20. Dezember 2000

Dritter BSE-Fall bestätigt

Themen: Archiv — info @ 14:12

Cham (agrar.de) – Der BSE-Verdacht bei einem Rind aus dem oberpfälzischen Cham wurde bestätigt. Die Untersuchung einer Kontrollprobe an der Tübinger Forschungsanstalt für Viruskrankheiten hat ein positives Ergebnis gebracht. Damit sind bisher drei BSE-Fälle in Deutschland bekannt geworden, zwei davon in Bayern. Die Kontrolltests zu dem BSE-Verdachtsfall von einem Bauernhof im Landkreis Neumarkt sind noch nicht abgeschlossen.

Mittlerweile hat die bayerische Staatsregierung ein Sofortprogramm zur BSE-Bekämpfung beschlossen. Zehn Millionen DM sollen laut Sozialministerin Barbara Stamm (CSU) in die Forschung fließen. Mit weiteren zwölf Millionen will das Land die betroffenen Bauern unterstützen.

Auch Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn hat angekündigt, die Mittel für die Erforschung von BSE und Creutzfeld-Jakob-Krankheit aufzustocken. In einem n-tv-Interview sagte die SPD-Politikerin, Ziel der Forschung müsse vor allem die schnelle Entwicklung eines zuverlässigen BSE-Tests sein. Das Regierungskabinett wird in seiner heutigen Sitzung über die BSE-Krise beraten.

19. Dezember 2000

Britisches Parlament billigt Klonen von Embryonen-Stammzellen

Themen: Archiv — info @ 11:12

London (agrar.de) – Das britische Unterhaus in London hat heute das Klonen von Embryonen zu medizinischen Forschungszwecken gebilligt. Die Gesetzesänderung besagt, dass Embryonen bis zu einem Alter von 14 Tage Stammzellen zu Forschungszwecken entnommen werden dürfen. Das Klonen zum Zweck der Fortpflanzung entsprechend dem Embryonen-Gesetz von 1990 bleibt verboten. Die Parteien hatten den Abgeordneten in dieser höchst strittigen Frage ihr Abstimmungsverhalten freigestellt, die Entscheidung fiel mit 366 gegen 174 Stimmen.

Gegner des Klonens von Embryonen befürchten, dass dies der Einstieg in das Klonen von Menschen ist.

Das EU-Parlament hatte im September finanzielle Hilfen für das therapeutische Klonen abgelehnt und wertete diese Form des Klonens als ‚unwiderrufliche Grenzüberschreitung wissenschaftlicher Normen‘.

16. Dezember 2000

Erster BSE-Verdacht in Bayern

Themen: Archiv — info @ 09:12

München (agrar.de) – In Bayern gibt es einen ersten BSE- Verdachtsfall. Das teilte das bayerische Sozialministerium heute morgen mit.

Bei einem Rind aus dem Landkreis Oberallgäu fiel der erste BSE-Schnelltest positiv aus. Das 1995 geborene Tier sei am 13. Dezember in Kempten geschlachtet worden. Schlachthof und Herkunftsbetrieb wurden vorsorglich gesperrt, das Fleisch wurde sichergestellt.

Unterdessen hat sich der BSE-Verdacht bei einem Brandenburger Rind endgültig nicht bestätigt. Dies sei das Ergebnis einer Untersuchung im Referenzzentrum für BSE-Diagnostik in Tübingen, so ein Sprecher des Potsdamer Landwirtschaftsministeriums.

15. Dezember 2000

Grüne für offene Deklaration und Ausweitung der BSE-Tests

Themen: Archiv — info @ 15:12

Berlin (agrar.de) – Anlässlich der Sitzung des EU-Agrarministerrates in der kommenden Woche forderte die agrarpolitische Sprecherin der Grünen, Ulrike Höfken, auch die Einbeziehung von tierischen Fetten in das Verbot. Im einzelnen fordern die Grünen:

· die Einbeziehung der tierischen Fette, die nach Einschätzung vieler Wissenschaftler ebenso BSE übertragen können, wie die jetzt verbotenen Tierbestandteile · die dauerhafte Herausnahme von Tiermehlen aus dem Tierfutter · die obligatorische Bindung der Schlachtprämien für Tiere über 30 Monate an BSE-Tests · konkrete Pläne zur Ausweitung der BSE-Tests auf Tiere unter 30 Monaten · die sofortige und für den Anwender leicht erkennbare Umsetzung der offenen Deklaration aller Futtermittelbestandteile nach Inhaltsstoffen, Bestandteilsmengen und Herkunft · scharfe Kontrollen der Futtermittelherstellung und der Rindfleischetikettierung · Exportverbote für alle Mitgliedsstaaten, die die vereinbarten Maßnahmen zur Eindämmung der BSE-Verbreitung – wie Tiermehlverbote und BSE-Tests – nicht konsequent umsetzen und · eine schnelle Ausarbeitung und Umsetzung einer Novel-Feed-Verordnung mit einer transparenten Prozess-Kennzeichnung für gentechnisch veränderte Futtermittelbestandteile.

