31. August 2000

Neues Online-Angebot zum Thema Landhandel

Themen: Archiv — info @ 16:08

Witzenhausen/Rheine (agrar.de) – Wie geplant geht ‚landhandel.de‚ am morgigen 1. September 2000 mit neuem Design und Inhalt ans Netz. Das gaben der Landhändler Emil Oswald und der Agrar-Ingenieur Alfons Deitermann heute in Witzenhausen bekannt. ‚Wir sind zuversichtlich, einen informativen und interaktiven Online-Treffpunkt für den Landhandel zu schaffen‘ gibt sich Deitermann, der auch den Informationsdienst ‚@grar.de‘ betreibt, optimistisch.

Der öffentliche Bereich des neuen Internet-Angebots hält Nachrichten, Termine sowie Adressen von Ländhändlern und Ihren Verbänden bereit. Zudem ist dort die ausführliche Geschichte des Deutschen Landhandels zu finden. Der Nachrichten-Dienst ‚Landhandel Aktuell‘ soll nach Angaben der Macher über den Landhandel berichten und auch für aktuelle Nachrichten aus der Branche selbst offen sein. Ein geschlossener Bereich mit internen Informationen wird ausschliesslich Landhändlern zur Verfügung stehen.

Oswald und Deitermann bieten interessierten Landhändlern die Möglichkeit, Ihren Betrieb und dessen Geschichte unter www.landhandel.de vorzustellen. Emil Oswalds Internetfirma ‚erfreuliches.de‘, spezialisiert auf die Erstellung von Online-Präsentationen, reserviert dafür Verzeichnisse und Domainnamen. ‚Bald bieten wir Landhändlern auch die Nutzung von E-Mail-Diensten der Domain landhandel.de‘, kündigt Emil Oswald an. ‚Der Schwerpunkt unseres Angebots liegt zunächst auf Information und Kommunikation, online gehandelt wird später auch‘.

Weitere Informationen: landhandel.de, Dipl.Ing. Emil Oswald, Sebastian-Kneipp-Str. 48, 37217 Witzenhausen-Ziegenhagen, Fax: 05545-913000, E-Mail

Agrarbericht 2000 für Sachsen-Anhalts vorgestellt

Themen: Archiv — info @ 14:08

Magdeburg (agrar.de) – ‚Die Agrarbetriebe in Sachsen-Anhalt gehören zu den wirtschaftlichsten in ganz Deutschland. Der durchschnittliche Gewinn von über 100.000 DM bei Einzelunternehmen im Haupterwerb lag im vergangenen Jahr fast doppelt so hoch wie der Bundesdurchschnitt (53.000 DM).‘ Das erklärte der Minister für Raumordnung, Landwirtschaft und Umwelt Sachsen-Anhalts, Konrad Keller, anlässlich der Vorstellung des Agrarberichts 2000.

Trotz seines relativ geringen Anteils von 2,5 Prozent an der Gesamtwertschöpfung sei der Agrarbereich mit seinen insgesamt etwa 28.700 Arbeitskräften zu einer tragenden Säule der Wirtschaft in Sachsen-Anhalt geworden. Seine Bedeutung ließe sich jedoch nicht allein an Zahlen festmachen, sondern müsse gesamtgesellschaftlich gesehen werden, betonte Keller. ‚Neben der Aufgabe, die Bevölkerung mit hochwertigen Nahrungsmitteln zu versorgen, ist die Landwirtschaft unverzichtbar bei der Erhaltung, Pflege und Gestaltung unserer vielfältigen Kulturlandschaft.‘

Die Struktur der Unternehmen nach Rechtsformen habe sich seit Mitte der 90-iger Jahre stabilisiert. Mit ca. 500 Betrieben sei die Zahl der juristischen Personen (LPG-Nachfolgebetriebe in Form von Genossenschaften, GmbH´s etc.) in den letzten 5 Jahren unverändert geblieben. Auch zeige sich bei den Einzelunternehmen und den Gesellschaften bürgerlichen Rechts nach 1995 nur noch eine geringe Zunahme.

