25. Januar 2001

Gefährdete Nutztierrassen des Jahres 2001

Themen: Archiv,Tiere — info @ 13:01

Witzenhausen (agrar.de) – Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) hat stellvertretend für die zahlreichen Landhuhnrassen die Rassengruppe der Bergischen Landhühner und die Bayerische Landgans zur Gefährdeten Nutztierrasse des Jahres 2001 ernannt.

Zum klassischen Bild der farbenfrohen Landidylle gehört zweifelsohne auch der stolze Hahn auf dem Misthaufen und die munter pickende Hühnerschar mitsamt Nachwuchs, die den Hof bevölkern. Geprägt von harter Arbeit, aber ungetrübt von modernen Produktionszwängen wirtschafteten die Bauern über Jahrhunderte hinweg in diesem Rahmen. Dies ist auch das Umfeld, in dem eine Vielfalt von Geflügelrassen entstand: robust und angepasst an die jeweiligen lokalen Standortbedingungen und Anforderungen, aber auch nach äußerem Erscheinungsbild ausgewählt. Gab es noch bis in die 50er Jahre eine Vielzahl verschiedenster Landgeflügelrassen mit unterschiedlichstem Erscheinungsbild, so sind die alten Rassen heute vollständig aus der modernen landwirtschaftlichen Zucht und Produktion herausgefallen. Wenige spezialisierte Hybridzuchtlinien werden einseitig auf höchste Legeleistung oder Fleischleistung selektiert.

Die alten, lokale Geflügelrassen sind extrem vom Aussterben bedroht. Mit ihnen verschwindet nicht nur eine wichtige genetische Ressource, sondern auch ein Teil ländlichen Kulturgutes rund um die Hühnerzucht.

Die Gruppe der Bergischen Landhühner umfasst drei Rassen. Die Bergischen Kräher erhielten ihren Namen von dem langanhaltenden Krähen ihrer Hähne, das einzigartig in Mitteleuropa ist. Krähwettbewerbe lassen sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen. Die Population besteht heute aus insgesamt 255 Zuchttieren. In ihrem Erscheinungsbild unterscheiden sie sich von den Bergischen Schlotterkämmen , welche die klassische Landhuhnform am deutlichsten repräsentieren. Diese Hühnerrasse wird in drei Farbschlägen gezüchtet. Die Gesamtpopulation umfasst aktuell 186 Zucht- tiere. Die Krüper (niederdeutsch für Kriecher) zeigen als Besonderheit die genetisch bedingte Verkürzung beider Läufe. Die Kurzbeinigkeit ist in begrenzten Ausläufen durchaus von Nutzen und wird von den Tieren mit ausgeprägter Lebhaftigkeit kompensiert. Die Gesamttierzahlen der in 5 Farbschlägen gezüchteten Krüper umfasst 253 Tiere. Viele der einst vorhandenen Farbschläge der Bergischen Landhühner sind verschwunden, von den jeweiligen Gruppen sind nur noch sehr kleine Populationen vorhanden. Es bedarf einer organisierten dynamischen Erhaltungszucht, die durch genetische Untersuchungen gestützt werden sollte, um die Bergischen Landhühner wieder zu stabilisieren.

Auch die Bayerische Landgans eine Rasse mit vielen ursprünglichen lokalen Schlägen: der Frankengans, der Rhöngans, der Oberbayerischen Landgans und vielen anderen. Nahe verwandt mit der Graugans, was auch im Erscheinungsbild deutlich wird, ist die Bayerische Landgans äußerst anspruchslos, brütet und führt die Nachzucht gut. Letztmalig genau beschrieben worden ist diese Rasse im Lehr- und Handbuch ‚Geflügelzucht‘ von 1920. Seit 1999 bemüht sich ein Arbeitskreis um diese erhaltenswerten eindrucksvollen Tiere. Die Züchterliste führt mittlerweile 70 Halter mit etwa 300 Tieren. Das Hauptzuchtgebiet liegt in Bayern mit Schwerpunkt in der fränkische Schweiz.

