05. Januar 2001

Funke will baldige Futtermittelkennzeichnung

Themen: Archiv — info @ 11:01

Oldenburg (agrar.de) – Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke hat die deutschen Futtermittelhersteller aufgefordert, schon vorzeitig Inhaltsdeklarationen bei ihren Produkten vorzunehmen.

Der Minister sagte der Oldenburger ‚Nordwest-Zeitung‘, eine Deklarationspflicht sei zwar schon im EU-Ministerrat beschlossen worden, die Umsetzung in nationales Recht werde jedoch noch ein bis eineinhalb Jahre dauern. Deutschland plane, zumindest was den Zeitrahmen angehe, einen nationalen Alleingang. Er hoffe, dass die Futtermittelhersteller freiwillig mitziehen würden.

04. Januar 2001

Neue BSE-Verdachtsfälle in Bayern

Themen: Archiv — info @ 13:01

Lindau/Freising (agrar.de) – In Bayern gibt es neue BSE- Verdachtsfälle. Zwei verdächtige Tiere wurden in Lindau und Freising festgestellt. Zwei weitere Verdachtsfälle im niederbayerischen Landkreis Kehlheim bestätigten sich zunächst nicht. Alle betroffenen Höfe wurden gesperrt, bis weitere Untrersuchungsergebnisse vorliegen. Das teilten das bayerische Sozialministerium und der Bayerische Rundfunk mit. Sozialministerin Barbara Stamm kündigte eine Pressekonferenz für den Nachmittag an.

Ber Bayerische Bauernverband vermutet, dass als Ursache für den Rinderwahnsinn in Bayern ein Tierfutter in Frage kommt, das 1996 von der Tochter eines US-Konzern über Italien nach Bayern eingeführt hat. Das Futter habe einen großen Anteil Tiermehl enthalten und sei weit unter Marktpreis angeboten worden.

03. Januar 2001

Graefe zu Baringdorf fordert Ablösung Funkes

Themen: Archiv — info @ 10:01

Berlin (agrar.de) – Der Europapolitiker Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf (Grüne) hat gefordert, Landwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke (SPD) wegen dessen Versäumnissen in der BSE-Krise abzulösen und durch eine ’starke Persönlichkeit‘ zu ersetzen. Funke habe sowohl beim Thema Rinderwahn als auch bei der Agrarreform auf EU-Ebene auf der Bremse gestanden, sagte der Vorsitzende des Landwirtschaftausschusses im Europäischen Parlament am Donnerstag im Deutschlandradio.

Man brauche jetzt eine Person, die die notwendigen Reformen ‚optimistisch und innovativ‘ nach vorn treibe und Landwirtschaftspolitik mit Verbraucherpolitik verbinde, so Graefe zu Baringdorf. Als Beispiel nannte der Europapolitiker Nordrhein-Westfalens Landwirtschaftsministerium Bärbel Höhn.

Bayern: Bauern protestieren gegen Rindertötung

Themen: Archiv — info @ 10:01

Pilsach/Notrup (agrar.de) – Weit über 1.000 Landwirte und Tierschützer haben nach Angaben der Polizei gegen die Tötung der Rinderherde eines von BSE betroffenen Bauernhofes in Notrup protestiert. Wie die Polizei in Neumarkt mitteilte, hätten sich vor allem Landwirte in der Nacht vor dem Hof versammelt, um sich mit der betroffenen Bauernfamilie zu solidarisieren. Die Behörden hatten die Tötung der Herde angeordnet, nachdem bei einem Rind des Betriebes BSE nachgewiesen worden war.

Die Demonstranten blockiert die Zufahrt und verzögerten den Abtranport der zur Tötung vorgesehenen Rinder um mehr als eine Stunde.

Auch im niedersächsischen Notrup wurde mit dem Abtransport von mehr als 270 Tieren eines von der Rinderseuche BSE betroffenen Hofes begonnen. Bisher sind in Deutschland sieben BSE-Fälle nachgewiesen worden, davon fünf in Bayern.

