13. September 2000

MEKA II: Erweitertes Programm für Landwirtschaft und Umwelt

Themen: Archiv — info @ 13:09

Stuttgart (agrar.de) – Der erfolgreiche Marktentlastungs- und Kulturlandschaftsausgleich (MEKA) wurde weiterentwickelt und wird den baden-württembergischen Landwirten ab 2000 angeboten. Dies teilte die Ministerin für den Ländlichen Raum, Gerdi Staiblin, am Dienstag anlässlich der Vorstellung der neuen Broschüre ‚MEKA II: Das erweiterte Programm für Landwirtschaft und Umwelt‘ mit.

Wesentliche Eckpunkte des fortentwickelten Programmes MEKA II sind die Stärkung der Grünlandförderung, die Integration des bisherigen Gemüse-, Obst- und Weinbauprogramms und die Einführung des umweltbewussten Betriebsmanagements. Bewährte Elemente des bisherigen MEKA werden fortgeführt. Die Teilnahme sei weiterhin freiwillig und erfolge nach dem sogenannten Baukastenprinzip. Dabei könne der Landwirt aus dem Spektrum der angebotenen Maßnahmen diejenigen auswählen, die am besten zu seiner Betriebsorganisation passe.

Für MEKA II will die Landesregierung künftig bis zu 290 Millionen Mark jährlich bereit stellen, die zu 50 Prozent von der EU kofinanziert werden.

Die Broschüre, MEKA II kann bezogen werden, bei den Ämtern für Landwirtschaft, Landschafts- und Bodenkultur Baden-Württemberg, bei den Regierungspräsidien Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg, Tübingen, Abteilung III, und beim Ministerium Ländlicher Raum Baden-Württemberg.

IFOAM 2000: Tagungsbände jetzt im Internet abrufbar

Themen: Archiv — info @ 11:09

Basel/Frick (agrar.de) – Der englischsprachige Tagungsband zum 6. Internationalen Ökoweinbaukongress, der am 25. und 26. August 2000 im Vorfeld der 13. Internationalen IFOAM-Wissenschaftskonferenz in Basel stattfand, ist jetzt als PDF-Datei (1,9 MB) bei der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) abrufbar.

Auf der Internetseite von IFOAM 2000 liegt ein Teil der Beiträge, die auf dem 2. internationalen Seminar ‚%url4%Bioprodukte im Supermarkt%/% sowie auf dem ersten %url5%internationalen Verarbeitungsseminar%/% gehalten wurden, vor.

Der 750 Seiten starke Tagungsband der 13. IFOAM-Wissenschaftskonferenz kann beim Forschungsinstitut für biologischen Landbau (%url6%FiBL%/%), Ackerstrasse, CH-5070 Frick, Fax +41-62-865-72-73, %url7%E-Mail%/% bestellt werden.

12. September 2000

Schleswig-Holstein: „Gute fachliche Praxis“-Vorschläge online

Themen: Archiv — info @ 15:09

Kiel (agrar.de) – Da Landwirtschaftsministerium in Schleswig-Holstein bietet die jüngst vorgestellten ‚Leitlinien für eine ordnungsgemäße Landbewirtschaftung in Schleswig-Holstein‘ zum Download im Internet (PDF-Format) an.

Das Ministerium: ‚Die Leitlinien sind für ein umfassendes Leistungs- und Anforderungsprofil der Landbewirtschaftung, eine Zusammenfassung von bestehenden gesetzlichen Anforderungen und Zielvorstellungen für weitere Entwicklungen sowie Beschreibungen, wie die Umsetzung bereits stattfindet und wie in näherer Zukunft auf steigende Anforderungen und Erwartungen zu reagieren ist. Zur Umsetzung der Anforderungen an eine ordnungsgemäße Landbewirtschaftung müssen Verhaltensregeln zum Schutz der Umweltmedien Boden, Luft und Wasser berücksichtigt werden, damit deren Beeinträchtigung weitestgehend vermieden wird.‘

Um künftig europäische Fördermittel für die ländliche Entwicklung im Rahmen der Agenda 2000 zu erhalten, müssten die Bundesländer überprüfbare Kriterien für die Einhaltung der ‚guten fachlichen Praxis‘ festlegen. Die veröffentlichten Leitlinien-Vorschläge sollen den landesspezifischen Bedingungen in Schleswig-Holstein Rechnung tragen, da in konkreten Einzelfällen Entscheidungen im Rahmen dieser Leitlinien unter besonderer Berücksichtigung der aktuellen regionalen Bedingungen, Gegebenheiten und Anforderungen zu treffen sind.

