22. Mai 2000

Mehrheit der Schweizer für Verträge mit EU

Themen: Archiv,Schweiz — info @ 10:05

Bern (agrar.de) – Die Schweizer Bürger haben die bilateralen Abkommen zwischen der Schweiz und der EU in einer Volksabstimmung mit einer überwältigenden Mehrheit von 67,2 Prozent gebilligt. Damit rückt die Schweiz etwas näher an die Europäische Union heran.

Die Regierung, das Parlament und die wichtigsten Schweizer Wirtschaftsverbände begrüßen die geplanten Abkommen. Sieben Verträge sehen unter anderem Liberalisierungen bei der Niederlassungsfreiheit, im Luftverkehr, im Alpen-Transitverkehr und im Handel mit Agrarprodukten vor.

Der Schweizerische Bauernverband (SBV) nahm das Ergebnis mit Genugtuung zur Kenntnis. Die Abkommen gäben der Land- und Ernährungswirtschaft neue Wachstumschancen. Die Landwirtschaft fordere von der Politik nun Zeit, um die Agrarreform und die Auswirkungen der Abkommen zu verkraften, bevor weitere Annäherungsschritte an die EU folgen.

Das ‚Bäuerliche Komitee für die Bilateralen Abkommen‘ begrüßte ebenfalls die breite Zustimmung zu den Verträgen mit der EU. Das Landwirtschaftsabkommen werde den Bauernfamilien aber nicht nur Chancen, sondern auch neue Herausforderungen in einer ohnehin schwierigen Situation bringen, schrieb das Komitee in einer Stellungnahme. Das Komitee erwarte vom Bundesrat, dass er die beschlossenen Begleitmassnahmen zur Absatzförderung konsequent anwende und in den neuen WTO-Verhandlungen die Interessen einer ganzheitlichen Landwirtschaft verteidige.

21. Mai 2000

PCB in belgischen Futtermitteln

Themen: Archiv — info @ 16:05

Brüssel (agrar.de) – Nach Angaben des belgischen Landwirtschaftsministeriums haben etwa 200 belgische Landwirte ihre Tiere mit PCB verunreinigtem Futtermittel gefüttert. Das verseuchte Futtermittel wurde von einem Hersteller aus Feluy geliefert. Bei den Betrieben handelt es sich offenbar um Rinder-, Pferde-, Schweine- und Schafzüchter sowie Geflügelbetriebe und Hersteller von Haustierfutter.

Die belgischen Minister für Landwirtschaft und Gesundheit, Jaak Gabriels und Magda Aelvoet, kündigten an, die verseuchten Produkte würden umgehend aus dem Verkehr gezogen und vernichtet werden, damit das PCB nicht in die Nahrungskette gelangen kann. Bei Proben wurden die Grenzwerte deutlich überschritten. PCB (Polychlorierten Biphenylen) kann Organschäden auslösen.

Vor einem Jahr war Tierfutter mit dioxin-verseuchtem Fett an landwirtschaftliche Betrieben in Belgien geliefert worden. Daraufhin wurde ein umfangreiches Verkaufsverbot für Eier und Hühner sowie verschiedene Schweine- und Rinderprodukte verhängt.

19. Mai 2000

TV-Tip: Risiken durch transgene Agrarpflanzen

Themen: Archiv — info @ 13:05

Mainz (agrar.de) – Über die Risiken und Gefahren durch gentechnisch veränderte Agrarpflanzen berichtet die ZDF-Sendung ‚planet e.‘ am kommenden Sonntag (21. Mai 2000).

Vorgestellt wird u.a. eine Studie vom Institut für Bienenkunde an der Universität Jena, die zu dem Schluss kommt, dass veränderten Gene auf Mikroorganismen wie Bakterien oder Hefen übertragen und von diesen weiter verbreitet werden können.

Die Biologin Beatrix Tapperer vom Öko-Institut Freiburg stuft die Studie als alarmierend ein. Sie zeige, dass der Übergang solcher Gene viel häufiger ist als bisher erwartet. Die Ergebnisse wiesen darauf hin, dass solche Gen-Sequenzen auch auf den Menschen übergehen und weitreichenden gesundheitlichen Konsequenzen haben können.