Besonders bei Tiertransporten müssen nach Meinung der Grünen-Politikerin strengere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, damit BSE nicht in andere Teile der Welt ‚exportiert‘ wird. Außerdem sind die Tiertransporte zu Recht aus Tierschutzgründen in der Kritik. Ulrike Höfken erneuerte die Forderung, die Tiertransporte über lange Strecken einzustellen und die Lebendtier-Exportsubventionen zu streichen.

Die Agrarpolitik der EU müsse jetzt grundsätzlich umgestaltet werden. Alle Fördermaßnahmen sollten sich an den Kriterien einer verbraucherorientierten, umwelt- und tiergerechten Landwirtschaft orientieren.

Funke fordert „schärfste“ Futtermittelkontrollen

Themen: Archiv — info @ 12:12

Berlin (agrar.de) – Landwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke (SPD) hat die Bundesländer zu schärfsten Futtermittelkontrollen aufgefordert. Es dürfe nicht sein, dass gesetzliche Regelungen zum Schutz der Verbraucher unterlaufen würden. Der Minister reagierte auf Hinweise, wonach in mehreren Futtermittelproben Tiermehl entdeckt wurde. Seit dem 2. Dezember besteht ein generelles Verfütterungsverbot von Tiermehl.

Nach Angaben von Konrad Keller, Landwirtschaftsminister in Sachsen-Anhalt, wurden in seinem Bundesland in jeder fünften Futterprobe Spuren von Tiermehl festgestellt. Gegen 58 Tierhalter und 15 Futtermittelhändler seien Bußgeldverfahren eingeleitet worden.(unsere Meldung)

Flath fordert Allianz für sichere Tierhaltung

Themen: Archiv — info @ 11:12

Dresden (agrar.de) – Steffen Flath, Sachsens Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, fordert ein Umdenken im Lebensmittelhandel. ‚Es ist doch absurd, auf der einen Seite Landwirte mit staatlicher Hilfe über Wasser zu halten und auf der anderen Seite Lebensmittel zu Schleuderpreisen zu verramschen‘, sagte Flath am Donnerstag vor dem Landtag in Dresden.

Flath warnte eindrücklich davor, mit Dumpingpreisen Rindfleisch wieder auf den Markt zu drängen. Die Zeiten, Fleisch als anonyme Massenware zu verscherbeln, müssten ein für alle Mal vorbei sein. Der Minister sieht in der derzeitigen Krise am Fleischmarkt auch die Chance für einen Kurswechsel. ‚Die Gelegenheit war noch nie so günstig, Landwirte, Verbraucher und Handel an einen Tisch zu bekommen‘, sagte Flath. Er erneuerte das Angebot, in einer ‚Allianz für eine sichere Tierhaltung‘ gemeinsam künftige Wege der Fleischproduktion in Sachsen zu suchen.

Nach Meinung von Flath liegt der Schlüssel in regionalen Qualitätsfleischprogrammen. ‚Nur kurze Wege zwischen Erzeugern, Verarbeitung, Handel und Verbraucher schaffen Transparenz und Vertrauen, so der Minister. Der Handel müsse jedoch den Landwirten akzeptable Erzeugerpreise bieten, und die Verbraucher müssten bereit sein, entsprechend mehr für das Kilogramm Fleisch zu zahlen.

14. Dezember 2000

Bienen für den Pflanzenschutz

Themen: Archiv — info @ 11:12

(agrar.de) – Amerikanische Forscher haben nachgewiesen, dass Bienen Fungizidspritzungen ersetzen können. Anhand von mit Grauschimmel gefallenen Erdbeerpflanzen stellten Wissenschafter fest, dass Bienen doppelt so effizient verteilen wie Pflanzenspritzen.

Das Landwirtschaftsmagazin ‚dlz‚ stellt in der Dezemberausgabe die Resultate eines entsprechenden Versuches der der Ohio State University und der Cornell University vor. Dort mussten Bienen vor dem Ausflug durch ein Gefäss mit pilzhemmenden Mikroorganismen laufen. Das Gefäss war so vor dem Bienenstock platziert, dass die Tiere durch die Flüssigkeit mussten, wenn sie den Stock verliessen.

Das mit den Bienen verabreichte Fungizid, der Pilzparasit Trichoderma harzarium, reduzierte dem Pilzbefall nicht nur um 72 Prozent. Es war auch noch wesentlich wirkungsvoller als im Handel erhältliche chemische Fungizide. Die Verteilung durch die Bienen ist effizienter, weil sie das Mittel direkt zu den Blüten tragen. Eine Spritzung dagegen bedeckt auch Blätter.

12. Dezember 2000

Hessens Futtermittel sind „sauber“

Themen: Archiv,Futtermittel — info @ 15:12

Probenahmen von Futtermitteln ohne Nachweis von Tiermehl

Wiesbaden (agrar.de) – ‚Die Futtermittelproben, die nach Bekanntwerden des ersten BSE-Falls in Deutschland auf meine Veranlassung hin auf Tiermehl untersucht wurden, sind alle negativ‘, gab gestern der Hessische Landwirtschaftsminister Wilhelm Dietzel (CDU) in Wiesbaden bekannt.