Die GEH will mit der Ernennung der alten Bergischen Hühnerrassen und der Bayerischen Landgans den Verlust der Vielfalt landwirtschaftlicher Nutztierrassen dokumentieren. Allein in Deutschland sind über 90 bedrohte Rassen auf der Roten Liste der Artenschützer. Informationsmaterial zu den einzelnen Rassen kann gegen 3 DM in Briefmarken in der Geschäftsstelle bezogen werden.

Information: GEH, Postfach 1218, 37202 Witzenhausen, Tel: 05542-1864, Fax: 05542-72560

Links zum Thema Seltene Rassen

FAO: Bericht zu Fischerei

Themen: Archiv,International — info @ 13:01

Rom (agrar.de) – 1999 wurden weltweit rund 125 Millionen Fisch gefangen, im Vergleich zu 117 Millionen Tonnen 1998 und 122 Millionen Tonnen 1997. Dies geht aus dem neuen Bericht der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ‚Zur Lage der Weltfischerei und Fischzucht‘ hervor.

Nach FAO-Angaben werden rund 50 Prozent der Meeresfischbestände, für die Daten vorliegen, voll befischt, dort können die Fangmengen nicht weiter gesteigert werden. Etwa 15 Prozent der Bestände sind überfischt. Rund 10 Prozent der Bestände sind erschöpft und sollten nicht weiter befischt werden, damit sie sich regenerieren können. Bei rund 25 Prozent der Meeresfischbestände dagegen besteht vermutlich Potential, die Fangmengen zu erhöhen, diese Bestände werden als ‚unterfischt‘ eingestuft. Insgesamt zeige sich, so die FAO, dass die Zahl der voll befischten Bestände in den letzten Jahren relativ stabil geblieben sei, während die Zahl der überfischten oder erschöpften Bestände leicht zugenommen habe.

Die FAO machte auch auf das Problem der illegalen Fischerei aufmerksam. In einigen Extremfällen führe das unberechtige Fischen zum Überfischen oder Zusammenbruch wertvoller Bestände. Der Anteil der illegalen Fischerei erreiche bei einigen Beständen bis zu rund 30 Prozent der Gesamtfänge. Die FAO rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, die illegale Fischerei zu bekämpfen.

Weltweit sterben täglich rund 70 Fischer auf See. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) schätzt, dass jährlich rund 24.000 Fischer bei Arbeitsunfällen auf See ums Leben kommen. Da nur wenige Länder diese Todesfälle genau erfassen, sei die tatsächliche Zahl der Toten vermutlich deutlich höher, so die FAO. Die Meeresfischerei zähle damit zu einem der gefährlichsten Berufszweige.

Links zum Thema Fische

Milchquotenbörsen: zweite Runde

Themen: Archiv — info @ 13:01

Bonn (agrar.de) – Deutschlands Milchbauern warten mit Spannung auf den zweiten Termin für die Milchbörse am 31. Januar 2001. Darauf verweist die Landwirtschaftskammer Rheinland, die für die Quotenbörse in Nordrhein-Westfalen zuständig ist.

Seit April 2000 können Milchquoten (Lieferrechte, die man braucht, um Milch verkaufen zu dürfen) in Deutschland nur noch über die amtlichen Verkaufsstellen für Milchquoten gehandelt werden. Anbieter an den Börsen sind Landwirte, die die Milchviehhaltung aufgeben, Nachfrager sind Landwirte, die die Milchviehhaltung ausdehnen wollen und dafür zusätzliche Quoten brauchen. Käufer und Verkäufer hatten bis 31. Dezember Zeit, um ihre Angebote bei der Verkaufsstelle abzugeben. Bei der Milchbörse bekommt nicht derjenige alles, der am meisten bietet, sondern die Verkaufsstelle ermittelt aus den angegebenen Geboten und Angeboten einen Gleichgewichtspreis. Zu diesem Preis erhalten alle Landwirte, die ihr Gebot mindestens in der Höhe des Gleichgewichtspreises abgegeben haben, einen Anteil an der angebotenen Quote.

