21. Juli 2000

Nachbau: Landgericht München bestätigt umfassende Auskunftspflicht von Landwirten

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München (agrar.de) – Das Landgericht München hat in einem Rechtsstreit der Saatgut-Treuhandverwaltungs GmbH (STV) gegen einen Landwirt aus Bayern bestätigt, daß Landwirte verpflichtet sind, Auskunft über Art und Umfang des Nachbaus einer geschützten Pflanzensorte zu erteilen.

Das Landgericht München (Az. 21 O 12476/99) hat in einem Rechtsstreit der Saatgut-Treuhandverwaltungs GmbH (STV) gegen einen Landwirt aus Bayern bestätigt, dass Landwirte verpflichtet sind, Auskunft darüber zu erteilen, ob, und wenn ja, in welchem Umfang sie Nachbau mit einer geschützten Pflanzensorte betreiben.

Nach dem Urteil des Landgerichts München gilt dies sowohl für nationale als auch europäische Sorten. Damit schließt sich das Landgericht München weiteren Landgerichten in Deutschland, die mit Nachbaustreitigkeiten befasst sind, an.

Lediglich das Landgericht Braunschweig und das OLG Braunschweig haben den umfassenden Auskunftsanspruch für national geschützte Sorten verneint. Die Auffassung des OLG Braunschweig wird vom Landgericht München ausdrücklich abgelehnt, da sie mit der vom Gesetzgeber ausdrücklichen genannten Zielsetzung der Nachbaubestimmungen, die Rechte der Züchter zu stärken, nicht vereinbar sei.

Das Landgericht München hat der STV in weitem Umfang auch das Recht zugesprochen, die Rechte der Sortenschutzinhaber im eigenen Namen geltend zu machen. Ausdrücklich bestätigt hat das Landgericht dies für die Gesellschafter der STV. Für Nichtgesellschafter hat das Gericht die Klage abgewiesen.

Die STV sieht sich in ihrer Vorgehensweise erneut bestätigt und fordert die Landwirte auf, Auskunft über ihren Nachbau zu erteilen, um weitere Verfahren zu vermeiden.

15. Juli 2000

Hände weg von alten Bahnschwellen

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Umweltministerium warnt vor Nutzung und Weitergabe

Dresden (agrar.de) – Alte Bahnschwellen dürfen nicht als Baumaterial in Haus und Garten verwendet werden. Darauf machte das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium Sachsen aufmerksam. Immer wieder würden aus Unkenntnis über die Gefahr alte Schwellen zur Gartengestaltung eingesetzt. Bahnschwellen und Leitungsmasten, die mit teerölhaltigen Holzschutzmitteln behandelt wurden, enthalten Stoffe wie Phenole, Kresole oder das krebserregende Benzo(a)pyren. Noch nach vielen Jahren ’schwitzen‘ diese Stoffe aus den Hölzern aus und können zu Gesundheitsschäden führen.

Die bundesweit geltende Gefahrstoffverordnung verbietet die Nutzung durch den privaten Endverbraucher. Auch wer dieses Material an Privatpersonen abgebe, mache sich strafbar, warnt das Ministerium. Bahnschwellen, die vor dem 1. April 1992 eingebaut wurden, müssen aufgrund der Gesetzeslage nicht entfernt werden. Dort, wo ein direkter Hautkontakt besteht, wie beispielsweise bei Bänken oder Sandkastenumrandungen, sind die Schwellen durch andere Baumaterialien zu ersetzen.

Im gewerblichen Bereich ist die Nutzung dieser Schwellen zum Teil noch gestattet. Die letzte Imprägnierung muß allerdings mehr als 15 Jahre zurückliegen. Frische Schnittstellen müssen dauerhaft versiegelt oder abgedeckt sein. Regelmäßiger Hautkontakt ist auszuschliessen. Wer seine Bahnschwellen los werden möchte, darf diese auf keinen Fall verbrennen. Die Entsorgung hat nur in dafür genehmigten Anlagen zu erfolgen. Auskünfte über Möglichkeiten der Entsorgung geben die Abfallämter der Landkreise und kreisfreien Städte.

