04. Dezember 2000

Staiblin für Einbezug des Vorderwälder-Rindes in MEKA

Themen: Archiv,Tiere — info @ 12:12

Extensive Tierhaltung gewinnt an Gewicht

Stuttgart (agrar.de) – In einem Brief an EU-Agrarkommissar Franz Fischler hat die Ministerin für den Ländlichen Raum Baden-Württembergs, Gerdi Staiblin, ihr Unverständnis darüber zum Ausdruck gebracht, dass die Kommission der Europäischen Union (EU) im Rahmen der Notifizierung des neuen MEKA-Programmes (Marktentlastungs- und Kulturlandschaftsausgleich), das Vorderwälder-Rind als extensive Rinderrasse nicht in die Förderung einbeziehen will. Sie appellierte, die Kriterien für die Einstufung gefährdeter regionaler Nutztierrassen so zu überarbeiten, dass diese Rasse in die MEKA-Förderung aufgenommen werden kann.

Die aktuelle Diskussion nach dem ersten originären deutschen BSE-Fall mache deutlich, so Gerdi Staiblin, dass extensive Tierhaltungsverfahren einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert besitzen. Die Frage einer extensiven Tierhaltung gewinne in der derzeit geführten politischen Diskussion zunehmend an Gewicht. Ebenso seien die Verbraucher in der derzeitigen Situation besonders sensibilisiert.

Die Absicht der Kommission finde bei vielen kein Verständnis, zumal das Vorderwälder-Rind als hauptsächlich im Schwarzwald verbreitete Rasse, auf Grund seiner Konstitutioin eine besondere Eignung für extensive Produktionsverfahren aufweist. Gerade diese entsprächen der Wunschvorstellung der Verbraucherschaft und breiten Kreisen der Politik.

WWF stellt Landkarte mit zehn stark belasteten Regionen vor

Themen: Archiv — info @ 10:12

Giftverbot für ‚dreckiges Dutzend‘

Bremen/Johannesburg (agrar.de) – Ein unverzügliches weltweites Verbot für das ‚dreckige Dutzend‘, die zwölf giftigsten langlebigen Chemikalien (Persistant Organic Pollutants – POPs) fordert der WWF zum heutigen Beginn der UN-Konferenz zu Dauergiften in Johannesburg.

POPs sind Chemikalien, die extrem giftig und langlebig sind. Sie vergiften nicht nur die Menschen in den Anwenderländern, sondern verteilen sich über die Atmosphäre und schädigen damit Menschen und Natur überall auf der Welt. Diese Schadstoffe können nicht nur zu akuten Vergiftungen, sondern auch zu Krebs und Störungen des Immun- und Hormonsystem führen. Zu den derzeit verhandelten POPs zählen 8 Pestizide (Aldrin, Chlordan, DDT, Dieldrin, Endrin, Heptachlor, Mirex, Toxaphen), die in der Industrie verwendeten Chemikalien PCB und Hexachlorbenzol sowie die als Nebenprodukte bei Verbrennungsvorgängen auftretenden Dioxine und Furane.

Der WWF stellte eine Landkarte mit 10 gravierenden Beispielen für die weltweite Bedrohung und Auswirkung dieser Dauergifte vor. Die 10 ‚Toxic Hot Spots‘ der WWF-Landkarte sind: Norwegen, Russland, Große Seen in Nordamerika, British Columbia, Kanada (PCBs); Midway Island, Nordpazifik (PCBs, Dioxine/Furane); Pakistan (Verbrennung von Klinikabfällen); Südafrika (Müllverbrennung); Japan (Dioxine); Florida, USA (DDE, DDD, Dieldrin, Toxaphen) und Äthiopien (gefährliche Lagerbestände).

‚Von den mit PCB (polychlorierten Kohlenwasserstoffen) verseuchten Fischen in den Großen Seen Nordamerikas bis zu den krebserregenden Dioxinen ausstoßenden Müllverbrennungsanlagen in Südafrika wird jede Region der Welt durch POPs geschädigt,‘ warnte WWF-Chemieexpertin Patricia Cameron. ‚Kinder von Müttern, die diesen Fisch gegessen hatten, hatten Verhaltensstörungen und Lernprobleme.‘ Forscher aus Japan haben z.B. nachgewiesen, dass die Dioxinkonzentrationen in Wal- und Delfinfleisch 172 mal höher ist als erlaubt. Auf Spitzbergen hat die hohe PCB-Konzentration sogar schon in Eisbären zu Störungen des Immun- und Fortpflanzungsystems geführt.

