31. Oktober 2000

Niedersachsen: Weniger Erwerbstätige – mehr Produktivität

Themen: Archiv — info @ 15:10

Hannover (agrar.de) – Parallel zum Rückgang der landwirtschaftlichen Betriebe in Niedersachsen nahm die Anzahl der Erwerbstätigen und damit auch die Zahl an Arbeitsplätzen im Primärsektor weiter ab. So registrierte das Niedersächsische Landesamt für Statistik für 1999 mit absolut 122.520 Personen 37 Prozent weniger Betriebsleiter und Familienarbeitskräfte als noch 1991. Nur gut ein Drittel (34 Prozent) dieser Personen war in der Landwirtschaft vollbeschäftigt.

Außer den Familienarbeitskräften beschäftigten die landwirtschaftlichen Betriebe auch 61.136 weitere familienfremde Arbeitskräfte, zum Teil nur saisonal. Von diesen gingen 28 Prozent einer landwirtschaftlichen Vollzeittätigkeit nach. Große Bedeutung haben die Fremd-Arbeitskräfte in den Haupterwerbsbetrieben mit fast 68 Prozent aller Fremdbeschäftigten, wobei darunter 25.800 Personen gering beschäftigt waren. Dies verdeutlicht, dass Fremd-Arbeitskräfte besonders in den Einzelunternehmen gezielt zur Abdeckung von anfallenden Arbeitsspitzen eingesetzt werden.

Die Produktivität der Landwirtschaft ist dabei stark angestiegen. Bewirtschaftete 1991 jede Familienarbeitskraft noch 28 Hektar, so waren es 1999 bereits 38 Hektar. Weitere Leistungssteigerungen durch verbesserte Produktionstechnik sowie der zusätzliche Druck auf die Erzeugerpreise haben mit zur Reduzierung der Beschäftigtenzahlen beigetragen:

Die Hektarerträge erhöhten sich z.B. bei Winterweizen von 1991 bis 1999 um fast 14 Prozent auf 88 Dezitonnen je Hektar, bei Zuckerrüben um 15 Prozent auf 560 Dezitonnen je Hektar. Die Milchleistung stieg um 9 Prozent auf 6.500 kg/Kuh/Jahr.

Niedersachsen: Jede 3. Arbeitskraft in der LW ist weiblich

Themen: Archiv — info @ 14:10

Hannover (agrar.de) – 1999 war gut jede dritte Familienarbeitskraft in den landwirtschaftlichen Betrieben Niedersachsens eine Frau. Das Niedersächsische Landesamt für Statistik ermittelte dies auf Basis hochgerechneter Daten. Von 117.370 Familienarbeitskräften auf Betrieben ab 2 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche waren knapp 41.800, das entspricht 35,6 Prozent, weiblichen Geschlechts. 1991 waren es noch 63.700.

9 Prozent der Frauen waren vollbeschäftigt, darunter arbeiteten 86 Prozent in Haupterwerbsbetrieben. 91 Prozent der Frauen waren teilbeschäftigt, davon 62 Prozent in Haupterwerbs- und 38 Prozent in Nebenerwerbsbetrieben. Besonders in den Nebenerwerbsbetrieben führen die Frauen häufig den Betrieb, während ihre Partner außerlandwirtschaftliches Einkommen erwirtschaften. Der hohe Anteil teilbeschäftigter Frauen zeigt, dass viele Frauen neben Haushalt und Familie zusätzlich noch im Betrieb mitarbeiten. Die Frauen stellen also besonders in den Familenbetrieben nach wie vor einen bedeutenden Arbeitskraftfaktor dar.

30. Oktober 2000

Milchquotenpreise online

Themen: Archiv — info @ 16:10

Bonn (agrar.de) – Ab sofort können die aktuellen Gleichgewichtspreise, die beim Milchquotenhandel an der Milchquotenbörse vom 30. Oktober 2000 ermittelt wurden, über die Internet-Seite des Deutschen Bauernverbandes (DBV) abgerufen werden.