Ende November hatte Dietzel die amtliche Futtermittelüberwachung beauftragt, verschiedene Typen Rindermast- und Milchleistungsfutter unterschiedlicher Hersteller auf Rückstandsfreiheit von tierischen Bestandteilen zu untersuchen. In keiner der Proben, die bereits im Juli und Anfang November für andere Untersuchungen gezogen worden waren, konnte Tiermehl festgestellt werden

‚Diese jüngsten Stichproben dienen auch dazu, mehr Gewissheit und Sicherheit zu schaffen‘, so Dietzel. ‚Auch nach dem nun erlassenen EU-weiten Tiermehlverbot werden wir solche Untersuchungen durchführen, um die Einhaltung des Verbotes zu kontrollieren‘, kündigte der Landwirtschaftsminister an.

Seit vergangenen Montag wird das Verfütterungsverbot von Tiermehl auch in Sachsen-Anhalt verstärkt kontrolliert. Landwirtschaftsminister Keller: ‚Wir mussten in der vergangenen Woche leider bei einer hohen Zahl von Proben Tiermehlbestandteile registrieren. Wir werden alles dafür tun, die rechtswidrige Verwendung von Tiermehl in Sachsen-Anhalt strikt zu kontrollieren und mit Bußgeldern zu ahnden.‘

Bereits Anfang Dezember wurden Spuren von Tiermehl im Futter für Wiederkäuer eines Mischfutterwerkes in Mecklenburg-Vorpommern gefunden. Ein entsprechendes Ordnungswidrigkeitsverfahren wurde nach Angaben des dortigen Ministeriums eingeleitet. Ein weiterer Fall wurde in Niedersachsen bekannt.

11. Dezember 2000

Azoren-BSE-Rind stammt nicht aus Deutschland

Themen: Archiv — info @ 12:12

São Miguel/Lissabon (agrar.de) – Das auf den Azoren an BSE erkrankte Rind stammt nach einer Genanalyse des tierärztlichen Instituts der Universität Göttingen nicht aus Sachsen-Anhalt. Das in Frage stehende Rind ist weder mit dem angegebenen Muttertier aus Sachsen-Anhalt noch mit einem Vatertier aus Niedersachsen verwandt.

Am 24. November war der Verdacht aufgekommen, ein Rind aus Kamern-Rehberg im Kreis Stendal, welches 1995 in Sachsen-Anhalt geboren und 1998 nach Portugal exportiert worden war, sei an BSE erkrankt (unsere Meldung).

09. Dezember 2000

Aventis zahlt Entschädigung für Saatguthändler

Themen: Archiv — info @ 09:12

Straßburg (LH) – Die Aventis SA will allen Saatguthändlern Entschädigungen zahlen, die Mehrkosten durch die unsachgemäße Verwendung gentechnisch veränderte Maissorte ‚Star Link‘ gehabt haben. Mit jedem einzelnen Unternehmer sollen individuelle Lösungen gefunden werden. Getreidehändler hatten Aventis auf Schadenersatz verklagt und die Kosten für die Reinigung von Silos, Schiffen, Lagerhallen als Schaden geltend gemacht. Zudem beklagen sie Verluste durch die Abschreckung von Kunden in Japan und Südkorea und Mindereinnahmen durch gefallenen Maispreise.

‚StarLink‘ Mais, der nicht ausreichend gekennzeichnet war, ist erwiesenermaßen in die Nahrungskette gelangt. Im September waren Spuren der veränderten Sorte in taco shells in einem Supermarkt in Washington gefunden worden. Daraufhin war es zu einer großen Rückrufaktion für 300 Arten von taco shells, Chips und Maismehl in den Vereinigten Staaten gekommen.

John Wichtrich, der Vizepräsident von AventisSA CorpSience betonte bei einer Pressekonferenz in Kansas City, daß das Allergierisiko beim Verzehr von Produkten mit ‚StarLink‘ Mais sehr gering sei. Nach seiner Ansicht handelt es sich mehr um ein regulatorisches Versäumnis und nicht um eine Problem der Verbrauchersicherheit.

Von den rund 80 Mio. produzierten Bushel Mais sind ungefähr 10 Prozent in die Nahrungskette gelangt, so Aventis. Ein Anstieg wird erwartet. Bis 2001 will Adventis SA es schaffen den Händlerbestand wieder frei von ‚Star Link‘ Mais zu bekommen. Die Firma hat 100 Millionen Dollar für eine Rückkaufaktion bereitgestellt.

Aventis hat in den USA eine auf fünf Jahre befristete Zulassung von ‚StarLink‘ als Nahrungsmittel beantragt. Die zuständige Environmental Protection Agency (EPA) hat eine Gruppe unabhängiger Wissenschaftler eingesetzt, die die Verträglichkeit von ‚StarLink‘ als Nahrungsmittel untersuchen soll. Die Kammer kam jetzt zu dem Ergebnis, daß ‚StarLink‘ mit einer mittleren Wahrscheinlichkeit Allergien beim Menschen auslöst. Eine Zulassung durch die EPA ist damit sehr fraglich. (eb)

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