14. Juli 2000

Claas streicht 300 Stellen

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Harsewinkel (agrar.de) – Der Landmaschinenhersteller Claas will seine Belegschaft in den nächsten zwei Jahren weltweit um 300 Mitarbeiter reduzieren. Gegenüber der Münsterländischen Volkszeitung begründete ein Unternehmenssprecher die geplante Maßnahme mit dem Rückgang der Nachfrage nach Mähdreschern. Am Firmensitz in Harsewinkel selbst müssen voraussichtlich 100 bis 200 Stellen gestrichen werden. Der auf die Verwaltung beschränkte Stellenabbau solle möglichst sozialverträglich erfolgen.

Der nach eigenen Angaben führende europäische Hersteller von Mähdreschern, Feldhäckslern und Futtererntemaschinen beschäftigte Ende 1999 etwa 5.800 Mitarbeiter, die einen Umsatz von rund zwei Milliarden DM erwirtschafteten, gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um 200 Beschäftigte und 0,2 Milliarden DM. Dem negativen Trend will das Unternehmen mit Rationalisierungsmaßnahmen und der Erschließung neuer Auslandsmärkte begegnen.

Deutscher Landfrauenverband online

Themen: Archiv — info @ 09:07

Bonn/Berlin (agrar.de) – Der Deutsche Landfrauenverband (DLV) ist nun auch online im Internet zu erreichen.

Der Verband (DLV) vertritt bundesweit die Interessen aller Frauen und ihrer Familien im ländlichen Raum. Mitglieder im DLV sind 22 Landes-Landfrauenverbände mit rund 370 Kreis- und mehr als 12.000 Ortsvereinen, in denen rund 550.000 Frauen organisiert sind. Die Mitglied sind sowohl in der Landwirtschaft als auch in anderen Berufen tätig.

13. Juli 2000

Gegen Abbau der Agrar-Fakultät: Trecker-Demo in Kiel

Themen: Archiv — info @ 12:07

Kiel (agrar.de) – Mit einer Trecker-Demonstration machte sich gestern die geballte Wut von Studierenden, Professoren und Bauern Luft: Mit Transparenten, Trillerpfeifen, Jagdhörnern und etwa 80 Traktoren zogen sie von der Christian-Albrechts-Universität (CAU) zum Landeshaus in Kiel, um lautstark gegen die Überlegung der Grünen, die Agrar- und Ernährungswissenschaftliche Fakultät zu schließen, zu protestieren.

In einem Thesenpapier der Grünen wird die Zusammenlegung der Fakultät mit anderen Bereichen angedacht, was bereits in den vergangenen Tagen zu Protesten geführt hat. Auf der Tagsordnung der Landtagssitzung steht auch ein Antrag der FDP, die den geplanten Abbau von 200 Stellen im Rahmen der Haushaltsberatungen zur Diskussion stellen will.

Gegen der Vorwurf, er wolle zusammen mit der rot-grünen Landesregierung den Ausverkauf der Universität vorzubereiten, wehrte sich der neu gewählte Rektor Prof. Reinhard Demuth: ‚Das Rektorat verfolgt keine Pläne zur Schließung der Fakultät‘. Die Finanznot zwinge die CAU aber, in den nächsten Jahren 100 Stellen einzusparen und weitere 100 umzuwidmen, um auch innovative Projekte zahlen zu können.

Zustimmung erhielten die Demonstranten auch vom Bauernverband: ‚Der hohe Leistungsstandard der Landwirtschaft im Land ist untrennbar mit der Fakultät verbunden‘, versicherte Carsten Mumm, früher Präsident der Landwirtschaftskammer, ‚der grüne Sektor steht zusammen.‘ Das zeigte sich auch daran, dass viele Landwirte mitdemonstrierten. Wenn man an der Ausbildung spart, verbaut man der ganzen Landwirtschaft die Zukunft‘, zitiert die kieler Zeitung einen älteren Landwirt aus Rendsburg, der an der Spitze des Zuges mitlief.

Vorsicht vor Herkulesstauden

Themen: Archiv — info @ 09:07

Oldenburg (agrar.de) – Immer wieder kommt es in dieser Jahreszeit dazu, daß bei Erwachsenen, Kindern oder Tieren, nach dem Kontakt mit dem Riesenbärenklau, der auch Herkulesstaude genannt wird, sonnenbrandähnliche Hautschäden auftreten. Das Pflanzenschutzamt der Landwirtschaftskammer Weser-Ems meldet, dass sich Anfragen zur Herkulesstaude häufen.

