20. September 2000

DIN-Normen für den Naturschutz

Themen: Archiv — info @ 14:09

Marburg (agrar.de) – Seit drei Jahren wird im Fachgebiet Naturschutz der Philipps-Universität Marburg im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) an Normen für den Naturschutz gearbeitet.

Das Forschungs- und Entwicklungsvorhaben ‚Fachliche und organisatorische Grundlagen für die Aufstellung anerkannter Standards für Methoden und Verfahren im Naturschutz und für die Einrichtung eines entsprechenden Expertengremiums‘ (Kurztitel: Methoden-Standardisierung im Naturschutz) soll Ende diesen Jahres abgeschlossen werden, es wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert.

Ziel des Forschungsvorhabens ist die Entwicklung eines differenzierten Methoden- und Verfahrenskatalogs, der von den unterschiedlichen Trägern bei Planungsprozessen einheitlich angewandt werden kann. Angestrebt wird einerseits, Methoden und Verfahren neu zu entwickeln und für eine Standardisierung vorzuschlagen, andererseits aber auch wissenschaftlich anerkannte und in der Praxis bewährte Methoden zusammenzustellen und als Fachkonvention einzuführen.

Am 25. und 26. September 2000 sollen die Ergebnisse des Forschungsvorhabens auf einem Symposium in Marburg öffentlich vorgestellt und diskutiert werden. Zu den anstehenden Fragen werden sich u. a. der Präsident des Bundesamtes für Naturschutz, Prof. Dr. H. Vogtmann sowie Vertreter des European Center for Nature Conservation (Tilburg/Niederlande), des Bundesumweltministeriums, des Sachverständigenrates für Umweltfragen und des Bundesumweltamtes äußern.

Information: Dr. Alexandra Schmidt, Tel.: 06421-2825709

USA: Gentech-Tierfutter im Lebensmittel-Regal?

Themen: Archiv — info @ 13:09

Gentechnik-Skandal um Aventis-Mais

Washington (agrar.de) – Nach Berichten amerikanischer Medien sind Gentechnik-Kritiker in den USA auf nicht zugelassenen, gentechnisch veränderten Mais in Lebensmitteln gestossen. Bei Untersuchungen von Maisgebäck der Marke ‚Taco Bell‘, das in amerikanischen Geschäften unter der Bezeichnung ‚Tortilla Shells‘ angeboten wird, wurden Spuren eines Proteins gefunden, das für den menschlichen Verzehr nicht zugelassen ist.

Das Protein mit der Bezeichnung Cry9C ist in gentechnisch verändertem Mais enthalten, der von der Firma Aventis stammt. Weil diese Maissorte im Verdacht steht, bei Menschen allergische Reaktionen auszulösen, ist sie nur für den Gebrauch in Futtermitteln für Tiere zugelassen. Offenbar wurde das nicht zugelassene Protein in drei Versuchsreihen, die von der Firma Genetic ID im Auftrag von Umweltorganisationen durchgeführt wurden, nachgewiesen.

Während die Gentechnik-Kritiker des ‚Genetically Engineered Food Alert‘ die sofortige Entfernung des Produktes aus den Regalen forderte, sprach sich ein Unternehmenssprecher der betroffenen Lebnensmittelkette dagegen aus. Man wolle vor diesem Schritt eine offizielle Untersuchung abwarten. US-Behörden bestätigten am Montag, dass sie in der Sache Ermittelungen eingeleitet haben.

Grüne: Agrardiesel-Proteste gehen in die falsche Richtung

Themen: Archiv,Biogas,Energie — info @ 13:09

Programme für regenerative Energien nutzen

Berlin (agrar.de) – Anlässlich der Proteste von Bauernverband und Landwirten gegen hohe Energiepreise erklärt die agrar- und verbraucherpolitische Sprecherin Ulrike Hoefken in einer Pressemitteilung:

Die Sorgen der Landwirte um ihre wirtschaftliche Zukunft sind verständlich. Die Proteste gehen allerdings in die falsche Richtung.

