31. Juli 2000

Molekül für Zellentwicklung in Pflanzen identifiziert

Themen: Archiv — info @ 13:07

ANN ARBOR (agrar.de) – US-Wissenschaftler haben den molekularen Mechanismus in Pflanzenzellen, der für die Differenzierung einer Mutterzelle in spezialisierte Blätter- oder Wurzelzellen verantwortlich ist, entdeckt: Es handelt sich um ein Proteinpaar, bestehend aus einem Botenstoff und seinem Rezeptor, der an der Zellwand haftet.

Wie der Onlinedienst wissenschaft-aktuell berichtet, haben Forscher der University of Michigan ihre Entdeckung an der Lieblingspflanze der Genetiker, der Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana) gemacht.

Zwei Gene, CLAVATA3 und CLAVATA1 genannt, sind für die Produktion von Botenstoff und Rezeptor zuständig. Sobald sich der Botenstoff an den Rezeptor an der Zellmembran bindet, werden weitere Botenstoffe freigesetzt, die auf die DNA im Zellkern wirken. Hier wird ein Signal ausgeschaltet, das bisher die Weiterentwicklung der undifferenzierten Zelle verhindert hat. Als Folge beginnt die Zelle, sich gezielt zu entwickeln , sich zu differenzieren.

Die Wissenschaftler vermuten den selben Signalmechanismus für die Zellentwicklung in unspezialisierten Zellen von Tieren und Menschen. Die Entdeckung könnte wichtige Anwendungsmöglichkeiten in der Landwirtschaft haben – etwa zur Genmanipulation für eine verbesserte Blüten- und Fruchtproduktion.

BME: Milchmarkt zunehmend gefestigt

Themen: Archiv — info @ 13:07

Bonn (agrar.de) – Seit Anfang 2000 haben sich die Märkte für Milchprodukte zunehmend gefestigt, teilt das Bundesernährungsministerium (BME) mit. Aus derzeitiger Sicht sei damit zu rechnen, dass die freundliche Stimmung am Milchmarkt anhalte.

Den Molkereien war es laut BME trotz gestiegener Kosten für Energie und Verpackung möglich, den Erzeugern bessere Preise als im Vorjahr auszuzahlen, der saisonale Rückgang der Erzeugerpreise fiel wesentlich schwächer aus als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Im Bundesschnitt wurde im April für ein Kilogramm Milch 54,89 Pfennig gezahlt (ab Hof, bei 3,7 Prozent Fett- und 3,4 Prozent Eiweißgehalt), ein Plus von 2,0 Prozent gegenüber April 1999. Die bayerischen Milcherzeuger erhielten sogar 57,78 Pf/kg, in Baden-Württemberg wurde rund 1 Pf/kg weniger ausgezahlt. In den weiteren Ländern des früheren Bundesgebietes schwankten die Auszahlungspreise zwischen 52,10 Pf/kg (Schleswig-Holstein) und 54,68 Pf/kg (Hessen).

Spitzenreiter in den neuen Ländern ist Thüringen (56,05 Pf/kg), gefolgt von Sachsen (55,83 Pf/kg) und Brandenburg (55,35 Pf/kg). In Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt erhielten die Milcherzeuger rund 54 Pf/kg Milch.

DBV-Grünbuch online und als Druckbroschüre verfügbar

Themen: Archiv — info @ 10:07

Bonn (agrar.de) – Das Grünbuch des Deutschen Bauernverbandes (DBV) zur nachhaltigen Land- und Forstwirtschaft, das bei der Mitgliederversammlung in Frankenthal verabschiedet wurde, ist jetzt als Broschüre erhältlich.