Die Staude mit dem wissenschaftlicher Name ‚Heracleum pubescens giganteum‘ ist im 19. Jahrhundert aus dem Kaukasus eingeführt und zunächst in Botanischen Gärten kultiviert worden. Sie wird nicht selten über 3,50 Meter hoch, entfaltet riesige weiße Blütenschirme, bildet armdicke Stengel aus bevorzugt frische Standorte mit guter Wasser- und Nährstoffversorgung wie Bachsäume, Weiden und feuchte Ackerränder.

Der Bärenklau ist in vielen Gebieten längst zu einer Bedrohung geworden. In ihrem Eroberungszug verdrängt die konkurrenzstarke Pflanze heimische Arten aus ihrer ökologischen Nische – ein Grund dafür, daß sie bei Naturschützern nicht sehr beliebt ist.

Ihre ätherischen Öle und andere Inhaltsstoffe sind hoch photoaktive Substanzen, die unter dem Einfluß von Sonnenlicht stark ätzend wirken. So manch einer hat seinen Kampf gegen den Neuankömmling schon mit schmerzenden Hautverbrennungen bezahlt. Aber die Inhaltsstoffe der Blätter und Stengel sind nicht nur äußerlich gefährlich, unter ihnen befinden sich auch Furocumarine, organische Verbindungen, die als Krebserreger gelten. Pflanzensaft, über den Mund aufgenommen, kann sogar zu Atem -oder Gliederlähmungen führen.

Besteht der Verdacht, daß Pflanzensaft der Herkulesstaude auf die Haut gelangt ist, muß die betroffene Hautpartie sofort gründlich mit Wasser und Seife abgewaschen werden. Anschließend sollte eine Sonnenschutzcreme mit hohem Lichtschutzfaktor aufgetragen und die Sonne für zwei bis drei Tage gemieden werden.

Wer den Riesen-Bärenklau im Garten kultiviert, solle eine weitere Ausbreitung unbedingt verhindern. Bewährt hat sich das konsequente Entfernen und Vernichten sämtlicher Blütendolden bald nach der Blüte, aber unbedingt vor der Samenreife.

Hierbei sollte man sich unbedingt mit geeigneter Kleidung und Handschuhen vor Hautkontakt schützen. Am einfachsten ist es, die Pflanzen im Frühjahr, vor Vegetationsbeginn gründlich auszugraben. Hierbei sind die rübenförmigen Wurzeln so tief wie möglich abzustechen. Falls es dennoch zum Neuaustrieb kommt, ist die Maßnahme zu wiederholen. In schwierigen Fällen kann auch die Beratung des Pflanzenschutzamtes der Landwirtschaftskammer Weser-Ems in Anspruch genommen werden.

12. Juli 2000

Preisindex: Lebenshaltung im Juni 1,9 Prozent über dem Vorjahresstand

Themen: Archiv — info @ 13:07

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ist der Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte für Deutschland im Juni 2000 gegenüber Juni 1999 um 1,9 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Mai 2000 stieg der Index um 0,6 Prozent.

Während – wie in den vergangenen Monaten – die anhaltend gestiegenen Preise für Mineralölerzeugnisse zur Erhöhung der Jahresteuerungsrate beitrugen, lagen die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke im Juni 2000 um 0,8 Prozent niedriger als vor Jahresfrist. Die Preise für Molkereiprodukte und Eier gingen um 1,5 Prozent zurück, auch Speisefette und -öle (- 2,7 Prozent), Obst (- 0,7 Prozent), Gemüse (- 2,2 Prozent) sowie Kaffee, Tee, Kakao (- 4,0 Prozent) waren für die Verbraucher günstiger zu erstehen.

Im Juni 2000 ergab sich für das frühere Bundesgebiet im Vorjahresvergleich eine durchschnittliche Preissteigerungsrate von 1,9 Prozent, während für die neuen Länder und Berlin-Ost eine Teuerungsrate von 1,7 Prozent gegenüber Juni 1999 errechnet wurde.

11. Juli 2000

Rote Liste: Über zwei Drittel der europäischen Biotope gefährdet

Themen: Archiv — info @ 15:07

Bonn (agrar.de) – Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat die Ergebisse eines Fachsymposiums über die sog. ‚Roten Listen‘ herausgegeben. Von den Experten werden die Listen als ’sinnvolles und notwendiges Instrument dargestellt, mit dem die Öffentlichkeit über die Artengefährdung und den Artenschwund in Deutschland informiert und Handlungsbedarf aufgezeigt werden kann.‘ Die ‚bundesweiten Roten Listen gefährdeter Tiere, Pflanzen und Biotope‘ seit 30 Jahren vom Bundesamt erarbeitet.