‚Um diese Gefahren zu vermindern, müssen die Vertragsstaaten das vollständige Verbot der giftigen Chemikalien zum Ziel haben, da die Stoffe nicht sicher gehandhabt werden können. Zusätzlich müssen die Industriestaaten finanzielle und technische Hilfe für Entwicklungsländer bereitstellen, die sich den Umstieg auf umweltverträgliche Alternativen nicht leisten können‘, so Cameron. Die Verhandelnden müssen unter Berücksichtigung des Vorsorgeprinzips zudem Kriterien festlegen, nach denen künftig zahlreiche weitere giftige Chemikalien unter die POPs-Konvention fallen sollen, die uns bereits heute ähnlich gravierende Probleme in der Natur und für die menschliche Gesundheit verursachen. Hierzu gehören z.B. die bromierten Flammschutzmittel, die in Elektronikartikeln oder leicht brennbaren Textilien eingesetzt werden. Der Vertrag über das Verbot der Dauergifte soll 2001 in Stockholm unterzeichnet werden.

Information: Patricia Cameron, Meeresumweltschutz, WWF Deutschland, Bremen, Tel.: 0421-65846-16

01. Dezember 2000

„Top10“ – Ökologische Produkte in den Massenmarkt

Themen: Archiv — info @ 12:12

Darmstadt (agrar.de) – Eine ungewöhnliche Kooperation von Öko-Institut, Volkswagen, Telekom und Waschmittelindustrie soll die Ökologisierung des Massenmarktes und die Veränderung des herkömmlichen Kauf- und Gebrauchsverhaltens der Verbraucher voranbringen.

In einem Innovationsverbund mit großen Markenherstellern, Handel und Verbänden werden Top10-Produkte je nach Marktreife neu entwickelt, weiterentwickelt und mit einer groß angelegten Imagekampagne in der Vermarktung unterstützt. Die Top10-Produkte definiert Projektleiter Dr. Rainer Grießhammer vom Öko-Institut als ‚innovative Produkte, qualitativ hochwertig, bezahlbar und selbstverständlich ökologisch‘. Ein typisches Beispiel sei der Drei-Liter-Lupo von Volkswagen: ‚Mit den Top10-Produkten machen wir den Verbrauchern das Leben leicht‘, so Grießhammer. Mit der neuartigen Kampagne werden die Lehren aus überwiegend schlechten Erfahrungen mit ‚reinen‘ Öko-Produkten, ihrem schlechten Image und der mangelnden Kaufbereitschaft der Verbraucher gezogen.

Die Top10-Kampagne soll sich auf die aus Umweltsicht zehn wichtigsten Produktfelder konzentriert. Haushaltsgeräte, Computer, Autos, Häuser bzw. Wohnungen, Lebensmittel und Textilien sind nach einer Analyse des Öko-Institut e.V. für etwa 70 Prozent des bundesdeutschen Energieverbrauchs und der Umweltbelastung verantwortlich. Bei dem auf fünf Jahre angelegten Verbundprojekt will das Öko-Institut für die ökologischen Produkte ‚alle Register der modernen Produktentwicklung und des Marketings‘ ziehen. Die Marktforschung auf Basis des Lebensstilansatzes wird vom Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) in Frankfurt a.M. durchgeführt.

Die Top10-Kampagne startet mit drei Produkten bzw. Dienstleistungen, die bereits auf dem Markt sind oder in Kürze auf den Markt kommen werden. Hier werden neue Wege in der Vermarktung und in der Kommunikation beschritten. Pilot-Produkte und beteiligte Unternehmen in der Start-Phase sind – der Lupo 3L TDI – das 3-Liter-Auto von Volkswagen – die T-NetBox mit dem geplanten Unified Messaging Service der Deutschen Telekom und – Produkte zum nachhaltigen Waschen (wie etwa TABS/Tablettenwaschmittel oder Superkompaktwaschmittel sowie verbrauchsarme Haushaltsgeräte).

Mit der im nächsten Jahr startenden großen Image-Kampagne will das Öko-Institut erreichen, dass die ökologisch hochwertigen und attraktiven Produkte auf dem Markt erfolgreich verkauft und von den Verbrauchern umweltbewusst benutzt werden. Der wissenschaftliche Teil des Verbundprojektes wird vom Bundesforschungsministerium finanziert, die weiteren Teile tragen die beteiligten Unternehmen.

Information: Öko-Institut, Bereich Produkte & Stoffströme, Carl-Otto Gensch, Tel.: 0761-45295-41.

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