21. Dezember 2000

DNR verlangt Konsequenzen aus der BSE-Krise für die Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 09:12

‚Fehlende Änderung der agrarpolitischen Weichenstellung‘

Bonn (agrar.de) – Der Deutsche Naturschutzring (DNR) begrüßte das von der Bundesregierung beschlossene Sofortprogramm zur BSE-Bekämpfung. Verbote und Kontrollen reichten jedoch nicht aus, um die Krise der intensiven Landwirtschaft zu lösen. ‚Naturnahe Landwirtschaft darf nicht eine Forderung bleiben, sondern muß jetzt mit konkreten agrarpolitischen Weichenstellungen umgesetzt werden‘, sagte DNR-Präsident Hubert Weinzierl. Der DNR erwartet von der Bundesregierung konkrete Maßnahmen zur Förderung des ökologischen Landbaus und eine Absage an die „grüne“ Gentechnik.

Als vordringliche Maßnahmen fordert der DNR den Ökolandbau als Leitbild und der Agrarpolitik.

· DNR-Generalsekretär Helmut Röscheisen führte aus: Bundeslandwirtschaftsminister Funke muß sich für das Leitbild „ökologischer Landbau erklären und dies auch gegen den Widerstand des Deutschen Bauernverbandes durchsetzen.“

· Das Bundeslandwirtschaftsministerium sollte ferner eine breit angelegte Öffentlichkeitskampagne bei den Verbrauchern zur Werbung für Ökologischen Landbau starten.

Weitere Forderungen des DNR sind:

· Ein dauerhaftes Verbot der Verfütterung von Tiermehl und der Tiermehlherstellung ist sicherzustellen. · Gentechnisch veränderte Futterbestandteile sind zu verbieten. Die Importerlaubnis für Gensoja ist zurückzunehmen. · Eine offene Futtermitteldeklaration muß verabschiedet werden, in der genau geregelt wird, was ins Futtermittel darf und was nicht. · Die noch erlaubten 4 Antibiotika und 2 Chemotherapeutika als Leistungsförderer im Futtermittel sind zu verbieten.

Als Qualitätsstandards für eine artgerechte Tierhaltung sind notwendig:

· Keine Vollspaltenböden bei Mastrindern und Mastschweinen · Auslaufmöglichkeiten und Einstreu für Milchkühe und Zuchtsauen · Auslauf für Geflügel · Mindestens 90 % Grundfutter aus der Region

Weitere Informationen: Helmut Röscheisen, DNR-Generalsekretär, Tel. 0228/35 90 05




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