22. November 2000

Die Web-Sau – kostenloser Sauenplaner im Internet

Themen: Archiv — info @ 09:11

Bielefeld (agrar.de) – Nun hat das World Wide Web auch im Schweinestall Einzug gehalten. Sauenplanung via Internet – das bietet AGROCOM, der Systemspezialist der Claas-Gruppe, den Landwirten an.

AGROCOM, einer der führenden Anbieter von Software und Informationssystemen für landwirtschaftliche Unternehmen und bereits ‚first-mover‘ bei der Einführung von Windows-Programmen für die Landwirtschaft, geht mit der ‚Web-Sau‚ neue Wege in der Schweinezucht: Im Gegensatz zu herkömmlicher Software, die vor Ort auf dem Hofrechner installiert werden muss, wird die ‚Web-Sau‘ als Online-Programm nur auf einem externen Zentralrechner bereitgestellt. So muss sich der Nutzer nicht um Systeminstallation, Konfiguration und Speicherplatz kümmern. ‚Software on Demand‘ oder ‚Application Service Providing‘, kurz ‚ASP‘, wird das Prinzip genannt, das zum Beispiel auch Online-Banken nutzen.

Alle Daten des Betriebes werden Passwort-geschützt auf dem Zentralrechners gespeichert und verwaltet. Zugriff erhält der Anwender über die Internetanwahl, der heimische PC dient lediglich für die Onlineverbindung und für die Datenausgabe. Als ‚zentrales Werkzeug‘ druckt der Sauenplaner einen Wochenplan, mit dem der Landwirt eine detaillierte Arbeitsliste für alle anstehenden Maßnahmen erhält. Kosten für die Nutzung des Sauenplaners enstehen nicht, sodass vom Landwirt nur für die Onlineverbindung gezahlt werden muss.

Offizieller Start für das neue Programm ist der Beginn der Fachmesse EUROTIER (28.11.2000), für die AGROCOM weitere Innovationen, zum Beispiel im Bereich mobile Datenerfassung angekündigt hat.

REG Ferkelbörse geht online

Themen: Archiv — info @ 09:11

Geldern (agrar.de) – Heute um 18 Uhr startet die Rheinische Erzeugergemeinschaft für Qualitätsferkel (REG) ihre erste Internet-Ferkelauktion. Die Auktion läuft, wie zukünftig für jede Woche geplant, bis Freitag um 13 Uhr. Die Auktion der Ferkelbörse wird in Echtzeit durchgeführt, das bedeutet, dass alle Mitbieter stets den gleichen Wissensstand über den Auktionsverlauf haben. Gleichzeitig garantiert die ‚real time – Auktion‘ nach Angaben der Erzeugergemeinschaft den aktiven Zugriff der Bieter bis zur letzten Sekunde des Auktionsverlaufs.

Jedem registrierten Käufer wird ein Guthaben in Höhe von DM 700,00 gewährt. Pro ersteigertem Ferkel werden jedem Käufer 70 Pf gutgeschrieben und vom Rechnungsbetrag abgezogen. Die Guthabenerstellung erfolgt bis zum 31.01.2001, die Laufzeit des Guthabens ist bis zum 31.12.2001 möglich.

Am grundsätzlichen Auktionsprinzip wird sich durch die Übernahme der Auktion in das Internet nichts ändern. Die Vermarktung über die vor Ort – Auktion in Krefeld sowie die Großgruppenvermarktung sollen vorerst weiter bestehen bleiben. Als Verkäufer bei der Internet-Ferkelbörse sollen zunächst nur die rund 300 Mitgliedsbetriebe der REG auftreten.

Für das Jahr 2001 hat man sich zum Ziel gesetzt, etwa 4000 Ferkel pro Monat über das Internet zu vermarkten. Die geschäftliche Abwicklung sowie die Kontrolle des Qualitätsstandards werden weiterhin von der REG garantiert. Alle Ferkel, die zur Internetauktion gelangen, werden vorher von REG-Mitarbeitern in Augenschein genommen und bewertet.

