14. März 2000

NABU fordert Verschärftung der „guten fachlichen Praxis“

Themen: Futtermittel,Pflanzenschutz — info @ 12:03

Bonn (agrar.de) – Der Naturschutzbund NABU ist der Anicht, Bund und Länder müssten bei der Novellierung des Naturschutzgesetzes eine Verschärfung des Begriffes der ‚guten fachlichen Praxis‘ anstreben.

‚Die bisherige Praxis widerspricht auf großen Flächen eklatant der 1992 in Rio von Deutschland unterzeichneten Verpflichtung, die biologische Vielfalt zu erhalten‘, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Gerd Billen. Heute stünden z.B. 75% aller Feldvogelarten auf der Roten Liste. Dafür seien der Stickstoff-Überschuss von über 100 kg pro Hektar, der übermäßige Pestizideinsatz sowie die mangelnde Strukturvielfalt in der Agrarwirtschaft maßgeblich verantwortlich.

In der Pressemeldung des NABU heisst es weiter: ‚Um künftig europäische Fördermittel für die ländliche Entwicklung im Rahmen der Agenda 2000 zu erhalten, müssten die Bundesländer überprüfbare Kriterien für die Einhaltung der ‚guten fachlichen Praxis‘ festlegen. Dies sei bis heute nicht geschehen, obwohl Deutschland von 2000 bis 2006 dafür 17,4 Milliarden DM zur Verfügung stünden. In einer ebenso knappen wie umsetzbaren und juristisch verbindlichen Vorgabe für die Landwirte müssten insbesondere Aspekte des Natur- oder Bodenschutzes konkretisiert und erweitert werden.‘

Der NABU fordert dazu:

Nachweis von einzelbetrieblichen und regionaltypischen Ausgleichsflächen von minsetens 5 Prozent Verbot des Grünlandumbruchs in sensiblen Bereichen Teilflächen-Mahd bei grösseren Flächen Verbot der ackerbaulichen Nutzung von tiefgründigen Moorstandorten Standardisierte Nährstoffbilanzen für Betriebe über 5 Hektar und Sonderkulturbetriebe ab 0,5 Hektar N-Bilanz-Überschuss von maximal 50 kg N/ha, 15 kg P/ha Verbot der Ausbringung flüssiger Wirtschaftsdünger vom 15. Oktober bis 15. Februar, Nachweis von Güllelagerkapazität für mindestens 6 Monate Aufzeichnungspflicht aller Pestizidanwendungen Flächenbindung der Tierhaltung entsprechend 2,0 Grossvieheinheiten/Hektar LN Mindestanteil von 50 Prozent der Futtermittel aus eigener Produktion Verbot der Fütterung gentechnisch veränderten Futters Verbot von ganzjähriger Anbindehaltung von Kühen und weitere Massnahmen.

Neben der Natur geht es dem Verband ums Geld. Mit der Verschärfung der bestehenden Bestimmungen zur ‚guten fachlichen Praxis‘ bei Bodennutzung und Pflanzenschutz würden aktuell vorgesehene Entschädigungen für Umweltauflagen gesenkt bzw. nicht gezahlt werden müssen.

Die anstehende Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes in diese Richtung würde bei höheren Auflagen zu geringeren Entschädigung führen. Interessenvetreter der Landwirtschaft befürchten ‚Naturschutz auf dem Verordnungsweg‘ und sehen die Absicht, ‚die Landwirtschaft mittels Naturschutz zum Nulltarif an die Wand zu fahren‘.

Sagen Sie Ihre Meinung! Wir laden Sie herzlich ein, Ihre Meinung zum Thema Landwirtschaft und Naturschutz in der %url4%@grar.de Diskussion%/% zu äussern.

07. März 2000

Bauernhöfe für den Schulunterricht

Themen: Archiv — info @ 12:03

Broschüre ‚Landwirtschaft erleben‘ erschienen,

Bonn (agrar.de) – Die wirkungsvollste Öffentlichkeitsarbeit für die Landwirtschaft leisten bäuerliche Familien im eigenen Betrieb. Nach Ansicht des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und des Verein Information.Medien.Agrar (IMA) kann Landwirtschaft in ihrer multifunktionalen Bedeutung am überzeugendsten ‚live‘ vor Ort vermittelt werden.

