28. Februar 2001

Demeter und Bioland fordern klare Bio-Kennzeichnung

Themen: Archiv — info @ 16:02

Unterstützung der Kanzleramtsstrategie für eine andere Landwirtschaft

Mainz/Darmstadt (agrar.de) – Die Anbauverbände Bioland und Demeter unternehmen einen neuen Vorstoß zur Kennzeichnung von Bio-Lebensmitteln: Statt ein deutsches staatliches Zeichen zu etablieren oder weiterhin auf ein glückloses ÖPZ zu setzten, schlagen die beiden größten Bio-Anbauverbände vor, den bereits auf allen Verpackungen von Öko-Produkten vorhandenen EU-Kontrollvermerk als Basis-Niveau eindeutig und für alle Verbraucher erkennbar hervorzuheben.

Die Hervorhebung des EU-Kontrollvermerkes biete folgende Vorteile:

1. Die EU-Ökoverordnung schreibt seit August 2000 vor, dass alle in der EU gehandelten Bioprodukte mit dem EU-Kontrollvermerk gekennzeichnet sein müssen.

2. Der EU-Kontollvermerk bescheinigt, dass Bioprodukte nach den europäischen Mindestanforderungen der EU-Ökoverordnung erzeugt und von einer zugelassenen EU-Kontrollstelle auf die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen überprüft worden sind.

3. Alle in Deutschland gehandelten Bioprodukte sind bereits mit dem Kontrollvermerk zu versehen. Dies schließt sowohl Bioprodukte aus Deutschland, allen EU-Staaten sowie Bioware aus so genannten Drittstaaten außerhalb der europäischen Union ein. Damit ist jedes in Deutschland gehandelte Bioprodukt für alle Verbraucher sofort eindeutig im Ladenregal zu erkennen

4. Für Kunden, die spezifischere Informationen über ein Produkt wünschen, bietet der Kontrollvermerk den Vorteil, über den Landeskennbuchstaben (z.B. DE für Deutschland) und die Kontrollstellennummer zu erfahren, wer für die Überprüfung des Produktes in welchem Land verantwortlich zeichnet.

Bereits mit der Einhaltung der gesetzlichen Mindestanforderungen ist das Recht verbunden, Produkte mit dem Zusatz ‚Bio‘ oder ‚Öko‘ anzubieten. Wenn alle Bioprodukte einheitlich gekennzeichnet werden sollen, kann dies nur auf der Basis der gesetzlichen Vorschriften der EU-Ökoverordnung vorgenommen werden. Markenartikelhersteller und Handelsunternehmen können besondere Qualitätsunterschiede über dieses Basis-Niveau hinaus durch die Profilierung von Eigenmarken oder mit dem Aufdruck von Siegeln und Marken wie z.B. ‚Bioland‘ und ‚Demeter‘ kommunizieren. Demeter Geschäftsführer Peter Schaumberger und Bioland Vorstand Thomas Dosch betonen, dass Demeter und Bioland nach eigenen Qualitätsstandards arbeiten, die über die EU-Ökoverordnung hinausgehen. ‚Neben Basisqualitätsanforderungen gibt es Marken. Marken sind in einer Marktwirtschaft üblich‘, so Schaumberger und Dosch.

Bioland und Demeter begrüßen ausdrücklich das in der vergangenen Woche veröffentliche Papier für eine andere Landwirtschaft aus dem Bundeskanzleramt. ‚In dem Verhältnis von push und pull und der Gliederung in gewerbliche, multifunktionale und ökologische Landwirtschaft ist eine klare Orientierung gegeben.‘ Zusammen mit der Regierungserklärung von Ministerin Renate Künast sei damit die Grundlage für die Agrarwende gelegt.

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