27. Mai 2000

Genetisch veränderter Raps auch in Luxemburg und NRW

Themen: Gentechnik,Mais — info @ 16:05

Luxemburg/Düsseldorf (agrar.de) – Mit genetisch verändertem Raps-Samen verunreinigtes Saatgut aus Kanada ist auch an Landwirte in Luxemburg verkauft und ausgesät worden. Nach Angaben der Luxemburger Regierung wurde das Saatgut ‚aus Versehen‘ auf einer Fläche von insgesamt 33 Hektar gesät. Die Luxemburger Ministerien für Landwirtschaft und Gesundheit wollen in den kommenden Tagen beraten, was mit den Äckern geschehen soll.

Das Umweltministerium in Kiel ermittelte, dass ein Saatzuchtbetrieb bei Flensburg verunreinigtes Saatgut an etwa 50 Großhändler auslieferte. Betroffen sei auch Nordrhein-Westfalen. Landwirtschaftsministerin Höhn sagte dazu: ‚Sollte sich herausstellen, dass dieser Raps gentechnisch verunreinigt ist, werden wir die Produktion aufkaufen und vernichten.‘

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace fordert die Entfernung des Rapses von den Feldern und hat Strafanzeige gegen die Saatgutfirma Advanta Seeds gestellt. Die Firma habe den genmanipulierten Raps ohne Genehmigung vertrieben. Bei dem Gen-Raps handle es sich um Sommerraps, der in ein bis zwei Wochen blühe. ‚Die veränderten Gene verbreiten sich wie ein E-Mail-Virus, deshalb muss der Raps jetzt runter vom Acker – bevor er anfängt zu blühen.‘

Die in Europa bekannt gewordene Verunreinigung konventionellen Saatguts mit Genraps ist offenbar nur ‚die Spitze des Eisbergs‘. Solche Verunreinigungen seien gang und gäbe, teilte die Firma Genetic ID in Fairfield (USA) dem Wissenschaftsmagazin New Scientist mit. Bereits 1999 seien 20 Proben Mais-Saatgut in den USA untersucht worden. Zwölf enthielten Gen-Mais, zwei davon sogar mehr als ein Prozent. ‚Ich schätze, das passiert laufend‘, zitiert das Magazin den Vizepräsidenten des Unternehmens, das Landwirtschaftsprodukte auf gentechnologisch veränderten Beimischungen untersucht.




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