Mit einer durchschnittlichen Flächenausstattung von 1.040 ha bewirtschafteten die juristischen Personen etwa 46 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche (LF). Die Einzelunternehmen im Haupterwerb verfügten durchschnittlich über 162 ha, die Personengesellschaften über 406 ha.

Nach einer Mitteilung des Statistischen Landesamtes gibts es 3.740 bäuerliche Familienbetriebe im Land, davon wirtschaften 2.260 Betriebe im Nebenerwerb, 1.480 Betriebe (40 Prozent) sind Haupterwerbsbetriebe. Die Haupterwerbsbetriebe bewirtschafteten 83 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF), hielten 97 Prozent der Milchkühe und 83 Prozent der Mastschweine. Die durchschnittliche Betriebsgröße der Nebenerwerbsbetriebe beträgt 22 Hektar, die der Haupterwerbsbetriebe 162 Hektar.

Für die einzelbetriebliche Investitionsförderung sind im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ von 1991 bis 1999 Mittel in Höhe von ca. 855 Mio. DM und aus den Landesprogrammen seit 1994 ca. 155 Mio. DM, also rund 1 Mrd. DM bereitgestellt worden. Unterstützt durch Fördermaßnahmen zur umweltgerechten Landbewirtschaftung haben sich 1999 zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe Sachsen-Anhalts vertraglich verpflichtet, auf 145.643 ha LF (= 12,4 % der LF des Landes), Produktionsverfahren zum Schutze der Umwelt und der Erhaltung des natürlichen Lebensraumes durchzuführen. Die Höhe der Förderung für die Agrarumweltmaßnahmen lag 1999 bei ca. 37,6 Mio. DM.

Neben der unmittelbaren landwirtschaftlichen Produktion ist die Ernährungsindustrie eine zweite, wichtige Säule des Agrarbereichs. Zur Verbesserung der Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte ist seit 1991 durch Fördermaßnahmen in der Ernährungswirtschaft der ersten Verarbeitungsstufe ein Investitionsvolumen von 1,5 Mrd. DM ausgelöst worden. Bis einschließlich 1999 seien insgesamt rd. 0,5 Mrd. DM Zuschüsse gewährt worden, so der Minister. Mit 18.500 Beschäftigten sei die Ernährungswirtschaft der größte Arbeitgeber und mit 6,9 Mrd. DM die umsatzstärkste Branche in Sachsen-Anhalt. Nach einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von rd. 15 Prozent bis 1998 und nach zwei Jahren der Stabilisierung werde für das erste Halbjahr 2000 wieder ein überdurchschnittlicher Produktionsindex ausgewiesen.

Der ‚Bericht zur Lage der Land-, Ernährungs- und Forstwirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt 2000‘ kann unter Tel.: 0391/567-1950 oder -1852 angefordert werden.

Bayern: FFH- und Vogelschutzgebiete online

Themen: Archiv — info @ 13:08

München (agrar.de) – Die FFH- und Vogelschutzgebiete Bayerns für das europäische Netz ‚Natura 2000‘ sind ab sofort für jedermann abrufbar. Das Bayerischen Staatsministeriums für Landesentwicklung und Umweltfragen (STMLU) stellt alle gemeldeten Gebiete ab sofort ins Internet. Parallel werden sämtliche Unterlagen für die Auslegung vor Ort vorbereitet.

‚Eine rasche und wertvolle Information für alle betroffenen wie am Naturschutz generell interessierten Bürger‘ betont Umweltstaatssekretärin Christa Stewens in einer Pressemeldung. Nach dem vorangegangenen Dialogverfahren setze das neue Internet-Angebot den Weg der offenen und vertrauensvollen Zusammenarbeit im Naturschutz fort.