Das Grünbuch mit dem Untertitel ‚Die deutsche Land- und Forstwirtschaft als Modell einer nachhaltigen Entwicklung‘ bietet Orientierungshilfen und Beispiele zum Beispiel für Tierhaltung, Ackerbau, Forstwirtschaft und Weinbau. Es ist online verfügbar und auch als gedruckte Broschüre für 10 DM beim Deutschen Bauernverband (Referat 3.3, Godesberger Allee 142-148, 53175 Bonn, Fax: 0228-8198-231) erhältlich.

30. Juli 2000

Poesie-Funke(n) – Das Agrarrat-Gedicht

Themen: Archiv — info @ 14:07

(agrar.de) – Bundeslandwirtschaftminister Karl-Heinz Funke (SPD) ist nicht nur bekennender Landwirt, sondern auch ein Dichter. In einer ARD-Talkshow plauderte Funke auch aus dem privaten Nähkörbchen und durfte sich über die erste englische Übersetzung eines Gedichtes erfreuen, dass er nach eigenen Angaben in einer langen Agrarrats-Nacht geschrieben hat:

Es tagt der Rat zum Fleisch vom Rind, zum Schutz von Mann und Frau und Kind. Ohn‘ Etikett, es kann verdrießen, darf ich das Fleisch nicht mehr genießen. Hab‘ ich mir Brust von Ochsen auserkoren, muss ich wissen, wo mal das Kalb geboren, wo’s von der Mutter wurd‘ gestillt, und wo es auf der Weide hat gebrüllt. Welcher Vater gab den Samen? Aufs Etikett auch seinen Namen! Ist von edler Rasse auch die Mutter? Und vor allem: Woher kam ihr Futter? Wo sind Bruder, Schwester abgeblieben? Hat er sich an ihnen oft gerieben? Litt er unter deren Druck und Qualen, so dass wir’s mit der Qualität bezahlen? Wie oft ist er denn krank gewesen, und ist er besonders schnell genesen? Und des Bullen stolze Manneskraft, welcher Veterinär hat sie wohl abgeschafft? Und ist das Rind nicht seelisch deformiert, wie wird es schließlich transportiert? Ging die Fahrt ohn‘ Hunger, Durst und Not, konnt‘ es noch beten vor dem Tod? Das ist alles? Wäre doch gelacht! Wo wurd‘ der Ochs‘ denn umgebracht? Wo fand durch des Schlachters Hände seines kurzen Lebens traurig‘ Ende? Wohin floss sein Blut, in welche Kläranlage, wo fanden seine Knochen ihre letzten Tage? Wo sind Därme, Klauen, Fell und Pans; wer zerteilte ihn von Kopf bis Schwanz? Dies alles muss man also wissen, wenn man Brust vom Ochsen will genießen. Das alles kommt penibel und adrett beim Ochsen auf sein Etikett. Bevor man endlich dann serviert, wird sorgfältig das Etikett studiert. Und hab‘ ich alles fein durchsonnen, hab‘ ich den Ochsen richtig lieb gewonnen. Obwohl der Hunger schon seit Tagen, zuhause ist in meinem Magen, geht mir das Tier nicht aus dem Sinn, ich leide – und leg‘ mich dann zum Sterben hin. Im Himmel schließlich angekommen, hab‘ ich des Ochsen Geist vernommen: „Oh Mensch, die Welt ist doch verkehrt, wäre ich du, ich hätte mich verzehrt.“

26. Juli 2000

In eigener Sache: @grar.de Chat eröffnet

Themen: Archiv — info @ 11:07

Rheine-Mesum (agrar.de) – Seit gestern bietet Ihnen unser Internet-Angebot eine weitere Möglichkeit zur Kommunikation und Information: den @grar.de Chat.

‚Das Chatten ist derzeit vorwiegend bei jungen Internet-Nutzern sehr beliebt und entwickelt sogar eine eigene Sprach- bzw. Schreibkultur. Die moderne Java-Technologie ermöglicht nun auch unseren Besuchern, direkt miteinander zu kommunizieren‘ sagte Alfons Deitermann, Herausgeber von @grar.de, während der virtuellen Eröffnungsparty.

