14. Januar 2000

Internet: Cable & Wireless kauft agri.ch

Themen: Archiv — info @ 14:01

Zürich (agrar.de) – Die britische, global tätigen Telekommunikations-Gesellschaft Cable & Wireless (C&W) hat nach Presseberichten für etwa 500 Mio. US-Dollar europaweit elf unabhängige Internetservice-Provider gekauft, darunter den Internet-Service des Schweizer Bauernverbandes, agri.ch.

Agri.ch zählt etwa 35.000 Kunden, 20.000 davon sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Damit ist der Dienst der grösste Schweizer Anbieter in diesem Segment. Mit 5.000 Domänen sei agri.ch auch die Nummer 1 in der Schweiz, so Geschäftsführer Guido Honegger gestern bei der Pressekonferenz in Zürich. Die Einnahmen des Unternehmens belaufen sich 1999/2000 auf 15 Mio. Fr. Über den Preis des kompletten agri.ch-Aktienpakets sei Stillschweigen vereinbart worden.

C&W ist weltweit die Nummer vier unter den Sprach-Carriern (6,5 Mrd. Gesprächsminuten werden jährlich transportiert) und einer der führenden Datentransporteure. Jede zehnte E-Mail, die auf der Welt verschickt wird, geht über das C&W-Netz, an das weltweit rund 2000 Service-Provider angeschlossen sind. C&W setzte mit 50.000 Beschäftigten 1998/99 rund 12,5 Mrd. Dollar um. 73 Prozent des Umsatzes entfallen auf Geschäftskunden.

Agrarbündnis: Grüne Woche ist Volksverdummung

Themen: Archiv — info @ 12:01

Rot-grüne Landwirtschaftspolitik ‚konzeptionslos‘

Berlin (agrar.de) – Das Agrarbündnis, ist ein Zusammenschluß von Organisationen aus Landwirtschaft, Umweltschutz und Verbraucherorganisationen (*), stellte anläßlich der Grünen Woche den ‚Kritischen Agrarbericht 2000‘ vor, der sich als Gegendarstellung zum Agrarbericht der Regierung versteht. Der Agrarbericht widmet sich in diesem Jahr besonders internationalen Themen wie den WTO-Verhandlungen und der Agenda 2000. Weitere Inhalte beleuchten Verbraucher-, Ökologie- und Gentechnik-Fragen. Auf insgesamt 360 Seiten kommen über 50 Autoren zu Wort.

Die Vorstellung des Berichts nutzten die Herausgeber auch zur Kritik an der Grünen Woche. Ein ‚Potemkinsches Dorf‘ nannte Hubert Weiger, Mitglied im Vorstand des Agrarbündnisses, die Agrarmesse in Berlin. Der von den Veranstaltern als Publikumsattraktion angekündigte ‚Erlebnisbauernhof‘ zeige beispielsweise Legehennen in Bodenhaltung, wodurch der Eindruck erweckt werde, dies sei die übergreifende landwirtschaftliche Realität. ‚Bundesweit werden nur zehn Prozent der Legehennen auf dem Boden gehalten, und insgesamt nur ein bis zwei Prozent artgerecht“, erklärte Weiger. Hier würde ‚Volksverdummung‘ betrieben.

Als ‚ernüchternd‘ bezeichnete Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf, Biobauer und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) die Landwirtschaftspolitik der rot-grünen Bundesregierung. Die Bauern des Agrarbündnisses hätten den Regierungswechsel zu rot-grün mit großem Optimismus begrüßt, erinnerte er, trotz des ‚Desinteresses und Unverständnisses‘ gegenüber der Landwirtschaft und deren Problemen in beiden Parteien.

Angesichts der ‚Strategielosigkeit‘ in der Agrarpolitik sei der Optimismus aber verschwunden, die Betriebe hätten ‚überhaupt keine Perspektive‘. Es fehle ein schlüssiges rot-grünes Konzept für eine Landwirtschaft, die den gesellschaftlichen Vorstellungen der Schaffung von Arbeitsplätzen, von umweltschonender Erzeugung und artgerechter Tierhaltung entspricht.

