22. November 2000

EU-Ausschuß: Keine negativen Auswirkungen durch Glyphosattoleranz-Mais

Themen: Gentechnik,Mais — info @ 10:11

Brüssel (agrar.de) – Am 22. September 2000 hat der Wissenschaftliche Pflanzenausschuß der EU-Kommission (SCP) eine Stellungnahme zum Genehmigungsantrag auf Vermarktung von Glyphosat-tolerantem Mais (Zea Mais) der Firma Monsanto und DEKALB verabschiedet. Eine Zulassung steht noch aus.

Der Antrag erstreckt sich auch auf Saatgut, das aus reinen oder hybridischen Kreuzungen mit traditionell gezüchtetem Mais stammt. Der Genehmigungsantrag muß entsprechend der Novel-Food-Regulation vom Mai 1997 geprüft werden, obgleich im Antrag keine Verwendung dieses GM Maises für den direkten menschlichen Verzehr vorgesehen ist. (4.1)

Bei der Evaluation werden anhand der Maximalen Restmengegrößen von Glyphosat die Auswirkungen auf menschliche und tierische Gesundheit betrachtet und eingeschätzt. Es werden die Darlegungen des Antragstellers verwendet. Dieser Gen-Mais enthält das „mEPSPS-Gen“ als Charakteristikum der Glyphosattoleranz. (4.3) Vererbung der Charakteristika is im Mendel’schen Sinn in der Genkonstruktion stabil. Es besteht keine potentielle Ampicillin-Resistenz. (4.4.1)

Der vorgesehene Verwendungszweck dieses Gen-Maises als Tierfutter (Milchkuh, Huhn) wurde durch weitergehende Prüfungen bei Mäusen nicht durch entgegenstehende Feststellungen behindert. (4.4.2) Fütterung an Milchkühe zeigt im gesamten Kuhkörper eine mEPSPS-Menge bis zu 1 Gramm auf. Das liegt um das 200fache niedriger als die höchstmögliche Fütterungsdosis (sog. worst case) bei Mäusen. Glyphosphat-Restmengen u.a., wie sie vom Antragsteller genannt werden, geben keinen Anlaß zu Bedenken wegen möglicher Giftigkeit (nach WHO-Empfehlung von 0,3 mg pro kg Körpergewicht des Menschen.) Gemessen wurden diese Restmengen im Tierfutter, im Grünteil sowie im Fruchtteil des Gen-Maises. Nach Fütterungsversuchen und dem bekannten Restmengen-Niveau ist zu erwarten, daß in Produkten wie Fleisch, Fett, Leber, Milch und Eiern keine feststellbaren / meßbaren Glyphosinat-Reste zu finden sein werden. Eventuelle andere Restvorkommen können in der Niere von Widerkäuern vorkommen, und zwar am Ende der Lebenszeit.

Aus Anbauversuchen des Antragstellers 1996 mit selbstbestäubenden GA21-Mais- Saatlinien, die kein mEPSPS-Gen enthalten und nicht mit Glyphosat behandelt wurden, liegen detaillierte Stoff-Analysen vor. Der gleiche Anbauversuch des Antragstellers 1997 mit GA21-Mais-Saatlinien, die dieses Gen enthielten, wurde mit „Roundup“ durchgeführt und ebensolche detaillierten Stoff-Analysen erstellt. Statistisch liegen keine bedeutsamen Unterschiede der Analysewerte der beiden Versuchsjahrgänge vor.

Zum Ernährungswert des Gen-Maises im Vergleich zu konventionellem Mais ist durch Studien festgestellt worden, daß beide substantiell gleichwertig sind.

(4.5) Umweltrelevant ist das Fehlen einer mit dem Mais verwandten Art auf dem europäischen Kontinent. Saat-Verstreuung durch Wind ist gering einzuschätzen, weil keine genetischen Übergriffe Platz finden können. Auskeimende Erntereste haben kaum Überlebenschance, nicht nur wegen des Winters, sondern auch wegen landwirtschaftlicher Bearbeitungseingriffe.

(4.6) Die Schlußfolgerung des Wissenschaftlichen Pflanzenausschusses der EU-Kommission lautet, daß keine Beweise vorliegen, die eine negative Auswirkung des gentechnisch veränderten Maises auf Mensch und Umwelt andeuten.

Weitere Informationen: Beschlußempfehlung und Bericht des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (April 1999, PDF-Format) (as)




   (c)1997-2017 @grar.de