24. November 2000

Klimaforscher prognostizieren Sintflut

Themen: Forschung,Klima — info @ 09:11

Anstieg des Meeresspiegels um bis zu 13 Meter in diesem Jahrtausend

Genf (agrar.de) – Durch die Erderwärmung könnte der Meeresspiegel weit mehr ansteigen als bisher angenommen, warnt der New Scientist in seiner dieswöchigen Ausgabe und bezieht sich dabei auf einen noch unveröffentlichten Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) der Vereinten Nationen. Bewahrheiten sich die Prognosen der Autoren, werden Dutzende der Teilnehmerstaaten am Weltklimagipfel in Den Haag einfach von der Landkarte verschwinden.

Für das Katastrophen-Szenario nennt der IPCC-Bericht zwei Hauptfaktoren: Zum Einen sei bei anhaltender Erwärmung der Atmosphäre mit einem allgemeinen Ansteigen der Ozeantemperatur zu rechnen. Die daraus resultierende thermische Ausdehnung des Wassers würde bereits zu einer Erhöhung des Meeresspiegels um etwa einen halben bis vier Meter führen. Dramatischer noch erscheine das Abschmelzen der Grönland-Gletscher, die genügend Wasser für einen weiteren Anstieg um bis zu sieben Meter speichern. Eine Temperaturerhöhung um 2,7 Grad sei dafür bereits ausreichend, heisse es in der Studie. Zwar erstrecke sich die dargestellte Entwicklung über zehn Jahrhunderte, einmal in Gang gebracht sei der Meeresspiegelanstieg aber nicht mehr rückgängig zu machen.

Der IPCC-Bericht, an dem laut New Scientist die weltweit führenden Klimaforscher mitgearbeitet haben, soll vom IPCC im Mai nächsten Jahres veröffentlicht werden. Bis dahin sei es den beteiligten Wissenschaftlern untersagt, den Inhalt öffentlich zu kommentieren. Die Regierungen der UN-Mitgliedsstaaten seien aber bereits mit der Lektüre beschäftigt.

In einem früheren Bericht aus dem Jahr 1996 hatte das IPCC die Klimaentwicklung noch optimistischer eingeschätzt. Damals war man von einem Ansteigen des Meeresspiegels um einen halben Meter in 100 Jahren, beziehungsweise um 1,5 bis drei Meter in 500 Jahren ausgegangen.




   (c)1997-2017 @grar.de