Der Chat steht allen Benutzern von @grar.de rund um die Uhr zur Verfügung und verwendet ein Java-Applet, um direkt auf einen Server im IRC-Netz (Internet-Relay-Chat) zuzugreifen.

Um die Kommunikation miteinander innerhalb und außerhalb des Chat-Raumes weiter zu erleichtern, sollen regelmäßige Besucher zukünftig eine eigene @grar.de E-Mail Adresse mit Ihrem Nickname (dem Spitznamen der Chat-Benutzer) erhalten, kündigte Deitermann an. Themenabende, sowie weitere Räume für Fachgespräche und private Treffen sollen eingerichtet werden, wenn das neue Angebot Interesse findet.

Der Chat-Raum kann von der @grar.de Homepage oder auch in der Suchmaschine agrar.net geöffnet werden.

25. Juli 2000

G8-Staaten ohne gemeinsame Strategie für Grüne Gentechnik

Themen: Archiv — info @ 09:07

(agrar.de) – Die führenden sieben Industriestaaten und Russland (G8-Staaten) befürworten grundsätzlich den Handel mit Lebensmitteln, die mit Hilfe der Biotechnologie erzeugt werden, sind offenbar aber von einer gemeinsamen Strategie noch weit entfernt.

Zum Ende des dreitägigen Gipfels auf der japanischen Insel Okinawa konnte sich die Präsidentenrunde lediglich darauf einigen, dass es bei diesen Produkten wichtig sei, Standards für den Verbraucherschutz festgelegen und die internationale Zusammenarbeit auszubauen.

Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac sagte, es gebe zwei gegensätzliche Ansichten in der G8-Runde. Während die USA und Kanada keine Gefahr bei diesen Produkten sehen und sie im Kampf gegen den Hunger in der Welt einsetzen wollten, seien Europa und Japan eher skeptisch. Sie verlangten wissenschaftliche Beweise über die Ungefährlichkeit solcher Produkte.

US-Präsident Bill Clinton und der britische Premierminister Tony Blair warnten vor übertriebener Furcht vor genetisch behandelter Nahrung. Clinton verlangte, die Entscheidungen über Gen Food auf ‚klare Forschungsergebnisse‘ zu stützen und wandte sich dagegen, das Problem nur als Kampf zwischen den Interessen von Agro-Industrie und Umweltschutz darzustellen. Blair forderte ‚die bestverfügbare Forschung‘ für die neue Technologie und versprach eine ‚faire und offene Debatte‘ über die Vorteile und Risiken der biotechnologisch behandelten Lebensmittel.

Die Entschlüsselung des menschlichen Genoms sehen die G8-Staaten als ‚von entscheidender Bedeutung für die gesamte Menschheit‘ und rufen zu weiteren Bemühungen auf, um eine weitgehende Harmonisierung der Politiken zur Patentierung biotechnologischer Erfindungen zu erreichen.

24. Juli 2000

Ab ins Maisfeld – Spaß in der Agrarlandschaft

Themen: Archiv — info @ 15:07

Rheine/Bonn (agrar.de) – Naturerlebnis- und Ferienangebote auf dem Land liegen voll im Trend. Bereits seit einigen Jahren gibt es einen neuen Freizeitspaß für Städter auf dem Land: Irrgärten in Mais-, Hanf- und Sonnenblumenfeldern locken die Menschen auf den Acker.

@grar.de sammelt Anschriften und Internetseiten von Labyrinthen und stellt diese seit der vergangenen Woche unter dem Titel ‚Ab ins Maisfeld‚ im Netz vor. Die Liste entstand mit Unterstüzung von Peter Rösler und dem Deutschen Maiskomitee. Weitere Vorschläge für die Liste sind willkommen und werden kostenlos aufgenommen. (E-Mail an info@agrar.de genügt)

Auch der Verein %url2%IMA – Information.Medien.Agrar e.V%/% will ein bundesweites Verzeichnis von landwirtschaftlichen Labyrinthen anlegen und bietet allen Landwirten und landwirtschaftlichen Einrichtungen, die ein Labyrinth betreiben,an, sich kostenfrei in ein Verzeichnis eintragen lassen.