Im Internet stehen jetzt alle 536 ‚Natura 2000‘ -Gebiete, die das Umweltministerium vor kurzem nach Berlin und Brüssel gemeldet hat. Das neue Angebot erlaubt die gezielte Recherche nach einzelnen Gebieten oder Gemeinden. Es besteht die Möglichkeit, getrennt nach FFH- oder Vogelschutz- (sogenannten SPA-) Gebieten zu suchen oder auch sich eine bestimmte Gemeinde und die darin liegenden FFH- bzw. SPA-Gebiete anzeigen zu lassen. Sämtliche topographischen Karten Bayerns in den Maßstäben 1:500.000; 1:200.000; 1:100.000 sowie 1:25.000 stehen zur besseren Orientierung als Hintergrundinformation zur Verfügung. Je nach gewähltem Abbildungsmaßstab wird der entsprechende Kartenhintergrund automatisch eingeblendet. Namen und Größe des jeweiligen Gebietes können gesondert aufgerufen werden.

Die Liste der bayerischen Gebiete entspricht dabei einer Fläche von rund 500 000 Hektar. Das ist ein Anteil von rund sieben Prozent an der Landesfläche. Hinzu kommen die militärisch genutzten Flächen, die in die Gebietsmeldung noch einbezogen werden müssen.

Parallel zum Online-Angebot entstehen derzeit mehr als 53.000 Kartenblätter im Maßstab 1:25.000 für die Information der Regierungen, Landkreise und Gemeinden. Sämtliche Unterlagen werden voraussichtlich Ende September in den betroffenen Gemeinden und Landratsämtern ausliegen. Als weiteres Informationsangebot ist eine CD-ROM in Vorbereitung.

Mecklenburg-Vorpommern: Moorbeirat berufen

Themen: Archiv — info @ 09:08

Schwerin (agrar.de) – Im Umweltministerium wurde am vergangenen Dienstag der Beirat zur Umsetzung des Moorschutzkonzeptes (Moorbeirat) in Mecklenburg-Vorpommern gebildet. Im Auftrag des Umweltministers Prof. Dr. Wolfgang Methling übergab Umweltstaatssekretär Dietmar Glitz die Berufungsurkunden an die 10 ständigen Mitglieder.

In Moorbeirat vertreten sind:

das Umweltministerium mit je einem Vertreter der Abteilungen ‚Integrierter Umweltschutz und Nachhaltige Entwicklung‘ (Vorsitz), ‚Naturschutz und Landschaftspflege‘ und ‚Wasser und Boden‘ das Landwirtschaftsministerium das Arbeitsministerium (Abteilung Raumordnung) die Naturschutzverbände der Landesbauernverband der Landesverband der Wasser- und Bodenverbände die Kommunalen Spitzenverbände ein Vertreter der Universität Rostock

Ziel des ‚Moorbeirates‘ ist es, das von der Landesregierung am 07. März 2000 beschlossene Moorschutzkonzept planmäßig umzusetzen. Danach sollen in den nächsten 20 Jahren rund 75.000 Hektar Moorfläche saniert werden. Das betrifft 37.000 Hektar besonders überflutungsgefährdeter Moore, wo der Rückzug der Landwirtschaft betriebsverträglich zu gestalten ist und ausgewählte, für den Naturschutz besonders wichtige 38.000 Hektar Moore, die zu renaturieren sind.

Mit der Bewilligung des ‚Operationellen Programms‘ durch die EU Anfang August stehen bis 2006 insgesamt 60 Mio. DM (davon 75 Prozent EU-Mittel) für die Umsetzung des Moorschutzkonzeptes zur Verfügung.

Da das Konzept konsensorientiert ist und auf dem Prinzip der Freiwilligkeit beruht, hat der Beirat nicht nur beratende, sondern auch entscheidende Funktion für die Durchführung von Projekten. Die Mitglieder des ‚Moorbeirates‘ entscheiden über die Annahme oder die Ablehnung der Projektanträge durch Mehrheitsbeschluss. Kommt keine Einigung zustande, entscheidet der Vorsitzende des Beirates, heißt es in der Geschäftsordnung, die einstimmig angenommen wurde. Danach tagt der ‚Moorbeirat‘ mindestens zweimal jährlich in nicht öffentlicher Sitzung in Schwerin. Die Mitgliedschaft ist ehrenamtlich, die Berufung der Mitglieder erfolgt für die Dauer der Legislaturperiode des Landtages.

