29. Dezember 2000

Demeter-Bund wählt neuen Vorstand

Themen: Archiv — info @ 11:12

(agrar.de) – Der Demeter-Bund hat einen neuen Vorstand gewählt.

Für die Zeit von drei Jahren werden Joachim Bauck (Landwirt aus Niedersachsen), Roland Gamnitzer (Landwirt aus Baden Württemberg), Jan-Uwe Klee (Verarbeiter-Betreuung in Niedersachsen, Thomas Maier (Geschäftsführer des Saft-Herstellers Beutelsbacher in Baden Württemberg), Dietrich Pax (Gärtner und Gartenbaulehrer in Bayern), Bernd Schädel (Steuerberater und neu als Vertreter von NRW), Friedrich Sattler (Landwirt aus Baden-Württemberg) und Philipp Wenz (Tierhaltungsexperte und neu als Vertreter von Berlin/Brandenburg) amtieren.

Für den Vorstand des Forschungsring für Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise – unter anderem zuständig für die Entscheidungen über die Demeter-Richtlinien – wurden Dr. Hans Bachinger (Waldsieversdorf), Dietrich Bauer (Bad Vilbel), Dr. Harald Hoppe (Kassel), Jan-Uwe Klee (Stuckenborstel), Dr. Uli Johannes König (Darmstadt), Wolfgang Troeder (Nürnberg), Stephan Roth (Winsdorf/Wilgersdorf), Friedrich Sattler (Heidenheim), Reiner Schmidt (Schwäbisch-Hall), Dr. Eckard von Wistinghausen (Überlingen) und Gothart Willmann (Ingersheim) wiedergewählt.

Neu dabei sind, ebenfalls für drei Jahre, die Mitglieder Hubert Kögler aus Bad Nauheim und Ilsabé Zucker vom Bodensee.

28. Dezember 2000

Nur gut ein Viertel des Nahrungsmittelpreises geht an Bauern

Themen: Archiv — info @ 13:12

Berlin (agrar.de) – Nur etwa ein Viertel des Nahrungsmittelendpreises geht an die Bauern. Wie der Deutschen Bauernverband (DBV) in Berlin mitteilte, sinkt der Anteil der Bauern an den Endpreisen von Getreide-, Milch- und Fleischprodukten seit Jahren. Mittlerweile beträgt er 26,5 Prozent.

Den höchsten Anteil hätten noch Milch und Milcherzeugnisse mit 43 Prozent. Bei Fleisch- und Fleischwaren bekommen die Erzeuger 24,7 Prozent des Verkaufspreises. Bei Brotgetreide und Broterzeugnissen liegt der Anteil nur noch bei 4,1 Prozent. ‚In einem Brötchen steckt noch Getreide für einen Pfennig‘, so der Verband. Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 1999/2000 sei allerdings erstmals seit Jahren kein weiterer Rückgang verzeichnet worden.

Der Bauernverband wies auch auf den sinkenden Anteil der Nahrungsmittelausgaben an den Gesamtausgaben der Haushalte hin. Während in den alten Bundesländern 1950 noch 43 Prozent des Einkommens für Nahrungsmittel ausgegeben worden, lag der Anteil 1998 im alten Bundesgebiet bei zwölf und in den neuen Bundesländern bei 14 Prozent. In der Schweiz sind es lediglich 7 Prozent.

27. Dezember 2000

Greenpeace fordert Unterstützung für Öko-Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 14:12

Hamburg (agrar.de) – Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat an Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) appelliert, ‚die Weichen für eine ökologische Landwirtschaft zu stellen‘.

Gentechnik im Essen und in der Landwirtschaft seien nicht konsensfähig, erklärte Greenpeace- Geschäftsführerin Brigitte Behrens zum Jahreswechsel in Hamburg. Tatsache sei, dass 75 Prozent der Bundesbürger Gentechnik in Lebensmitteln ablehnten. Eine industrialisierte Landwirtschaft werde weitere Skandale wie die BSE-Krise hervorbringen.

