyse erzeugte Gase und Alkohole; Altholz; Treibsel aus der Ufer- und Gewässerpflege sowie Biogas.

Quelle: Rede von Bundesumweltminister Jürgen Trittin anlässlich der Veranstaltung „Biomasse – Brennstoff aus Holz“ am 16. Februar 2001 in Herzberg.

Links zum Thema Biomasse.

16. Februar 2001

Mischfutterhersteller sagen offene Deklaration zu

Themen: Archiv — info @ 11:02

Positivliste sollte bald erstellt werden

Bonn (agrar.de) – Die Mischfutterhersteller in Deutschland werden ab Mitte Februar auch bei der Mischfutter-Zusammensetzung die offene Deklaration praktizieren und alle eingesetzten Komponenten einzeln in absteigender Reihenfolge auf den Warenbegleitpapieren bzw. Sackanhängern aufführen. Damit werde nicht nur dem Wunsch der Tierhalter und Verbraucher entsprochen sondern auch ein weiterer Beitrag zur gläsernen Produktion in einem wichtigen Kettenglied der Lebensmittelherstellung geleistet.

Die im Deutschen Verband Tiernahrung (DVT) und im Deutschen Raiffeisenverband (DRV) zusammengeschlossenen Mischfutterproduzenten werden nach eigenen Informationen die rechtlich erlaubte Angabe von zusammengefassten Futtermittelgruppen (Kategorien) nicht mehr anwenden, so dass jeder Landwirt detailliert darüber unterrichtet wird, aus welchen Einzelfuttermitteln sich sein Mischfutter zusammensetzt. Damit wird eine transparente und kontrollierbare Praxis realisiert, für die sich auch der bäuerliche Berufsstand ausgesprochen hat.

Die Mischfutterhersteller begrüßen die in letzter Zeit von verschiedenen Seiten geforderte Positivliste für Einzelfuttermittel. Sie kann – wenn sie auf wissenschaftlicher Basis erstellt wird – Vorbehalte abbauen und zur Sicherheit der Futtermittel beitragen. Das Bundesministerium für Verbraucherschutz sollte möglichst bald einen Expertenkreis zusammenrufen, damit die Erstellung dieses Katalogs in Angriff genommen werden kann. Auf EU-Ebene müssen die rechtlichen Voraussetzungen für die Übernahme in das Futtermittelrecht geschaffen werden.

Links zu Landhandel und Genossenschaften.

Bundestag richtet BSE-Forum ein

Themen: Archiv — info @ 10:02

Berlin (agrar.de) – Der Ausbruch der Rinderseuche BSE in Deutschland stellt derzeit die Massentierhaltung in Frage. Die deutsche Landwirtschaft ist in die Kritik geraten. Doch welche Zukunft hat die Landwirtschaft? Stellt der ökologische Landbau einen Ausweg dar? Wie ist Ihre Meinung zum Thema BSE und ökologischer Landwirtschaft? Haben Sie noch Vertrauen in die Lebensmittelproduktion?

Mit diesen Fragen läd der deutsche Bundestag ein, an einem neu eingerichteten Diskussionsforum teilzunehmen, um über die Zukunft der Landwirtschaft zu diskutieren.

Links zum Thema BSE.

13. Februar 2001

Bauernverband: Klärschlamm unverzüglich sicherer machen oder jetzt verbieten

Themen: Archiv — info @ 15:02

Bonn (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverband (DBV) fordert eine lückenlose Kontrolle aller Klärschlämme und Biobabfälle sowie strengste Qualitätsanforderungen für einen nachhaltigen Verbraucher- und Bodenschutz. Sollte dies nicht unverzüglich sichergestellt sein, bleibe nur ein sofortiges Verbot von Klärschlämmen in der landbaulichen Verwertung, stellt das Präsidium bei seiner heutigen Sitzung in Bonn fest. Auch bei Komposten müsse in gleicher Weise verfahren werden.

Mit dieser Erklärung reagiert der DBV auf Meldungen, die die Unbedenklichkeit der landbaulichen Verwertung von Klärschlämmen in Frage stellen. Nach ausführlicher Diskussion kommt das Präsidium des Deutschen Bauernverbandes zu folgendem Ergebnis: Der vorsorgende Verbraucher- und Bodenschutz muss auch bei der Nährstoffrückführung über Klärschlämme eindeutige Priorität haben. Die langfristige Stabilität und nachhaltige Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Betriebe dürfen nicht gefährdet werden. Das Image deutscher Nahrungsmittel muss gerade jetzt gestärkt und verbessert werden.