Wie die für Genfragen zuständige Ulrike Riedel aus dem Bundesgesundheitsministerium dem ZDF sagte, werde sie das Forschungsergebnis aus Jena zum Anlass nehmen, die Unbedenklichkeit von gentechnisch veränderten Agrarprodukten gründlich zu überprüfen und weitere Studien anordnen. ‚Mensch und Umwelt haben in jedem Falle Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen‘, erklärte sie. Konkret forderte Riedel eine strikte Kennzeichnungspflicht für alle Lebensmittel mit gentechnisch veränderten Bestandteilen. ‚Jeder Verbraucher muss ein freies Entscheidungsrecht haben, ob er gentechnisch veränderte Organismen essen will oder nicht.‘

Sendetermin: ‚planet e.‘, Sonntag, 21. Mai 2000, um 13.30 Uhr Rückfragen an: ZDF Pressestelle 06131/70-2120 und -2121

Weitere Radio&TV-Tips zum Bereich Landwirtschaft und Umwelt finden Sie im @grar.de Kalender.

NRW: Clement plant Umstrukturierung des MURL

Themen: Archiv — info @ 11:05

Düsseldorf (agrar.de) – Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) will nach Zeitungsberichten die Aufgaben der Ministerien neu ordnen. Die Verantwortung für Raumordnung und Landesplanung soll an ein neu zu bildendes ‚Infrastruktur-Ministerium‘ übertragen werden, das zusätzlich die Bereiche Verkehr, Technologie, Stadtentwicklung und Wohnungsbau erhalten soll. Das meldet der Kölner ‚Express‘.

Als Ausgleich soll das bislang von Bärbel Höhn (GRÜNE) geführte Ministerium für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft (MURL) neben Umwelt und Landwirtschaft die Zuständigkeit für den Gesundheitssektor erhalten.

Folge der Umstrukturierung wäre eine Schwächung der grüne Umweltministerin, die bislang vorhandene Einspruchsrechte bei Genehmigungsverfahren in den Bereichen Raumordnung und Landesplanung verlieren würde.

Konzern will Gen-Reissorte verschenken

Themen: Archiv — info @ 11:05

Freiburg (agrar.de) – Das Unternehmen Astra-Zeneca will Bauern in Entwicklungsländern eine gentechnisch veränderte Reissorte kostenlos zur Verfügung stellen. In einem Vertrag mit den Wissenschaftlern, die den ‚Goldenen Reis‘ erfunden haben, erklärt sich das Unternehmen bereit, nur in den Industriestaaten Gebühren zu erheben.

Der nach seiner gelblichen Farbe benannte Reis wurde künstlich geschaffen, indem man herkömmlichen Reissorten vier Gene zufügten. Dadurch bleibt das Vitamin A im Reiskorn und wandert nicht in die Schale, die nicht verzehrt wird. Zum Einsatz dürfte der Reis besonders in Asien kommen, dort erblinden jährlich rund 500 000 Menschen durch den Mangel an Vitamin A.

Greenpeace beurteilt das Vorhaben als ‚reine Imagekampagne‘. Die Langzeitauswirkungen auf Umwelt und Konsumenten seien ungeklärt, warnt die Umweltorganisation. Es bestehe auch die Gefahr, dass die in Biolabors veränderten Arten sich mit anderen Pflanzen kreuzen und so nicht mehr zu kontrollierende Prozesse auslösen.

18. Mai 2000

Ertragsteigerung durch Pflanzen-Extrakt der Pechnelke

Themen: Archiv — info @ 13:05

Bonn (agrar.de) – Wissenschaftler der Universität Bonn haben entdeckt, dass ein Extrakt aus den Samen der Pechnelke das Wachstum anderer Pflanzen fördern kann.

Ihre Studien belegen 20% bis 40% höhere Erträge, wenn Saatgut, beispielsweise von Weizen oder Roggen, zuvor mit einer Lösung behandelt wird, die diesen Extrakt enthält. Zudem erwiesen sich die so behandelten Pflanzen auch als widerstandsfähiger gegen Streß, wie z.B. Krankheitserreger oder Luftschadstoffe.

Prof. Dr. Heide Schnabl und seinen Mitarbeitern gelang es nach dreijähriger intensiver Suche, zwei Pflanzenhormone aus der Pechnelke zu isolieren, von denen eines als natürlich vorkommendes Molekül völlig neu war. Beide Hormone gehören zur Klasse der Brassinosteroide, die als wachstumsfördernd bekannt ist. Die jetzt entdeckte Molekülvariante wirkt offenbar auch gegen Mehltau bei Gurken, das Tabakmosaikvirus bei Tabakpflanzen und Grauschimmel bei Tomaten.