Ergänzt werden die ermittelten Preise um Angaben zur gehandelten Menge und zur Höhe von Angebot und Nachfrage. Ausgewiesen werden auch die Gesamtzahl der Anbieter und Nachfrager und die Zahl derjenigen Anbieter und Nachfrage, die beim Börsenhandel zum Zug gekommen sind.

Insgesamt gibt es 11 regionale Verkaufsstellen, die für 21 Übertragungsgebiete Milchquoten handeln. Die Preise der ersten Runde schwanken zwischen einem Minimum von 0,80 DM (in Sachsen-Anhalt, bei 3.516.720 kg gehandelter Menge) und einem Maximum von 1,76 DM (Bayern/Reg.-Bez.Mittelfranken, bei 326.500 kg gehandelter Menge).

Einige der Verkaufsstellen sind auch direkt über eigene WWW-Seiten zu erreichen: Bayern, Brandenburg, %url3%Mecklenburg-Vorpommern%/%, %url2%Niedersachsen%/%, %url8%NRW%/%, %url4%Sachsen-Anhalt%/% und %url6%Thüringen%/%.

Sagen Sie hier %url9%Ihre Meinung zum Thema%/%!

BSE: Bartels fordert „Isolation“ Frankreichs

Themen: Archiv — info @ 14:10

Minister sieht ‚explodierendes‘ BSE-Geschehen

Hannover (agrar.de) – Wie die französische Regierung mit dem Thema BSE umgehe, könne er nur als unverantwortliche ‚Flickschusterei‘ bezeichnen, kritisierte heute Niedersachsens Landwirtschaftsminister Uwe Bartels. Frankreich provoziere mit seiner wenig überzeugenden BSE-Bekämpfung einen erneuten Einbruch auf dem europäischen Rindfleischmarkt, was der ‚Rest Europas‘ nicht tatenlos hinnehmen dürfe.

Noch im August dieses Jahres sei die Zahl der diesjährigen BSE-Fälle in Frankreich identisch mit der Zahl der jeweiligen Kalenderwoche gewesen, also 32. Kalenderwoche 32 BSE-Fälle. Inzwischen sei ein sprunghafter Anstieg zu verzeichnen und man nähere sich bereits der Zahl 100.

‚Höchste Zeit für die Kommission, endlich die Notbremse zu ziehen‘, fordert Bartels Brüssel auf. Frankreich müsse umgehend ‚isoliert‘ werden, genau so wie einst das Vereinigte Königreich. Striktes Exportverbot für Rindfleisch und Rindfleischprodukte, heiße das im Klartext, so Bartels weiter, und zwar so lange, bis Frankreich eine vernünftige BSE-Bekämpfungsstrategie entwickelt und umgesetzt habe. Alles andere wäre übrigens auch ein eklatanter Verstoß gegen das Gleichheitsprinzip und damit auch eine Brüskierung Großbritanniens und Portugals.

Die hohe Anzahl entdeckter BSE-Fälle in Frankreich resultiert auch aus dem umfangreicheren Einsatz des Prionics-Tests, den Verbraucherschützer und grüne Politiker auch für Deutschland fordern. So hält die nordrhein-westfälische Umweltministerin Bärbel Höhn die Durchführung von mehr Schnelltests auf Rinderwahn in der EU – besonders im Vereinigten Königreich, in Frankreich und Portugal – für dringend erforderlich. Sie kritisiert die Aufhebung des Importverbots für britisches Rindfleisch als verfrüht. Auch die französische Lebensmittelindustrie hat angesichts der jüngsten BSE-Skandale (unsere Meldung) die zügige Einführung systematischer BSE-Tests gefordert. Französisches Rindfleisch wird in der EU frei gehandelt.

Sagen Sie Ihre Meinung zum Thema!

27. Oktober 2000

StarLink-Mais auch in Japan – Handel beunruhigt

Themen: Archiv — info @ 10:10

Aventis will weiterhin Zulassung für den Lebensmittelbereich

Washington / Tokyo (agrar.de) – Das Biotech-Unternehmen Aventis CropScience hält weiter an seinem Antrag auf Zulassung der gentechnisch veränderten Maissorte ‚StarLink‘ auch für den Lebensmittelbereich fest.

