06. April 2000

Monsanto-Forscher entschlüsseln Reis-Genom

Themen: Archiv — info @ 15:04

Peking/Seattle (agrar.de) – Wissenschaftler des LifeScience-Konzerns Monsanto haben nach eigenen Angaben die genetischen Informationen der Reispflanze weitgehend entschlüsselt.

Forschungsleiter Leroy Hood, dessen Labor an der Universität in Seattle im Auftrag von Monsanto das Erbgut der Pflanze sequenzierte, stellte das Projekts am vergangenen Dienstag in Peking vor und kündigte an, man werde die gewonnen Informationen mit Wissenschaftlern der ganzen Welt austauschen. Die Ergebnisse sollen außerdem bei der Erforschung der genetischen Strukturen anderer Getreidesorten helfen.

‚Dies ist die Grundlage für die Züchtung von Reispflanzen mit höherem Ertrag, besserer Qualität des Reises und hoher Resistenz gegenüber Dürre und Schädlingen‘, sagte Hood.

Die Daten sollen neben dem Internationales Wissenschaftskonsortium zur Sequenzierung des Reis-Genoms (International Rice Genome Sequencing Project, IRGSP) auch anderen interessierten Wissenschaftlern zur Verfügung gestellt werden.

Höhere Getreideerträge durch Trockenstress

Themen: Archiv — info @ 11:04

Jena (agrar.de) – Trockenstress verändert die chemische Zusammensetzung und Qualität von Pflanzen. Wissenschaftler des Instituts für Ernährungswissenschaften der Universität Jena fanden heraus, dass sich die Verbindungen, die eine Pflanze unter Trockenstress freisetzt, für höhere Ernten nutzen lassen. Ihre Untersuchungen zeigen, dass der Kornertrag bei Gerstenpflanzen, die Trockenstress ausgesetz wurden, um 10 bis 20 Prozent gegenüber unbehandelten Pflanzenbeständen stieg.

In Gerstenpflanzen wirken Stoffe wie der Aminoalkohol Cholin als Alarmsignal und ‚es werden trockenstressähnliche Zustände ausgelöst‘, erklärte Silvia Barbara Tiroke dem Informationsdienst Wissenschaft (idw). ‚Diese Aktivierungszustände und die nachfolgenden Reaktionen der Pflanze stabilisieren die Pflanzen in späteren Stressphasen und wirken damit dem Belastungseinfluss entgegen‘. Eine einmalige Ausbringung von 1,5 kg Cholin pro Hektar reiche für einen deutlichen Ernteanstieg. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis rechne sich auf jeden Fall, so Tiroke.

Unter natürlichen Bedingungen führte Trockenstress bei verschiedenen Gerstensorten zu einem 60 bis 80 Prozent geringerem Kornertrag. Dabei stiegen jedoch die Konzentrationen bestimmter organischer Stickstoffverbindungen, die die Zellstruktur schützen sollen, in der Biomasse extrem an. Diese Umstellung des Stickstoffmetabolismus unter Trockenstress ist durch die Erbmasse zwar vorprogrammiert, wird aber über Umwelteinflüsse modifiziert. Da sich das stressphysiologische Geschehen in verschiedenen Pflanzen ähnelt, ist sich Tiroke sicher, dass ihre Ergebnisse auch auf andere Getreidearten übertragbar sind.

04. April 2000

USA: GVO-Anbaufläche rückläufig

Themen: Archiv — info @ 14:04

Washington (agrar.de) – Die amerikanischen Farmer bauen in diesem Jahr deutlich weniger gentechnisch veränderten Mais an. Auch andere gentechnisch-veränderte Kulturen (GVO) sind bei Farmern nicht mehr so gefragt wie noch in den letzten Jahren. Das geht aus einer Umfrage des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) hervor.

Danach wollen die Bauern in diesem Jahr 25 Prozent ihrer Felder mit GVO-Maissaatgut bestellen. 1999 waren es noch 33 Prozent gewesen. In den Hauptanbaugebieten soll der Anteil von 25 auf 19 Prozent zurückgehen. Bei Sojabohnen gehe der Flächenanteil von 57 auf 52 Prozent zurück.