Der Deutsche Tierschutzbund kritisierte die Tötung der Rinder als ‚hirnlose Vernichtung‘ ohne ethische Bedenken und jede Vernunft. DBV-Präsident Gert Sonnleitner äußerte dagegen Verständnis für die Tötung. Er könne zwar verstehen, wie sehr das Herz einer Bauernfamilie an selbst gezüchteten Rindern hänge, sagte er dem Südwestrundfunk (SWR). Allerdings wolle die Öffentlichkeit wissen, ob weitere Tiere der Herde mit BSE infiziert seien. Rinderwahnsinn kann bislang nur an toten Tieren nachgewiesen werden.

DBV bietet Kooperation für Verbesserungen im Wasserschutz an

Themen: Archiv — info @ 09:01

Bonn/Berlin (agrar.de) – Die deutsche Landwirtschaft bietet der Wasserwirtschaft eine intensivere Zusammenarbeit an, um auf der Grundlage der Anfang des Jahres 2001 in Kraft tretenden EU-Wasserrahmenrichtlinie europaweit eine Verbesserung der Wasserqualität zu erreichen. Das erklärte der Deutsche Bauernverband (DBV) in Berlin. Der Verband habe im Gesetzgebungsverfahren der Wasserrahmenrichtlinie deutlich für eine EU-weite Harmonisierung des bereits sehr restriktiven Gewässerschutzes in Deutschland plädiert. Hierdurch könnten bestehende Wettbewerbsnachteile abgebaut werden. Diese Harmonisierung dürfe jedoch nicht durch einseitige nationale Verschärfungen der Qualitätsziele und Anforderungen wieder ausgehebelt werden. Grundsätzlich müsse auch im Gewässerschutz ein einheitliches europäisches Vorgehen erfolgen, wenn nicht gesundheitspolitische Gründe eine nationale Verschärfung verlangten, mahnte der DBV.

Die bisherigen Erfolge im Gewässerschutz in Deutschland sind nach Ansicht des Verbandes auch auf das Verantwortungsbewußtsein der deutschen Landwirte zurückzuführen. Es zeige sich, dass die konsequente Einführung neuer Techniken, die Umsetzung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie Kooperationen der Landwirte mit Wasserversorgungsunternehmen einen großen Beitrag zur Qualitätssicherung leisten, stellte Heinrich Kemper, Mitglied des Fachausschusses Umweltschutz und Landwirt aus Nordrhein-Westfalen, kürzlich auf einem Symposium der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) vor mehr als 600 Wasserexperten in Schwerin fest.

Wasser in ausreichender Menge und guter Qualität spiele eine Schlüsselrolle bei der Versorgung der wachsenden Weltbevölkerung. Deshalb nehme die deutsche Landwirtschaft ihre Verantwortung für die Bereitstellung und Reinhaltung des Wassers äußerst ernst, betonte Kemper. Nicht zuletzt die Anstrengungen der Landwirte hätten in den vergangenen Jahren zu einer guten Wasserqualität in Deutschland geführt. Die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie und deren Qualitätsziele werde von der Landwirtschaft große Anstrengungen abverlangen. ‚Weitere Erfolge im Gewässerschutz werden wir im wesentlichen durch die Verstärkung von Kooperationen zwischen Wasserwirtschaft und Landwirtschaft erreichen‘, unterstrich Kemper die Bedeutung einer intensiveren Zusammenarbeit. Hierfür müsse dem Gedanken der Kooperation gegenüber starrem Ordnungsrecht nachgegangen werden. Der Deutsche Bauernverband fordere die in der Wasserrahmenrichtlinie festgeschriebene intensive fachliche Beteiligung der Landwirtschaft ein. Dies müsse auf wissenschaftlicher, verbandlicher und politischer Ebene bei der fachlichen und rechtlichen Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie und der nachfolgenden Regelungen geschehen.