Alle Anstrengungen der Landwirtschaft und der Klärwerksbetreiber zum Aufbau sicherer Rückführungssysteme bei Klärschlämmen haben an der kritischen öffentlichen Diskussion nichts geändert. Deshalb fordert der Deutsche Bauernverband jetzt die Politik zum Handeln auf.

12. Februar 2001

Bioland und Demeter verlassen AGÖL

Themen: Archiv — info @ 13:02

Darmstadt (agrar.de) – Der Bioland-Verband und der Demeter Bund haben beschlossen, den seit fast 13 Jahren bestehenden Dachverband Arbeitsgemeinschaft ökologischer Landbau (AGÖL) zu verlassen.

In dem Dachverband AGÖL sind die neun Organisationen des Ökologischen Landbaus in Deutschland organisiert. Die AGÖL wurde 1988 von zunächst sechs Organisationen, darunter Bioland und Demeter, gegründet. Heute hat die AGÖL neun Mitgliedsorganisationen, maßgeblich erweitert durch zwei Verbände, die nach der Wiedervereinigung der Bundesrepublik Deutschland in die AGÖL aufgenommen worden waren.

Als maßgebliche Leistung der AGÖL gilt heute die Erarbeitung der Rahmenrichtlinien für den Ökologischen Landbau und die Ökologische Lebensmittelverarbeitung, die die gemeinsame Richtliniengrundlage für die der AGÖL angeschlossenen Verbände darstellt. Insbesondere die Entwicklung von Vertrauen in die Arbeit der befreundeten Verbände durch die gegenseitige Überprüfung, konnten die Verbände trotz bestehender Konkurrenz im Markt, ihre Zusammenarbeit stärken. Dies führt auch zur wechselseitigen Anerkennung der jeweils zertifizierten Produkte.

Seit ihrer Gründung hat die AGÖL maßgeblich bei der Erarbeitung gesetzlicher Regelungen auf EU-Ebene mitgewirkt und dazu entscheidende Impulse gegeben. In Deutschland hat die AGÖL gegenüber Politik und Öffentlichkeit mit einer Stimme den Ökologischen Landbau vertreten. In verschiedensten Gesetzgebungsverfahren hat die AGÖL beratend das Gewicht des Ökologischen Landbaus eingebracht. Die Einrichtung einer Öko-Abteilung im heutigen BMVEL und die der neuen Forschungseinrichtung für Ökologischen Landbau in Trenthorst geht maßgeblich auf die Aktivitäten der AGÖL zurück.

In verschiedensten Projekten z.B. zum Absatz von Öko-Produkten in Großküchen, zum Beitrag des Ökologischen Landbaus in Werkstätten für Behinderte oder bei der Erarbeitung eines Wasserleitfadens hat die AGÖL Impulse für die Weiterentwicklung des privatrechtlich organisierten Ökologischen Landbaus gesetzt. Mit dem Impuls für die Gründung der Arbeitsgemeinschaft Lebensmittel ohne Gentechnik (ALOG) konnte die AGÖL auch in diesem wichtigen gesellschaftlichen Bereich die notwendige Initiative entfalten.

Gemeinsam mit der CMA hat sie vor zwei Jahren das Öko-Prüfzeichen als Dachzeichen für Produkte aus Ökologischem Anbau in Deutschland in den Markt gebracht.

Erst jüngst hat die AGÖL, nach einer intensiven Strategiediskussion, mit weit überwiegender Mehrheit beschlossen, ihre Geschäftsstelle nach Berlin zu verlegen, um näher am Puls der Politik zu sein. Dazu wurde der Haushalt aufgestockt und die Einstellung weiterer Mitarbeiter beschlossen.

Als Grund für ihre Entscheidung geben Bioland und Demeter unterschiedliche Auffassungen über die zukünftige Entwicklung der AGÖL an. Sie haben ihren Austritt zum 31.03.2001 angekündigt. Mit diesen beiden Verbänden scheidet die Repräsentanz von gut 60% der organisierten Betriebe und mit ihnen 45% der Fläche aus der AGÖL.

Die AGÖL bedauert diesen Schritt gerade in einer Zeit, in der die politischen Weichenstellungen in Richtung Ökologischer Landbau weisen. Die AGÖL wird in ihrer nächsten turnusgemäßen Mitgliederversammlung, die in Kürze ansteht, über die weiteren Schritte beraten.

Links zum Thema %url3%Bio-Landbau%/%

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