09. November 2000

In eigener Sache: Infothek erweitert und auf eigenem Server

Themen: Archiv — info @ 11:11

Weitere Nutzungsmöglichkeiten für Webmaster

Rheine (agrar.de) – Endlich ist es soweit: die Datenbank der @grar.de Infothek ist auf einen eigenen Server (dir.agrar.de) umgezogen. 1996 als E-Mail-Rundbrief gestartetet, mausert sich das Agrar-Verzeichnis mit heute über 6.000 redaktionell gepflegten Einträgen zur ausgewachsenen Suchmaschine.

Mit dem Umzug wurde auch das Hauptmenü erweitert, wodurch nun der direkte Zugriff auf über 80 Kategorien möglich ist. ‚Die wichtigste Neuerung sind die Querverweise, die nun immer mehr Kategorien miteinander verbinden‘ erklärt Alfons Deitermann, der Herausgeber der Infothek. ‚So erreicht der Besucher zum Beispiel alle Verbände des günen Bereiches von einer Stelle aus, obwohl die Bauer-, Landfrauen, Landjugend-, Jagd-, Tierzucht-, und Naturschutzverbände an verschiedenen Stellen gelistet werden.‘

Die Nutzung und das Feedback in Form von Neu-Anmeldungen nehmen ständig zu. Die gefragtesten der etwa 450 Kategorien der Suchmaschine sind nach Deitermanns Angaben die Bereiche ‚Maschinenbörsen‘, ‚Online-Handel‘, ‚Online-Shops‘ und ‚Stallbau‘, sowie die Tier-Sparten ‚Rinder‘ und ‚Pferde‘.

Seit Mitte diesen Jahres ist die Infothek auch unter der Adresse www.agrar.net zu erreichen, die Nutzung der Suchmaschine und der Eintrag der eigenen WWW-Seite sind kostenlos. Zukünftig kann die Agrar-Infothek auch ‚entführt‘ werden: Webmaster anderer Agrarseiten können das Infothek-Suchfenster, einzelne Kategorien oder auch die komplette Suchmaschine in Ihre Seiten einbauen.

Information: Alfons Deitermann, E-Mail

Emnid: Landwirten zufrieden mit ihrem Beruf

Themen: Archiv — info @ 10:11

Bielefeld/Münster (agrar.de) – Zufriedenheit im Beruf hängt nicht nur von Arbeitszeiten und finanziellen Bedingungen ab. Dies zeigt nach Mitteilung des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) eine Untersuchung des Bielefelder Emnid-Institutes. Danach gehören die Bauern unter den erwerbstätigen Bundesbürgern zu der Gruppe, die in ihrem Beruf am zufriedensten sind.

Von den Berufstätigen insgesamt sind nur 38 Prozent mit ihrem derzeitigen Beruf zufrieden. Die Gruppe der Landwirte und Selbständigen weist den höchsten Anteil von Berufszufriedenheit auf. 64 Prozent der in dieser Gruppe Befragten fühlen sich in ihrem ‚Beruf auf dem richtigen Platz, wenn sie ihre Kenntnisse, Fähigkeiten und Neigungen‘ beurteilen. Bei den Beamten sind 63 Prozent zufrieden, in der Gruppe der Angestellten nur 36 Prozent und bei den Arbeitern gar nur 29 Prozent. Bei einer ähnlichen Emnid-Untersuchung vor fast 50 Jahren im Jahre 1951 äußerten sich weniger Bauern zufrieden mit ihrem Beruf.

Die Identifikation mit dem Beruf hängt nach Ansicht von Emnid stark von dem Freiraum ab, in dem die eigenen Vorstellungen in der Arbeit verwirklicht werden können. Auch das bei Selbständigen weitgehend fehlende Phänomen, das sich unter dem Wort ‚Mobbing‘ im Berufsalltag verbirgt, könnte sich zu einem Maßstab für größere Berufszufriedenheit entwickelt haben.

08. November 2000

Gute fachliche Praxis: Kriegt jeder 20. Landwirt Besuch?

Themen: Archiv,Umwelt — info @ 16:11

Münster (agrar.de) – Im Rahmen der Agenda 2000 hat die EG Regelungen zu Umweltauflagen erwähnt bzw. angeordnet, auf die die Landwirtschaftkammer Westfalen-Lippe in einer aktuellen Mitteilung hinweist.