Für Ferkelerzeuger als auch Schweinemäster eröffnet die virtuelle Auktion eine Vielzahl neuer Möglichkeiten. So entfallen beispielsweise zeit- und kostenaufwendige Fahrten zur Auktionshalle, das Auktionsgeschehen wird auf die Betriebe verlegt, ohne an Aktualität oder der Möglichkeit der aktiven Teilnahme am Ferkelhandel einzubüßen.

Information: REG Geschäftsstelle, Tel. 02831/88404 oder 0281/2074477, E-mail

Weitere %url4%Online-Marktplätze%/% für die Landwirtschaft finden Sie in unserer %url5%Suchmaschine%/%.

20. November 2000

Höhn hofft auf EU-weites Tiermehlverbot

Themen: Archiv — info @ 12:11

Düsseldorf (agrar.de) – Nordrhein-Westfalens Umweltministerin Bärbel Höhn erwartet vom heutigen EU-Agrarministertreffen einen Beschluss zur Verfütterung von Tiermehl. Dies äußerte die Ministerin in der ARD. Sie hoffe, dass sich die Ministerrunde dazu entscheidet, Tiermehl vollständig zu verbieten. Nur so sei sicher zu stellen, dass die BSE- Gefahr nicht wieder auf dem Umweg über das Tiermehl in die Nahrungskette des Menschen gelange.

In der ‚Welt am Sonntag‘ sprach sich Höhn für flächendeckende BSE-Schnelltests aus. Statt lediglich unter verdächtigen Umständen verendete Tiere müssten ‚EU-weit auch alle älteren Schlachttiere über 18 Monaten getestet werden‘. Bei der Kritik an den Tests gehe es meist um ‚vordergründige Wirtschaftsinteressen: Man hat immer noch Angst, das Problem aufzudecken und die Verbraucher mit der Wahrheit zu konfrontieren‘.

Die Politikerin plädierte ebenfalls für Importverbote, notfalls im Alleingang der Bundesregierung. Bei der Aufhebung des Verbotes gegenüber Großbritannien sei diese nicht konsequent gewesen. Das bisherige Verhalten der Regierung zeige, ‚dass dem Verbraucherschutz immer noch eine geringere Priorität zugemessen wird‘.

Die wachsende BSE-Angst in Europa steht im Mittelpunkt des heutigen EU-Agrarministertreffens in Brüssel. Dabei streben die Minister nach den nationalen Alleingängen der vergangenen Wochen eine bessere Abstimmung im Kampf gegen die Rinderkrankheit an.

V – das Zeichen für vegetarische Kost

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Seevetal (agrar.de) – In Zeiten von Futtermittelskandalen, BSE und Massentierhaltung ist es immer mehr Menschen ein wichtiges Bedürfnis zu wissen, was sie zu sich nehmen.

Mit der Kollektivmarke ‚V‘ werden Waren und Produkte gekennzeichnet, die für Vegetarier geeignet sind, also nach den Grundlagen der vegetarischen Ernährung hergestellt wurden. Das Label darf nur für Produkte verwendet werden, die keine Zutaten oder Substanzen von getöteten Tieren enthalten, insbesondere kein Fleisch, keine Gelatine, kein Leder, keine Knochen, kein tierisches Fett.

Wenn das V-Logo ein Produkt ziert, das keinerlei tierische Stoffe enthält, darf dem Zeichen das Wort ‚vegan‘ beigefügt werden. Tierische Produkte, wie Eier, Milch und Milchprodukte, sollten von Tieren gewonnen werden, die nicht in Intensivhaltung gehalten werden. Die Herkunft der tierischen Produkte muß schriftlich deklariert werden.

Die Kollektivmarke ‚V‘ gilt nach Angaben der Herausgeber in folgenden Ländern Europas: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Grossbritannien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz, Slowakei und Spanien.