Bereits auf seiner ersten Sitzung hat der ‚Moorbeirat‘ über die ersten Anträge beraten. Dabei ging es sich um 16 Hektar landwirtschaftlicher Fläche im Einzugsgebiet der Nebel und um rund 600 Hektar Naturschutzflächen in der Moorniederung der Flüsse Recknitz und Trebel.

Umweltstaatssekretär Glitz betonte, mit dem ‚Moorbeirat‘ solle eine fach- und institutionsübergreifende Beratung des Umweltministeriums zur Umsetzung des Moorschutzkonzeptes erreicht werden, indem die Belange des Natur- und Umweltschutzes einerseits und die der Landnutzer andererseits berücksichtigt würden.

Weitere Informationen: Frau Ilona Stadler, Umweltministerium M-V, Tel.: 0385-588-8003, Fax.: 0385-5888990, E-Mail

30. August 2000

DLG zeichnet Weingüter mit ganzheitlicher Qualitätsphilosophie aus

Themen: Hessen,Wein — info @ 13:08

Frankfurt (agrar.de) – Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) hat jetzt erstmals Weingüter für ihre ‚ganzheitliche Qualitätsphilosophie‘ ausgezeichnet. Philip Freiherr von dem Bussche, Präsident der DLG, überreichte auf Schloss Reinhartshausen die Auszeichnung ‚DLG Empfohlenes Weingut‘ an 13 deutsche Weingutsbesitzer.

‚Einen guten Wein zu kreieren, reicht heute allein nicht mehr aus,‘ begündete Bussche die Prämierung. ‚Hinzukommen muss der unbedingte Wille zur Qualität, die uneingeschränkte Bereitschaft, in allen Betriebsbereichen eine ehrgeizige Qualitätsphilosophie zu verfolgen, sich dem Markt und dem Wettbewerb zu stellen und das sichere Gespür für die Wünsche der Kunden zu finden!‘

Es sei ein weiter Weg von der Rebe im Weinberg bis zum zufriedenen Lächeln des Kunden, unterstrich Bussche die Leistung der prämierten Weingüter. Der Weinfreund wolle heute einen guten Wein, der umweltschonend und qualitätsfördernd hergestellt wurde.

Der Anforderungskatalog zur Preisvergabe fordert von den Weingütern, dass neben der Qualität in der Flasche auch im Weinkeller qualitätserhaltend und -fördernd gearbeitet wird. Die Winzer müssen zurückhaltend und sinnvoll mit der Chemie im Weinberg umgehen. Schließlich werden alle Betriebe von einer Kommission besichtigt und hinsichtlich ihrer Kundenorientierung bewertet.

Insgesamt hatten sich 80 Betriebe für die Auszeichnung ‚DLG Empfohlenes Weingut‘ beworben. Da viele Betriebe schon die Zulassungsvoraussetzungen wie z.B. das Führen von Weinbergbüchern nicht erfüllten, wurden nur 19 Betriebe zur Prüfung zugelassen werden. Die jetzt ausgezeichneten Weingüter werden Ende September in einem Preisträgerverzeichnis in Wort und Bild vorgestellt. Hier die Preisträger nach ihrem Anbaugebiet:

Nahe:

Weingut Carl Adelseck, Saarstr. 41, 55424 Münster-Sarmsheim Weingut Schmidt, Postfach 35, 67823 Obermoschel Weingut Bürgermeister Willi Schweinhardt Nachfolger, 55450 Langenlonsheim

Rheingau:

Staatsweingut Assmannshausen, Höllenbergstr.10, 65385 Assmannshausen

Rheinhessen:

Weingut Georg Gustav Huff, Woogstr. 1, 55283 Nierstein-Schwabsburg Weingut Köster Wolf, Langgasse 62, 55234 Albig Weingut Manz, Grabenhof, Lettengasse 9, 55278 Weinolsheim

Rheinhessen:

Weingut Raddeck, Mühlgasse 33, 55283 Nierstein

Franken:

