22. September 2000

DBV weist Kampagne des Tierschutzbundes zurück

Themen: Futtermittel,Hormone,Verbände — info @ 16:09

Schweinehaltung in Deutschland tiergerecht

Bonn / Berlin (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverband (DBV) hält die heute in Düsseldorf gestartete Aktion des Deutschen Tierschutzbundes zur Schweinehaltung in Deutschland für unverantwortlich und realitätsfremd. Mit unredlichen Behauptungen und überzogenen Darstellungen wird die Öffentlichkeit seitens des Tierschutzbundes bewusst getäuscht.

Der Bauernverband unterstreicht, dass die landwirtschaftliche Tierhaltung in Deutschland klaren gesetzlichen Regelungen unterliegt, wie z.B. dem Bau- und Tierschutzgesetz. Ordnungsämter und Tierärzte kontrollieren dies und müssen bei Zuwiderhandlungen einschreiten. Die zumeist klimatisierten Ställe erfüllen die Bedürfnisse der Tiere nach guter Luft, angemessenen Temperaturen, hygienischer Umgebung, Bewegungsraum und bedarfsgerechtem Futter. Mit Fug und Recht kann festgestellt werden, dass Rinder und Schweine noch nie so tiergerecht gehalten wurden, wie heute, erklärt der Berufsverband.

Zum Vorwurf, die Bundesregierung wehre sich bis heute, Fleisch von unkastrierten männlichen Schweinen aus den Niederlande und Dänemark für den deutschen Markt zuzulassen, weil sie Absatzprobleme fürchtet, bemerkt der DBV:

Männliche Ferkel werden kastriert, um den hormonell bedingten Geruch zu vermeiden. Geschieht dies nicht, ist mit einem unangenehmen Geruch des Fleisches zu rechnen, den der Handel und der deutsche Verbraucher als Belästigung empfinden und bisher strikt ablehnten. Auch in anderen EU-Mitgliedstaaten ist die Kastration der Ferkel üblich.

Sofern die Verbraucher in Deutschland ihre Verbrauchs- und Essensgewohnheiten ändern, ist die deutsche Landwirtschaft generell bereit, diesem Rechnung zu tragen. Der DBV bietet deshalb Tierschutz- und besonders Verbraucherverbänden an, mögliche Änderungen in der Schweinehaltung zu erörtern. Er ist bereit, eine offene Diskussion über die Produktion von Schweinefleisch, einschließlich der strittigen Ebermast zu führen.




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