21. Dezember 2000

Schweiz setzt generelles Tiermehlverbot in Kraft

Themen: Archiv,Schweiz — info @ 13:12

‚Lückenlose Kontrollen‘ geplant

Bern (agrar.de) – Wie erwartet hat die Schweizer Regierung heute das generelle Tiermehlverbot zum 1. Januar 2001 in Kraft gesetzt. Folgende Maßnahmen wurden durch eine Änderung der Tierseuchenverordnung beschlossen:

– Das Tiermehlfütterungsverbot gilt für alle Nutztiere und schließt auch die Extraktionsfette mit ein, die bei der Tiermehlproduktion entstehen.

– Die Centravo AG, die den Hauptanteil an Tiermehl in der Schweiz herstellt, und der Verband der schweizerischen Zementindustrie (cemsuisse) garantieren die sichere Verbrennung in Zementöfen. Tiermehle und Extraktionsfette dürfen weder importiert noch exportiert werden.

– Die Verwendung von Mehlen tierischer Herkunft in der Düngermittelproduktion wird verboten.

– Fischmehl wird für Wiederkäuer verboten.

– Die Verfütterung von bestimmten Schlachtabfällen an Schweine bleibt unter strengen Auflagen erlaubt.

Der Bund will sich zu maximal 75 Prozent an den zusätzlichen Kosten für die Entsorgung der Tiermehle und Fette beteiligen. Zusätzlich sollen in den nächsten Monaten in Zusammenarbeit mit den Kantonen lückenlose Kontrollen aufgebaut werden.

Der Schweizerische Bauernverband (SBV) befürwortete alle beschlossenen Massnahmen in einer Pressemitteilung. Ungelöst sind nach Auffassung des SBV nach wie vor Fragen rund um die Deklaration und die Kontrollen von importiertem Fleisch und von Fleischwaren. Es sei dringend erforderlich, dass diesbezüglich Transparenz geschaffen werde. Für die direkt betroffenen Bauern, die unverschuldet erhebliche wirtschaftliche Schäden erleiden und in ihrer Existenz gefährdet sind, fordert der Verband besondere Unterstützung.




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