30. März 2000

EU: Tests zur BSE-Schnellerkennung ab 2001

Themen: Archiv — info @ 12:03

Brüssel (agrar.de) – Tests zur Schnellerkennung von Rinderwahn sollen zukünftig mehr Sicherheit gegen die Ausbreitung von BSE in der Europäischen Union bieten. Die EU-Kommission schlug am Mittwoch vor, in der EU rund 65.000 Stichproben an Rindern vorzunehmen, die unter ungeklärten Umständen verendeten oder notgeschlachtet werden mussten. Die Tests, die nur an toten Rindern vorgenommen werden können, zeigen innerhalb von 24 Stunden, ob ein Tier mit dem Rinderwahnsinn infiziert war. Die Tests haben in der Schweiz bereits zu einer Verbesserung der BSE-Überwachung geführt.

EU-Verbraucherkommissar David Byrne rief alle Mitgliedstaaten auf, die Tests anzuwenden, um so viel wie möglich über das Ausmaß der Seuche in Europa in Erfahrung zu bringen.

Byrne rief die Mitgliedstaaten außerdem dazu auf, Risikomaterialien wie Gehirn, Rückenmark und Milz aus den Schlachtkörpern zu entfernen, damit sie nicht in die Nahrungsmittelkette gelangten. ‚Das spezifizierte Risikomaterial, zu dem Gehirn, Rückenmark und Milz gehören, birgt die größte BSE-Infektionsgefahr sowie ein mögliches Expositionsrisiko des Menschen gegenüber der neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (nvCJD). Diese Gewebe sollten nicht in die Nahrungsmittelkette gelangen‘.

In acht Mitgliedstaaten sind entsprechende Vorschriften bereits in Kraft. Deutschland gehört nicht dazu. Der Einführung der Schnelltests müssen die Mitgliedstaaten noch zustimmen.

28. März 2000

Mosambik: 140.000 Hektar Getreideflächen vernichtet

Themen: Archiv — info @ 10:03

Rom (agrar.de) – Nach Angaben der UN-Landwirtschaftsorganisation FAO sind 120 000 Bauern und ihre Familien in Mosambik sind dringend auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Nach der Hochwasserkatastrophe sei die Versorgung in den betroffenen Provinzen völlig zusammengebrochen. Eine vorläufige Schadensanalyse habe ergeben, dass Strassen und Bewässerungssysteme sowie landwirtschaftliche Geräte bei den schlimmsten Überschwemmungen seit 40 Jahren schwer beschädigt worden seien. Rund 6000 Fischer haben schätzungsweise 50 Prozent ihrer Boote und Fanggeräte verloren.

Die Fluten hätten rund 140.000 Hektar Getreideflächen vernichtet oder stark beschädigt, zudem seien 80 Prozent der Weidetiere verendet. Nun drohe der Ausbruch von Tierseuchen. Für den Wiederaufbau der Landwirtschaft würden laut FAO 26 Millionen Mark benötigt. Davon sollten den Bauern Saatgut für Getreide sowie landwirtschaftliche Geräte und Medikamente gegen Tierkrankheiten zur Verfügung gestellt werden.

22. März 2000

EU-Gesetz zu Heckengrößen löst Proteststurm aus

Themen: Archiv,Umwelt — info @ 12:03

Brüssel/London (agrar.de) – Englands Landwirte und Naturschützer laufen Sturm gegen das Vorhaben der EU, europaweite Vorgaben für die Breite von Hecken zu verabschieden.

Zwar bestehen die Regelungen des ‚Zwei-Meter-Gesetzes‘, nach dem der Abstand zwischen dem Mittelpunkt einer Hecke und der Ackergrenze künftig europaweit weniger als zwei Meter breit sein soll, bereits seit 1992, ihre Nicht-Einhaltung soll zukünftig aber eine Kürzung von Subventionen zur Folge haben.

Nach Informationen des Nachrichtensenders ‚bbc‘ hat das geplante ‚Zwei-Meter-Gesetz‘, das am 15. Mai verabschiedet werden soll, bei englischen Landwirtschafts- und Naturschutzverbänden einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Sie befürchten, dass das Zurückschneiden der Hecken großen Schaden unter den Wildtieren anrichtet. Das Gesetz könnte Bauern dazu zwingen, auch die Ackerrandstreifen umzupflügen, die eine Schutz- und Pufferfunktion um intensiv bewirtschaftete Felder bilden.