Am 30. Oktober 2000 bei der ersten Milchbörse wurde ein Gleichgewichtspreis von 1,61 DM je kg Quote festgestellt.(unsere Meldung) Zusammen mit Schleswig-Holstein lagen die Preise für Milchquoten damit in Nordrhein-Westfalen in der Spitzengruppe im Bundesvergleich. In NRW beteiligten sich insgesamt 777 Teilnehmer an der ersten Milchquotenbörse. Mit 23.698.149 kg lag die Nachfrage weit über dem bescheidenen Angebot von 590.566 kg. Ursache dieser großen Differenz ist nach Einschätzung der Landwirtschaftskammer Rheinland vor allem, dass die meisten Landwirte, die die Milchviehhaltung aufgeben wollten, ihre Quote noch vor Einführung der Börse am 1. April 2000 zu günstigeren Bedingungen frei verkauft haben.

Die von Anbietern geforderten Preise des ersten Börsentermins reichten von 0,80 bis 2,05 DM, die Kaufgebote von 0,40 bis 2,10 DM je kg Milch. Erfolgreich waren 27 von 29 Anbietern, die nicht mehr als 1,61 DM je kg forderten und nur 18 der insgesamt 748 Nachfrager, die für den Zukauf von Milchquote 1,61 DM je kg und mehr zahlen wollten.

Der deutsche Bauernverband veröffentlicht am 31. Januar 2001 ab 15.00 Uhr die Gleichsgewichtspreise in den einzelnen Übertragungsregionen.

Links zum %url2%Thema Milchquoten + Börsen%/%

24. Januar 2001

Fischler: Qualitätslebensmittel haben ihren Preis

Themen: Archiv — info @ 15:01

Brüssel (agrar.de) – EU-Kommissar Dr. Franz Fischler, zuständig für Landwirtschaft, ländliche Entwicklung und Fischerei, hat vor dem Europäischen Parlament in Brüssel die Auswirkungen der BSE-Krise zusammengefasst. Sie gehen weit über den Vertrauensschwund bei den Konsumenten und gravierende Marktstörungen hinaus, so die Pressestelle der EU-kommission.

Die BSE-Krise hat erstmals in einer breiten Öffentlichkeit das Gefühl erweckt, dass die Agrarpolitik weiter reformiert werden muss, um zu verhindern, dass Wiederkaeuer tierisches Eiweiss fressen, Milchpanschereien wie in Italien passieren, Futtermittel wie in Belgien mit aus Altöl stammendem Dioxin verseucht sind oder in breitem Stil wie in Spanien Förderungsbetrug begangen wird.

Der Verbrauch von Rindfleisch ist um etwa 30 Prozent zurückgegangen, wobei zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten erhebliche Unterschiede bestehen. In Schweden, Finnland und dem Vereinigten Königreich ist gar kein Rückgang zu verzeichnen. Aufgrund der Erfahrungen mit früheren Krisen geht die EU-Kommission davon aus, dass der Verbrauch 2001 insgesamt um etwa 10 Prozent (also etwa 750.000 Tonnen) unter dem des Vorjahres liegen wird. Dazu kommen noch rund 350.000 Tonnen nicht ausführbarer Mengen.

Erklärungsbedürftig scheint vor dem Hintergrund der BSE-Krise, warum das Verbot der Tiermehlfütterung bis Juli befristet ist. Der Grund für die zeitliche Limitierung: Die Mitgliedstaaten waren nicht in der Lage, die Einhaltung des Verfütterungsverbots an Wiederkäuer zu garantieren. Aber bei Schweinen und Geflügel sieht die Sache anders aus. Denn wenn in Zukunft alle Risikomaterialien aus der Nahrungsmittelkette entfernt sind, können nur Teile zu Tiermehl verarbeitet werden, die auch für die menschliche Ernährung zugelassen sind. Ausserdem macht ein generelles Verbot des Einsatzes von Tiermehl nur dann ökonomisch Sinn, wenn gleichzeitig alle Fleischimporte, die Tiermehl enthalten, verboten werden.