Mit der neuen Broschüre ‚Landwirtschaft erleben – Deutsche Schul-Bauernhöfe‘ wendet sich die IMA an die Kunden von morgen, nämlich Schülerinnen und Schülern. Erstmals wurde eine nach Bundesländern gegliederte Übersicht mit 700 Bauernhofadressen für den Schulunterricht zusammengestellt. Die Zusammenstellung besonders für Jugendliche geeigneter Betriebe soll helfen, eine Bauernhofbesuch in Klassenfahrten oder Projekttage zu integrieren.

Die Höfe werden mit Kontaktadresse, Größe, Produktionsbereichen, Bewirtschaftungsart und Anbauverhältnissen vorgestellt. Auch wird angegeben, welche besonderen Möglichkeiten der Betrieb für Besichtigungen, Tagungen und Freizeitaktivitäten bietet, Hinweise für Übernachtung, Bewirtung und Anreise erleichtern die Planung der Fahrt aufs Land. Die Broschüre enthält auch die Auflistung der Adressen aller Kreisbauernverbände.

‚Landwirtschaft erleben – Deutsche Schul-Bauernhöfe‘ kann gegen eine Schutzgebühr von DM 8,50 DM (in Briefmarken) bei der IMA, Auerberger Allee 1, 53117 Bonn angefordert werden.

06. März 2000

Weiter Streit um Nachbauregelung

Themen: Archiv — info @ 09:03

Bonn (agrar.de) Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, hat nach dem Urteil des Landgerichts Braunschweig (unsere Meldung) über die Auskunftserteilung beim Nachbau ein Moratorium für die noch laufenden Auskunftsersuchen gefordert. Das derzeit in Vorbereitung befindliche Auskunftsverfahren für die Aussaat zur Ernte 2000 dürfe erst dann in Gang gesetzt werden, wenn Rechtsklarheit bestehe. Zur Umsetzung des Kooperationsabkommens erscheine dies unabdingbar, so der DBV-Präsident.

Das Landgerichts Braunschweig hält eine generelle Auskunftsverpflichtung für nach deutschem Sortenschutzgesetz geschützte Sorten für nicht gegeben.

Der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP) lehnt die Forderung des Bauernverbandes ab, das Auskunftsbegehren vorerst auszusetzen, und hat gegen das Braunschweiger Urteil Revision eingelegt, so dass eine Entscheidung durch das Oberlandesgericht Braunschweig zu treffen sein wird.

USA: Neuer Vorschlag für Bio-Landbau-Verordnung

Themen: Archiv — info @ 09:03

Washington (agrar.de) – Die amerikanische Regierung wird nach Medienberichten in der kommenden Woche einen neuen Vorschlag für eine nationale Bioverodnung vorstellen. Gentechnisch veränderte Pflanzen sollen danch künftig auch in den USA nicht mehr als Bio-Produkte gelten können. Auch die Behandlung von Tieren mit Wachstumshormonen und verschiedene Konservierungsverfahren sollen für Bio-Produkte verboten werden.

Der letzte Verordnungsentwurf des Landwirtschaftsministeriums hatte national und international Kritik ausgelöst, weil die vorgesehenen Standards weit über die Vorschläge der Bio-Verbände hinausgingen.

Von etwa 10.000 Farmen, die das Attribut ‚biologisch produzierend‘ für sich in Anspruch nehmen, werden 6.600 durch 88 verschiedene staatliche oder private Kontrollstellen überwacht und zertifiziert. 19 Bundesstaaten haben keine bislang Regelung für die Bio-Produktion, elf weitere stellten solche Regeln auf, verfügen aber über keine Zertifizierung und Kontrolle.

Auch in den USA hat der Bio-Markt zweistellige Zuwachsraten. Verordnung und Kennzeichnung sollen das Vertrauen der Verbraucher in Bio-Produkte erhöhen und deren Markchancen verbessern. Außerdem wird erwartet, dass sich die Exportchancen für amerikanische Agrarprodukte nach Europa verbessern.

Die nationale Bio-Verordnung soll im Sommer inkraft treten. Zuvor wird Verbänden und Verbrauchern eine 90-tägige Frist für Einsprüche und Kommentare eingeräumt.

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