Größter Erfolg der Umweltschutzorganisation in diesem Jahr sei die Auseinandersetzug um die Patentierung von Genen gewesen, hieß es weiter. Als Erfolg wertete Greenpeace, dass im Januar 130 Staaten auf der Biodiversitätskonferenz in Montreal erklärt hätten, gentechnisch manipulierte Organismen seien ein Risiko für Umwelt und Gesundheit. Ebenfalls hätten nach einer mehrmonatigen Greenpeace-Kampagne die Imbissketten McDonal’s und Burger King erklärt, künftig auf Fleisch von Geflügel zu verzichten, das aus genmanipuliertem Tierfutter hergestellt worden sei. Die Imbissketten wollten diesen Verzicht auf Rind- und Schweinefleischprodukte ausdehnen.

Als Schwerpunkte für das kommende Jahr sieht Greenpeace das Thema Gentechnik sowie Kampagnen gegen bevorstehende Atomtransporte, gegen Ölverschmutzung und Urwaldzerstörung.

23. Dezember 2000

Arbeitskräfte in der Landwirtschaft rückläufig

Themen: Archiv — info @ 14:12

Münster (agrar.de) – Immer weniger Arbeitskräfte finden sich auf den landwirtschaftlichen Betrieben in Westfalen-Lippe. Wie die dortige Landwirtschaftskammer mitteilt, waren 1999 noch 75.141 Familienarbeitskräfte beschäftigt. Das sind 32 Prozent weniger als 1991, als es noch 110.500 gab. Innerhalb von acht Jahren sind somit 35.326 Familienarbeitskräfte aus der Landwirtschaft ausgeschieden. Das sind durchschnittlich im Jahr 4.415.

Die Zahl der Vollbeschäftigten fiel von 26.827 im Jahr 1991 auf 18.636 im vergangenen Jahr. Mit 30,5 Prozent ging damit diese Zahl um fast den gleichen Anteil zurück, um den die Familienarbeitskräfte insgesamt abgenommen haben. Je Jahr verlieren somit im Durchschnitt etwa 1.000 vollbeschäftigte Familienarbeitskräfte ihren landwirtschaftlichen Arbeitsplatz, oder anders ausgedrückt drei jeden Tag. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe (ab zwei Hektar LF) ging von 47.731 im Jahr 1991 auf 38.075 im vergangenen Jahr zurück.

Besonders stark rückläufig sind die Familienarbeitskräfte in Ostwestfalen-Lippe. Unterdurchschnittlich stark ist der Rückgang im Münsterland, d.h. in der Region, die am stärksten durch Viehwirtschaft gekennzeichnet ist.

Plastikstöpsel ruinieren Korkzüchter

Themen: Archiv,Wein — info @ 09:12

Lebensraum Korkeichenwald ist gefährdet

London (agrar.de) – Umweltschützer der britischen Royal Society for the Protection of Birds (RSPB) raten vom Kauf von Weinflaschen mit Plastikstöpseln ab. In 15 Jahren könne ihr verstärkter Einsatz zu einem Niedergang der Korkindustrie und zur Ausrottung schützenswerter natürlicher Lebensräume führen.

Eine Studie der RSPB, dass die Gefahr bisher unterschätzt wurde. Der Anteil an Plastikstöpseln betrage in nur fünf Jahren bereits fünf bis sieben Prozent der globalen Produktion. Im Jahr 2015 könnten Stöpsel aus Plastik bei 15 Prozent auf dem Weltmarkt halten. Sei diese Schwelle erreicht, komme es durch ein überschüssiges Korkangebot zu einem Preisverfall bei Kork um ein Viertel. Dadurch seien Korkzüchter gezwungen, ihr Geschäft aufzugeben oder weniger umweltfreundliche Kulturpflanzen wie Eukalyptus anzubauen.

Der Zusammenbruch des Korkmarktes sei nicht nur für Wildvögel, die in Korkwäldern leben, sondern auch für die rund 80.000 Menschen, die von der Korkproduktion leben, bedrohlich. Viele Vogelarten benötigen diese zur Nahrungsaufnahme und als Nestplatz.

Großbritannien ist der weltgrößte Weinimporteur und verschließt 15 bis 20 Prozent der eigenen Weinflaschen mit Plastikstöpseln. Dieser hohe Anteil begründet sich hauptsächlich durch Supermärkte und Ketten mit der Lizenz zur Abgabe von alkoholischen Getränken.