Gen-Rapsanbau ohne Genehmigung

Themen: Archiv — info @ 13:05

London/Berlin (agrar.de) – In Deutschland ist nach Angaben der Nachrichtenagentur ‚Reuters‚ irrtümlich auf 300 Hektar gen-manipulierter Raps gesät worden.

Nach den Berichten teilte die britische Saatgutfirma Advanta-Seeds in London mit, bei einem kanadischen Exporteur sei Saatgut verwechselt worden. Neben Deutschland seien auch Großbritannien, Frankreich und Schweden betroffen.

In Frankreich wurden etwa 600 Hektar mit dem entsprechenden Saatgut bestellt. In Großbritannien sollen bereits im vergangenen Jahr 9,000 Hektar und in diesem Jahr 4.700 Hektar betroffen sein.

Während Umweltgruppen und Biobauern-Verbände die Vernichtung der Anpflanzungen und die Entschädigung der betroffenen Bauern fordern, betonte ein Sprecher von Advanta-Seeds, es liege nur eine geringfügige Verseuchung des Saatguts vor, die weder die Gesundheit der Konsumenten gefährde noch bestehende gesetzliche Vorschriften verletze.

Wie Reuters weiter meldet, sehen die englische, französische und deutsche Regierung offenbar keine rechtliche Notwendigkeit, die Rapsfelder zu vernichten. Ein Sprecher des Berliner Landwirtschaftsministeriums betonte, dass der größte Teil der Rapsflächen nicht für den menschlichen oder tierischen Verzehr, sondern für die Herstellung von Bio-Diesel vorgesehen sei.

17. Mai 2000

Mehrkosten durch Gentechnik?

Themen: Archiv — info @ 14:05

Schweizer Diskussionen um die GVO-Zulassung

Bern (agrar.de) – Eine Untersuchung des Wold Wildlife Fund WWF sorgt in der Schweiz für erneute Diskussionen über den Einsatz von gentechnisch veränderter Organismen (GVO) in der Landwirtschaft.

Die Studie untersuchte drei Szenarien: Landwirtschaft, die auf gentechnisch verändertes Saatgut und Futtermittel verzichtet, Landwirtschaft, die wenig Gentechnik verwendet, sowie Landwirtschaft, die sich in grossem Umfang auf Gentechnik stützt. Einbezogen wurden die Produkte Weizen, Mais, Raps, Kartoffeln, Schweinefleisch und Milch.

Die beauftragte Beraterfirma Basler + Partner kam zu dem Schluss, dass Bauern durch die Gentechnik keine Vorteile, aber erhebliche Mehrkosten haben werden. Unabhängig davon, ob sie die neue Technologie nutzen oder nicht. Die Mehrkosten entstünden vorwiegend durch höherem Aufwand für die Warentrennung, Beschaffung der Rohstoffe, Deklaration und Kontrollen. Dabei spiele der so genannte Sicherheitsgürtel eine wichtige Rolle. Um glaubwürdig ohne Gentechnik produzieren zu können, müssten mit Hilfe von Sicherheitsstreifen gentechnikfreie Kulturen von der Berührung durch Pollen veränderter Pflanzen geschützt werden. In der kleinräumigen heimischen Landwirtschaft sei ein Nebeneinander der Produktionen mit und ohne Gentechnik nur mit sehr grossem Aufwand möglich.

Die Forderung des WWF nach Verzicht auf Gentechnik in der Landwirtschaft wurde auf einer Pressekonferenz auch durch die Union des Producteurs Suisse (UPS), die Bio Suisse und die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) unterstützt.

Der Schweizerische Bauernverband (SBV) teilte mit, er sehe sich durch die Studie in seiner Forderung bestätigt, bis zum Jahre 2010 auf die kommerzielle Freisetzung von gentechnisch veränderten Organismen zu verzichten. Er schlussfolgert, ‚dass der Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) in absehbarer Zeit der schweizerischen Landwirtschaft keine Wettbewerbsvorteile verschafft.‘

Die schweizerische Landwirtschaft werde im Verhältnis zu andern Landwirtschaften in andern Ländern immer auf einem höheren Kostenniveau produzieren müssen. Sie müsse deshalb ihre Produkte in einem hohen Preissegment positionieren können. Dazu sind nach Meinung des Verbandes eindeutige, anspruchsvolle und leicht kommunizierbare Qualitätsanforderungen erforderlich. Mit dem klaren Verzicht auf gentechnische Eingriffe würde ein solcher qualitativer Wettbewerbsvorteil geschaffen.