Weitere Informationen: Vegis Lizenzvertieb, Thilo Bock, Birkenweg 21, 21217 Seevetal

17. November 2000

Gastro-Fachverband empfiehlt Öko-Menüs

Themen: Archiv — info @ 09:11

Hamburg (agrar.de) – Eier von freilaufenden Hühnern und Schnitzel vom glücklichen Schwein empfiehlt die Food + Beverage Management Association (FBMA) für die Speisekarten deutscher Hotels und Restaurants. Die Köche sollten ihren Gästen mehr Gerichte aus biologisch kontrolliertem Anbau auftischen, der Bedarf sei da, meint Bernhard Rothenberger, Regionaldirektor der FBMA in einer Meldung des Verbandes. ‚Die Lebensmittelskandale der vergangenen Zeit – insbesondere BSE – haben die Verbraucher sehr verunsichert. Daher wollen sie jetzt immer öfter genau wissen, woher die Produkte kommen.‘

Nicht nur gesundheitliche Bedenken sprächen für Öko-Menüs, weitere Vorteile seien der bessere Geschmack der Produkte, die Umweltschonung und die artgerechte Haltung der Tiere, so Rothenberger. Zudem seien Öko-Produkte ein beachtlicher Wachstumsmarkt. Dies ließe sich am Beispiel der ökologischen Fleischprodukte erkennen: Nach aktuellen Schätzungen der Fachhochschule Weihenstephan, gäben Verbraucher in Deutschland hierfür zurzeit bereits 860 Millionen Mark aus. In den kommenden Jahren werde mit einem maximalen Marktvolumen von gut elf Milliarden Mark gerechnet.

‚Damit sind Bio-Produkte für Hoteliers und Gastronomen auch aus Wettbewerbsgründen interessant‘, betont Rothenberger. ‚Denn für das Schnitzel aus ökologischem Anbau kann ein höherer Preis verlangt werden als für das aus der Massentierhaltung.‘ Insbesondere für regionale Spezialitäten biete es sich an, Öko-Lebensmittel ins Programm zu nehmen. Rothenberger empfiehlt: ‚Lassen Sie sich von Ihrem Öko-Anbauverband die Adressen von ortsansässigen Bauern nennen und achten Sie auf die Erkennungszeichen für gute Bio-Qualität.‘

Die FBMA ist der gastronomische Fachverband für Führungskräfte mit Sitz in Hamburg, bundesweit sind ihm rund 550 Hotel- und Gastronomiemanager angeschlossen.

16. November 2000

NABU warnt vor Scheitern des Öko-Prüfzeichens

Themen: Archiv — info @ 09:11

Vereinfachung der Vergabekriterien gefordert

Bonn (agrar.de) – Der Naturschutzbund NABU befürchtet ein Scheitern des einheitlichen Öko-Prüfzeichens für Produkte aus ökologischem Landbau. Die Einführung dieses Gütesiegels im letzten Jahr war als wichtiger Schritt für die bessere Erkennbarkeit von Ökoprodukten geplant. ‚Bislang hat der Handel das einheitliche Öko-Prüfzeichen aber noch nicht akzeptiert, vor allem wegen der komplizierten Konditionen und der geringen Mittel, die für Marketing und Markteinführung vorgesehen sind‘, erläuterte Florian Schöne, Agrarexperte des NABU. Mittlerweile befinde sich das Prüfzeichen in einer kritischen Situation. Der NABU befürchtet einen erheblichen Imageverlust des Ökolandbaus, falls das Öko-Prüfzeichen am Markt scheitern sollte.

Um die Einführung und dauerhafte Vermarktung des Öko-Prüfzeichens professionell organisieren zu können, ist im Mai 1999 eigens die gleichnamige GmbH gegründet und mit einem Anschubbudget von rund 5,8 Millionen Mark ausgestattet worden. Gesellschafter sind mit je 50 Prozent die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA), Bonn, und die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AGÖL) mit Sitz in Darmstadt. In der AGÖL sind die Verbände Demeter, Bioland, ANOG, Naturland, ECO VIN, Gäa, Biopark, Ökosiegel und Biokreis zusammengeschlossen.

Obwohl das Öko-Prüfzeichen für AGÖL-Betriebe zunächst kostenlos ist (unsere %url5%Meldung%/%), blieb der große Zuspruch bei den Verbänden aus. Bislang nutzen nach Angaben der %url4%Öko-Prüfzeichen GmbH%/% erst 70 Erzeuger, Verarbeiter und Händler das Dachzeichen für ihre Bio-Sortimente.