21. März 2000

Beirat fordert „Wege zum vorsorgenden Bodenschutz“

Themen: Archiv — info @ 15:03

Berlin (agrar.de) – Eine Überprüfung bodenschutzbezogener Rechtsbereiche und ihre Abstimmung auf die Vorsorgeansätze der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung empfiehlt der wissenschaftliche Beirat Bodenschutz in seiner aktuellen Unterrichtung „Wege zum vorsorgenden Bodenschutz“ (14/2834). Wie der Pressedienst des Bundestages berichtet, hat der Beirat der Bundesregierung insgesamt 90 Vorschläge und Empfehlungen unterbreitet, die eine Vereinheitlichung der Bodengrenzwerte und einen vorsorgenden Bodenschutz zum Ziel haben.

Der bodenschutzrechtliche Vorsorgeansatz könne durch den Schutz von Lebensgemeinschaften in den Böden oder durch die Bewirtschaftungsweise der Böden erweitert werden, so die Wissenschaftler. Des Beirat fordert auch eine Begrenzung der Stoffeinträge aus der Luft. Darüberhinaus sollten praxisnahe Modelle der Erosionsprognose weiterentwickelt und evaluiert werden, um irreversiblen Bodenverlust abzuwenden. Auch bei der Entsiegelung von Flächen sollten die Anforderungen an die Funktion der Böden berücksichtigt werden.

Weiterhin spricht sich der Beirat dafür aus, ein umfassendes Konzept über die natürlichen Bodenfunktionen und die Artenvielfalt zu erarbeiten, um den Boden als Naturgut zu erhalten. Dabei könne eine einheitliche Dokumentation zum Naturgut Boden ein erster Schritt sein. Dem Beirat zufolge sollten die Bodengrenzwerte vereinheitlicht werden, um so bei der Verwertung von Abfällen in und auf der Erde schädliche Bodenveränderungen zu verhindern.

In diesem Zusammenhang seien der vorsorgende Bodenschutz und abfallrechtliche Anforderungen aufeinander abzustimmen, indem der Stoffgehalt in den Böden wie auch die zulässige Belastung durch Schadstoffe geregelt werden.

Schweiz inventarisiert Obst- und Beerensorten

Themen: Archiv,Schweiz — info @ 10:03

Zürich (agrar.de) – In den nächsten fünf Jahre sollen alle Obst- und Beerensorten der Schweiz inventarisiert werden. Ziel des Projekts ist die Sicherung des Fortbestandes und der Vielfalt der einheimischen Obst- und Beerensorten.

In einer ersten Phase wurden jetzt in den Kantonen Zürich, Basel-Land, Basel-Stadt und Schaffhausen etwa 7.000 Fragebögen an Land-Bewirtschafter versandt, die ab Anfang April ausgewertet werden sollen. Über den Sommer werden Sorten-Kenner in diesen Kantonen zur Beschreibung und Bestimmung der Obst- und Beerensorten unterwegs sein. Weitere Kantone sollen bis 2004 folgen.

In der zentralen Obst-Datenbank werden zur Zeit 4.000 in der Schweiz bekannte Obstsorten geführt, 14.000 Standortmeldungen wurden registriert. Die Inventarisierung der Obst- und Beerensorten ist das bisher grösste Projekt des ‚Nationalen Aktions-Plan zur Erhaltung der genetischen Ressourcen‘ und wird vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) über die nächsten vier Jahre mit 1,5 Millionen Franken unterstützt. Am Projekt beteiligt sind neben Vertretern der Eidgenössischen Forschungsanstalt Wädenswil und der kantonalen Fachstellen für Obstbau auch der Verein ‚Fructus‘ und die Stiftung ‚Pro Specie Rara‘.

20. März 2000

Grüne wollen umweltgerechte Landwirtschaft stärker fördern

Themen: Archiv — info @ 16:03

Karlsruhe (agrar.de) – Für eine stärkere Förderung einer umweltverträglichen Landwirtschaft haben sich die Teilnehmer des Bundesparteitages der GRÜNEN in Karlsruhe ausgesprochen.

