11. Juli 2000

Auf den Hund gekommen

Themen: Archiv — info @ 09:07

(agrar.de) – Überfüllte Tierheime, Lieferengpässe bei Maulkörben und eine Unzahl von ausgesetzten Hunden sind die Folgen der aktuellen Entwicklungen um die Haltung von sog. Kampfhunden. Aufgrund zunehmender Angriffe durch Hunde wurden bundesweit Zuchtverbote und neue Hunde- und ‚Gefahrentier-‚ -verordnungen erlassen, gegen die die Hundehalter und ihre Verbände nun Sturm laufen. Das Bundeskabinett hat zudem beschlossen, ein Zucht- und Importverbot für Kampfhunde gesetzlich zu verankern.

Beim Deutschen Tierhilfswerk e.V. (DTHW) stehen die Telefone seitdem nicht still. ‚Die Nerven der Hundehalter liegen blank. Sie sind in einem unglaublich hohen Maße offenen Anfeindungen auf der Straße ausgesetzt, sagte Gina Barth-Muth, Pressesprecherin des DTHW. Mit der Sonderaktion ‚Wir kämpfen für die Hunde‘ stellt das DTHW mobile Zwingeranlagen bereit, um die Aufnahme von sogenannten Kampfhunden in allen deutschen Tierheimen zu unterstützen. Mit dieser Maßnahme soll vermieden werden, das Hunde ausgesetzt oder anderweitig ‚entsorgt‘ werden.

Der %url10%Bundesverbandes Praktischer Tierärzte%/% kritisierte die neuen Verordnungen und warnt vor einem ‚Rund-um-Schlag gegen eine Vielzahl (großer) Hunde‘. Die ‚im Wege von Eilverordnungen angedachten Maßnahmen‘ liessen erkennen, ‚dass sie tier- und verhaltensbezogen zu unspezifisch sind und gerichtlicher Überprüfung kaum standhalten werden.‘

Die Polizei (GdP) fühlt sich mit der Kontrolle der neuen Kampfhunde-Verordnungen völlig überfordert. Der Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Norbert Spinrath, sagte der Nachrichtenagentur ‚Reuters‘, die Beamten seien weder ausreichend im Umgang mit den gefährlichen Tieren geschult noch könnten sie die zahlreichen Verwaltungsaufgaben übernehmen. Dies sei Sache der Ortnungsämter.

Folgende Bundesländer haben ihre neuen Hundeverordnungen ins Internet gestellt: Bremen, Berlin, Hamburg, %url4%Hessen%/%, %url2%Mecklenburg-Vorpommern%/%, %url5%Nordrhein,Westfalen%/%, %url7%Rheinland-Pfalz%/%, %url3%Schleswig-Holstein%/%.

07. Juli 2000

BgVV: Belastung von Kleinkindernahrung mit Fusarientoxinen zu hoch!

Themen: Archiv — info @ 12:07

Berlin (agrar.de) – Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin in Berlin warnt vor teilweise alarmierend hohen Werten von Fusarientoxinen in Nahrungsmittel.

Fusarien sind Schimmelpilze, die Getreide (Weizen, Roggen, Mais) befallen und dabei ihre Stoffwechselprodukte, darunter Deoxynivalenol und Fumonisin, in die Getreidekörner abgeben. Diese Fusarientoxine wirken zellschädigend und beeinträchtigen das Immunsystem. Nach jüngsten Untersuchungen nimmt der Fusarienbefall bei Getreide zu.

Im Rahmen eines vom Bundesministerium für Gesundheit finanzierten Forschungsprojekts „Fumonisinaufnahme des deutschen Verbrauchers“ wurden im Forschungsverbund verschiedene Sorten Kleinkindernahrung auf Fumonisin untersucht. Fumonisine sind Schimmelpilzgifte, die von Fusarien im wesentlichen auf Mais produziert werden. Im Tierversuch erwiesen sich Fumonisine als krebserzeugend.

Beteiligt waren der Lehrstuhl für Hygiene und Technologie der Milch an der Ludwigs-Maximilians-Universität München, das Institut für Lebensmittelchemie des Landesuntersuchungsamtes Trier sowie das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin.

Bei Untersuchungen von getreidehaltiger Kleinkindernahrung (Getreidebrei, Maisgries) wurden Gehalte an Deoxynivalenol von zum Teil über 600 µg je kg Lebensmittel gefunden. Wenn ein Säugling bzw. ein Kleinkind täglich ein bis zweimal jeweils 20 Gramm derartig verunreinigter Getreideprodukte aufnimmt, wird die vom Wissenschaftlichen Lebensmittelausschuß der Europäischen Union abgeleitete tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (temporary Tolerable Daily Intake – TDI) von 1 µg je kg Körpergewicht deutlich überschritten. Eine Verzehrsmenge von zweimal 20 g Getreideprodukt pro Tag entspricht andererseits den Ernährungsempfehlungen des Forschungsinstituts für Kinderernährung in Dortmund für Säuglinge zwischen sechs und neun Monaten.

Nach bisher vorliegenden Ergebnisse wiesen Produkte, die als eine der Hauptkomponenten Maismehl enthielten, in der Mehrzahl der geprüften Proben Fumonisine in Konzentrationen von 100 bis 500 µg/kg auf. Die erhöhten Konzentrationen deuten daraufhin, dass die Chargen nicht hinreichend auf Fusarientoxine geprüft wurden. Durch eine sorgfältige Auswahl und Kontrolle der Rohstoffe ließe sich die Belastung des Endproduktes mit diesen Pilzgiften deutlich reduzieren.

Aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes fordert das BgVV die Hersteller auf, die Gehalte an Fusarientoxinen insbesondere bei der Erzeugung von Säuglings- und Kleinkindnahrung so weit wie möglich zu reduzieren.

Der Forschungsverbund Fumonisine und das BgVV fordern EU-weit Höchstmengen für Fusarientoxine, um die Fumonisinaufnahme des Verbrauchers und insbesondere von Kleinkindern zu minimieren. Das Bundesministerium für Gesundheit hat sich bei der EU-Kommission bereits nachdrücklich für deren Festsetzung eingesetzt. Eine Datensammlung zur europaweiten Belastung von Lebensmitteln mit Fusarientoxinen ist in Vorbereitung.

06. Juli 2000

Osteoporose: Käse statt Cola

Themen: Archiv — info @ 11:07

Boston (agrar.de) – Jugendliche, die oft Softdrinks und Kola-Getränke zu sich nehmen, erhöhen Ihr Risiko, im Alter an Osteoporose zu erkranken. Das berichtet das Online-Magazin ‚Ärztliche Praxis‘ mit Verweis auf eine neue US-Studie der Harvard Medical School in Boston. Demnach stört der hohe Phosphat-Gehalt die Selbstregulierung des Kalzium-Haushalts im Knochen empfindlich. Dabei sind Judgendliche in der Lebensphase, in der wegen des Wachstums besonders viel Kalzium benötigt wird.

Den Angaben des Magazins zufolge sind vor allem junge Mädchen gefährdet, zumal diese oft um kalziumreiche Lebensmittel wie Milch, Käse oder auch Gemüse wie Brokkoli, Grünkohl oder Kohlrabi einen großen Bogen machen.

Statt des Konsums von Kola-Getränken raten Ernährungs-Wissenschaftler Teenagern zu Fruchtsäften oder Mineralwässern, die mit Kalzium angereichert sind. Neben kalziumreichen Lebensmitteln fördern auch körperliche Aktivitäten die Stabilität der Knochen.

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