Information: DBV-Pressestelle, Ernst-Reuterplatz 3-5, 10587 Berlin, Tel.: 030-31904-239, E-Mail

Startschuß für das hessisches Agrar-Umwelt-Dienstleistungszentrum für Landwirtschaft, Gartenbau und Naturschutz – HDLGN

Themen: Archiv — info @ 09:01

Kassel (agrar.de) – Das Hessische Landesamt für Regionalentwicklung und Landwirtschaft (HLRL) ist nach dem Gesetz zur Reform der Landwirtschafts-, Forst-, Naturschutz-, Landschaftspflege- und Regionalentwicklungsverwaltung (LFN-Reform, vom 19.12.2000) aufgelöst.

Mit der LFN-Reform wurde das neue „Hessische Dienstleistungszentrum für Landwirtschaft, Gartenbau und Naturschutz“ (%url1HDLGN%/%) mit Sitz in Kassel gegründet, in dem seit dem 1. Januar 2001 sieben bisher selbständige landwirtschaftliche Sonderbehörden und einzelne Zuständigkeiten aus dem Bereich des Hessischen Landesamtes für Regionalentwicklung und Landwirtschaft und der Ämter für Regionalentwicklung, Landwirtschaft und Landschaftspflege zusammengefaßt werden.

Unter anderem wurde die landwirtschaftliche und gartenbauliche Beratung vollständig dem HDLGN zugeordnet. Ein Kuratorium, dem sowohl Verbände als auch das Land Hessen angehören, wird künftig über die fachlichen Inhalte und Schwerpunkte der Beratung mit entscheiden.

02. Januar 2001

Funke fordert zu freiwilliger Futtermitteldeklaration auf

Themen: Archiv — info @ 16:01

Berlin (agrar.de) – In einem Schreiben an die landwirtschaftlichen Verbände und Organisationen hat Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke (SPD) die deutsche Futtermittelwirtschaft aufgefordert, freiwillig genaue Angaben über die Zusammensetzung der Futtermittel zu machen. Die Unternehmen sollen damit im Vorgriff auf die zu erwartende EU-Regelung ein größtmögliches Maß an Transparenz für Landwirte und Verbraucher sicherstellen.

Die EU-Agrarminister hatten am 19./20. Dezember 2000 einen gemeinsamen Standpunkt zum Vorschlag der Europäischen Kommission zur Änderung der Mischfuttermittelrichtlinie verabschiedet. Darin werden deutliche Verbesserungen gegenüber der geltenden Regelung vorgesehen, insbesondere die Angabe von Einzelfuttermitteln anstelle der derzeit üblichen Gruppenbezeichnungen. Darüber hinaus wird die freiwillige Angabe der prozentualen Zusammensetzung vorgesehen. Diese Änderungen sollen erst 20 Monate nach Inkrafttreten der Richtlinie gelten. Die zweite Befassung des Europäischen Parlaments steht noch aus, so dass bis zur Anwendung der neuen Vorschriften noch einige Zeit vergehen wird.

Funke forderte nun in seinem Schreiben, dass auf die Angabe von Futtermittelkategorien verzichtet wird und alle enthaltenen Einzelfuttermittel aufgeführt werden. Außerdem sollten im Rahmen der geltenden gesetzlichen Möglichkeiten die genauen prozentualen Anteile angegeben werden, zum Beispiel in Form von Zusatzinformationen, die den Käufern zur Verfügung gestellt werden. Der Minister sieht darin einen ‚wesentlichen Schritt zur Klarheit im Futtermittelbereich‘.

Funke erinnerte daran, dass er im Rat dem gemeinsamen Standpunkt als Kompromiss zugestimmt habe, obwohl er ihm nicht weit genug ging. Daher habe er in einer Protokollerklärung die Kommission aufgefordert, die offene Deklaration, bei der alle Prozentanteile aufgeführt sein müssen, zu prüfen und Vorschläge zu unterbreiten. Außerdem habe er darin auf die Notwendigkeit einer Positivliste für Futtermittelbestandteile hingewiesen.