Die Verordnung (EG) Nr. 1257/1999 vom 17.05.1999 über die Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums schreibt vor, dass in benachteiligte Gebiete mit Ausgleichszulage, sowie bei Agrarumweltmaßnahmen (Markt- und standortangepasste Landwirtschaft (MSL) mit Extensivierung, Festmist und Schonstreifen, bedrohte Haustierrassen, Erosionsschutz, Uferrandstreifen und langjährige Stillegung) die gute fachliche Praxis einzuhalten ist.

Bei Durchführung von EG-Maßnahmen muss vor jeder Zahlung eine Vor-Ort-Kontrolle bei fünf Prozent der Antragsteller stattfinden. Diese Kontrolle muss alle Voraussetzungen, auch die ‚gute fachliche Praxis‘ umfassen. Da die Fachbehörden eine Kontrollquote von 5 Prozent weder zeitlich noch in der erforderlichen Anzahl sicherstellen können, wurde beschlossen, dass die Technischen Prüfdienste der EG-Zahlstellen bei ihren Kontrollen auch die Einhaltung der guten fachlichen Praxis überprüfen müssen.

Zunächst soll eine eingeschränkte Prüfung von Indikatoren zur guten fachlichen Praxis erfolgen. Nach Abschluss dieser Prüfung muss der Technische Prüfdienst entscheiden, ob eine vertiefte Begutachtung durch die zuständige Fachbehörde erfolgen muss. Die Fachbehörde ist danach verpflichtet, ihre Fachprüfung durchzuführen. Für die Zeit der Prüfung bleibt der Betrieb für die Zahlung von Fördergeldern gesperrt. Bei Verstößen droht zusätzlich zum Bußgeld die Kürzung der EG-Prämien mindestens in Höhe der Bußgelder.

Das Bundeslandwirtschaftministerium hat mit der EG vereinbart, dass ein vereinfachter Kriterienkatalog abgeprüft werden muss. Dazu wurde in einer Arbeitsgruppe beim BML ein Prüfbogen entworfen, der von der Länderreferentenrunde noch abgesegnet werden muss.

Den Landwirten rät die Kammer, die Bestimmungen der Düngeverordnung und der Pflanzenschutzverordnung einzuhalten. Zur guten fachlichen Praxis gehören hier zum Beispiel regelmäßige Bodenproben, das aktuelle Prüfsiegel an der Feldpritze wie auch der Sachkundenachweis bei Pflanzenbschutz.

Weitere Informationen zur Vor-Ort-Kontrolle und zur ‚Guten fachlichen Praxis‘ in der Landwirtschaft finden Sie hier.

Eurotier: Landwirtschaftskammern bieten Spezialberatung auf Gemeinschaftsstand

Themen: Archiv,Biogas,Energie — info @ 13:11

‚Top-Beratung von Top-Beratern‘

Bonn (agrar.de/vlk) – Spezialberater fast aller Fachgebiete stehen den Besuchern der EuroTier in Hannover vom 28. November bis 1. Dezember auf dem Gemeinschaftsstand der deutschen Landwirtschaftskammern zur Verfügung. ‚Top-Beratung von Top-Beratern‘ lautet das Motto des zweiten gemeinsamen Messeauftrittes der Kammern. Eurotier-Besucher haben so die Möglichkeit, die aus der Fachpresse bekannten Spezialisten einmal persönlich kennen zu lernen und Ratschläge aus erster Hand zu erhalten.

Die Experten bieten Informationen und Lösungen zu allen aktuellen Themen der Tierproduktion an. Das Spektrum reicht von der neuen Milchmarktordnung bis zum Biogasanlagenbau. Wer sich ausführlich beraten lassen will, der sollte einen Besuch des Messestandes der Kammern auf jeden Fall einplanen. Wer ganz sicher gehen will, kann bereits vor dem Messebesuch einen (kostenlosen) Beratungstermin direkt mit dem Spezialisten vereinbaren.