Die Organisationen GenSuisse und %url4%InterNutrition%/% bezweifeln die Ergebnisse der WWF-Studie und bezeichneten sie in einer Mitteilung als tendenziös. Studien in der Vergangenheit hätten gezeigt, dass ein Einsatz von Gentechnologie in der Landwirtschaft aus ökologischer und ökonomischer Sicht sinnvoll sein könne. Das Einkommen der Landwirte könne damit erhöht werden.

Die eidgenössische Ethikkommission für die Gentechnik im ausserhumanen Bereich (EKAH) stellte sich in der vergangenen Woche gegen ein gesetzliches Verbot der Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen. Sie tritt für ein Moratorium für kommerzielle Freisetzungen und Versuche, die unmittelbar der Inverkehrbringung von GVO dienen, ein. Im Falle von forschungsrelevanten Freisetzungsversuchen empfiehlt sie strenge Bewilligungsverfahren.

Neues Naturschutzgesetz noch vor dem Sommer?

Themen: Archiv — info @ 13:05

Berlin (agrar.de) – Das Bundesumweltministerium hat erste Vorschläge für das neue Naturschutzgesetz bekanntgegeben. Nach einem Bericht der Agentur AP wird die Entschädigung für Landwirte bei Nutzungsausfall zu Gunsten des Naturschutzes neu geregelt und die naturschutzfachliche Maßgaben für die ‚gute fachliche Praxis‘ sollen neu formuliert werden.

In der Novelle wird die Absicht erklärt, ein bundesweites Biotopsystem zu schaffen, für das die Bundesländer zehn Prozent ihrer Fläche ausweisen sollen. Ebenfalls soll das neue Gesetz erstmals Umweltverbänden das Recht einräumen, im Sinne des Naturschutzes zu klagen, ohne selbst direkt betroffen zu sein.

Das Umweltministerium will ‚das Verhältnis von Naturschutz und Landwirtschaft neu definieren‘. Ausgleichszahlungen an Landwirte, die Flächen für den Naturschutz reservieren müssen, sollen in dem Bundesgesetz nur noch im Rahmen geregelt werden. Die Nutzungsausfallregelungen selbst sollen künftig im Ermessen der Länder liegen.

Für die Ausweisung des Biotopverbunds sollen bestehende Schutzgebiete sowie weitere ‚Kern- und Verbindungsflächen‘ einbezogen werden. Zudem soll eine flächendeckende Landschaftsplanung vorgeschrieben werden.

Der Referentenentwurf des Ministeriums soll bis zum 8. Juni vorliegen, der Entwurf der Koalition könnte noch vor der Sommerpause ins Parlament eingebracht werden.

16. Mai 2000

NRW will Ausgleich für FFH- und Vogelschutzgebiete zahlen

Themen: Archiv — info @ 11:05

Düsseldorf (agrar.de) – Das nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerium will bis zum Jahr 2006 rund 2 Milliarden Mark für die Entwicklung des ländlichen Raumes bereitstellen. Das kündigte Staatssekretär Dr. Thomas Griese bei einer Tagung der Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW in Herne an.

Durch eine Vereinfachung der Förderung und zusätzliche Mittel sollen vor allem Anreize für eine umweltschonende, ökologische Landbewirtschaftung geschaffen werden.

‚Wenn die Chancen des Programms genutzt werden, könnten zum Jahr 2006 rund 20 Prozent der Äcker in NRW besonders umweltschonend bewirtschaftet werden. erklärte der Staatsekretär. Ziel des Förderprogramms sei ein attraktiver ländlicher Raum mit einer wettbewerbsfähigen und nachhaltig wirtschaftenden Land- und Forstwirtschaft.

‚Die Leistungen der Landwirtinnen und Landwirte im Naturschutz oder in der Pflege der Kultur- und Erholungslandschaft sollen dabei angemessen vergütet werden‘ erklärte Staatssekretär Griese. So werde Nordrhein-Westfalen als erstes Bundesland einen Ausgleich für Einschränkungen bei der Bewirtschaftung von FFH- und Vogelschutzgebieten gewähren.

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