Tierärzte fordern weit greifende Maßnahmen gegen BSE

Themen: Archiv — info @ 15:01

Bonn (agrar.de) – Die Bundestierärztekammer befürwortet das Moratorium der Fütterung von Tiermehl und begrüßt die Ausweitung der BSE-Tests. ‚Dies sind zwei Maßnahmen, die in der jetzigen Situation nahe liegend und unumgänglich sind‘, erklärte Prof. Dr. Günter Pschorn, Präsident der Kammer. ‚Nachdem jetzt offensichtlich ist, dass wir nicht auf einer „BSE-freien Insel“ leben, müssen wir alle denkbaren Konsequenzen ziehen‘, so Pschorn in einer Pressemeldung.

Gleichzeitig mahnte er, nicht nur die akute Krise zu bekämpfen, sondern auch weiter reichende Strategien zu entwickeln. ‚An erster Stelle muss dabei die Sicherheit des Menschen stehen – Kosten sind absolut nachrangig.‘ Die tierärztliche Dachverband sieht vor allem in folgenden Bereichen Handlungsbedarf:

Forschung

Forschung über BSE hat in Deutschland bisher kaum stattgefunden. Auch die Untersuchungen, die in stärker betroffenen Ländern – v.a. Großbritannien – gemacht wurden, lassen viele wichtige Fragen offen. Die Bundestierärztekammer fordert, jetzt die notwendigen Gelder für Forschung bereit zu stellen, die Projekte bundesweit zu koordinieren und die tierärztlichen Hochschulen und Fakultäten einzubeziehen. Besonders dringlich sind:

– Entwicklung von Testverfahren, die empfindlicher sind und infizierte Tiere in einem früheren Stadium erkennen können,

– Entwicklung von Testverfahren, mit denen der Erreger im lebenden Tier nachgewiesen werden kann,

– Untersuchungen über die Ausbreitung und Vermehrung des Erregers im Tier,

– Untersuchungen über eventuelle weitere Übertragungswege.

Tiermehle könnten nur dann möglicherweise wieder verfüttert werden, wenn die bisherigen Erkenntnisse, dass das in Deutschland angewandte Verfahren der Tierkörperbeseitigung den BSE-Erreger sicher abtötet, bestätigt worden sind.

Tests

Die Bundestierärztekammer hat Bund und Länder darum gebeten, die Einrichtung der notwendigen Laborkapazitäten zu fördern und zu unterstützen. Die Entnahme und Untersuchung der Proben sollte einheitlich geregelt werden:

– Amtliche Entnahme, um Verwechslungen und Täuschungen zu verhindern,

– Schutzkleidung bei der Entnahme der Proben,

– amtliche Kontrolle und schnellstmögliche Akkreditierung von privaten Labors.

Die Tests sollten so schnell wie möglich auch auf jüngere Schlachtrinder ausgedehnt werden. Neu entwickelte Testverfahren müssen möglichst schnell zum Einsatz kommen.

Tiermehl

Zurzeit sieht die Bundestierärztekammer im vollständigen Verbot aller Produkte aus der Tierkörperbeseitigung die einzige Lösung, um wirksam zu verhindern, dass tierisches Eiweiß an Wiederkäuer verfüttert wird – sei es durch versehentliche Verunreinigung oder durch absichtliche Beimengung. Eine Übergangsfrist, in der vorhandene Futterbestände aufgebraucht werden dürfen, wird der Gesetzgeber vermutlich einräumen müssen. Die Bundestierärztekammer fordert aber, nach Ablauf dieser Frist: Die Bundestierärztekammer hat Bund und Länder darum gebeten, die Einrichtung der notwendigen Laborkapazitäten zu fördern und zu unterstützen. Die Entnahme und Untersuchung der Proben sollte einheitlich geregelt werden:

– landwirtschaftliche Betriebe umfassend darauf zu kontrollieren, dass keine tiermehlhaltigen Futtermittel mehr verfüttert oder gelagert werden,

– Futtermittel bei den Herstellern umfassend auf Verunreinigungen oder Beimengungen von Tiermehlen zu prüfen.