Um das umfangreiche Angebot der Kammern zu strukturieren, ist jeder Messetag einem Oberthema gewidmet. Gleich am Eröffnungstag, 28.11., geht es um Fütterung und Haltung, am Mittwoch, 29. 11., steht das Thema Bauen und Finanzieren im Mittelpunkt, der Donnerstag, 30. 11., gehört den Themen Geflügelhaltung und Biogas und am Freitag,1.12., lauten die Themen Tiergesundheit und noch einmal Futter und Fütterung. (das detaillierte als DOC-Datei)

Aber auch ohne tiefergehende Beratungsanliegen sind Praktiker am Stand der Landwirtschaftskammern willkommen. Der erste gemeinsame Auftritt der Kammern auf der Agritechnica im vergangenen Jahr hat gezeigt, dass der Messestand ein beliebter Treffpunkt ist, um mit Kollegen und Beratern zu fachsimpeln, um sich Anregungen für den weiteren Messebesuch zu holen oder um sich einfach nur bei einer Tasse Kaffee vom Messetrubel auszuruhen. Der Messestand der Landwirtschaftskammern befindet sich in Halle 23, Stand Nr. F04.

Information: Verband der Landwirtschaftskammern e.V., Godesberger Allee 142-148, 53175 Bonn Tel.: 0228-30801-0, Fax: 0228-30801-10, E-mail

NRW: Neufassung der Förderprogramme für Umwelt und Natur

Themen: Archiv,Umwelt — info @ 10:11

Münster (agrar.de) Im September 2000 hat die Europäische Kommission hat das NRW-Programm ‚Ländlicher Raum‘ endgültig genehmigt. Damit stehen dem Land für die nächsten sieben Jahre knapp zwei Milliarden Mark für Maßnahme zur Entwicklung des ländlichen Raums bereit, rund 600 Mio. DM davon kommen aus Brüssel.

In ihrer Mitteilung an die Kreisstellen und Ortslandwirte stellt die Landwirtschaftkammer Westfalen-Lippe die Honorierung ökologischer Leistungen der Land- und Forstwirtschaft als den Kernbereich des Förderprogramms vor.

Die Agrarumweltförderung bietet neben den bisherigen, weiterhin angebotenen Fördermaßnahmen nun zum Beispiel auch Unterstützung für die Extensivierung von Grünland, Acker und Dauerkulturen, für den ökologischer Landbau, die 20-jährige Flächenstilllegung, die Anlage von Uferrandstreifen und für die Zucht vom Aussterben bedrohter Haustierrassen.

Ab dem Wirtschaftsjahr 2000/01 können – als Alternative zur betriebszweigbezogenen Ackerextensivierung – auch Teilflächen in Form von Schon- bzw. Blühstreifen angelegt werden, die Förderung des Ökologischen Landbaus wird künftig auch die Kontrollkosten einbeziehen und die Beibehaltung oder Einführung von Festmistverfahren in Verbindung mit artgerechter Auf-stallung wird gefördert.

Erorsionsmindernde Verfahren im Ackerbau – unter anderem Mulch- und Direktsaatverfahren – werden innerhalb einer bestimmten Förderkulisse bezuschusst, die langjährige Flächenstilllegung mit zehnjähriger Laufzeit kann auf 20 Jahre erweitert werden, wenn auf den stillgelegten Flächen ein Biotop angelegt wird und die Förderung der Anlage von Uferrandstreifen ist nicht mehr auf Wasserkooperationsgebiete beschränkt; Uferrandstreifen können darüber hinaus auch auf bisherigem Grünland angelegt werden.

Insgesamt biete sich damit ein vielfältiges und interessantes Spektrum an Agrarumweltförderangeboten, aus dem sich jeder landwirtschaftliche Betrieb die für seine spezifische Situation passenden Maßnahmen auswählen kann, so die Landwirtschaftkammer in ihrem Schreiben.

Auch im Förderprogramm Vertragsnaturschutz sind eine Reihe von grundlegenden Veränderungen vorgenommen worden: Grundsätzlich sind alle für den Naturschutz wichtigen Flächen förderfähig mit Schwerpunkten bei Naturschutzgebieten und besonders geschützten Biotopen (§ 62 LG). Die Förderangebote wurden übersichtlicher gegliedert und in einer Rahmenrichtlinie Vertragsnaturschutz zusammengefasst. Bewährte Bewirtschaftungspakete werden in dem neuen Programm weitergeführt, einzelne Bewirtschaftungsauflagen werden variabler gestaltet.

Als neue Bausteine sind die Anpflanzung und Pflege von Hecken, Kopfbäumen und Feldgehölzen hinzugekommen. Einzelmaßnahmen wie z.B. die Handmahd, können in einzelnen Jahren zusätzlich gefördert werden.