Zur Aufnahme ins IMA-Verzeichnis schicken Sie eine eine genaue Beschreibung der Lage des Irrgartens, Öffnungszeiten, Eintrittspreise sowie Name, Adresse und Telefon-Nummer des Betreibers an: IMA – Information.Medien.Agrar e.V, Auerberger Allee 1, 53117 Bonn, Fax: 02 28 – 559 79 20, E-Mail: info@ima-agrar.de

Ertragslage Garten- und Weinbau 2000

Themen: Archiv — info @ 13:07

Bonn/Berlin (agrar.de) – Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (BML) hat die Broschüre ‚Ertragslage Garten- und Weinbau 2000‘ herausgegeben. Sie enthält umfangreiche Informationen zur wirtschaftlichen Lage der Sonderkulturbetriebe, die Bereiche Obst und Gemüse bilden den Schwerpunkt.

Dabei wird ausführlich auf die Struktur der Betriebe und auf Anbau, Ernte, Außenhandel, Verbrauch, Preise und Gewinne eingegangen. Texte, Tabellen und Schaubilder geben einen Überblick nach Bundesländern und Ländern in der Europäischen Union.

‚Ertragslage Garten- und Weinbau 2000‘ ist ein ergänztender Auszug aus dem Agrarbericht 2000 der Bundesregierung und kann in Einzelexemplaren kostenlos beim Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Referat 227, Postfach 14 02 70, 53107 Bonn, bestellt werden.

FAO: Nahrungsangebot wird schneller wachsen als Weltbevölkerung

Themen: Archiv,International — info @ 12:07

Rom (FAO) – Die Weltbevölkerung von über acht Milliarden Menschen im Jahre 2030 wird insgesamt besser ernährt sein und mehr Menschen werden angemessenen Zugang zu Nahrung haben, doch Hunger und Unterernährung werden weiterhin weit verbreitet sein. Dies geht aus einem neuen, vorläufigen Bericht der Welternährungsorganisation (FAO) mit dem Titel: „Landwirtschaft bis zum Jahre 2015/30“ hervor. Rund 580 Millionen Menschen werden im Jahre 2015 chronisch unterernährt sein, so die FAO.

Das Bevölkerungswachstum wird in den kommenden Jahren sinken, der Nahrungsverbrauch wird in einer wachsenden Zahl von Ländern zunehmen. „Dies führt dazu, dass die Weltagrarerzeugung in den kommenden Jahren langsamer anwächst, aber immer noch höher als das Bevölkerungswachstum sein wird,“ betonte die FAO. „In den vergangenen zwei Jahrzehnten wuchs die Weltlandwirtschaft um jährlich 2,1 Prozent, im Zeitraum bis zum Jahre 2015 werden es 1,6 Prozent sein, bis zum Jahre 2030 rund 1,3 Prozent. Die Weltbevölkerung wird dagegen in den kommenden 15 Jahren um 1,2 Prozent steigen, in der Periode bis bis zum Jahre 2030 um 0,8 Prozent.“

Getreide wird auch in Zukunft die wichtigste Nahrungsquelle sein und die Hälfte des täglichen Kalorienbedarfs decken. Die Weltgetreideerzeugung wird bis zum Jahre 2030 nach Einschätzung der FAO um nahezu eine Milliarde Tonnen steigen, sie liegt gegenwärtig bei 1,84 Milliarden Tonnen. „Dieser Zuwachs wird grösser sein als der Anstieg in den zurückliegenden drei Jahrzehnten,“ so die FAO. Die Hälfte der höheren Produktion wird auf Nahrungsmittel entfallen, rund 45 Prozent auf Viehfutter. Der Futtergetreideverbrauch in den Entwicklungsländern wird eines der dynamischsten Elemente der Weltgetreidemärkte sein, so die FAO.