Der Konzern stellte in Washington Untersuchungen vor, nach denen das Pestizid-Proteon Cry9C keine Gefahr für den Menschen darstelle. Das deutsch-französische Unternehmen kommt zu dem Schluss, dass Cry9C in so geringen Mengen auftaucht, dass auch für besonders empfindliche Konsumenten keine Gefahr der allergischen Reaktion besteht.

StarLink-Mais darf gegenwärtig nur im Tierfutter-Bereich eingesetzt werden, wurde aber in den vergangenen Wochen in verschiedenen Lebensmittelprodukten festgestellt. Mehrere Unternehmen, darunter Kraft Food und Kelloggs, hatten daraufhin Produkte vom Markt genommen, in denen der Mais nachgewiesen wurde. Etwa 12 Prozent der StarLink-Ernte sollen nach Angaben von Aventis in Lebensmitteln verarbeitet worden sein. Aventis habe Maßnahmen eingeleitet, um die Übertragung der diesjährigen Ernten in den Lebensmittelbereich zu verhindern, versicherte ein Unternehmenssprecher. 90 Prozent der angebauten Saat sind inzwischen ‚unter Kontrolle‘. Die Anbauzulassungen für das Jahr 2001 habe man vorsorglich zurückgezogen.

Neuer Ärger droht dem Konzern und der amerikanischen Export-Landwirtschaft dadurch, dass das Pestizid-Proteon Cry9C auch in Japan gefunden wurde. Das japanische Gesundheitsministerium wünscht nun von amerikanischer Seite eine Zusicherung, dass kein StarLink-Mais mehr nach Japan gelangt.

Aus Angst um die Exporte nach Japan reagiere der Handel bereits nervös, teile Jason Alcorn von Cargill Investor Services der Nachrichtenagentur ‚Reuters‘ mit. Am Donnerstag trafen sich amerikanische Politiker und Firmenvertreter der Biotech-Branche, um eine Strategie zu beraten, mit der man den japanischen Sorgen begegnen könnte. Ohne eine saubere Trennung von gentechnisch-veränderten und Gentechnik-freien Produkten droht den USA offenbar der Verlust von Exportkontrakten.

26. Oktober 2000

Dem „Pferderipper“ auf der Spur

Themen: Archiv,Pferde — info @ 14:10

Symposium ‚Gewalt gegen Pferde‘

Höxter (agrar.de) – Unter der Schirmherrschaft von Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke und Beteiligung der mehrerer Universitäten befassen sich am Wochenende Fachleute mit dem Phänomen ‚Gewalt gegen Pferde‘. Grund dieses bundesweiten Treffens in Höxter ist die in den letzten Jahren rapide angestiegene Zahl von Gewaltakten gegen Vierbeiner.

Besonders in den letzten rund sieben Jahren häufen sich die Gewalttaten der ‚Pferderipper‘. Rund 1.000 Tiere wurden – oft qualvoll – zugrunde gerichtet. Dabei beschränkt sich dieses Phänomen nicht auf bestimmte Länder der Republik. Pferdetötungen oder -misshandlungen sind hierzulande ebenso bekannt wie im europäischen Ausland.

Zu Wort kommen Wissenschaftler der Universitäten in Mannheim, Saarbrücken, Bremen und Göttingen, Psychologen, Kriminalbeamte, Pferdebesitzer, Politiker und Journalisten. Auch Vertreter der Landeskriminalämter Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern aus ihrer Sichtweise über dieses Thema vorstellen. Diese beiden Bundesländer waren besonders von gewalttätigen Akten gegen Pferde betroffen.

Die Position der Vierbeiner in der heutigen Gesellschaft wird ebenso beleuchtet wie die Arbeit von eingesetzten Sonderkommissionen, der Einfluss der Medien und die Rolle der Amtstierärzte als Gutachter in besonders schweren Fällen von Tierquälerei. Tatsachenbezogen und interdisziplinär soll die Frage nach dem ‚Warum‘ analysiert werden. In rund 16 Themenkreisen soll die ungeheure Gewaltbereitschaft der Täter aus verschiedensten Blickrichtungen beleuchtet werden.