Für diese Kontrollen müssen Gelder und Personal bereit gestellt werden.

Verendete Tiere

Wie die enormen Kosten, die durch ein völliges Verbot von Tiermehl entstehen, zwischen Bund/Ländern, Landwirt, Fleischwirtschaft und Verbraucher aufgeteilt werden, ist noch ungeklärt. Die Bundestierärztekammer fordert hierzu, dass den Landwirten unbedingt eine volle Kostenerstattung bei der Entsorgung verendeter Tiere angeboten werden muss. Anderenfalls ist die Gefahr sehr hoch, dass Tierkadaver illegal entsorgt – beispielweise vergraben – werden.

Risikomaterial

Die so genannten Risikomaterialien wie z.B. Gehirn und Rückenmark müssen seit 1. Oktober bei allen über zwölf Monate alten Schlachtrindern unschädlich beseitigt werden. Das jüngste Rind, bei dem bisher der BSE-Erreger nachgewiesen werden konnte, war 20 Monate alt. Damit ist nach aktuellem Stand des Wissens eine Sicherheitsspanne vorhanden. Die Bundestierärztekammer fordert trotzdem, die Bestimmungen über die Entfernung von Risikomaterial auf alle Wiederkäuer jeden Alters auszudehnen. Damit werden wirksame Kontrollen erleichtert und zusätzliche Sicherheit für den Verbraucher geschaffen.

Information: Bundestierärztekammer, Oxfordstr. 10, 53111 Bonn, Tel.: 0228-725460, E-Mail

DBV: Markteinschätzung zum Jahreswechsel

Themen: Archiv — info @ 14:01

Berlin (agrar.de) – Unterschiedliche Stimmungen auf den Agrarmärkten sieht der Deutsche Bauernverband (DBV) an der Schwelle des neuen Jahres. Während die Getreide-, Schweine- und Geflügelmärkte feste bis ansteigende Tendenzen zeigen, sei der Rindfleischmarkt durch die BSE-Krise in große Turbulenzen geraten, die einen Ausblick auf 2001 derzeit unmöglich machten. Die Beurteilung der verschiedenen Agrarmärkte durch den Verband:

Getreide

Die Getreidemärkte sind an der Schwelle zum neuen Jahr fester als ursprünglich nach der ersten Stufe der Agenda 2000-Preissenkung zu erwarten. Im Durchschnitt lagen die Großhandelspreise für Brotweizen bei 115 Prozent des Interventionspreises und haben eine Relation erreicht, die seit 1996 nicht mehr erzielt wurde. Trotz der um 10 Millionen Tonnen höheren europäischen Getreideernte und eines Anstiegs der Weizenernte haben die Weizenpreise weiterhin eine feste Tendenz.

Auch auf den internationalen Märkten haben sich seit September 2000 nach langer Talfahrt die Getreidepreise positiv entwickelt. Der Chicagoer Terminhandel verzeichnete im Oktober-Durchschnitt einen Anstieg auf 97 US-Dollar pro Tonne für Standardweizen mit 10,5 Prozent Protein. In Kansas City wurden 116 US-Dollar pro Tonne erzielt für die Standardqualität mit 11,5 Prozent Protein Bedingt durch den starken Dollaranstieg stiegen die Notierungen nach der Umrechnung auf 22,30 bzw. 26,56 DM/dt. Daher war es möglich, mehr als 4 Millionen Tonnen Weizen ohne Export-Erstattungen aus der EU in Drittländer zu exportieren.