Die Landwirtschaftskammer weist darauf hin, dass zum Ausgleich von natürlichen und umweltspezifischen Benachteiligungen und der Honorierung ökologischer Leistungen der Land- und Forstwirtschaft in FFH- und Vogelschutzgebieten, in Naturschutzgebieten und § 62er Biotopen eine Ausgleichszahlung angeboten wird, die, je nach Schutzkategorie zwischen 90,00 und 240,00 DM/ha und Jahr liegt. Landwirte, die u. a. an den oben aufgeführten Fördermaßnahmen teilnehmen, verpflichten sich, die ‚gute fachliche Praxis‘ auf ihren Betrieben einzuhalten. Entsprechende Kontrollmaßnahmen werden durchgeführt.

Zuständig für die Agrarumweltprogramme sind die Landwirtschaftskammern, direkter Ansprechpartner für das Förderprogramm Vertragsnaturschutz sind im Rahmen der jeweiligen Kreiskulturlandschaftsprogramme die Unteren Landschaftsbehörden.

07. November 2000

Agrardiesel-Entscheidung vertagt

Themen: Archiv — info @ 15:11

Berlin (agrar.de) – Offenbar ist in der Agrardiesel-Steuerdiskussion noch immer kein Konsens gefunden: Deshalb soll der Bundestag nicht – wie eigentlich geplant – am Freitag über zusätzliche Hilfen für die Landwirtschaft zum Ausgleich der hohen Kraftstoffpreise entscheiden. Die Vorsitzende des Finanzausschusses, Christine Scheel (Grüne), strich das Thema von der Tagesordnung für die Sitzung am Mittwoch. Damit ist klar, dass der Bundestag diese Woche nicht darüber abstimmen wird.

Die Sozialdemokraten lehnten einen von den Grünen vorgelegten Kompromissvorschlag ab, der eine ‚Deckelung‘ der Zuschüsse vorsieht. Die SPD will die Mineralölsteuer auf Agrardiesel auf 50 Pfennig senken, dies würde zu weiteren Steuerausfällen von rund 140 Millionen Mark führen.

Die Grünen schlagen einen Steuersatz von 47 Pfennigen vor, durch eine Obergrenzen sollen aber nur kleinere und mittlere Agrarbetriebe davon profitieren. So würde nach Ansicht des Grünen-Haushaltspolitikers Matthias Berninger die Steuersenkung nicht zu zusätzlichen Staatsausgaben führen, sondern kostenneutral bleiben. Sollte sich die Koalition nicht einigen, werde es bei 57 Pfennig bleiben.

Parlamentarier fordern Verlängerung der Zuckermarktordnung

Themen: Archiv — info @ 14:11

Berlin (agrar.de) – EU-Landwirtschaftskommissar Franz Fischler zufolge ist bislang nicht abzuschätzen, ob für eine Verlängerung der Zuckermarktordnung eine qualifizierte Mehrheit in der Europäischen Union gewonnen werden kann. Dies erklärte der Kommissar am Montagnachmittag bei einem Gespräch mit dem Landwirtschaftsausschuss des Bundestages, wie der Pressedienst des Deutschen Bundestages mitteilt.

Der von der Kommission eingebrachte Vorschlag sehe vor, die Zuckermarktordnung um zwei Jahre bis Juni 2003 fortzuschreiben, so Fischler. Parlamentarier mehrerer Fraktionen sprachen sich in Brüssel hingegen für eine Verlängerung über diesen Zeitpunkt hinaus aus.

Nach Worten Fischlers trägt der Kommissionsvorschlag einem Bericht des Europäischen Rechnungshofes und Forderungen der Süßwaren- und Getränkehersteller nach mehr Wettbewerb bei der Zuckerindustrie Rechnung. Für die Prüfung der Möglichkeiten nach mehr Wettbewerb in diesem Bereich habe die Kommission eine Studie in Auftrag gegeben. Sie interessiere in erster Linie, ob ein niedrigerer Zuckerpreis etwa von der Getränkeindustrie tatsächlich an die Verbraucher weitergegeben würde und wie dies funktionieren könne. Statistiken hätten belegt, dass beispielsweise in Brasilien der Preis für Coca-Cola relativ hoch, der für Zucker jedoch relativ niedrig sei.