Bestehende, bundesweit geltende Leitlinien für eine ordnungsgemäße Landbewirtschaftung finden sich zum Beispiel im Bundesbodenschutzgesetz (%url6%Download%/%) und im %url4%Pflanzenschutzgesetz%/% (%url5%Download%/%).

Das Bundeslandwirtschaftministerium stellte Anfang diesen Jahres eine ‚%url7%Nachhaltigkeitsstrategie für die Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft in Deutschland%/%‘ zur Diskussion und das Bundesumweltministerium hat mit den ersten Vorschlägen für ein neues %url8%Bundesnaturschutzgesetz%/% bekanntgegeben, auch die naturschutzfachliche Maßgaben für die ‚gute fachliche Praxis‘ neu formulieren zu wollen (%url9%unsere Meldung%/%).

Biodiversität in den Bergen – Schweiz koordiniert weltweite Forschung

Themen: Archiv — info @ 13:09

Rigi-Kaltbad (agrar.de) – Unter Federführung der Schweizerischen Akademie der Naturwissenschaften (SANW) und der Universität Basel soll der biologische Reichtum der Erde in den Hochgebirgen systematisch erforscht werden. Ein weltweites Netzwerk von Fachleuten für biologische Vielfalt in Bergregionen wird aufgebaut,

Der Startschuss dazu fiel in Rigi-Kaltbad (Schweiz), wo erstmals der heutige Wissensstand aus der ganzen Welt vorgestellt wurde. Über 120 Wissenschafterinnen und Wissenschafter aus 34 Ländern aller Kontinente trafen sich, 57 Vorträge und über 40 Poster zeigten, was in den Bergregionen der Welt über die Vielfalt von Bakterien, Pflanzen und Tieren bis hin zu den Menschen bekannt ist.

Neben dem wissenschaftlichen Informationsaustausch ging es aber vor allem darum, ein internationales Netzwerk von Fachleuten, das ‚Global Mountain Biodiversity Assessment Network‘ (GMBA Network) gemäß der Konvention von Rio und dem globalen Forschungsprogramm DIVERSITAS aufzubauen. Die Leitung des GMBA-Networks liegt bei Prof. Christian Körner vom Botanischen Institut der Universität Basel.

Aus der Pressemeldung der SANW: ‚Gebirge sind oft wahre Hotspots der Artenvielfalt. Denn im steilen Gelände kommen über kurze Distanz vom Talboden bis hinauf in die hochalpine Gletscherwelt viele Lebensräume zusammen. Leider ist genauso wie im Tiefland auch in den Bergregionen die Vielfalt von Organismen bedroht. Für die Erhaltung der biologischen Vielfalt sprechen neben ethischen und ästhetischen vor allem auch wissenschaftliche Gründe: Für steile Hänge liefert diese Vielfalt ökologische Sicherheit – man denke nur daran, wie Pflanzen mit ihrem Wurzelsystem den Boden festhalten – und Nahrung. Schliesslich erstellt die von Menschen gestaltete Kulturlandschaft ein kulturelles Erbe dar, ein Schatz den es zu behüten gilt.‘

Information: Anne-Christine Clottu Vogel, Schweizerische Akademie der Naturwissenschaften (SANW), Bärenplatz 2, 3011 Bern, Tel: 031-312-33-75, E-Mail

Sachsens Molkereiwirtschaft im Plus

Themen: Archiv — info @ 10:09

Dresden (agrar.de) – Der Umsatz der sächsischen Milchwirtschaft kletterte nach Informationen des Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft im vergangenen Jahr auf mehr als 1,6 Milliarden Mark. Dabei wurden 1,4 Millionen Tonnen Milch durch die sächsischen Molkereien verarbeitet. Das entspricht etwa fünf Prozent der deutschen Milchmenge und 1,2 Prozent innerhalb der Europäischen Union.

Nach Einschätzung von Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath habe sich die Milchwirtschaft in den letzten zehn Jahren zu einer ‚tragenden Säule der sächsischen Ernährungswirtschaft‘ entwickelt. ‚Zulieferer‘ für die Molkereiwirtschaft sind 211.000 sächsischen Kühe, bundesweit gibt es 4,64 Millionen.