Das Seminar richtet sich an alle Interessierten und Betroffenen. Weitere Informationen dazu gibt es bei der Universität Göttingen und der Deutschen Akademie des Pferdes in Warendorf.

Französische Imker protestieren erneut gegen Bayer-Pestizid

Themen: Archiv,Bienen — info @ 11:10

Paris (agrar.de) – Französische Bienenzüchter haben erneut das Pestizid ‚Gaucho‘ des deutschen Chemie- und Pharmakonzerns Bayer für den Tod ihrer Bienen verantwortlich gemacht. Das Insektenvernichtungsmittel vergifte die Bienen und ruiniere ihre Honig-Produktion, sagten Vertreter von Bienenzüchtern, die am Mittwoch vor dem Bayer-Werk in Cormery bei Tours demonstrierten. Die Imker warfen aus Protest verlassene Bienenstöcke in den Hof des Werks und verlangten ein Verkaufsverbot für das Mittel ‚Gaucho‘.

Bereits 1994 hatten Imker erste Schädigungen von Beständen gemeldet, die in der Nähe ‚Gaucho‘-behandelter Sonnenblumenfelder lagen. Kurz nach der Blüte der Pflanzen waren ganze Bienenvölker verschwunden. Eine erste Studie kam zum Ergebnis, daß die Honigproduktion in der Nähe von ‚Gaucho‘-Feldern um 50 bis 100 Prozent geringer sei, Labor-Untersuchungen belegten zudem die schädigende Wirkung selbst geringster Dosen ‚Gaucho‘ auf Orientierungs- und Geruchssinn der Bienen.

1998 wurde der Gebrauch von ‚Gaucho‘ auf Sonnenblumenfeldern in drei verschiedenen Departements untersagt worden. Im Januar 1999 untersagte der französische Landwirtschaftsminister Jean Glavany die Ausbringung des Bayer-Insektizids auf Sonnenblumenfeldern im ganzen Land, wenige Tage vor der Entscheidung des Ministers hatten sich 700 Bienenzüchter aus ganz Frankreich zu einer Kundgebung am Eiffelturm versammelt. Die Confédération Paysanne und die FNSEA unterstützten sie bei ihrem Protest.

Das Unternehmen Bayer sieht keinen Zusammenhang zwischen der Saatgutbeizung mit ‚Gaucho‚ (Wirkstoff: Imidacloprid) in Sonnenblumen und Bienenschäden in Frankreich. Das Unternehmen diagnostiziert vielmehr neuartige Bienenschäden ‚zeitnah zur Einführung dieses Saatbeizmittels.‘ ‚Die zeitliche Koinzidenz ließ betroffene Imker einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Mittel und diesen Bienenschäden vermuten.‘ In einer Meldung vom 16.10.2000 heißt es weiter:

‚Analysen von Nektar- und Pollenproben gebeizter Sonnenblumen ergaben keine Rückstände bzw. Rückstände unterhalb der Bestimmungsgrenze von 10 ppb an Wirkstoff und strukturell verwandter Metabolite. Begleituntersuchungen zu möglichen anderen Auslösefaktoren wurden bei allen bisherigen Untersuchungsprogrammen leider nur in sehr unzureichendem Umfang durchgeführt. Dabei ist bekannt, dass eine Reihe von Faktoren alleine oder in Wechselwirkung miteinander, Symptombilder hervorrufen können, welche weitgehend dem Schadensbild entsprechen, das von den betroffenen Erwerbsimkern in Frankreich geschildert wurde. Unter anderem betrifft dies Fehl- und Mangelernährung der Bienen, Parasiten, Krankheitserreger, toxische Stoffe, ungünstige Witterungsbedingungen, genetische Mängel und Fehler bei der Bienenhaltung (z.B. falsche Behandlung von Krankheiten). Hochgradig resistente Varroa-Milbenstämme sowie latente Virus- und Bakterien-Infektionen haben sich gerade in den letzten Jahren in die Gebiete ausgebreitet, in denen über verstärkte Bienenschäden berichtet wird. Insbesondere Varroa-Milben, die häufig in Verbindung mit Paralyseviren und Spiroplasmen auftreten, können zu Symptombildern führen, die annähernd identisch sind mit den neuartigen Schadensbildern an Bienen in Frankreich.‘

Der Wirkstoff Imidacloprid ist nach Angaben des Konzerns für 70 Kulturen und in 90 Ländern der Welt zugelassen.