22. Dezember 2000

Drei neue BSE-Verdachtsfälle im Norden

Themen: Archiv — info @ 13:12

Schwerin (agrar.de) – Bei zwei aus Schleswig-Holstein stammenden Rindern besteht BSE-Verdacht. Die Tiere wurden am 9. Dezember in Teterow (Mecklenburg-Vorpommern) geschlachtet, teilte das Landwirtschaftsministerium in Schwerin mit. Die BSE-Schnelltests wurden in einem Hamburger Privatlabor durchgeführt und drei Mal wiederholt. Dabei ergaben sich bei beiden Rindern aus Schleswig-Holstein sowie einem weiteren Tier aus Mecklenburg-Vorpommern ‚unklare‘ Befunde.

Die Stammhirnproben werden zur Zeit im Veterinäruntersuchungsamt in Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) erneut mit einem BSE-Schnelltest untersucht. Die Ergebnisse werden heute nachmittag erwartet.

USDA stellt neue Bio-Richtlinien vor

Themen: Archiv — info @ 11:12

Washington (agrar.de) – Das amerikanische Landwirtschaftministerium (USDA) hat der Öffentlichkeit die neuen Regelungen für den Bio-Landbau vorgestellt. Das National Organic Program (NOP, als PDF-Datei) hatte in seiner ersten, am 16. Dezember 1997 veröffentlichten Version eine Welle der Kritik, besonders bei den Bio-Verbänden ausgelöst. (unsere %url3%Meldung%/%)

Wie bereits im Frühjahr angekündigt (unsere %url5%Meldung%/%) können gentechnisch veränderte Pflanzen künftig nicht mehr als Bio-Produkte gelten, auch die Behandlung von Tieren mit Wachstumshormonen und verschiedene Konservierungsverfahren werden für Bio-Produkte verboten.

Das USDA kündigte ein weiteres Programm an, das umstellungswillige Farmer finanziell bei der Zertifizierung unterstützen soll.

21. Dezember 2000

Schweiz setzt generelles Tiermehlverbot in Kraft

Themen: Archiv,Schweiz — info @ 13:12

‚Lückenlose Kontrollen‘ geplant

Bern (agrar.de) – Wie erwartet hat die Schweizer Regierung heute das generelle Tiermehlverbot zum 1. Januar 2001 in Kraft gesetzt. Folgende Maßnahmen wurden durch eine Änderung der Tierseuchenverordnung beschlossen:

– Das Tiermehlfütterungsverbot gilt für alle Nutztiere und schließt auch die Extraktionsfette mit ein, die bei der Tiermehlproduktion entstehen.

– Die Centravo AG, die den Hauptanteil an Tiermehl in der Schweiz herstellt, und der Verband der schweizerischen Zementindustrie (cemsuisse) garantieren die sichere Verbrennung in Zementöfen. Tiermehle und Extraktionsfette dürfen weder importiert noch exportiert werden.

– Die Verwendung von Mehlen tierischer Herkunft in der Düngermittelproduktion wird verboten.

– Fischmehl wird für Wiederkäuer verboten.

– Die Verfütterung von bestimmten Schlachtabfällen an Schweine bleibt unter strengen Auflagen erlaubt.

Der Bund will sich zu maximal 75 Prozent an den zusätzlichen Kosten für die Entsorgung der Tiermehle und Fette beteiligen. Zusätzlich sollen in den nächsten Monaten in Zusammenarbeit mit den Kantonen lückenlose Kontrollen aufgebaut werden.

Der Schweizerische Bauernverband (SBV) befürwortete alle beschlossenen Massnahmen in einer Pressemitteilung. Ungelöst sind nach Auffassung des SBV nach wie vor Fragen rund um die Deklaration und die Kontrollen von importiertem Fleisch und von Fleischwaren. Es sei dringend erforderlich, dass diesbezüglich Transparenz geschaffen werde. Für die direkt betroffenen Bauern, die unverschuldet erhebliche wirtschaftliche Schäden erleiden und in ihrer Existenz gefährdet sind, fordert der Verband besondere Unterstützung.