Jetzt die Abhängigkeit von der endlichen Ressource Erdöl und ihren unberechenbaren Preisschwankungen durch zusätzliche staatliche Beihilfen langfristig zu zementieren (wie es der Bauernverband einvernehmlich mit CDU/CSU und FDP fordert), ist der falsche Weg. Vielmehr ist die Politik der Bundesregierung auf eine zukunftsfähige Landwirtschaft ausgerichtet, die diese Abhängigkeit überwindet und sich gleichzeitig neue Einkommensmöglichkeiten erschliesst. Dazu haben wir bereits die wesentlichen Schritte eingeleitet.

1. Jeder kann jetzt den Ölkonzernen die Rote Karte zeigen und sich vom Erdöl unabhängig machen. Die rot-grüne Bundesregierung hat dafür mit ihren Förderprogrammen für regenerative Energien und Biotreibstoffe und mit dem EEG die optimalen Rahmenbedingungen geschaffen. Hinzu kommen soll nun noch ein Programm zur Energiekostensenkung in der Landwirtschaft. Jetzt sind die Landwirte gefordert, dieses Potenzial und die zusätzlichen Einkommensmöglichkeiten zu nutzen. Biogasanlagen, Pflanzenölschlepper und Energiesparmassnahmen an Betriebsgebäuden müssen zügig eingeführt werden und dürfen nicht wie in den vergangenen Jahrzehnten von der rückwärts gewandten CDU/CSU/FDP-Politik verhindert werden.

2. Die Wettbewerbsverzerrung innerhalb der EU ist nicht weiter hinnehmbar. Die Bundesregierung hat für ihre Bemühungen für eine Harmonisierung der Energiepreise durch die aktuelle Situation neue Argumente in Richtung EU-Kommission bekommen. Es ist nicht einzusehen, dass beispielsweise die Gemüsebetriebe in den Niederlanden die Gaskosten so stark heruntersubventioniert bekommen, dass deutsche Betriebe kaum noch konkurrenzfähig sind. Wir haben uns heute erneut an die Kommission gewandt, damit hier endlich etwas geschieht. Bereits im Frühsommer hatte die Bundesregierung dafür gesorgt, dass Kontrollen an den Grenzen durchgeführt werden, um wettbewerbsverzerrende Tätigkeit von ausländischen Lohnunternehmen in den Grenzregionen zu unterbinden.

3. Der Anteil staatlicher Zahlungen am Einkommen der landwirtschaftlichen Betriebe beträgt bereits ueber 60 Prozent. Nur drei Prozent der Betriebskosten sind Dieselkosten.

4. Mit dem festen Agrardieselsteuersatz von 57 Pfennig nehmen die Landwirte an den kommenden Stufen der Ökosteuer gar nicht mehr teil.

5. Der dieses Jahr ausgezahlte Betrag der Gasölbeihilfe ist mit 857 Mio. DM um 22 Mio. DM höher als im Vorjahr. Erst im nächsten Jahr wird die Umstellung auf eine verringerte Gasölbeihilfe wirksam, bei gleichzeitiger Einführung des Agrardiesels. Dies ist eine Unterstützung der Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft auf sehr hohem Niveau.

6. Die Stromkosten sind seit der Marktliberalisierung stark gesunken. Bundeslandwirtschaftsministerium und Bauernverband haben alleine in diesem Bereich Einsparungen für die Landwirtschaft von über 300 Mio. DM pro Jahr errechnet.

Wir unterstützen, dass die Landwirte – wie andere Wirtschaftszweige auch – die erhöhten Energiekosten an den Markt weitergeben können. Angesichts des historischen Tiefstands der Lebensmittelpreise dürften ein paar Pfennige mehr für Lebensmittel auch vom Verbraucher zu verkraften sein.