Da in Deutschland etwa 90 Prozent des Handels mit Lebensmitteln von den sechs größten Supermarktketten getätigt würde, hätten diese bei Verhandlungen auch einen entsprechenden Spielraum. Die Kommission sei darüber hinaus vom EU-Rat aufgefordert worden, Zuckerlieferungen von den am wenigsten entwickelten Staaten stärker zu berücksichtigen. Dies könne im Binnenmarkt zu enormen Importzuwächsen führen, so Fischler. Die Gesamtproduktion der am wenigsten entwickelten Länder belaufe sich auf ein Drittel der Produktion in der Gemeinschaft. Hier wolle man der Aufforderung des Rates insoweit nachkommen, als dass der Zollabbau für diese Länder über drei Jahre gestreckt werden solle.

Mit Blick auf die EU-Erweiterung führte der Brüsseler Landwirtschaftskommissar aus, die Kandidatenländer würden wahrscheinlich ähnlich wie die neuen deutschen Bundesländer eingestuft werden. Es werde nun darauf ankommen, den Strukturfonds entsprechend zu dotieren. Die auf dem Berliner EU-Gipfel mit der Agenda 2000 auf sechs Jahre festgelegten Finanzplanungen müßten noch vor 2006 fortgeschrieben werden, weil es anschließend ‚keine Spielräume‘ mehr gebe. Den Planungen zufolge seien erstmals ab 2002 ansteigende Beträge geplant. Die Gemeinschaft müsse auch für nach 2006 eine finanzielle Bindung eingehen, um eine erneute Diskussion für den dann anstehenden Zeitraum zu vermeiden. Nach 2006 würden erstmals die neuen Beitrittsländer mitentscheiden. Fischler riet davon ab, das Problem zeitlich zu verschieben. Derzeit erhielten die Beitrittskandidaten Polen, Tschechien, Estland, Ungarn, Slowenien und Zypern sogenannte Vorbeitrittsbeihilfen in Höhe von 520 Millionen Euro. Man rechne inzwischen damit, dass das Kapitel Landwirtschaft mit diesen Ländern unter schwedischem Vorsitz Anfang 2001 eröffnet werden könnte.

Des Weiteren dringe die Kommission darauf, dass es keine Übergangsfristen für die Kandidatenländer gebe, weil der Binnenmarkt dadurch gespalten werden könne. Diese Frage sei eine ‚fundamental politische‘ und könne derzeit nicht beantwortet werden. Gleichzeitig mahnte der EU-Kommissar Geduld an.

Bis die getätigten Investitionen Wirkung zeigten, vergehe einige Zeit. Finanzielle Unterstützung allein reiche eben nicht aus; man brauche vielmehr eine ‚unternehmerische Gesinnung‘ in diesen Ländern. Schließlich sei mit ‚Glücksrittern‘, die es in solchen Regionen ja auch gebe, ’nicht viel Staat zu machen‘.

Im Bereich der Molkereiwirtschaft etwa entsprächen bislang nur rund ein Drittel der polnischen Betriebe den EU-Normen. Fischler riet dazu, das gesamte System so weiterzuentwickeln, dass sowohl die Molkereien als auch die Zulieferbetriebe eine hohe Qualität der Milch gewährleisten könnten.

06. November 2000

Studie bringt Pestizide mit Parkinson in Verbindung

Themen: Archiv — info @ 13:11

Fischgift Rotenon verursacht Parkinson-ähnliche Symptome

Atlanta (agrar.de) – Forscher der Emory University bestätigten den Verdacht, dass Umweltgifte Nervenkrankheiten hervorrufen können. In ihrem Versuch hat ein verbreitetes organisches Pestizid bei Ratten ähnliche Symptome hervorrufen wie bei an Parkinson erkrankten Patienten.

Die Forscher injizierte Ratten einige Wochen lang Rotenon, ein weit verbreitetes Fischgift. Die Ratten zeigten nicht nur alle Parkinson-Symptome, sondern wiesen auch im Gehirn ähnliche Veränderungen auf.