DNR verlangt Konsequenzen aus der BSE-Krise für die Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 09:12

‚Fehlende Änderung der agrarpolitischen Weichenstellung‘

Bonn (agrar.de) – Der Deutsche Naturschutzring (DNR) begrüßte das von der Bundesregierung beschlossene Sofortprogramm zur BSE-Bekämpfung. Verbote und Kontrollen reichten jedoch nicht aus, um die Krise der intensiven Landwirtschaft zu lösen. ‚Naturnahe Landwirtschaft darf nicht eine Forderung bleiben, sondern muß jetzt mit konkreten agrarpolitischen Weichenstellungen umgesetzt werden‘, sagte DNR-Präsident Hubert Weinzierl. Der DNR erwartet von der Bundesregierung konkrete Maßnahmen zur Förderung des ökologischen Landbaus und eine Absage an die „grüne“ Gentechnik.

Als vordringliche Maßnahmen fordert der DNR den Ökolandbau als Leitbild und der Agrarpolitik.

· DNR-Generalsekretär Helmut Röscheisen führte aus: Bundeslandwirtschaftsminister Funke muß sich für das Leitbild „ökologischer Landbau erklären und dies auch gegen den Widerstand des Deutschen Bauernverbandes durchsetzen.“

· Das Bundeslandwirtschaftsministerium sollte ferner eine breit angelegte Öffentlichkeitskampagne bei den Verbrauchern zur Werbung für Ökologischen Landbau starten.

Weitere Forderungen des DNR sind:

· Ein dauerhaftes Verbot der Verfütterung von Tiermehl und der Tiermehlherstellung ist sicherzustellen. · Gentechnisch veränderte Futterbestandteile sind zu verbieten. Die Importerlaubnis für Gensoja ist zurückzunehmen. · Eine offene Futtermitteldeklaration muß verabschiedet werden, in der genau geregelt wird, was ins Futtermittel darf und was nicht. · Die noch erlaubten 4 Antibiotika und 2 Chemotherapeutika als Leistungsförderer im Futtermittel sind zu verbieten.

Als Qualitätsstandards für eine artgerechte Tierhaltung sind notwendig:

· Keine Vollspaltenböden bei Mastrindern und Mastschweinen · Auslaufmöglichkeiten und Einstreu für Milchkühe und Zuchtsauen · Auslauf für Geflügel · Mindestens 90 % Grundfutter aus der Region

Weitere Informationen: Helmut Röscheisen, DNR-Generalsekretär, Tel. 0228/35 90 05

20. Dezember 2000

Hörzu, ZDF und DBU stiften neuen Umweltpreis

Themen: Archiv — info @ 16:12

‚Goldene Natur‘ soll ehrenamtliches Engagement stärken

Osnabrück (agrar.de) – Die Zeitschrift Hörzu, das Zweiter Deutsche Fernsehen (ZDF) und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) wollen nach dem Vorbild der ‚Goldenen Kamera‘ ab 2001 den Naturschutzpreis ‚Goldene Natur‘ vergeben.

Bis zu fünf beispielhafte Aktionen oder Initiativen zum Nutzen der Natur sollen jährlich mit insgesamt bis zu 50.000 Mark ausgezeichnet werden. Weitere 200.000 Mark investiert die Umweltstiftung, um diese Beispiele publik werden und überall im Land Nachahmer zu finden. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Stiftung: ‚Wir wollen die stark machen, die ohne Gesetze und Zwang aus freien Stücken der Natur helfen.‘

Für die Teilnahme kann sich jeder bewerben, der aus persönlichem oder ehrenamtlichem Engagement beispielhafte Aktionen oder Projekte in Gang gebracht hat, die der Natur zu Gute kommen. Ausgeschlossen sind alle, die sich beruflich mit Natur- und Umweltschutz befassen sowie Projekte von Natur- und Umweltschutzverbänden, die von hauptamtlich geführten Stellen verantwortet werden. Schriftliche Bewerbungen können bis zum 5. Mai 2001 mit einer Darstellung des Projekts oder der Initiative eingereicht werden. (HÖRZU/ZDF, Goldene Natur, 55115 Mainz) Die erste Preisverleihung ist für den 26. August geplant. Eine unabhängige Experten-Jury wird die Preisträger ermitteln, Hörzu und ZDF werden regelmäßig darüber berichten.

Information: Franz-Georg Elpers, Tel.: 0541-9633-521, Fax: 0541-9633-198, E-Mail

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