Nicht mehr zu vermitteln sind dagegen zusätzliche staatliche Unterstützungen für die Landwirte im Energiebereich von Hunderten Millionen DM, die unter dem Strich auch nicht weiterhelfen.

Information: Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Pressestelle, 11011 Berlin, Tel.: 030-227-57212, Fax: 030-227-56962, E-Mail

NRW: Natur auf dem Teller

Themen: Archiv — info @ 10:09

Vermarktungs-Kampagne für Großküchen und Gastronomie

Frankfurt (agrar.de) Unter dem Motto ‚Natur auf dem Teller – wir machen mit!‘ startet der Ökologische Großküchen Service (ÖGS) eine Informationskampagne zur Erschließung des Großverbrauchermarktes in Nordrhein-Westfalen. Nach einer Mitteilung des ‚gvnet‚ wird die Aktion von der Centralen Marketing Gesellschaft der Deutschen Agrarwirtschaft (CMA) dem Ministerium für Umwelt- und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (%url2%MUNLV%/%), dem Deutschen Studentenwerk, der Verbraucherzentrale NRW und allen Öko-Verbänden unterstützt.

Ziel ist es, Großküchen und Gastronomie in NRW den dauerhaften Einstieg in den Einsatz von ökologischen Lebensmitteln zu ermöglichen. ‚Zunächst erhalten die Küchen, die sich an der Kampagne beteiligen, ein umfangreiches Aktionspaket zur Gestaltung einer attraktiven Öko-Woche im eigenen Betrieb‘ erklärt Rainer Roehl vom Ökologische Großküchen Service.

Das Aktionspaket beinhaltet eine Informationsveranstaltung für die Mitarbeiter, Werbematerial zur Gestaltung der Aktion (Ankündigungsplakate, Speisekartenumschläge, Info-Folder für die Gäste, sonstiges Dekomaterial), Großküchentaugliche Rezepte inkl. Vorkalkulation und Nährwertberechnung, Speiseplanvorschläge für die Aktion und die Zeit danach, sowie eine Lieferanten- und Sortimentsliste. Auch die Durchführung einer Gästebefragung inkl. Preisausschreiben und ein Wettbewerb (1. Preis ist ein Betriebsausflug in einen Öko-Betrieb) sind vorgesehen. Den interessierten Küchen soll vor, während und nach der Aktion ein Service-Telefon für Fragen zur Verfügung stehen. Außerdem werden die teilnehmenden Küchen in der Fachpresse und Regionalpresse als besonders innovative Einrichtung dargestellt.

Roehl hält die Potentiale für Öko-Produkte in GV- und Gastrounternehmen für ‚längst noch nicht ausgeschöpft‘. Nach Schätzungen des Bundesverbandes Naturkost Naturwaren aus dem Jahr 1998 habe der Absatzweg Großverbraucher bislang nur einen Anteil von etwa zwei bis drei Prozent am Gesamtumsatz von ökologisch produzierten Lebensmitteln.

Informationen: Ökologischer Großküchen Service, Rainer Roehl & Anja Erhart GbR, Galvanistraße 28, 60486 Frankfurt am Main, Tel.: 069-79309314, Fax: 069-21239140, %url5%E-Mail%/%

19. September 2000

Energie/Preise: Heizen mit Weizen?

Themen: Archiv — info @ 11:09

Starnberg (agrar.de) – Franz Pentenrieder ist Landwirt und hat sich ungewöhnliche Gedanken zur aktuellen Energiediskussion gemacht. Pentenrieder bewirtschaft einen Familienbetrieb und produziert vorwiegend Getreide, dessen Marktwert mittlerweile weit unter seinem Heizwert liegt. Warum also nicht mit Weizen heizen? fragte sich der Hobby-Tüftler und unternahm erste Versuche, Getreide als Heizmaterial einzusetzen.

Seine Idee, Hintergrundinformationen und Bilder seiner Versuche sowie ein Diskussionsforum zur ‚Getreideheizung‚ hat Pentenrieder nun ‚als Anregung‘ ins Internet gestellt. Die Internet-Seiten, so der Autor, entstanden in erster Linie aus Ärger über die niedrigen Agrarpreise.