Die Farmer reagieren mit Vorsicht auf die zunehmenden Diskussionen über die Sicherheit gentechnisch veränderter Nahrungsmittel. Zudem erwarten amerikanische Marktforscher einen Rückgang der Nachfrage vor allem in Europa und Japan.

GVO-Weizen: Ablehnung überwiegt

Auch gentechnisch veränderter Weizen, er ab 2003 für die Landwirtschaft verfügbar sein soll, könnte zum Alptraum für die US-Exporteure werden. Eine Umfrage auf den wichtigsten US-Weizenexportmärkten habe ergeben, dass die USA wichtige Märkte verlieren würden, wenn ihre Farmer der Versuchung nicht widerstehen könnten, die Erträge mit dem Anbau von GMO-Weizensorten zu steigern, so ein Sprecher der Exportmarketing-Gruppe U.S. Wheat Associates.

So habe das Büro der Exportorganisation in Tokyo gewarnt, dass mögliche Lieferungen von Gentech-Weizen für Japan eine höchst emotionelle Angelegenheit seien und bis zum totalen Boykott von US-Agrarprodukten führen könnten. Ähnliche Reaktionen gebe aus den Ländern Philippinen, Vietnam, Malaysia, Singapur, Thailand und Bangladesh. Besorgnis sei auch im Hauptabnehmerland für US-Weizen, Ägypten, laut geworden. Der Direktor der Ägyptischen Food Industries Holding Co., die jährlich 1,5 Mio. Tonnen Weizen einkauft, habe unmissverständlich erklärt, keinen gentechnisch veränderten Weizen einkaufen zu wollen.

Schulanfänger: oft zu dick und falsch ernährt

Themen: Archiv — info @ 13:04

Aachen (agrar.de) – Mit dem Hinweis auf den Tag der gesunden Ernährung (Montag, 10. April 2000) urteilten Ernährungsfachleute des Vereins zur Förderung der gesunden Ernährung und Diätetik (VFED), dass jeder vierte Schulanfänger zu dick sei. Auch normal gewichtige Kinder ernähren sich nach Meinung des vereins zu fett und süß. Die Bewegungs-Unlust der Kinder fördere die Fettpölsterchen, Milch- und Vollkornprodukte stünden bei Kindern nicht hoch im Kurs.

Deshalb haben der VFED und die Reformhäuser Diätassistenten, Ärzte, Ernährungswissenschaftler und Reformhäuser aufgerufen, am Tag der gesunden Ernährung mit Vorträgen, Ausstellungen, Verkostungen oder Seminaren rund um das Thema gesunde Ernährung zu informieren. Eltern sollten ihre Sprösslinge schrittweise an eine gesunde Ernährung gewöhnen.

Kinderprodukte, welche die Lebensmittelindustrie als besonders gesund anpreist, seien es in der Regel nicht. Andererseits würden gesunde Lebensmittel, wie Grundnahrungsmittel, nicht beworben, denn damit ließe sich nichts verdienen.

Schulmich und optimierte Mischkost

Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke (SPD) will sich nach Presseberichten dafür einsetzen, dass die Schulmilch künftig bundesweit wieder als Haupt-Pausengetränk an die deutschen Schulen zurückkehrt. ‚Wir wollen die Schulmilch aus Gesundheitsgründen an möglichst viele Schulen zurückholen‘, zitiert die ‚Bild‘ Blatt den Minister. Dem Bericht zufolge ging der Verbrauch an Schulmilch in den vergangenen sechs Jahren von 136.600 auf 70.200 Tonnen zurück.

Die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) weist auf Empfehlungen des Dortmunder Instituts für Kinderernährung hin. Das Institut hat einen speziellen Ernährungsplan für Kinder entwickelt – die Optimierte Mischkost. Diese deckt den Bedarf an allen wichtigen Nährstoffen, die Kinder und Jugendliche für Wachstum, Entwicklung und Gesundheit benötigen.