Futtergetreide ist in den letzten Wochen in den Sog des Preisanstiegs für Eiweißträger als Folge des Tiermehlverbotes geraten. Mitte Dezember lagen die Großhandelspreise für Futtergerste bei einem Interventionspreisniveau von 107 Prozent. Auch die Weltmarktpreise verzeichneten einen deutlichen Anstieg, wenn auch auf niedrigerem Niveau. Die Exporte von Gerste aus der EU lagen ebenfalls bei 4 Millionen Tonnen, gleichfalls ohne Export-Erstattungen.

Kartoffeln

Aufgrund der sehr großen deutschen Kartoffelernte von annähernd 13 Millionen Tonnen im Jahr 2000 bestehen zu Jahresbeginn 2001 noch hohe Lagerbestände. Da auch in der EU mit 48 Millionen Tonnen eine entsprechend große Kartoffelernte eingefahren wurde, ist während der ersten Monate des Jahres 2001 mit einem unveränderten Angebotsdruck zu rechnen. Die Chancen für eine Preiserholung sind somit nicht groß. Die Anbauplanungen für das Jahr 2001 weisen bei Frühkartoffeln auf eine gegenüber dem Vorjahr gleichbleibende Fläche hin. Insbesondere in den traditionellen Kartoffelanbauregionen erfolgt eine kontinuierliche Produktion.

Obst und Gemüse

Die Märkte für Obst und Gemüse haben sich im Jahr 2000 gegenüber dem Vorjahr kaum erholt, so dass erst für die Ernte des Jahres 2001 Hoffnung auf bessere Erzeugerpreise besteht. Die Erlöse waren in 2000 über fast alle Obst- und Gemüseprodukte hinweg unbefriedigend – bei guten Ernten, wobei es allerdings bei einigen Kulturen Probleme durch zu hohe Niederschläge oder Hagel gab.

Bei Kernobst (Äpfel, Birnen) zogen die bisher völlig inakzeptablen Preise gegen Ende des Jahres 2000 leicht an. Es ist davon auszugehen, dass die Preise auch im neuen Jahr weiter leicht nach oben tendieren. Die Lagervorräte an Äpfeln liegen allerdings noch leicht über denen des Vorjahres.

Der Markt für Gemüse ist reichlich versorgt bei unterdurchschnittlichen Preisen. Die Zufuhren aus anderen EU-Ländern beim Frischgemüse werden weiter steigen. Ebenso wird im Freilandgemüsebau in der Saison 2001 das Angebot aus dem heimischen Gemüseanbau höher ausfallen. Nachdem im zweiten aufeinander folgenden Jahr die Preisentwicklung ungünstig verlief, muss allerdings bei einigen Gemüsekulturen mit einem Rückgang des Anbaus gerechnet werden.

Milch Bei Milch haben aufgrund gestiegener Marktnachfrage die Erzeugerpreise im Jahr 2000 angezogen. Die derzeit festen Preistendenzen auf dem Weltmarkt für Milchprodukte werden sich voraussichtlich bis mindestens Mitte des kommenden Jahres halten. Auf Grund guter Marktsituation für Milchprodukte ist davon auszugehen, dass sich der positive Trend bei den Milchauszahlungspreisen für die deutschen Milcherzeuger auch im Jahre 2001 fortsetzen wird. Für das Milchwirtschaftsjahr 2000 wird ein durchschnittlicher Milchauszahlungspreis von 59 bis 60 Pfennig je Kilogramm Milch erwartet. Dieses relativ hohe Niveau wird auch für die erste Jahreshälfte 2001 möglich sein.

Besonders bei den Notierungen für Butter und Käse ist davon auszugehen, dass diese noch weiter zulegen können. Der Käsemarkt trug als Schlüsselmarkt deutlich zur Belebung des Milchmarktes bei. Die voraussichtlichen Mengenerhöhungen im Jahre 2001 um ca. 200.000 Tonnen bedeutet eine Steigerung um 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der wesentliche Zuwachs geht vom heimischen Markt aus. Dagegen ist davon auszugehen, dass sich die Preise von Magermilchpulver, Vollmilchpulver und Kasein auf dem sehr hohen Niveau von Oktober bis November 2000 halten werden. Ein weiterer Preisanstieg bei diesen Produktgruppen ist nicht zu erwarten.