Nach Ansicht des NABU müssen sich vor allem die Trägerorganisationen des Öko-Prüfzeichens, AGÖL und CMA, bewegen. ‚Es ist notwendig, durch eine Vereinfachung der Vergabekriterien und z.B. durch eine Annäherung an die Regeln der EU-Bioverordnung dem Handel entgegenzukommen‘, betonte NABU-Agrarexperte Schöne. Derzeit stünden vor allem die Vertreter des Ökolandbaus auf der Bremse und gefährdeten damit das gemeinsame Projekt. ‚Bislang haben die Ökolandbau-Verbände es noch nicht einmal geschafft, das einheitliche Öko-Prüfzeichen neben den jeweiligen Verbandszeichen auf die Etiketten zu drucken“, kritisierte Schöne.

Allerdings reichen selbst bei gutem Willen der Beteiligten die bislang eingeplanten Finanzen nicht aus, um für das gemeinsame Gütezeichen einen Durchbruch am Markt zu erzielen. Hier sei auch Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke gefordert, unbedingt zusätzliche Mittel bereit zu stellen, so der NABU. Voraussetzung sei, dass sich alle Beteiligten zu dem einheitlichen Öko-Prüfzeichen bekennen und den Erfolg auch wirklich wollen. ‚Die Politik des Aussitzens der Probleme muss in den kommenden Wochen überwunden werden“, so Schöne.

Auch nach Ansicht der Öko-Prüfzeichen GmbH ist das Engagement großer Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels notwendig und überfällig. Denn während das Interesse der kleineren und mittleren LEH-Betriebe am Öko-Prüfzeichen, wie Geschäftsführerin Beate Huber feststellt, weiter zunimmt und sie bereits viele Aktionen planen, halten sich die Branchenriesen zurück. Eine Befragung von rund 100 Unternehmern und Verbandsvertretern soll dabei helfen, Einwände des Lebensmitteleinzelhandels zu überwinden und den Markt der Zukunft zu gewinnen.

15. November 2000

Deutsche Wirtschaft weiter im Aufschwung

Themen: Archiv — info @ 16:11

Sachverständigenrat veröffentlicht Jahresgutachten zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung

Wiesbaden (agrar.de) – Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung veröffentlicht heute sein Jahresgutachten 2000/01.

‚Der Konjunkturmotor läuft rund, die deutsche Wirtschaft befindet sich im Aufschwung‘ so die zentrale Aussage. Die Produktion nimmt nach Ansicht der Gutachter in diesem Jahr, trotz der deutlichen Verteuerung des Rohöls, mit einem Anstieg von 3,0 vH so kräftig zu wie seit langem nicht mehr. Allerdings sei dies im Vergleich mit den anderen Ländern des Euro-Raums nur unterdurchschnittlich; zusammen mit Italien bildet Deutschland weiterhin das konjunkturelle Schlusslicht.

Im Verlauf des Jahres 2001 wird sich der Aufschwung laut Gutachten festigen und an Breite gewinnen: Die Binnennachfrage, getragen von einer lebhaften Investitionstätigkeit und anziehenden Konsumausgaben, wird den Export als konjunkturelle Antriebskraft ablösen. Geprägt wird die wirtschaftliche Entwicklung durch die Effekte des Ölpreisschocks, einer sich normalisierenden Weltkonjunktur und expansiven finanzpolitischen Impulsen. Per saldo ist im Jahre 2001 mit einer Zunahme des realen Bruttoinlandsprodukts um 2,8 vH zu rechnen.

Das Jahresgutachten 2000/01 mit dem Titel ‚Chancen auf einen höheren Wachstumspfad‘ ist online unter der Internet-Adresse des Sachverständigenrates verfügbar.

Neue Runde im Agrardiesel-Poker?