Vorrangig ist, das Vertrauen der Verbraucher wiederherzustellen. In zwei Jahren treten die Etikettierungsvorschriften in Kraft, die verpflichtend vorschreiben anzugeben, wo das Tier geboren, aufgewachsen, gemästet, geschlachtet, zerlegt etc. wurde. Zudem müssen möglichst viele Tiere auf BSE getestet werden. Deshalb hat die Kommission Mittel bereitgestellt, um die Anschaffung der Testkits wenigstens bis zum 1. Juli 2001, dem Datum, ab dem die Tests nach den Verbraucherschutzbestimmungen obligatorisch werden, mitzufinanzieren.

Die Wiederherstellung des Gleichgewichts auf dem Rindfleischmarkt ist mehr denn je davon abhängig, wie sich die Verbraucher verhalten. Insofern bietet die derzeitige Krise auch ein Chance, nämlich dem Verbraucher klar zu machen, dass Qualitätslebensmittel ihren Preis haben. Ihre Verramschung ist es, die letztendlich zu den eingangs erwähnten Skandalen führt.

Die vollständige Rede finden Sie im Internet.

Links zum Thema BSE

DJV und WWF fordern Ausbau der Agrar-Umweltprogramme

Themen: Archiv — info @ 15:01

Berlin (agrar.de) – Auf einer gemeinsamen Tagung im Rahmen der Internationalen Grünen Woche Berlin sprachen sich der WWF und der Deutsche Jagdschutz-Verband (DJV) für einen weiteren Ausbau der Agrar-Umweltprogramme aus. ‚Die Agrar-Umweltprogramme honorieren die vielfältigen Leistungen, die Landwirte freiwillig zur Erhaltung unserer Agrarlandschaften und damit auch zur Erhaltung unseres Wildbestandes leisten‘, unterstrich DJV-Präsident Constantin Freiherr Heereman.

Zur Zeit werden rund 900 Millionen DM jährlich in Deutschland für den Naturschutz in Kooperation mit der Landwirtschaft ausgegeben. ‚Die Agrar-Umweltprogramme sind eines der wenigen wirklich positiven Instrumente der Agrarpolitik, die es gilt finanziell zu stärken. Und dafür brauchen wir eine breite Allianz von Naturschutz, Jagd und Landwirtschaft‘, betonte Dr. Georg Schwede, Geschäftsführer des WWF-Deutschland.

Nach Meinung von WWF und DJV sollten die Agrar-Umweltprogramme im Zentrum einer zukünftigen Politik für den ländlichen Raum stehen. Um die Programme noch effizienter zu gestalten, seien sie stärker auf die oft sehr spezifische Naturschutzsituation einzelner Regionen zuzuschneiden. Darüber hinaus sei die Beteiligung der Landwirte, Naturschützer und Jäger vor Ort bei der Erstellung der Programme weiter zu verbessern. ‚Was nützt das schönste Programm, das am Schreibtisch einer Landeshauptstadt entwickelt wird, aber auf nur geringe Akzeptanz bei den Landwirten stößt oder an den wirklichen Naturschutzproblemen komplett vorbeigeht‘, kritisierte Schwede.

Tiermehl im Wildfutter

DJV-Präsident Heereman zeigte sich betroffen über Meldungen, denen zufolge – trotz landesrechtlicher Verbote – bei Stichproben an Wildfutterstellen Tiermehl im Futter nachgewiesen worden war. Da die Fütterung von Tiermehl verboten ist, müsse die Jägerschaft sofort, entschlossen und konsequent ihrer Verantwortung gerecht werden.