25. Oktober 2000

Erzeugerpreisindex steigt beschleunigt

Themen: Archiv — info @ 16:10

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, lag der Erzeugerpreisindex gewerblicher Produkte im September 2000 um 4,3 Prozent höher als im September 1999. Damit hat sich der Preisanstieg auf der Erzeugerstufe weiter beschleunigt. Die Jahresrate erreichte ihren höchsten Wert seit fast achtzehn Jahren (Oktober 1982: + 4,6 Prozent). Im August 2000 hatte die Jahresveränderungsrate + 3,5 Prozent und im Juli 2000 + 3,3 Prozent betragen. Im Vergleich zum Vormonat hat sich der Index im September 2000 um 0,9 Prozent erhöht.

Nach wie vor ist die Entwicklung von weiter steigenden Preisen bei Mineralölerzeugnissen geprägt. Diese verteuerten sich im September 2000 innerhalb Jahresfrist um 35,9 Prozent und gegenüber dem Vormonat um 11,6 Prozent. Ohne Mineralölerzeugnisse stieg der Index zum Vorjahresmonat um 3,0 Prozent und gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent.

Eine starke Preiserhöhung wurde im September 2000 gegenüber dem Vorjahr auch bei Butter (+ 11,8 Prozent) ermittelt, billiger als vor Jahresfrist war im September frisches Schweinefleisch (- 5,3 Prozent).

Einfuhr/Ausfuhr

Der Index der Einfuhrpreise im September 2000 um 13,4 Prozent über dem Vorjahresstand. Dies ist der höchste Anstieg seit Oktober 1981 (+ 13,6 Prozent).

Gegenüber August 2000 stieg der Einfuhrpreisindex um 2,3 Prozent. Binnen Monatsfrist verteuerte sich vor allem die Einfuhr von Mineralölerzeugnissen (+ 17,3 Prozent), aber auch Kaffee (+ 4,8 Prozent) und Rindfleisch (+ 4,3 Prozent).

Bei lebenden Tieren und tierischen Erzeugnissen (+ 19,6 Prozent), Schweinefleisch (+ 9,3 Prozent) sowie Milch und Milcherzeugnisse (+ 7,8 Prozent) wurden gegenüber September 1999 starke Preissteigerungen festgestellt.

Der Index der Ausfuhrpreise lag im September 2000 um 4,2 Prozent höher als im entsprechenden Vorjahresmonat. Dies war der stärkste Anstieg seit Juni 1982 (+ 4,2 Prozent). Gegenüber August 2000 stiegen die Ausfuhrpreise um 0,6 Prozent.

Grüne gegen Senkung des Steuersatzes für Agrar-Diesel

Themen: Archiv — info @ 14:10

Berlin (agrar.de) – In der rot-grünen Koalition bahnt sich Streit um neue Steuergeschenke für Landwirte an. Um die Bauern für gestiegene Treibstoffpreise zu entschädigen, will Landwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke (SPD) den Steuersatz für Agrar-Diesel stärker als geplant ermäßigen – ab Januar 2001 auf 47 Pfennig pro Liter. Das berichtet das Magazin stern in seiner aktuellen Ausgabe.

Schon zu Jahresbeginn hatte Funke eine Absenkung auf 57 Pfennig durchgesetzt und damit bei den Grünen und Finanzminister Hans Eichel für Verärgerung gesorgt. Die Koalition hatte das erklärte Ziel, die ‚Gasölverbilligung‘, mit der seit Jahrzehnten Treibstoff für Traktoren und Mähdrescher subventioniert wird, komplett zu streichen.