Themen: Archiv — info @ 15:11

Grüne machen neuen Vorschlag zum Agrardiesel-Streit

Berlin (agrar.de) – Im Streit um weitergehende Steuererleichterungen für Landwirte als Ausgleich für hohe Treibstoffkosten haben die Grünen der SPD einen neuen Vorschlag unterbreitet. Die Regelung solle, so der Grünen-Haushaltspolitiker Matthias Berninger, ökologisches Verhalten belohnen. ‚Je weniger ein Bauer verbraucht, desto billiger wird der Sprit.‘ Damit werde auch ein Anreiz geschaffen, zukünftig mehr Schlepper und Maschinen zu modernisieren und mit Biodiesel zu betreiben.

SPD-Finanzexperte Reinhard Schulz hatte in der vergangenen Woche vorgeschlagen, die Steuer auf Agrardiesel stärker zu senken als bisher geplant. Die Grünen lehnten ab, die veranschlagte Fördersumme von 700 Millionen Mark dafür aufzustocken und schlugen eine Regelung mit Obergrenzen vor, die wiederum die SPD ablehnte. Berningers neuer Vorschlag sieht vor, die 700 Millionen Mark auch dann in voller Höhe auszuschütten, wenn die Bauern weniger als die zugrundegelegten zwei Milliarden Litern Agrardiesel verbrauchen.

Die Landwirte sollen danach Quittungen für den gekauften Agrardiesel sammeln, daraus soll am Jahresende der Gesamtverbrauch aller Bauern ermittelt werden. Die Differenz zu den schon gezahlten 57 Pfennigen solle den Landwirten dann zurückgegeben werden. Liege der Gesamtverbrauch über zwei Milliarden Litern, zahle der Fiskus nicht mehr. 1,8 Milliarden Liter würden, rein rechnerisch, einer Mineralölsteuer von 52 Pfennig entsprechen, nannte Berninger als Beispiel. Landwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke und der Bauernverband hätten ihre Zustimmung zum Vorschlag signalisiert und die Grünen-Fraktion habe ihn begrüßt.

Der agrarpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Heinrich-Wilhelm Ronsöhr kritisiert: ‚Trotz öffentlicher Eingeständnisse von Agrarpolitikern der SPD, dass der Steuersatz für Agrardiesel zu hoch sei, hat Rot-Grün heute den Steuersatz für den in der Landwirtschaft eingesetzten Diesel auf 0,57 DM je Liter erhöht.‘ Offensichtlich kümmere es Rot-Grün auch nicht, dass bereits der Preisanstieg in den letzten anderthalb Jahren bei Diesel eine Mehrbelastung von 1,6 Mrd. DM gebracht habe.

Albert Deß, der agrarpolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag warf den Grünen vor, sich zu Lasten der Bauern profilieren zu wollen. ‚Die Grünen, deren oberstes politisches Ziel angeblich der Umweltschutz ist, sind gegen die Landwirtschaft und damit gegen den Erhalt unserer Kulturlandschaft‘, so der Politiker in einer Pressemeldung.

NRW-Haushalte: Nur 14,4 Prozent für Nahrungsmittel

Themen: Archiv — info @ 14:11

Pro Monat 4.047 DM im Schnitt für den privaten Verbrauch

Düsseldorf (agrar.de) – Die privaten Haushalte in Nordrhein-Westfalen geben pro Monat durchschnittlich 4.047 DM für den Verbrauch aus. Gut ein Viertel (27 Prozent) der Verbrauchsausgaben wurde für Nahrung, Kleidung, Gesundheits- und Körperpflege ausgegeben. Für diesen Bereich wenden Haushalte mit einem Einkommen unter 1.800 DM etwa 29 Prozent, Haushalte mit Einkommen über 10.000 DM dagegen 26 Prozent ihres Budgets auf. Für Nahrungmittel allein (inkusive Getränke und Tabakwaren) wurden nur 14,4 Prozent (gegenüber 21,6 Prozent im Jahre 1993) aufgewendet.

Das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik ermittelte dieses Ergebnis bei der ‚Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 1998‘, für die rund 15.000 Haushalte im Lande ihre Einnahmen und Ausgaben ein Jahr lang protokolliert hatten.