Die Gefährdung der biologischen Vielfalt ist in Deutschland noch immer hoch: von den untersuchten Tier- und Pflanzenarten (ca. 30.000 Arten) stehen bundesweit etwa 40 Prozent auf den Roten Listen. Drei Prozent der Tier- und Pflanzenarten gelten als ausgestorben oder verschollen. Über zwei Drittel (69 Prozent) der europäischen Biotope sind als gefährdet eingestuft.

Die Naturschutzexperten raten dazu, die Roten Listen weiterzuentwickeln und um bio-ökologische Daten, Informationen zu Gefährdungsursachen sowie Hinweise auf positive und negative Bestandsentwicklungen zu erweitern. Diese Zusatzinformationen sollen auch die Nachvollziehbarkeit der Einstufung von Tier- und Pflanzenarten auf den Listen erhöhen. Außerdem sollen die Arten der Roten Listen gekennzeichnet werden, für deren Erhalt Deutschland aus weltweiter Sicht besondere Verantwortung trägt.

Die Roten Listen sind ein bedeutendes Instrument für die Bewertung der Naturverträglichkeit und der Gefährdungssituation in der Planungspraxis, z.B. im Straßenbau und bei Bauleitplanungen.

Biofleisch immer beliebter

Themen: Archiv — info @ 12:07

Hürth (agrar.de) – In deutschen Naturkostläden steigt die Nachfrage nach Fleisch und Wurst. Immer mehr der insgesamt 1800 Naturkostläden in der Bundesrepublik bieten nach Angaben der Bundesverbände Naturkost (BNN) inzwischen auch Fleischprodukte an.

Die Nachfrage nach Fleisch- und Wurstwaren aus biologischer Erzeugung sei ‚deutlich größer als das Angebot‘, so Verbandssprecherin Ilka Stitz. Ende der 90er Jahre sei das Interesse der Verbraucher an Bio-Fleischwaren sprunghaft gestiegen.

Nach einer von den BNN und der Synergie Unternehmensberatung durchgeführten Fachhandelsumfrage 1999 zeigt sich, dass bereits 87 Prozent der Naturkostfachgeschäfte Fleisch und Wurstwaren anbieten. Rund 68 Prozent der Befragten messen dieser Produktgruppe eine steigende Bedeutung zu. Das bestätigte auch die aktuelle Verbraucherumfrage des BNN-Grosshandel.

Da zur Zeit hohe gesetzliche Auflagen bezüglich der Qualifizierung des Fachpersonals bei dem Verkauf von Frischfleisch und -wurst bestehen, wird Fleisch und Wurst im Naturkosthandel hauptsächlich eingeschweisst angeboten (56,6 Prozent Fleisch und jeweils 74 Prozent Frischwurst und Räucherware). Rund 40 Prozent der befragten Einzelhändler bietet auch ein Tiefkühlangebot an, 56,8 Prozent gehen davon aus, dass der Umsatz mit dem Angebot an Tiefkühlfleisch weiter steigen wird. 74 Prozent der befragten Händler sehen die Notwendigkeit, die Verkäuferinnen und Verkäufer entsprechend zu schulen, um zukünftig die Auswahl an frischen Fleisch- und Wurstwaren erweitern zu können.

Auf den Hund gekommen (2)

Themen: Archiv — info @ 11:07

Allschwil (agrar.de) – Im schweizerischen Allschwil muss ein Biobauer die Hälfte seiner Kühe wegen Hundekot im Futter schlachten lassen. Laut veterinärmedizinischen Untersuchungen ist der Krankheitserreger Neospora Canis über das Futter auf seine Tiere übertragen worden.

Der Erreger stammt nach Ansicht des Landwirts von ‚Gassi‘ gehenden Hunden und verursacht Aborte bei den Kühen. Von 40 Kühen, Rindern und Kälbern der Herde seien mindestens 22 positiv, bei fünf weiteren Tieren besteht der Verdacht eines Neospora-Canis-Befalls, da sie regelmässig ihre Föten verlieren. Da der Erreger medikamentös nicht zu bekämpfen sei, bleibe nur noch die Schlachtung der Tiere. Der Landwirt hofft nun auf Unterstützung durch die Tierseuchenkasse und die Stadt: ‚Das Problem wurde ja auch von einem Teil der Öffentlichkeit, nämlich den verantwortungslosen Hundehaltern, ausgelöst.‘

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