Bei einem weiterhin weltweit begrenzten Ausfuhrangebot bei gleichzeitig lebhafter Nachfrage aus vielen Importstaaten kann im Moment davon ausgegangen werden, dass sich die Preise für Milchprodukte auch im Jahr 2001 auf dem derzeitigen hohen Niveau halten werden. Die im Jahre 2000 zu beobachtenden guten Exportaussichten für Milchprodukte wurden auch durch den schwachen Euro beeinflusst. Hier bleibt abzuwarten, wie sich eine Veränderung des Dollar-Euro-Verhältnisses auf den Export auswirkt. Es ist aber auch darauf hinzuweisen, dass sich der positive Marktverlauf vor allem durch die Absatzsteigerung im Inland vollzogen hat. Derzeit ist zu beobachten, dass auch für die erste Jahreshälfte 2001 die Absatzmöglichkeiten auf den Binnenmärkten weiterhin positiv zu beurteilen sind.

Durch die BSE-Krise ist nicht ausgeschlossen, dass die Nachfrage nach Milchprodukten weiterhin steigt. Doch auch negative Auswirkungen sind möglich, da die Verwertungsmöglichkeit für Molke begrenzt sein könnte.

Fleischmärkte

Auf Grund der BSE-Krise beim Rindfleisch wird die Nachfrage nach Schweine- und Geflügelfleisch in 2001 weiter zunehmen. Für den Rindfleischmarkt ist eine Jahresprognose dagegen derzeit nicht möglich. Die Folgen von BSE treffen nicht nur den Rindfleischmarkt, wie der Schlachtbetrieb gedrosselt wurde und zum Teil überhaupt keine Preisnotierungen mehr genannt wurden. Auch wenn die Nachfrage nach Schweine- und Geflügelfleisch gestiegen ist, sind die Veredlungsbetriebe in großer Sorge wegen steigender Futtermittel- und Entsorgungskosten als Folge der BSE-Beschlüsse. Die Landwirtschaft muss gemeinsam mit der Vieh- und Fleischwirtschaft die Marktpartner und Verbraucher davon überzeugen, dass diese Kostensteigerungen über den Markt erwirtschaftet werden müssen.

Information: Deutscher Bauernverband (DBV), Godesberger Allee 142-148, 53175 Bonn, Tel.: 0228-81980, E-Mail

Radisson SAS serviert Bioland-Menüs

Themen: Archiv — info @ 09:01

Mainz (agrar.de) – Durch eine Kooperation zwischen dem Anbauverband Bioland und der internationalen Hotelkette ‚Radisson SAS Hotels & Resorts‘ stehen Bioland-Menüs nun auch auf der Speisekarte von 13 deutschen Spitzen-Hotels.

Die Hotelkette Radisson SAS ist der erste Partner des neuen Bioland-Gastronomiekonzeptes. Ziel des Konzeptes ist nach Angaben des Verbandes, den Anteil von ökologisch erzeugten Lebensmitteln in Restaurants und Großküchen zu erhöhen. Um Küchenleitern den Einstieg in die Öko-Küche schmackhaft zu machen, beinhaltet das Bioland-Konzept die Beratung und Schulung des Personals, die Vermittlung von Lieferanten sowie die Nutzung von Werbematerialien. Mit der Umsetzung des Konzeptes erfüllen die Köche alle gesetzlichen und privatrechtlichen Voraussetzungen, um Bioland-Gerichte auf der Speisekarte ausloben zu können.

Information: Bioland – Bundesverband für organisch-biologischen Landbau e.V., Kaiserstr. 18, 55116 Mainz, Tel.: 06131-2397917, E-Mail

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