Im Freistaat ist die Milchviehhaltung ähnlich wie in den alten Bundesländern einer der wirtschaftlich bedeutendsten Produktionszweige in der Landwirtschaft. Jeder zweite Landwirtschaftsbetrieb produziert mittlerweile Milch. 90 Prozent davon wird innerhalb der Landesgrenzen in einer der sieben sächsischen Molkereien verarbeitet. Vor allem bei der Jogurth-, Dessert- und Käseproduktion konnte in den letzten Jahren immer wieder zugelegt werden. Der Buttermarkt hingegen zeigt sich nicht ganz so stabil.

Mit den erreichten Produktionszahlen und der sehr guten Milchqualität erweise sich der Freistaat Sachsen als würdiger Gastgeber für den Weltmilchgipfel, so Flath. Das Welttreffen der Milchwirtschaftler, zu dem etwa 1.000 Teilnehmer aus über 50 Staaten erwartet werden, findet vom 16. bis 20. September in Dresden statt.

11. September 2000

Agrarexport gesteigert

Themen: Archiv — info @ 14:09

Agraraußenhandels-Defizit gesunken

Bonn (LH) – Nach den vorläufigen Angaben des statistischen Bundesamtes ist der Export von Agrarprodukten in den ersten fünf Monaten dieses Jahres weiter angestiegen. Nach Einschätzung des Bundesernährungsministeriums dürfte sich dieser Trend fortsetzen.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist der Export von Waren des Agrar- und Ernährungssektors um 15,3% auf 19,1 Milliarden DM (Vorjahr 16,6) gestiegen. Die Importe nahmen von 27,8 Milliarden DM auf 29,8 zu (7,3%). Das Agraraußenhandels-Defizit hat sich damit um 524 Millionen auf 10,7 (11,2) Milliarden DM verringert. Ausfuhr und Einfuhr nahmen im Handel mit den EU-Staaten zu. Die Ausfuhr um 13,8 % 11,6 Milliarden DM (11,9), die Einfuhr stieg um 7,1 % das sind 19,2 (18,0) Milliarden DM.

Haupthandelspartner in der EU ist weiterhin die Niederlande. Die Bundesrepublik exportierte Güter im Wert von 2,8 Milliarden DM (2,5), das ist eine Steigerung um 8,5 %. Importiert wurde im gleichen Zeitraum Produkte des Agrar- und Nahrungsmittelsektors im Wert von 5,7 Milliarden (5,3), das ist eine Steigerung um 7,7 %. An zweiter Stelle der EU-Staaten steht Frankreich, mit 2,4 Milliarden DM (2,1) im Export und 3,4 (3,5) im Import. Der Agraraußenhandel mit den Staaten außerhalb der EU konnte um 19,2 % auf 5,5 Milliarden DM (4,6) gesteigert werden. Der Import steigerte sich in diesem Zeitraum um 7,5 % auf 10,5 Milliarden DM (9,8).

Der Handel mit den mittel- und osteuropäischen Staaten (MOE) konnte zulegen. Die Agrarexporte in die MOE-Staaten einschließlich Rußland stiegen um 9,4 % auf 1,9 (1,8) Milliarden. Rußland und Polen sind hier die wichtigsten Partner. Der Export konnte um 3,5 bzw. 4,4 % gesteigert werden. Die Importe aus beiden Ländern nahmen zu um 19,8 und 16,6 %.

Trotz dieser durchweg positiven Bilanz warnte Bundesminister Karl-Heinz Funke, „die steigenden Energiepreise, ausgelöst durch verknapptes Angebot der Erzeugerländer und durch Entwicklungen auf den internationalen Finanzmärkten zeigen, wie problematisch es ist, total vom Weltmarkt abhängig zu sein. Im Agrarbereich sind wir inzwischen zwar wichtige Handelspartner am Weltmarkt. Wir müssen jedoch aufpassen, bei wichtigen Agrarrohstoffen und Nahrungsgütern nicht in eine ähnliche Import-Abhängigkeit zu geraten.“ … „Es kann deshalb keine völlige Liberalisierung der europäischen Agrarmärkte geben. Wir brauchen auch künftig Mechanismen für den Außenschutz.“

Als Beispiel nannte der Minister den Zuckermarkt. Aufgrund klimatischer Bedingungen sei Zucker aus Zuckerrohr auf der südlichen Halbkugel weitaus billiger zu produzieren. „Ohne Außenschutz unserer Zuckerrübenproduktion würde in der EU keine Zuckerrübe mehr wachsen. Deshalb brauchen wir WTO-Handelsregeln, in denen Aspekte von Qualität, Sicherheit, Tier- und Umweltschutz berücksichtige werden“, so Funke in Bonn.(eb)

10. September 2000

Niedersachsen: Zahl der Milchkühe rückläufig

Themen: Archiv — info @ 13:09

Hannover (agrar.de) – In den niedersächsischen Ställen stehen derzeit 2,82 Millionen Rinder. Wie die dortige Landesvereinigung der Milchwirtschaft berichtet, ist der Rindviehbestand in Niedersachsen im Vergleich zum Mai des Vorjahres um 1,3 Prozent zurückgegangen.