‚Ich hoffe, die Diskussion zu diesem Thema bleibt sachlich, kommentiert Pentenrieder erste Gespräche mit Berufskollegen und dem Bauernverband. ‚Die Reaktionen reichen von ungläubigem Lächeln bis zu schroffer Ablehnung!‘

Lohnunternehmer ziehen bei farmworld ein

Themen: Archiv — info @ 09:09

Flensburg (LH) – Der Bundesverband Lohnunternehmen (BLU) hat mit dem Agrarhandelsportal der farmworld GmbH, Flensburg, eine Zusammenarbeit im Bereich Internet vereinbart. Ziel der Vereinbarung sei die Förderung eines branchenspezifischen und partnerschaftlichen Miteinanders in einem eigenen Forum, erklärt die farmworld GmbH.

Durch eine langfristige Kooperation soll für die etwa 1.500 Mitglieder des Verbandes ein Treffpunkt auf der Internetseite der farmworld GmbH geschaffen werden. Die Inhalte der geplanten ‚Lohnunternehmer-Box‘ werden auf die Interessen der Verbandesmitglieder ausgerichtet und als geschlossene Benutzergruppe ausschließlich für diesen Personenkreis abrufbar sein.

18. September 2000

Treibstoffpreise in Europa

Themen: Archiv — info @ 16:09

München (agrar.de) – Der Allgemeiner Deutscher Automobil-Club e.V. (ADAC) hat die aktuellen Preise für bleifreies Super Benzin (95 Oktan) und für Dieselkraftstoff aus 23 Ländern Europas zusammengestellt und auf Basis der offiziellen Wechselkurse in D-Mark umgerechnet.

Am meisten müssen danach die Briten an den Tankstellen berappen. Kraftfahrer zahlen dort sowohl für Diesel als auch für Super bleifrei durchschnittlich jeweils 2,69 Mark pro Liter. Mit Super bleifrei fahren unsere slowakischen Nachbarn am günstigsten. In der Slowakischen Republik kostet der Liter (95 Oktan) umgerechnet 1,63 Mark. Mit einem Literpreis von 1,23 Mark ist der Diesel in Portugal zurzeit am billigsten.

Super bleifrei (95 Oktan): Belgien: 2,17 DM, Dänemark: 2,29 DM, Deutschland: 2,08 DM, Finnland: 2,46 DM, Frankreich: 2,19 DM, Griechenland: 1,65 DM, Großbritannien: 2,69 DM, Irland: 1,65 DM, Italien: 2,19 DM, Kroatien: 1,73 DM, Liechtenstein: 1,85 DM, Luxemburg: 1,70 DM, Niederlande: 2,35 DM, Norwegen: 2,68 DM, Österreich: 1,92 DM, Polen: 1,66 DM, Portugal: 1,75 DM, Schweden: 2,27 DM, Schweiz: 1,94 DM, Slowak. Rep.: 1,63 DM, Spanien: 1,64 DM, Tschech. Rep.: 1,69 DM, Ungarn: 1,83 DM

Diesel: Belgien: 1,73 DM, Dänemark: 1,91 DM, Deutschland: 1,73 DM, Finnland: 1,67 DM, Frankreich: 1,70 DM, Griechenland: 1,35 DM, Großbritannien: 2,69 DM, Irland: 1,65 DM, Italien: 1,77 DM, Kroatien: 1,36 DM, Liechtenstein: 1,92 DM, Luxemburg: 1,48 DM, Niederlande: 1,78 DM, Norwegen: 2,52 DM, Österreich: 1,67 DM, Polen: 1,30 DM, Portugal: 1,23 DM, Schweden: 1,95 DM, Schweiz: 2,02 DM, Slowak. Rep.: 1,61 DM, Spanien: 1,42 DM, Tschech. Rep.: 1,45 DM, Ungarn: 1,61 DM