Zu den bedeutenden Nährstoffen gehört Eiweiß. Es ist der Grundbaustein des menschlichen Körpers. Muskeln, Blutkörperchen, Haut, Knochen, Knorpel sowie Hormone, Enzyme und Abwehrkör-per bestehen hauptsächlich aus Eiweißstoffen. Besonders hochwertiges Eiweiß steckt in Fleisch und Wurst. Der Grund: Der menschliche Organismus kann tierisches Eiweiß besser verwerten als pflanzliches. Außerdem enthält Fleisch einen besonders hohen Anteil an Vitamin B1, B6 und B12 sowie an den Mineralstoffen Eisen, Zink und Selen. Die B-Vitamine sind wichtig für die Stoffwechselprozesse von Gehirn und Nerven. Eisen ist ausschlaggebend für die Blutbildung. Kein Wunder also, dass Fleisch – neben Obst, Gemüse, Fisch, Milch- und Vollkornprodukten – eine wichtige Rolle in der Ernährung von Kindern spielt.

So empfiehlt das Dortmunder Forschungsinstitut, dass vier- bis sechsjährige etwa 60 g Fleisch pro Tag essen sollten. Bei den 10- bis 12-jährigen steigt der tägliche Bedarf auf 80 g. Und für 13 bis 18 Jahre alte Jugendliche sind 90 g Fleisch pro Tag empfehlenswert.

Öko-Audit: Für Betriebe in der Landwirtschaft zu aufwendig?

Themen: Archiv — info @ 12:04

Frankfurt (agrar.de) – Nach vereinfachten Lösungen zur Anwendung der EG-Umwelt-Audit-Verordnung auf landwirtschaftliche Betriebe muss noch gesucht werden. Die EG-Umwelt-Audit-Verordnung ist in der derzeitigen Version auf landwirtschaftlichen Betrieben grundsätzlich in modifizierter Form methodisch umsetzbar, allerdings nicht von landwirtschaftlichen Großbetrieben und Familienbetrieben gleichermaßen praktikabel und sinnvoll anwendbar. Zu diesem Ergebnis kommt kommt eine gemeinsam von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) und der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe durchgeführte Studie, die im Rahmen eines Pilotprojektes zum Öko-Audit in der Landwirtschaft erstellt wurde.

Ziel der Studie war es, die für den gewerblichen Bereich konzipierte EG-Umwelt-Audit-VO hinsichtlich ihrer möglichen Erweiterung auf die Landwirtschaft zu überprüfen. Anhand eines praktischen Pilotvorhabens wurde am Beispiel von zwei Schweinemastbetrieben analysiert, inwieweit die Inhalte dieser Verordnung auf landwirtschaftlichen Betrieben methodisch umsetzbar und sinnvoll anwendbar sind.

Die für die praktische Umsetzung erforderliche intensive Beratung und der sich daraus ergebende zeitliche, personelle und finanzielle Aufwand sei von vielen kleineren Betrieben derzeit nicht zu leisten. Hier sei zukünftig nach vereinfachten Verfahrensweisen zu suchen, die auch diesen Betrieben eine freiwillige Beteiligung an einem Gemeinschaftssystem für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung ermöglicht. Problematisch vor dem Hintergrund der landwirtschaftlichen Produktions- und Vermarktungsstrukturen und des Agrarmarketing seien – vor allem für landwirtschaftliche Familienbetriebe – der Standortbezug und die einzelbetriebliche Überprüfung. Den Erfahrungen aus dem Pilotvorhaben zufolge fehlen, insbesondere für landwirtschaftliche Betriebe ohne direkten Verbraucherbezug (Rohstoffproduzenten), ein Anreiz und ein konkreter Nutzen für die einzelbetriebliche Untersuchung und die regelmäßige Erstellung einer Umwelterklärung.

Weitere Informationen zum Projekt sind erhältlich bei der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), Eschborner Landstr. 122, 60489 Frankfurt am Main. Ansprechpartnerin ist Bianca Schneider, Telefon 069/24788-308, Telefax 069/24788115 oder E-mail: B.Schneider@DLG-Frankfurt.de. Der Forschungsbericht „Pilotprojekt zur Anwendung der EG-Umwelt-Audit-Verordnung auf landwirtschaftliche Betriebe: Schweinemastbetriebe“ kann bei der Firma Werbung und Vertrieb, Ahornstr. 1-2, D-10787 Berlin bezogen werden.




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