Gegenüber der letzten Erhebung von 1993 erhöhten sich die Ausgaben für den privaten Verbrauch um 12 Prozent. Mit 38 Prozent entfiel bei den Verbrauchsausgaben der größte Posten auf den Bereich des Wohnens (Mieten und Energie, Wohnungsinstandhaltung und Innen-ausstattung, Haushaltsgeräte). Knapp ein Fünftel des Haushaltsbudgets (18 Prozent) verblieb für Bildung, Freizeit und Unterhaltung sowie für Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen, etwa ein Siebtel (15 Prozent) für Verkehr und Nachrichtenübermittlung.

Funke: Vermarktung stärken

Themen: Archiv — info @ 12:11

Berlin (agrar.de) – Deutschland muss die ‚Schlagkraft der Vermarktung‘ stärken und dafür das nötige Kapital bereitstellen, um im Wettbewerb mit Ländern wie den Niederlanden oder Frankreich bestehen zu können. Dies forderte Karl-Heinz Funke – laut Pressedienst des Bundestages – anlässlich einer Grundsatzdebatte zur Agrarpolitik der nächsten zehn Jahre am Mittwochmittag im Landwirtschaftsausschuss.

Deutschland sei gegenwärtig der viertgrößte Agrarexporteur weltweit, und es gelte sich auch vor dem Hintergrund der Entwicklung Russlands oder Südostasiens weitere Marktanteile zu sichern. Mit Blick auf die Osterweiterung der Europäischen Union zeigte sich der Landwirtschaftsminister überzeugt, dass diese für die deutsche Agrarwirtschaft mehr Chancen als Risiken bedeute.

Auf die Frage der FDP-Fraktion zur künftigen Entwicklung bei der Milchquote prognostizierte der Landwirtschaftsminister größere Eingriffe im Milchsektor. Die Frage der Milchquote werde noch eine entscheidende Rolle spielen. So gebe es einige Unternehmen, die mehr Marktanteile gewinnen könnten.

‚Wir können in der Milchwirtschaft auf jeden Fall wettbewerbsfähig werden‘, sagte Funke. Wenn man eine solche Entwicklung unterstütze, müsse man die Quote zumindest in Frage stellen. Mit Einschränkungen bei der EU-Osterweiterung, wo zunächst eine Quote über die Börse zu ermitteln sei, vertrete er persönlich die Auffassung, die Milchquote müsse langfristig abgeschafft werden. Der Agrarminister setzte sich dafür ein, ein klares Signal zu setzen, was mit der Milchquote nach 2008 geschehen solle.

Bisher könne er sich nicht vorstellen, mit einem anderen Instrument besser zu fahren. Auf Anfrage der CDU/CSU-Fraktion, wie sich die Einführung einer Börse für die Milchquote ausgewirkt habe, sagte Funke, er habe nicht damit gerechnet, dass es beim ersten Börsengang bereits einen Gleichgewichtspreis geben würde.

Im Sinne des nationalen Interesses sah der Agrarminister keinen Widerspruch zu seiner Haltung gegenüber der Zuckermarktordnung. Hier gelte es auf europäischer Ebene für eine Verlängerung der bestehenden Zuckermarktordnung bis 2005 oder 2006 einzutreten. Zehn Länder unterstützten die deutsch-französische Position zurzeit auf europäischer Ebene und machten sie mehrheitsfähig. Seitens der Liberalen wurde die Position Funkes bei der Zuckermarktordnung lobend hervorgehoben. Auch seine Absicht, die landwirtschaftliche Sozialversicherung langfristig auf eigene Füße zu stellen, fand Zustimmung bei der FDP.

Mit Blick auf die Bedeutung des ökologischen Landbaus signalisierte Funke Übereinstimmung mit Bündnis 90/Die Grünen. Er halte diese Erzeugungsform für eine besonders umweltverträgliche. Man müsse aber aufpassen, dass man aufgrund der Produktionsförderung nicht auf Überschüssen sitzen bleibe, wie dies aus anderen landwirtschaftlichen Bereichen bekannt sei. Erforderlich seien auch entsprechende Zusammenschlüsse, um Partner für nachgeordnete Bereiche zu bekommen. Der Minister regte an darüber nachzudenken, ob man bei der Vermarktung ökologischer Produkte nicht auch die großen Lebensmittelketten einbeziehen muss.

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