(Stand: 14. September 2000, Quelle: ADAC)

Information: Allgemeiner Deutscher Automobil-Club e.V. (ADAC), Ulf Rasch, Am Westpark 8, 81373 München, Tel.: 089-76762108, Fax: 089-76762801, E-Mail

Großhandelspreise legen zu

Themen: Archiv — info @ 11:09

Wiesbaden (agrar.de) – Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes lag der Index der Großhandelsverkaufspreise im August 2000 um 5,6 Prozent über dem Stand des Vorjahresmonats. Im Juli und im Juni 2000 hatte die Jahresveränderungsrate + 5,8 Prozent bzw. + 5,5 Prozent betragen. Der Gesamtindex ohne Brenn- und Treibstoffe lag im August 2000 um 3,1 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Gegenüber dem Vormonat veränderten sich die Großhandelsverkaufspreise im Durchschnitt kaum (+ 0,1 Prozent). Relativ stark verteuerten sich binnen Monatsfrist Tomaten (+ 8,6 Prozent), dagegen wurden Speisekartoffeln (- 23,0 Prozent), und Äpfel (- 5,5 Prozent) billiger.

Starke Verteuerungen im Vergleich zum Vorjahr gab es im August 2000 u.a. bei folgenden Gütern: Mineralölerzeugnisse (+ 32,9 Prozent), darunter insbesondere Heizöle (+ 51,8 Prozent), Ölkuchen und Ölschrote (+ 25,6 Prozent), Tomaten (+ 20,3 Prozent), lebende Schlachtschweine (+ 16,1 Prozent) sowie Schweinefleisch (+ 11,0 Prozent) und Bananen (+ 6,9 Prozent).

Dagegen waren Orangen (- 15,4 Prozent), Fischereierzeugnisse (- 14,2 Prozent), Rohkaffee (- 7,3 Prozent) und Speisekartoffeln (- 7,1 Prozent) billiger als vor einem Jahr.

Dieselpreise: DBV veröffentlicht Argumente

Themen: Archiv — info @ 10:09

Berlin (agrar.de) – Gemeinsam mit Spediteuren und Taxifahrern protestieren deutsche Bauern gegen die hohe Besteuerung von Treib- und Brennstoffen. Warum die deutschen Bauern demonstrieren und was die hohen Preise für sie bedeuten, ist jetzt auch auf den Interneteiten des Deutschen Bauernverbandes (%url1DBV%/%) nachzulesen. Dort stellt und beantwortet der Verband Fragen wie:

– Warum ist der Dieselpreis so wichtig für die Bauern? – Wieviel Ökosteuer zahlen die Bauern? – Wie wirkt sich der hohe Treibstoffpreis auf die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Landwirte aus? – Was fordern die Bauern von der Bundesregierung?

Ein Argumentationspapier des Bauernverbandes kann als Textdokument abgerufen werden. Außerdem bietet der Verband den Besuchern seiner Seiten die Möglichkeit, Ihren Protest per E-Mail direkt an Bundeskanzler Schröder und die Bundesminister Funke und Eichel zu richten.

Aktuell: Kritik an Schröder

Bauernpräsident Gerd Sonnleitner hat die Kritik des Bundeskanzlers entschieden zurückgewiesen, wonach sich die Spitze des Deutschen Bauernverbandes bei Demonstrationen für eine Steuersenkung bei Energieträgern von der Opposition ‚instrumentalisieren‘ ließe.

Auf dem Bauerntag des Landesbauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen der Landwirtschaftsausstellung MELA in Mühlengeez/Güstrow betonte Sonnleitner die ‚Unabhängigkeit des Deutschen Bauernverbandes gegenüber jedermann in der Politik wie auch in der Wirtschaft‘. Man lasse sich von der Politik nicht einschüchtern, wenn es darum ginge, von seinen demokratischen Rechten Gebrauch zu machen.