Weingut der Stadt Klingenberg, Wilhelmstr. 107, 63911 Klingenberg Weingut Martin, Gartenstr. 4, 97855 Homburg

Pfalz:

Weingut Eugen Müller, Weinstr. 34 a, 67147 Forst Wein- und Sektgut Rosenhof, 76872 Steinweiler

Mittelrhein:

Weingut Weingart, Mainzer Str. 32, 56322 Spay

DBV erneuert Kritik an getrennter Entsorgung von BSE-Risikomaterial

Themen: Archiv — info @ 10:08

Hohe Kosten ohne verbesserten Verbraucherschutz befürchtet

Bonn (agrar.de) – Gerd Sonnleitner, der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) hat Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer und Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke erneut aufgefordert, sich bei der EU-Kommission gegen eine getrennte Entsorgung bestimmter Gewebeteile von Rindern im Schlachtprozess einzusetzen. Die Verwertung dieser so genannten Risikomaterialien über die Tiermehlherstellung nach dem deutschen Sicherheitsstandard müsse weiterhin möglich sein. Nach Ansicht des DBV-Präsidenten geht eine Entfernung aus der Futtermittelkette würde über die Erfordernisse des Verbraucherschutzes hinaus und lenkt vom eigentlichen Problem ab.

Sollte die EU-Kommission an ihrer Entscheidung festhalten, müsse sie die Finanzierung der zusätzlich entstehenden Kosten übernehmen. Denn bei getrennter Entsorgung des Risikomaterials würde die deutsche Fleischwirtschaft über 100 Millionen DM zusätzliche Kosten tragen müssen, so Sonnleitner in einer Preesemeldung des DBV.

Nach dem Beschluss der EU-Kommission sollen alle Schlachtunternehmen BSE-Risikomaterial ab dem 1. Oktober 2000 unschädlich beseitigen, eine Verwertung als Tierfutter ist nicht mehr zulässig.

Sonnleitner räumt ein, dass die Entfernung der Risikomaterialien aus der Lebensmittelkette als Maßnahme eines vorbeugenden Verbraucherschutzes nachvollziehbar wäre. Weshalb diese Gewebeteile jedoch auch aus der Futterkette entfernt werden müssten, bleibe schleierhaft. Die in Deutschland übliche Drucksterilisation der Schlachtabfälle und Verwertung über die Futterkette (Schweine, Hühner) entsräche dem politisch erwünschten Kreislaufgedanken.

Das Entstehen und die Ausbreitung des BSE-Erregers in Großbritannien und in anderen EU-Mitgliedstaaten sei eindeutig darauf zurückzuführen, dass dort die Anforderungen an die Verarbeitung von Schlachtabfällen und die Herstellung von Tiermehl nicht erfüllt worden seien. In Deutschland werde hingegen durch das Drucksterilisationsverfahren aller Tierkörper und Tierkörperteile in den zugelassenen Tierkörperbeseitigungsanstalten eine Methode angewandt, die eine Inaktivierung des BSE-Erregers sicher stelle, was auch der Wissenschaftliche Lenkungsausschuss der EU nicht in Frage stellte, betonte Sonnleitner.

Mit einer solchen Verarbeitung bei der Tiermehlherstellung werde der gesundheitliche Verbraucherschutz voll und ganz erfüllt. Hingegen würden durch Herausnahme bestimmter Gewebeteile die BSE-Risiken nicht behoben. Werde das Material nicht verbrannt, sondern vergraben, erhöhten sich sogar die Risiken noch erheblich, gab Sonnleitner zu bedenken.

Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag zur Diskussion: ‚Der Bauernverband versteht es nicht‚ von Roland Heynkes.

29. August 2000

Rosige Zeiten für Landwirtschaft und Verbraucher?

Themen: Archiv — info @ 09:08

Münster (agrar.de). ‚Zukunftsmarkt Biolandbau – rosige Zeiten für Landwirtschaft und Verbraucher?‘ So lautet das Thema einer öffentlichen Podiumsdiskussion, die morgen abend im Rahmen der „Aktionstage 2000 – Ökolandbau“ in Bielefeld stattfindet. Teilnehmer aus Landwirtschaft, Politik und Handel auf Gut Wilhelmsdorf in Bielefeld über die Zukunft des ökologischen Landbaus zwischen Verbraucherwünschen, Preiskämpfen und politischen Zielsetzungen.