Mit aktuell 765.000 Kühen wurden 29.000 Tiere weniger als im Vergleichsmonat des Vorjahres gezählt. Immerhin stehen dennoch knapp 17 Prozent der Milchkühe Deutschlands in Niedersachsen. Bezogen auf die EU beträgt der Anteil der niedersächsischen Milchkühe fast 4 Prozent.

Die Neuregelung des Milchquotenhandels, erhebliche Produktionsüberhänge und zudem noch sinkende Milcherzeugerpreise sind die Gründe für die weitere Verminderung des Bestandes, so die Landesvereinigung in einer Mitteilung. In diesem Zusammenhang sei auch der Rückgang des Bestandes an weiblichen Jungrindern und weiblichen Rindern zur Zucht um immerhin 4,2 % auf 601.000 Tiere sowie der drastische Anstieg der Schlacht- und Mastkühe um 53,2 Prozent auf 34.000 Tiere zu sehen.

Nach einer Umfrage des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) (unsere Meldung) zur Entwicklung der Milcherzeugung haben 13 Prozent der Milcherzeuger im Quotenjahr 1999/2000 ihre Produktion eingestellt, davon zwei Drittel unmittelbar vor Beginn der neuen Verordnung. In den Vorjahren betrug der jährliche Rückgang lediglich 5 bis 7 Prozent.

EU: Höchstfeuchtegehalt für Getreide auf 15 % angehoben

Themen: Archiv — info @ 11:09

Brüssel (LH) – Gerste, Weizen und Roggen können in diesem Jahr mit bis zu einem Feuchtegehalt von 15 Prozent in die Intervention geliefert werden. Darauf haben sich die EU-Mitgliedstaaten und die Europäische Kommission im zuständigen Verwaltungsausschuss geeinigt.

Den vollen Preis soll es aber weiterhin nur bei 14 Prozent Feuchtigkeit geben; pro 0,1 Prozent zusätzlicher Feuchte werden dem Anlieferer Abschläge von 0,20 Euro (0,39 DM) berechnet. Bei einem Feuchtegehalt von 15 Prozent werden vom Interventionpreis also zwei Euro (3,90 DM) abgezogen.

Die Entscheidung kommt spät. Viel Getreide wurde in der Ernte bereits auf 14 Prozent herunter getrocknet.

Für Manfred Nüssel, den Präsidenten des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), ist es unverständlich, dass die Kommission entgegen der Kritik seines Verbandes im Frühjahr 2000 die Interventionskriterien verschärft und den Höchstfeuchtegehalt auf 14,5 Prozent abgesenkt hat und jetzt im September mit einer Ausnahmeregelung von diesem Beschluss wieder Abstand nimmt. Nüssel in einer Pressemeldung des DRV: ‚Der Erfassungshandel braucht klare administrative Vorgaben und zwar vor der Ernte. Landwirten und Genossenschaften hätten so unnötige Trocknungskosten erspart werden können.‘

Nüssel betont die Forderung gegenüber der Brüsseler Agrarbürokratie nach verlässlichen und kalkulierbaren Rahmenbedingungen für die Genossenschaften.

08. September 2000

J. R. aus Bayern

Themen: Archiv — info @ 13:09

(LA) – Die Öl-Multis zittern noch nicht, aber sie haben Konkurrenz bekommen. Der 47-jährige Landwirt Johann Sedelmayr aus Weitenwinterried im Landkreis Dachau macht ihnen Konkurrenz. Sedelmayr raffiniert und vermarktet sein eigenes Öl.

Nicht daß er auf seinem Hof eine Ölquelle der texanischen Art gefunden hätte. Der Landwirt hat sich mit einer Bio-Diesel Zapfsäule auf seinem Hof ein zweites Standbein geschaffen. Monatlich setzt Sedelmayr 10.000 Liter für 1,31 DM ab. Er kauft den Rapssamen von den Landwirten in der Umgebung.