Der Bundeslandwirtschaftsminister und auch der Bundeskanzler hätten immer großen Wert auf den Standort Deutschland mit guten Wettbewerbsbedingungen gelegt. Nicht mehr und nicht weniger forderten die Landwirte jetzt in der Energiedebatte ein, erklärte Sonnleitner. Der Steuersatz für Agrardiesel von 57 Pfennig müsse in Richtung Heizölsteuersatz, wie in allen Nachbarländern, gesenkt werden. Ohne Entlastungen werde sich die Energierechnung für alle deutschen Landwirte und Gärtner jährlich um 3,4 Milliarden DM dramatisch verteuern, stellte der DBV-Präsident fest. 1,6 Milliarden DM entfielen davon auf Dieselkraftstoff, umgerechnet bedeute dies eine Energieverteuerung von rund 100 DM je Hektar.

Wenn die Bundesregierung die Inflation bekämpfen und die Konjunktur stabilisieren wolle, solle sie die Bauern nicht beschimpfen, sondern ermutigen. Schließlich hätten in den vergangenen fünfzehn Jahren Bauern mit niedrigen Erzeugerpreisen bei den Nahrungsmitteln die Hauptlast der Inflationsbekämpfung zu tragen gehabt.

Hamburg: Rahmen für Naturschutzmaßnahmen vereinbart

Themen: Archiv — info @ 10:09

Hamburg (agrar.de) – Landwirtschaftskammer, Bauernverband und Gartenbauverband Nord, die anerkannten Naturschutzverbände und Hamburger Behörden haben sich auf einen gemeinsamen Rahmen für die Umsetzung der Eingriffsregelung geeinigt. Der Senat hat in der vergangenen Woche eine entsprechende Mitteilung an die Bürgerschaft beschlossen. Mit der Vereinbarung soll die praktische Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Eingriffs- und Ausgleichsregelung wesentlich einfacher und effektiver werden.

Jeder Verursacher von erheblichen Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft ist danach verpflichtet, diese Schäden durch Naturschutzmaßnahmen wieder auszugleichen. Bei der Umsetzung dieser Regelung sind neben verschiedenen Behörden häufig auch die Landwirtschaft sowie die Naturschutzverbände betroffen und beteiligt. Dies gilt insbesondere für städtische Eingriffe. Hier konnten nach den Angaben in der Vergangenheit Probleme aufgetreten, wenn es um die Entwicklung geeigneter Ausgleichsmaßnahmen, die Beschaffung der erforderlichen Flächen oder die zeitgerechte Durchführung der Maßnahmen ging. Die Koalitionspartner hatten deshalb beschlossen, zwischen Behörden, Naturschutzverbänden und der Landwirtschaftsvertretung einen gemeinsamen Rahmen für die künftige Umsetzung der Eingriffsregelung zu erarbeiten.

Die Beteiligten befürworten unter anderem mit dem gemeinsamen Rahmen einen möglichst engen räumlichen und zeitlichen Zusammenhang zwischen einem Eingriff und den zugehörigen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. Betreffende Flächen sollen nach der Vereinbarung dauerhaft als Naturschutzfläche gesichert werden, die Finanzierung von Pflegemaßnahmen soll auf Dauer gewährleistet sein. Die Möglichkeiten landwirtschaftlicher Betriebe als Anbieter von bezahlten Naturschutzmaßnahmen sollen frühzeitig in die Planung einbezogen werden. Je nach Anforderung im Einzelfall kommen für die Ausführung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen mehrere Berufsgruppen in Betracht: Dies können z.B. die Landwirtschaft, der Garten- und Landschaftsbau oder die Naturschutzverbände sein. Eine umfangreiche Liste von Beispielen bietet zusätzlich Orientierung, auf welche Weise die Ausgleichsziele erreicht werden können.

Information: Umweltbehörde Hamburg, Pressestelle, Brigitte Köhnlein, Tel.: 040-42845-3248/3249, Fax: 040-42845-3284, E-Mail

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