An Parkinson, leidet rund ein Prozent der Menschen über 65. Etwa zehn Prozent der Patienten erkranken bereits unter 50 Jahren, offenbar aufgrund zusätzlicher, genetischer Schäden. Die Ursachen für eine Erkrankung sind noch wenig bekannt, Wissenschaftler halten einen Zusammenhang mit Umweltgiften aber für wahrscheinlich. Vom Pestizid sollen die Mitochondrien der Zellen geschädigt werden, die Dopamin produzieren. Der Dopamin-Mangel ruft die Parkinson-Symptome wie Zittern, Steifigkeit und Bewegungsschwierigkeiten hervor.

Die Studie wird in der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift ‚Nature Neuroscience‚ erscheinen.

Gen-Mais: Neue Sorte gefunden

Themen: Gentechnik,Mais — info @ 11:11

Wien (agrar.de) – Die Starlink-Affäre, die zur Zeit die USA und Japan beschäftigt, ist längst kein Ausreißer mehr. Das bestätigen erneute Funde von Gen-Mais in Lebensmitteln.

Das Umweltnetzwerk Friends of the Earth und die österreichische Umweltschutzorganisation Global 2000 fanden bei einer Stichprobe von 30 Lebensmitteln acht Produkte mit gentechnisch verändertem Mais.

Identifiziert wurde die Sorte ‚GA21‘ des Unternehmens Monsanto. GA21 ist resistent gegen das Herbizid Roundup von Monsanto. Über die Marktzulassung der Sorte ist von den EU-Mitgliedsstaaten noch nicht entschieden worden und das oberste Gremium für Lebensmittel in der EU, das Scientific Committee in Foods (SCP), hat noch keine Empfehlung für oder gegen die Novel-Food-Zulassung abgegeben.

In Produkten aus anderen europäischen Ländern wurde laut ‚Friends of the Earth‘ eine zweite gentechnisch veränderte Maissorte entdeckt: DBT418 vom Unternehmen Dekalb, für die Sorte soll es in Europa noch nicht einmal einen Antrag auf Zulassung geben.

Die Umweltverbände fordern, dass die Nahrungsmittel, in denen GA21 oder DBT418 gefunden wurde, sofort vom Markt genommen werden und die Produzenten sicherstellen, dass ihre Produkte gentech-frei sind. Weiters müssten die Kontrollen der Importe nach Europa verstärkt und endlich eine europaweite Regelung für die Haftung der Gentechnik-Konzerne eingeführt werden. Sie verweisen zudem auf Bio-Produkte, die in der %url4Positivliste%/% von der Arbeitsgemeinschaft Gentechnik-frei erscheinen.

Regierungsvertreter kündigten verschärfte Kontrollen an. Untersuchungen auf gentechnisch veränderte Lebensmittel werden in Österreich seit 1997 durchgeführt. Nach Regierungsangaben wurden seitdem mindestens 800 Proben auf gentechnisch veränderte Zutaten analysiert.

05. November 2000

Feldhase ist Tier des Jahres 2001

Themen: Archiv — info @ 16:11

Bonn (agrar.de) – Der Feldhase (Lepus europaeus) ist Tier des Jahres 2001. Grund für die Entscheidung sei der Rückgang der Feldhasenbestände in Deutschland, berichtete die Schutzorganisation Deutsches Wild in Bonn.

Die Organisation zur Erhaltung der frei lebenden Tierwelt wählt seit 1992 das Tier des Jahres. Sie will damit auf wenig beachtete Tiere aufmerksam machen. Tier des Jahres 2000 ist die Äskulap-Natter, in den Jahren zuvor waren es u.a. Fischotter, Unke und Wildkatze.

Für den Rückgang der Hasenpopulationen in einigen Regionen – nur in Nordrhein-Westfalen steht der Feldhase auf der Roten Liste – gibt es verschiedene Gründe, die zum Teil nur wenig erforscht sind. Seit einiger Zeit wird untersucht, inwieweit Fruchtbarkeitsstörungen für die Abnahme eine Rolle spielen. Es wird auch geprüft, in welchem Ausmaß sich Umweltchemikalien auswirken. Etwa 120.000 Tiere sterben jährlich durch den Straßenverkehr.

Kein anderes Tier komme so häufig in Legenden und Märchen vor wie der Feldhase, hieß es. Um ihn rankten sich aber auch viele falsche Vorstellungen, wie die vom Osterhasen. Auch sei der Feldhase kein Nagetier, sondern gehöre zur Ordnung der Hasentiere, die 45 Arten umfasse.

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