Mit großer Mehrheit verabschiedeten die Delegierten programmatische Aussagen für eine Stärkung des ländlichen Raums. Unter anderem wenden sie sich darin gegen die Zunahme von standardisierten und gentechnisch manipulierten Lebensmitteln.

Die nordrhein-westfälische Umweltministerin Bärbel Höhn ermunterte ihre Partei, ein Bündnis zwischen Landwirten und Verbrauchern zu schaffen. Gastredner zum Thema Landwirtschaft waren Gerd Sonnleitner, der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, und Klaus Wiesehügel, Vorsitzender der Gewerkschaft Bauen, Agrar, Umwelt.

Deutsche Umwelthilfe will „Flüssen mehr Raum geben“

Themen: Archiv — info @ 14:03

Tag des Wassers am 22. März 2000

Rudolfzell (agrar.de) – Eine Offensive zur naturnahen Umgestaltung von Flüssen und Bächen fordert die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH). Zum ‚Tag des Wassers‘, dem 22. März, veröffentlicht der Umweltverband dazu einen 10 Punkte umfassenden Forderungs- und Aktionskatalog.

‚Wir haben heute gute Chancen, die Gefahren starker Hochwässer zu bannen und gleichzeitig etwas für seltene Tiere und Pflanzen zu tun‘, erläuterte Jörg Dürr-Pucher, Bundesgeschäftsführer der Umwelthilfe. ‚Eine neue Generation von Wasserbauingenieuren steht dem ökologischen Hochwasserschutz positiv gegenüber. Viele Bundesländer haben Gesetze und Fördertöpfe, welche die naturnahe Entwicklung unserer Flüsse voranbringen können‘.

Am Tag des Wassers ermutigt die Deutsche Umwelthilfe Politiker, Fachleute aus den Behörden und die Bevölkerung, sich mit folgenden Aktionen an Flüssen zu engagieren:

1. Kleine Verbesserungen in begradigten Bachläufen (Beseitigung von Beton, Aufweitungen etc.) um dem Bach wieder zu ermöglichen, dass er selbst arbeitet.

2. Uferabbrüche nach Hochwässern wo immer möglich belassen, notfalls abgebrochenes Gelände kaufen.

3. Beseitigung von Wehren oder Bau von „Umgehungsstraßen“ für wandernde Fische. Abriss oder Entschärfung kleiner Hindernisse in Bächen für wandernde Fische.

4. Wo eine vollständige Renaturierung kanalisierter Flüsse nicht möglich ist: Aufrauhen des Untergrundes, damit Fische und andere Wasserlebewesen leichter wandern können.

5. Keine Baugebiete in Überschwemmungsbereichen ausweisen.

6. Statt dessen: In Überschwemmungsbereichen Auwald zulassen.

7. Rückverlegung von Hochwasserdämmen an großen Flüssen, wo immer möglich.

8. Aufgabe der Flussausbau-Pläne an Elbe und Saale. Das geringe Güteraufkommen kann problemlos auf den bestehenden Verkehrswegen bewältigt werden.

9. Schluss mit der „Wasseraustreibung“ auf landwirtschaftlichen Flächen! Statt dessen: Wiedervernässung ehemaliger Feuchtwiesen.

10. In Deutschland wird jeden Tag eine Fläche versiegelt, die größer ist als 100 Fußballfelder. Die DUH verlangt wirksame Maßnahmen zur Verringerung der versiegelten Flächen, damit wieder mehr Regenwasser versickern kann.