Heereman forderte, neben rechtlichen Konsequenzen auch gegen die Futtermittelindustrie, den sofortigen Ausschluss von Jägern aus dem Verband, die jetzt, trotz der Verbote und Warnungen, wissentlich Wildfutter mit tierischen Bestandteilen verwenden. Er warnte aber davor, aus der jetzigen Situation heraus ein generelles Verbot der Wildfütterung zu fordern. Fütterung in der Notzeit des Wildes mit artgerechten Futtermitteln sei sowohl aus Gründen des Tierschutzes als auch zur Vermeidung von Wildschäden unverzichtbar. Dies sei auch die Grundlage für die entsprechenden landesrechtlichen Verordnungen.

Informationen: DJV-Pressestelle, Tel.: 0228-94906-20, Fax: 0228-94906-25

EU-Kommission nimmt „Umwelt 2010“ an

Themen: Archiv — info @ 10:01

Brüssel (agrar.de) – Die Europäische Kommission nahm heute einen Vorschlag für eine ehrgeizige neue Umweltstrategie an, in der die Prioritäten für die nächsten fünf bis zehn Jahre beschrieben sind. Das berichet die deutsche Pressestelle der Kommission.

‚Umwelt 2010: Unsere Zukunft liegt in unserer Hand‘ lautet Titel des Aktionsprogramms, in dem der Schwerpunkt auf vier Aktionsbereiche gelegt wird:

– Klimaschutz, – Gesundheit und Umwelt, – Natur und biologische Vielfalt – sowie Nutzung der natürlichen Ressourcen.

Besondere Bedeutung kommt der Einbeziehung der Bürger und der Wirtschaft zu, wobei innovative Wege beschritten werden sollen. Die Kommission möchte sich neue Instrumente zunutze machen, die von einer integrierten Produktpolitik über die Umwelthaftung zu steuerlichen Massnahmen und einer besseren Information der Bürger reichen.

Weitere wichtige Aspekte von ‚Umwelt 2010: Unsere Zukunft liegt in unserer Hand‘ sind die weitere Einbeziehung der Umweltbelange in andere politische Bereiche wie Verkehr, Energie und Landwirtschaft sowie die Bedeutung, die der Raumplanung sowie lokalen und regionalen Massnahmen zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung zugewiesen wird.

Im neuen Programm wird besonders darauf hingewiesen, dass die Mitgliedstaaten vorhandene Umweltvorschriften besser anwenden müssen. Ferner teilt die Kommission ihre Absicht mit, mehr Druck auszuüben, und Fälle einer unzureichenden Umsetzung von Umweltvorschriften durch die Mitgliedstaaten stärker an die Öffentlichkeit zu bringen.

Eine Zusammenfassung des sechsten Umweltaktionsprogramms finden Sie auf dem EU-Server, ein Werbevideo für das sechste Umweltaktionsprogramm ist ebenfalls abrufbar.

23. Januar 2001

Förderpreis Ökologischer Landbau vergeben

Themen: Archiv — info @ 15:01

Berlin (agrar.de) – Das Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft hat die Preisträger des mit insgesamt 50.000 DM dotierten „Förderpreis Ökologischer Landbau“ bekannt gegeben.

Um den bundesweit ausgeschriebenen Preis haben sich über 100 ökologisch wirtschaftende Betriebe aus allen Regionen Deutschlands beworben. Preiswürdig waren beispielhafte Leistungen oder Lösungen in einem von insgesamt neun landwirtschaftlichen Bereichen, wie z.B. Pflanzenproduktion, Tierhaltung oder Vermarktung. Die vom Ministerium berufene unabhängige Jury hat drei landwirtschaftliche Betriebe als Preisträger benannt:

Der erste Preis wurde zweimal vergeben:

An Erich und Rita Lerf in Ottobeuren/Bayern für ihre Leistungen in der regionalen Vermarktung sowie an „Biolare-ökologischer Pilzanbau“, Martin und Ulrike Dörwaldt, in Espenhain/Sachsen für die Pionierarbeit in der ökologischen Champignonproduktion. Beide Betriebe erhalten ein Preisgeld von je 20.000 DM.