Als Teilnehmer der Podiumsdiskussion wurden Bärbel Höhn, Ministerin für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Helmut Born, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Bonn, Hans Mischke, Abteilungsleiter Umweltschutz der Karstadt AG, Essen, und Heinz-Josef Thuneke, Geschäftsführer Bioland NRW, Hamm, angekündigt.

Am Nachmittag stellen die Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe und Bioland NRW im Rahmen der ‚Aktionstage 2000 – Ökolandbau‚ die Milcherzeugung und Vermarktung auf Gut Wilhelmsdorf vor. Dabei werden die Inhalte und die praktische Umsetzung der EU-Bio-Verordnung hinsichtlich der Bio-Milcherzeugung erörtert.

28. August 2000

DRV: Neues Milchquotenrecht beschleunigt Strukturwandel

Themen: Archiv — info @ 13:08

Bonn (agrar.de) – Wie stark die agrarpolitischen Rahmenbedingungen Einfluss auf landwirtschaftliche Unternehmen haben, unterstreicht eine Umfrage des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) zur Strukturentwicklung der Milcherzeugung.

Als Reaktion auf das neue Milchquotenrecht, das am 1. April 2000 in Kraft trat, haben insgesamt 13 Prozent der deutschen Milcherzeuger im Quotenjahr 1999/2000 ihre Produktion eingestellt, davon zwei Drittel unmittelbar vor Beginn der neuen Verordnung. In den Vorjahren betrug der jährliche Rückgang lediglich 5 bis 7 Prozent. Parallel zur Entwicklung im letzten Jahr stieg die durchschnittliche Quotenmenge je Erzeuger in den alten Bundesländern von 174 000 kg auf 210 000 kg, das entspricht einer Aufstockung von rd. 15 Prozent.

‚Unsere Umfrage zeigt zum Teil gewaltige Verschiebungen der Erfassungsmengen auf. Einzelne Genossenschaften melden einen Rückgang bis zu 14 Prozent, andere haben bis zu 14 Prozent dazu gewonnen. Hier haben die Übertragungen von Quoten einen Großteil dieser Änderungen verursacht‘, erklärte DRV-Präsident Manfred Nüssel in einer Pressemeldung.

Nüssel geht davon aus, dass der Strukturwandel auf Erzeugerebene verstärkt wird. Die sinkende Anzahl der Milchbauern konfrontiere die genossenschaftlichen Unternehmen mit besonderen Fragen in Bezug auf Eigenkapitalbasis und Geschäftsguthaben. Der DRV-Präsident forderte die Agrarpolitiker auf, frühzeitig die Weichen für die künftige Milchmarktpolitik zu stellen, die Unternehmen bräuchten verlässliche Rahmenbedingungen.

Kontaktadresse: Deutscher Raiffeisenverband e.V. (DRV), Adenauerallee 127, 53113 Bonn, Telefon: 0228/1060, Telefax: 0228/106266, info@drv.raiffeisen.de

26. August 2000

GRANO: dauerhaft-umweltgerechte Produktion im Modellprojekt

Themen: Archiv — info @ 14:08

Bonn (agrar.de) – GRANO ist ein Verbundforschungsobjekt, das seit 1999 über einen Zeitraum von 4 Jahren Konzepte für eine dauerhaft-umweltgerechte landwirtschaftliche Produktion entwickeln soll. An diesem, vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie (BMBF) geförderten Projekt beteiligt, sind sechs verschiedene Institutionen: das Zentrum für Agrarlandschafts- und Landnutzungsforschung (ZALF), die Humboldt Universität Berlin, die Fachhochschule Eberswalde, das Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung in Erkner, das Institut für Agrartechnik Bornim (ATB) in Potsdam und die Universität Potsdam. Das Projekt bezieht sich auf ein Modellgebiet in Nordost-Deutschland (Elbe-Elster-Kreis, Uckermark, Barnim).

