25. Juli 2000

G8-Staaten ohne gemeinsame Strategie für Grüne Gentechnik

Themen: Archiv — info @ 09:07

(agrar.de) – Die führenden sieben Industriestaaten und Russland (G8-Staaten) befürworten grundsätzlich den Handel mit Lebensmitteln, die mit Hilfe der Biotechnologie erzeugt werden, sind offenbar aber von einer gemeinsamen Strategie noch weit entfernt.

Zum Ende des dreitägigen Gipfels auf der japanischen Insel Okinawa konnte sich die Präsidentenrunde lediglich darauf einigen, dass es bei diesen Produkten wichtig sei, Standards für den Verbraucherschutz festgelegen und die internationale Zusammenarbeit auszubauen.

Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac sagte, es gebe zwei gegensätzliche Ansichten in der G8-Runde. Während die USA und Kanada keine Gefahr bei diesen Produkten sehen und sie im Kampf gegen den Hunger in der Welt einsetzen wollten, seien Europa und Japan eher skeptisch. Sie verlangten wissenschaftliche Beweise über die Ungefährlichkeit solcher Produkte.

US-Präsident Bill Clinton und der britische Premierminister Tony Blair warnten vor übertriebener Furcht vor genetisch behandelter Nahrung. Clinton verlangte, die Entscheidungen über Gen Food auf ‚klare Forschungsergebnisse‘ zu stützen und wandte sich dagegen, das Problem nur als Kampf zwischen den Interessen von Agro-Industrie und Umweltschutz darzustellen. Blair forderte ‚die bestverfügbare Forschung‘ für die neue Technologie und versprach eine ‚faire und offene Debatte‘ über die Vorteile und Risiken der biotechnologisch behandelten Lebensmittel.

Die Entschlüsselung des menschlichen Genoms sehen die G8-Staaten als ‚von entscheidender Bedeutung für die gesamte Menschheit‘ und rufen zu weiteren Bemühungen auf, um eine weitgehende Harmonisierung der Politiken zur Patentierung biotechnologischer Erfindungen zu erreichen.




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