Für rund 200.000 DM hat er sich Pressen, Filteranlage und die notwendigen Einrichtungen angeschafft. Die Reste der Pressung, den sogenannten ‚Kuchen‘ verkauft er als begehrtes Futtermittel für Rinder und als Düngemittel. Ökosteuer und steigende Heizölpreise lassen Johann Sedelmayr seine wirtschaftlichen Chancen in rosigem Licht sehen.

Weitere Informationen zur Biodieselerzeugung, zum Beispiel den Biodieselpreisindex, finden Sie beim Internationalen Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR). Infomationen zu Energiepflanze Raps erhalten Sie bei der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP).(eb)

Höhenvieh und Leineschaf – Nutztierrassen mit Seltenheitswert

Themen: Archiv,Tiere — info @ 11:09

Förderprogramm zeigt erste Erfolgen

Dresden (agrar.de) – Das sächsische Programm zur Zucht und Haltung gefährdeter Nutztierrassen zeigt nach Informationen des dortigen Landwirtschaftsministeriums erste Erfolge: Vom „Schweren Warmblutpferd“, eine der ältesten deutschen Pferderassen, gebe es im Freistaat mittlerweile wieder 636 Stuten. Zu Beginn des Förderprogrammes im Jahr 1994 seien es nur 464 Tiere gewesen. ‚Der Bestand der Rasse ist damit vorerst gesichert‘, so Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath. Ein Neueinstieg in das Förderprogramm sei ab diesem Jahr für diese Rasse nicht mehr möglich. Bei anderen seltenen Nutztierarten würden die Züchter nach wie vor mit Haltungsprämien unterstützt.

Das Landwirtschaftsministerium fördert die Haltung gefährdeter regionaltypischer Rassen. Doch Geld allein genüge nicht, ohne das Engagement und den Idealismus der Züchter sei der Erhalt der vom Aussterben bedrohten Nutztiere nicht möglich, so Mi-nister Flath. So exotisch ihre Namen auch klingen, eines haben Rotes Höhenvieh (Rind), Sächsisch-Thüringisches Kaltblut (Pferd), Leineschaf, Skudde (Schaf) Erzgebirgsziege und Thüringer Wald Ziege gemeinsam – ihre Rassen sind weltweit vom Aussterben bedroht.

Rund 100.000 Mark stehen deshalb im Jahr 2000 für sächsische Züchter an EU- und Landesmitteln zur Verfügung. Das Rote Höhenvieh (auch Vogtländisches Rotvieh genannt) steht bei 11 sächsischen Betrieben im Stall. Hier hat sich die Population in den letzten Jahren von 38 auf 150 Tiere erhöht. Wie schon der Name sagt, ist die Rasse vor allem im Vogtland verbreitet. Von den Skudden – einer 3.000 Jahre alten und besonders kleinen Schafrasse – gibt es deutschlandweit nur noch ca. 1.000 Tiere. 200 davon leben in Sachsen, 40 davon sind in der Ökologischen Station Borna-Birkenhain (Landkreis Leipziger Land) zu Hause. Durch Zucht hat der Mensch in 12.000 Jahren eine große Vielfalt an Nutztierrassen geschaffen und über Jahrhunderte an seine Umgebung angepaßt. Dabei sind über 5.000 Nutztierrassen aus rund 30 Arten entstanden. Ein Drittel davon ist existenzgefährdet.

Jede Woche, so warnt die Welternährungsorganisation FAO, stirbt eine alte Haustierrasse aus. Potentiell wichtiges Erbgut geht dabei unwiderbringlich verloren. In Deutschland werden derzeit 221 verschiedene Nutztierrassen der Arten Rind, Schwein, Schaf, Ziege und Pferd gehalten.

Nähere Informationen, auch Bildmaterial bei: Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH), 37213 Witzenhausen, Tel.: 05542-1864, Fax: 05542-72560, sowie bei den Zuchtverbänden für die jeweilige Tierart: Pferdezuchtverband Sachsen e.V., Tel.: 0351-2579631 Sächsischer Schweinezuchtverband e.V., Tel. 0371-306407 Sächsischer Rinderzuchtverband e.G., Tel.: 0351-2527300, Sächsischer Schaf- und Ziegenzuchtverband e.V., Tel.: 03437-942280, Sächsischer Rassegeflügelzüchterverband e.V., Tel.: 03724-856278

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