21. März 2000

Beirat fordert „Wege zum vorsorgenden Bodenschutz“

Themen: Archiv — info @ 15:03

Berlin (agrar.de) – Eine Überprüfung bodenschutzbezogener Rechtsbereiche und ihre Abstimmung auf die Vorsorgeansätze der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung empfiehlt der wissenschaftliche Beirat Bodenschutz in seiner aktuellen Unterrichtung „Wege zum vorsorgenden Bodenschutz“ (14/2834). Wie der Pressedienst des Bundestages berichtet, hat der Beirat der Bundesregierung insgesamt 90 Vorschläge und Empfehlungen unterbreitet, die eine Vereinheitlichung der Bodengrenzwerte und einen vorsorgenden Bodenschutz zum Ziel haben.

Der bodenschutzrechtliche Vorsorgeansatz könne durch den Schutz von Lebensgemeinschaften in den Böden oder durch die Bewirtschaftungsweise der Böden erweitert werden, so die Wissenschaftler. Des Beirat fordert auch eine Begrenzung der Stoffeinträge aus der Luft. Darüberhinaus sollten praxisnahe Modelle der Erosionsprognose weiterentwickelt und evaluiert werden, um irreversiblen Bodenverlust abzuwenden. Auch bei der Entsiegelung von Flächen sollten die Anforderungen an die Funktion der Böden berücksichtigt werden.

Weiterhin spricht sich der Beirat dafür aus, ein umfassendes Konzept über die natürlichen Bodenfunktionen und die Artenvielfalt zu erarbeiten, um den Boden als Naturgut zu erhalten. Dabei könne eine einheitliche Dokumentation zum Naturgut Boden ein erster Schritt sein. Dem Beirat zufolge sollten die Bodengrenzwerte vereinheitlicht werden, um so bei der Verwertung von Abfällen in und auf der Erde schädliche Bodenveränderungen zu verhindern.

In diesem Zusammenhang seien der vorsorgende Bodenschutz und abfallrechtliche Anforderungen aufeinander abzustimmen, indem der Stoffgehalt in den Böden wie auch die zulässige Belastung durch Schadstoffe geregelt werden.




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