Die Entwicklungsländer werden zunehmend auf die Einfuhr von Getreide angewiesen sein. Ihre Netto-Getreideimporte werden von 107 Millionen Tonnen in den Jahren 1995/97 auf 270 Millionen Tonnen im Jahre 2030 steigen. Die traditionellen Exporteure wie Nordamerika, Westeuropa und Australien werden ihre Netto-Exporte von 142 Millionen Tonnen in den Jahren 1995/97 auf 280 Millionen Tonnen im Jahre 2030 erhöhen können.

Die Erzeugung von pflanzlichen Produkten in den Entwicklungsländern wird nach FAO-Einschätzung bis zum Jahre 2030 um 70 Prozent wachsen, verglichen mit 1995/97. Rund 80 Prozent des Wachstums werden aus der Intensivierung des Anbaus stammen, für den Rest ist eine weitere Ausdehnung der Agrarflächen erforderlich.

Die Anbauflächen werden in den Entwicklungsländern voraussichtlich um zwölf Prozent oder 120 Millionen Hektar wachsen, vor allem in Südamerika und Afrika südlich der Sahara. Dem werden voraussichtlich beträchtliche Waldflächen zum Opfer fallen, so die FAO. Unklar sei allerdings, in welchem Ausmass.

Die Bewässerungslandwirtschaft werde in den Entwicklungsländern eine zunehmend wichtigere Rolle spielen, so die FAO. Gegenwärtig werden rund 60 Prozent der gesamten Getreideproduktion auf bewässerten Feldern erzeugt. Die bewässerten Flächen werden in den Entwicklungsländern von voraussichtlich 197 Millionen Hektar (1995/97) auf 242 Millionen Hektar im Jahre 2030 ausgedehnt werden, so die FAO.

Der Druck auf die Umwelt wird insgesamt weiter zunehmen, wegen des Rückgangs der Agrarproduktion allerdings nicht so stark wie in der Vergangenheit, hiess es in dem FAO-Bericht. Die Zerstörung der Wälder werde sich vermutlich verlangsamen, da die Umwandlung von Böden in Agrarland langsamer wachsen werde. Ausserdem sei bei der Tierproduktion mit einem niedrigeren Wachstum zu rechnen. Auch beim übermässigen Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln werde es einen Rückgang geben, wenn bessere Technologien zugänglich gemacht und strengere Vorschriften eingehalten würden und der ökologische Landbau einen höheren Stellenwert erhalte.

Bei der Weltfleischproduktion rechnet die FAO mit einer niedrigeren Wachstumsrate, sie werde in den kommenden beiden Jahrzehnten vermutlich bei 1,9 Prozent jährlich liegen, verglichen mit 2,8 Prozent in den vergangenen zwanzig Jahren.

In den Entwicklungsländern ist der jahrliche Fleischverbrauch pro Person von 11 Kilogramm Mitte der 70er Jahre auf gegenwärtig 23 kg gestiegen, und könnte im Jahre 2030 bei 35kg liegen. In Afrika südlich der Sahara wird wenig Fleisch gegessen. In Ländern wie China und Brasilien werden angesichts eines bereits hohen Fleischkonsums niedrigere Zuwachsraten erwartet. 1995/97 wurden in China pro Person 39 kg und in Brasilien 62 kg Fleisch verzehrt.

Die FAO wies darauf hin, dass es bei der unkontrollierten Ausdehnung hochintensiver Viehbetriebe grosse Umweltgefahren gebe. Bei einer weiteren Intensivierung der Erzeugung, einer höheren Bestandsdichte, einer veränderten Zusammensetzung des Viehfutters, wachse die Besorgnis mit Blick auf die Lebensmittelsicherheit bei Fleischprodukten und der Übertragung von Tierkrankheiten auf den Menschen. In den Entwicklungsländern drohe ausserdem die Gefahr, dass grosse kommerzielle Produzenten kleine Betriebe verdrängen könnten, was zu mehr Armut in den ländlichen Gebieten führen könne.