Die Deutsche Umwelthilfe hat Projekte an folgenden Flüssen und Bächen gefördert:

Baden-Württemberg: Neckar, Donau, Rhein, Radolfzeller Aach Bayern: Donau Brandenburg: Havel, Spree, Rhin Bremen: Ochtum, Wümme, Weser Hamburg: Elbe Hessen, Werra Niedersachsen: Geeste, Dumme, Weser, Wrechow Nordrhein-Westfalen: Rhein Rheinland-Pfalz: Projekt „Rettet die Quellen“ Sachsen: Elbe, Saale, Flöha Sachsen-Anhalt: Elbe, Ohre, Edelkrebs in Wernigerode Schleswig-Holstein: Elbe Thüringen: Unstrut, Werra

Weitere informationen zum Tag des Wassers und zum Verein Deutsche Umwelthilfe: Thomas Giesinger, Deutsche Umwelthilfe, Güttinger Straße 19, 78315 Radolfzell, Tel: 07732-99950

Gesundheitsministerium genehmigt 500 Hektar für Genmais-Forschung

Themen: Archiv — info @ 11:03

Berlin (agrar.de) – Der LifeScience-Konzern Novartis wird nun doch gentechnisch-veränderten Mais in Deutschland anbauen dürfen, allerdings nur in begrenztem Umfang. Das Bundesgesundheitsministerium vergab nach Angaben der Berliner Tageszeitung ‚taz‚ eine Genehmigung zu ‚Forschungszwecken‘ auf einer Fläche von 500 Hektar.

Im vergangenen Moment hatte Gesundheitsministerin Andrea Fischer die Sortenzulassung von gentechnisch-verändertem Mais verhindert, indem sie die gesundheitliche und ökologische Zulassung widerrufen ließ. Dies hatte auch dem seit 1997 in Deutschland betriebenen Versuchsanbau die rechtliche Grundlage genommen.

Der Umweltverband BUND kritisierte die Entscheidung, weil das mögliche Auskreuzen der Fremdgene auf andere Pflanzen für die ‚betroffenen Landwirte eine gefährliche Bedrohung ihrer Existenz‘ darstelle.

Der Bundesverband der Pflanzenzüchter beklagt hingegen, dass keine endgültige Zulassung erteilt wurde. Durch das Schwanken der Behörden gebe es keine zuverlässigen Rahmenbedingungen für die Gentechnik.

Neue BSE-Fälle in Frankreich

Themen: Archiv — info @ 10:03

Paris (agrar.de) – In der vergangenen Woche sind zwei weitere BSE-Fälle in Frankreich aufgetreten. Wie das Landwirtschaftsministerium mitteilte, mussten zwei Herden in der Normandie und im Bezirk Rhone getötet werden. Zuletzt war Ende Februar eine Herde von 100 Tieren in der Bretagne notgeschlachtet worden.

Damit summiert sich die Zahl der Fälle in diesem Jahr auf 10, im vergangenen Jahr waren insgesamt 31 Fälle von Rinderwahn in Frankreich entdeckt worden.

Die französischen Behörden hoffen, dass die Rinderkrankheit, die mit der tödlichen Creutzfeldt-Jakob-Krankheit beim Menschen in Verbindung gebracht wird, bis 2001 ausgerottet ist. Frankreich hält sein Importverbot für britisches Rindfleisch aufrecht, obwohl die EU das Importverbot für Rindfleisch aus Großbritannien aufgehoben hat.

17. März 2000

NRW stärkt regionale Rindfleisch-Vermarktung

Themen: Archiv — info @ 14:03

Düsseldorf (agrar.de) – Die nordrhein-westfälische Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn (GRÜNE) hat die Entscheidung des Bundesrates vom Freitag, das Embargo für britisches Rindfleisch aufzuheben, als ‚großen Rückschritt für den Verbraucherschutz‘ kritisiert.

Als Reaktion auf den Entschluss soll nun mit dem Programm ‚Sicheres Rindfleisch für NRW‘ gefördert werden, was den VerbraucherInnen Sicherheit bietet. Qualitätsfleischprogramme und verbesserte Kennzeichnung bei die kleinen und mittelständischen Fleischern sollen intensiver gefördert werden. ‚Je genauer zu Herkunft und Qualität des Fleisches etwas gesagt werden kann, desto mehr Fördergelder gibt es‘ erklärte die Ministerin in einer Pressemitteilung.

Auch nach Ansicht des Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, kommt das Ende des Importstopps zu früh. Seiner Ansicht nach sind die Verbraucher aber nicht gefährdet, da Deutschland kein traditionelles Importland für britisches Rindfleisch ist. Er schlägt wie Ministerin Höhn vor, die Verbraucher sollten gezielt nach deutschen Produkten fragen.

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