Sinn und Zweck dieses Projektes ist es, den zunehmenden wirtschaftlichen Leistungsdruck in der Landwirtschaft mit neuen Schwerpunkten und Aufgaben sowie überzeugenden Konzepten für eine nachhaltige landwirtschaftliche Produktion aufzufangen, um somit die langfristige Finanzierung des Abreitsmarktes Landwirtschaft zu sichern.

Ausgangspunkt von GRANO ist die These, dass unter den gegebenen agrarpolitischen Rahmenbedingungen eine Verbesserung der Umweltqualität durchaus möglich ist. Das dies bisher noch nicht konsequent verfolgt worden ist, wird u.a. auf den bislang unzureichenden Wissenstransfer aus der Forschung in die Praxis zurückgeführt.

GRANO setzt daher auf die Verknüpfung folgender Projektbereiche:

1. Dezentrale Bewertungs- und Koordinationsmechanismen für ökologische Leistungen in der Landwirtschaft

2. Wissenschaftlich fundierte und praxisorientierte landwirtschaftliche Beratung zu umweltrelevanten Themen

3. Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte/Tourismus

4. Regionales Flächenmanagement

Nach Ablauf der ersten zwei Projektjahre wurde das Internetangebot des Projektes wesentlich verbessert. Zahlreiche Veröffentlichungen stehen als pdf-Format zum Download zur Verfügung. Aktuelle Projekt-Informationen werden über die Zeitung: GRANO-aktuell oder über die Infoblätter zur landwirtschaftlichen Beratung transportiert. Ferner finden sich Links zu interessanten Teilprojekten, wie z.B. zu den Farbfeldern der Künstlergruppe finis e.V.. Mit Gründungungspflanzen angelegte, kreativ gestaltete „Farbfelder“ versprechen nicht nur ökologischen und ökonomischen Nutzen, sondern erhöhen zugleich durch ihren künstlerischen Aspekt den Freizeitwert der Agrarlandschaft. (sh)

24. August 2000

Erneut gentechnisch verändertes Saatgut entdeckt

Themen: Archiv — info @ 15:08

Wien (agrar.de) – In Österreich wurde erneut gentechnisch verändertes Saatgut entdeckt, das ohne Wissen von Landwirten angebaut wurde. Nach Pressemeldungen fand das Bundesamt und Forschungszentrum für Landwirtschaft (BFL) bei seinen Untersuchungen 20 Proben mit positivem Ergebnis, der Anteil gentechnisch veränderter Organismen soll dabei größer als drei Prozent sein. Den Angaben zufolge handelte es sich bei den gentechnischen Verunreinigungen um die Maissorte ‚Clarica‘ des Saatgutkonzern Pioneer.

Die umweltpolitische Sprecherin der SPÖ, Ulrike Sima, schlußfolgerte in einer Pressekonferenz, die Importkontrollen ließen quantitativ und qualitativ zu wünschen übrig und müßten verschärft werden. Sima kritisiert die unzureichende Ausrüstung österreichischer Forschungsstätten. Es wäre kaum möglich, einen spezifische Nachweis für eine einzelne gentechnisch veränderte Maissorte zu erbringen. Genaue Kontrollen von importiertem Saatgut und eine Zertifizierung für Saatguthersteller müßten ermöglicht werden, um eine Kontamination auszuschließen. Auch müssten dem Import kontaminierten Saatgutes rechtliche Schritte folgen. Untersuchungen, die eine Kontamination von Saatgut ergeben haben, sollten daher veröffentlicht werden. Die Bauern wären über gentechnisch verändertes Saatgut und Futtermittel zu wenig informiert.

Für den Herbst plant die EU-Kommission die Vorlage einer ‚Novel-Feed-Verordnung‘, einen Rechtsrahmen für Futtermittel. Laut Sima schreite dieses Vorhaben nur zögernd voran. Aus diesem Grund plane man einen Gentechnik-Gipfel in Österreich.

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