In der Weltforstwirtschaft nehme die Bedeutung von industriellen Plantagen zur Holzerzeugung weiter zu. Die Nutzung von Brennholz werde in den kommenden zwei Jahrzehnten weiter ansteigen, danach leicht zurückgehen. Mehr als 60 Prozent des Weltholzverbrauchs entfielen 1995 auf Brennholz.

Der Fischkonsum werde von weltweit rund 16kg im Jahre 1997 auf etwa 20kg pro Person im Jahre 2030 steigen, das seien rund 150-160 Millionen Tonnen für den direkten menschlichen Konsum. Die Fischzucht werde bei der Erhöhung des Angebots eine entscheidene Rolle spielen. Der Anteil von Fischmehl und -öl, derzeit rund 30 Millionen Tonnen, werde vermutlich sinken.

Die endgültige Fassung des FAO-Berichts „Landwirtschaft bis zum Jahre 2015/30“ wird Anfang des Jahres 2002 veröffentlicht.

Mehr oder weniger Grüne Gentechnik?

Themen: Archiv — info @ 11:07

(agrar.de) – Dr. Val Giddings, Vizepräsident des amerikanischen Industrieverbandes BIO (Biotechnology Industry Organization), sieht nach Angaben des Lifescience-Konzerns Monsanto ein unverändert hohes Vertrauen der amerikanischen Landwirte in biotechnologisch verbessertes Saatgut.

Er schlussfolgert dies aus einer Untersuchung des National Agricultural Statistics Service. Der dem amerikanischen Landwirtschaftsministerium USDA unterstehende statistische Dienst hatte kürzlich Prognosen über die Entwicklung der Anbauflächen gentechnisch modifizierter Saaten veröffentlicht.

Giddings dazu: ‚In fast jedem Produktionszweig, in dem derzeit gentechnisch verbessertes Saatgut verfügbar ist, haben die Landwirte vermehrt entsprechende Produkte nachgefragt. Lediglich der Anbau von Bt Mais ist diesjährig zurückgegangen. Ursache dafür ist das geringere Auftreten des Maiszünslers in grossen Teilen des Mittleren Westens. Die Landwirte sahen in diesem Jahr daher keinen Grund, sich mit Premium-Saatgut gegen ein Problem zu ‚versichern“.

Ganze elf Prozent beträgt nach Ergebnissen einer Umfrage von US-amerikanischen Gentechnik-Gegnern der Rückgang der Anbaufläche für gentechnisch veränderte Pflanzen.

70 Prozent der befragten Farmer gaben Bedenken bei der Möglichkeit der Vermarktung als Grund für die Zurückhaltung an. 10 Prozent fürchteten, die Maiskäufer würden die Gentech-Ernten nicht übernehmen. Die größte gentechnik-befürwortende US-Farmerorganisation (AFB) gab als Hauptmotive ebenfalls Vermarktungsschwierigkeiten an, zudem schlechte Preise, Einfuhrverbote, Deklarationsverpflichtungen bzw. deren Ankündigung auf wichtigen Exportmärkten (EU, Japan, Südkorea), Gentechnik-Absagen wichtiger US-Verarbeiter und Lebensmittelkonzerne sowie die kostenaufwendige Trennung herkömmlichen Erntegutes von gentechnisch veränderten Produkten.

Die US-Regierung drängt die EU, eine eindeutige Stellung zu Zulassung und Verwendung gentechnisch veränderter Pflanzen zu beziehen, um die Unsicherheiten bezüglich Grüner Gentechnik für die amerikanischen Farmer zu reduzieren.

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