Platz drei geht mit 10.000 DM an den Betrieb von Paul und Christine Knoblach in Bergrheinfeld/Bayern für ihre Leistungen in der ökologischen Weidehaltung von Mastschweinen.

Ministerin Renate Künast wird die Preise am Freitag im Rahmen der Internationalen Grünen Woche in Berlin übergeben.

Weitere Links zum Thema Bio-Lanbau

Der Strukturwandel geht weiter

Themen: Archiv — info @ 12:01

Berlin (agrar.de) – Der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Johann Hahlen, hat heute in einem Pressegespräch auf der ‚Grünen Woche 2001‘ in Berlin aktuelle statistische Ergebnisse zur deutschen Landwirtschaft im Jahr 2000 vorgestellt. Die Daten zeigen, dass sich die deutsche Landwirtschaft in einem vielschichtigen Strukturwandel befindet.

Die Zahl der Betriebe nimmt kontinuierlich ab. In Deutschland gab es im Jahr 2000 rund 458.000 landwirtschaftliche Betriebe. Das waren knapp 3 % weniger als im Vorjahr und 30 % weniger als 1991. Die Betriebe bewirtschafteten eine landwirtschaftlich genutzte Fläche von 17,1 Mill. Hektar (ha). Die durchschnittliche Betriebsgröße hat sich im Zeitablauf vergrößert und lag im Jahr 2000 bei 37,2 ha (1991: 26,1 ha).

69 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche waren Ackerland, gut 29 % Dauergrünland. Der größte Teil des Ackerlandes (59 %) wurde im letzten Jahr für den Getreideanbau genutzt, auf 14 % wurden Futterpflanzen angebaut und sog. Handelsgewächse (hauptsächlich Ölfrüchte wie Raps und Sonnenblumen) erreichten einen Anteil von rund 11 % der Ackerfläche (1991: 9 %).

Die Viehbestände in Deutschland sind weiter rückläufig. Seit der ersten Viehzählung im wiedervereinigten Deutschland im Jahr 1990 hat sich die Zahl der Rinder von 19,5 Mill. um mehr als ein Viertel (- 26 %) auf 14,5 Mill. im November 2000 verringert. Im gleichen Zeitraum nahm der Schweinebestand von 39,8 Mill. um 16 % auf 25,8 Mill. Tiere ab.

Im Zusammenhang mit aktuellen Überlegungen zum verstärkten Anbau von Futterpflanzen (als Ersatz für die Tiermehlverfütterung) ist der Anteil von Brache am Ackerland bedeutsam. Im Jahr 2000 waren 7 % des Ackerlandes in Deutschland Brache. Dabei handelt es sich sowohl um so genannte Rotations- als auch um Dauerbrache sowie um Flächen, die zur Erlangung der Ausgleichszahlungen der EU stillgelegt worden waren. Bei vollständiger Nutzung der Brache würden rund 800 000 ha zusätzlich – auch für den Anbau von Futterpflanzen – nutzbare Fläche zur Verfügung stehen.

In seinem Statement ging Hahlen auch auf regionale Unterschiede ein:

Die Situation der landwirtschaftlichen Betriebe im früheren Bundesgebiet und in den neuen Ländern ist nach wie vor sehr unterschiedlich. So unterscheidet sich die Größenstruktur der Betriebe auch im Jahr 2000 erheblich: Während im früheren Bundesgebiet jeder Betrieb durchschnittlich 26,8 ha bewirtschaftete, waren es in den neuen Bundesländern 187,4 ha. In den neuen Ländern gehörten 29 % der landwirtschaftlichen Betriebe zur Größenklasse „100 ha LF und mehr“, im früheren Bundesgebiet waren es dagegen nur knapp 3 %.

Auch die Nutzung der landwirtschaftlichen Fläche ist nach wie vor verschieden: 64 % waren Ackerland im früheren Bundesgebiet, 80 % in den neuen Ländern. Zum Dauergrünland zählten im früheren Bundesgebiet 34 % der landwirtschaftlichen Fläche, aber nur 20 % in den neuen Ländern.