Seit der Ölpreis-Explosion steht Funke jedoch erneut unter starkem Druck der Agrar-Lobby. Einen Nachschlag will man dem Agrarminister aber nach Informationen des stern auf keinen Fall genehmigen. ‚Solche Geschenke für die eigene Klientel haben mit solider Finanzpolitik nichts mehr zu tun‘, sagt der grüne Haushaltspolitiker Matthias Berninger zum stern. ‚Mit den Grünen ist das nie und nimmer zu machen.‘ Auch im Eichel-Ministerium will man von weiteren Subventionen für die Landwirtschaft nichts wissen. Allein in den nächsten drei Jahren würden dadurch Steuereinnahmen von 2,34 Milliarden Mark wegfallen – 600 Millionen mehr als bisher von Eichel zugestanden.

Functional Food – die Zukunft der Ernährung?

Themen: Archiv — info @ 12:10

Jena (agrar.de) – ‚Functional Food‘ und ‚Gen-technisch veränderte Lebensmittel‘ sind die Themen, die die Thüringer Sektion der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ins Programm ihrer 8. Ernährungsfachtagung an der Uni Jena gesetzt hat.

‚Wir begreifen heute Lebensmittel in seiner ursprünglichen Wortbedeutung als ,Mittel zum Leben‘, erläutert der Vorsitzende der Sektion, Prof. Dr. Gerhard Jahreis, Ernährungswissenschaftler an der Uni Jena, das Motto der Tagung, ‚aber wir müssen uns darüber im klaren sein, dass inzwischen bei uns fast keine Speise mehr naturbelassen und unverändert auf den Tisch kommt, so wie vor 100 Jahren.‘

Jahreis sieht in der ‚Functional Food‘-Bewegung einen wesentlichen Fortschritt, der zu einer besseren Volksgesundheit in den Industrieländern beitragen könne. ‚Speisen mit Zusatznutzen‘ werden lebensmitteltechnisch gezielt verändert und beeinflussen zum Beispiel den Cholesterinstoffwechsel oder sind mit Vitaminen und krebshemmenden Antioxidantien angereichert. ‚Eigentlich müssten wir modernen Mensche konsequent unser Essverhalten ändern‘, meint Jahreis, ‚aber wer will schon gerne seinen gewohnten Lebensstil über den Haufen werfen.‘

Die Volkskrankheit Osteoporose, die vor allem Frauen nach den Wechseljahren betrifft, könne man einschränken, wenn mehr pflanzliche Östrogene, wie sie etwa in Soja und Leinsamen vorkommen, in moderne Lebensmittel ‚eingebaut‘ würden. ‚Das ersparte sicher in vielen Fällen eine medikamentöse Behandlung‘, erläutert Prof. Jahreis. ‚Andererseits bin ich mir nicht sicher, ob diese Phyto-Östrogene in Margarine oder Joghurt künstlich implementiert werden müssen; man kann auch einfach Leinsamen ins Brot backen.‘

Ähnlich zwiespältig verhält es sich mit genveränderten Lebensmitteln. ‚1999 waren in Deutschland 22 genveränderte Lebensmittel auf dem Markt, heute nicht mehr ein einziges‘, skizziert Jahreis den Stand der Dinge, ‚die Anti-Gentechnik-Bewegung hat sich über die Verbraucher durchgesetzt – unter anderem deshalb, weil die gentechnischen Veränderungen fast nur im Sinne der großtechnischen Lebensmittelproduzenten und nur sehr selten im Interesse der Verbraucher durchgeführt wurden.‘

Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht seien die von Gegnern beschworenen Gefahren für den Menschen durch ‚Gen-food‘ äußerst gering, meint Jahreis. ‚Machen wir uns nichts vor: Alle Enzyme und viele Geschmacksstoffe, die wir heute mit der Nahrung – vom Joghurt über Marmelade bis zu Ketchup – bedenkenlos aufnehmen, werden gentechnisch hergestellt.‘ – Sie sind bloß nicht kennzeichnungspflichtig.

Information: Prof. Dr. Gerhard Jahreis, Lehrstuhl für Ernährungsphysiologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Tel.: 03641-949610, Fax: 03641-949612, E-Mail

Seiten: 1 2 3 4 >>



   (c)1997-2017 @grar.de