Selbst beim Anbau auf dem Ackerland gab es im Jahr 2000 deutliche Unterschiede. So war der Anteil der Hackfrüchte mit 8 % im früheren Bundesgebiet doppelt so hoch wie in den neuen Ländern (4 %) , während umgekehrt der Wert für die Handelsgewächse mit 8 % nur halb so hoch lag wie in den neuen Ländern (16 %).

Die Rinderbestände im früheren Bundesgebiet und in den neuen Ländern unterscheiden sich deutlich in ihrer Altersstruktur: Von den 11,9 Mill. Rindern im früheren Bundesgebiet waren im November 2000 ein Drittel (33 %) Jungvieh unter 1 Jahr, 24 % 1 bis unter 2 Jahre alt und gut 43 % 2 Jahre und älter. In den neuen Ländern waren nur 27 % der 2,65 Mill. Tiere unter 1 Jahr alt, knapp 20 % 1 bis unter 2 Jahre alt, aber mit 53 % mehr als die Hälfte 2 Jahre und älter. Bei den älteren Tieren handelte es sich jeweils überwiegend um Milchkühe.

22. Januar 2001

BSE: Erste Komplettschlachtung in Großbetrieben?

Themen: Archiv — info @ 15:01

Mücheln / Nöthnitz (agrar.de) – Nach Bekanntwerden des ersten BSE-Falls in einem Großbetrieb verschärft sich die Debatte um die Tötung kompletter Herden. Auch Sachsen-Anhalt will nun offenbar von diesem ‚Radikalprinzip‘ abrücken. Das stellte Landwirtschaftsminister Keller (SPD) in Aussicht.

In Mücheln ist erstmals ein Großbetrieb von BSE betroffen, insgesamt werden dort knapp 1000 Kühe gehalten. Ein endgültiges Testergebnis des betroffenen Rindes soll am Mittwoch vorliegen. Etwa 500 Milchkühe, von denen eine im Schnelltest positiv getestet wurde, werden in großem räumlichen Abstand zum Restbestand gehalten. Deshalb könnte, so Keller, ein Teil der Tiere gerettet werden.

Im sächsischen Nöthnitz droht einer Herde mit rund 350 Tieren die Vernichtung. Landwirtschaftsminister Flath (CDU) sagte am Montag, im Fall eines endgültigen positiven Befundes würden alle Tiere getötet.

Flath sprach sich für die zukünftige Anwendung der so genannte Kohorten-Schlachtung aus, bei der nur die Tiere des betroffenen Jahrgangs sowie des Jahrgangs davor und danach getötet werden. Auch Bayern und Thüringen favorisieren diese Regelung. Auch verschiedene Tierschutzorganisationen haben sich gegen die Schlachtung kompletter herden ausgesprochen.

Links zum Thema BSE

BSE-Kosten: EU kündigt Nachtragshaushalt an

Themen: Archiv — info @ 14:01

Berlin (agrar.de) – EU-Haushaltskommissarin Schreyer (Grüne) hat wegen der BSE-Krise einen Nachtragshaushalt der Europäischen Union angekündigt. Dem ZDF sagte Frau Schreyer, die EU werde zusätzlich eine Milliarde Euro (knapp zwei Mrd. Mark) für BSE-Schnelltests, Interventionen zur Stützung des Rindfleischpreises und Hilfen für die Bauern bereitstellen. Allein für die Vernichtung des derzeit unverkäuflichen Rindfleisches müssten 1 Milliarde Euro zusätzlich einkalkuliert werden.

Am Wochenende waren Schätzungen bekannt geworden, wonach die Rinderseuche in Deutschland Kosten von rund 1,6 Milliarden Mark verursachen könnte.

Seiten: << 1 2 3 4 5 6 7 >>



   (c)1997-2017 @grar.de