Baringdorf und Weiger bemängelten, die landwirtschaftliche Realität würde zuwenig über die Medien vermittelt. Dies sei ein Grund dafür, dass kein gesellschaftliche Druck für eine umweltschonende und sozial gerechte Landwirtschaft entstehe. Die industrielle Landwirtschaft übernehme mit ‚Vernebelungstaktik‘ zudem Begriffe, die von den ökologisch orientierten Bauern zuerst eingeführt worden wären, wie ‚integrative‘ oder ’nachhaltige‘ Landwirtschaft.

Der ‚Kritische Agrarbericht 2000‘ kann online beim AbL-Organ Bauernstimme bestellt werden. Weitere Informationen: Ulrike Ottenottebrock-Völker, Tel.: 05242-48185, Fax: 05242-47838, E-Mail: bauernstim@aol.com

* Mitglieder im Agrarbündnis sind: Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Arbeitsgemeinschaft Kritische Tiermedizin (AGKT), Bioland, Naturland, ECOVIN, Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Naturschutzbund Deutschland (NABU), Deutscher Tierschutzbund, die Verbraucherinitiative sowie weitere Arbeitsgemeinschaften, Verbände und Vereine.

US-Farmer verringern GMO-Anbauflächen

Themen: Gentechnik,Mais — info @ 12:01

Houston (agrar.de) – Die amerikanische Landwirte planen, den Anbau von gentechnisch veränderten Kulturen (GMO) zu reduzieren. Nach einer von der Nachrichtenagentur ‚Reuters‘ beim Jahrestreffen des ‚American Farm Bureau‘ durchgeführten Umfrage wollen die 400 befragten Landwirte den Anbau von Gen-Soja um 15 Prozent, Gen-Mais um 22 Prozent und Baumwolle um 26 Prozent zurückfahren.

Begründet wurde die Entscheidung meist mit der anhaltenden öffentlichen Diskussion um mögliche Gefahren durch die veränderten Kulturpflanzen.

13. Januar 2000

Grüne Woche öffnet mit Rekordzahlen

Themen: Archiv — info @ 16:01

Veranstalter erwarten 500.000 Besucher

Berlin (agrar.de) – Mit 1.648 Ausstellern aus 58 Ländern wurde heute die bislang größte Grüne Woche in Berlin eröffnet. Zehn Tage lang stellt die Leistungsschau der Landwirtschaft und Agrarwirtschaft auf etwa 114.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche Produkte und Dienstleistungen.

Die landwirtschaftlicher Tierhaltung stellt die Schau ‚Tiere in ihren Landschaften‘ vor. In einer 150 Meter langen Landschaft, die von der Küste über das Mittelgebirge bis hin zu den Alpen reicht, wrrden 150 Tiere lokaler Rassen vorgestellt, auf 1.200 Quadratmetern Fläche wurde ein ‚Erlebnisbauernhof‘ angelegt.

Informationsbereiche finden sich unter anderem zu den Themenbereichen Landtourismus, Direktvermarktung, ökologischer Landbau, Landschaftspflege und die Produktion nachwachsender Rohstoffe.

Rund 5.000 Heimtiere aus allen Kontinenten sind auf der angeschlossenen Messe ‚Heim-Tier und Pflanze‘ zu sehen. Auf einer Fläche von 6.000 Quadratmetern stellen 92 Aussteller sowie 60 Vereine und Verbände Tiere vor und bieten fachkundige Beratung zu deren artgerechter Haltung an.

Die von der Landwirtschaft als unausgewogen kritisierte Ökosteuer sorgte einen Tag vor der Eröffnung der Agrarmesse für einen Schlagabtausch zwischen dem Deutschen Bauernverband und Landwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke.

DBV-Präsident Sonnleitner forderte, die 900 Millionen Mark an Ökosteuer, die die Bauern zahlten, müssten voll in die Landwirtschaft zurückfließen. Die Bundesregierung habe durch die Ökosteuer und die Streichung der Hälfte der Steuervergütung beim Diesel den entscheidenden Kostenfaktor Energie in der Landwirtschaft extrem verteuert. Eine Entlastung bei den Lohnnebenkosten gebe es den bäuerlichen Familienbetrieben kaum, so Sonnleitner. Die Zusatzbelastung aus dem Steuerentlastungsgesetz beziffert der Bauernverband laut ‚Berliner Zeitung‘ auf 1,1 Milliarden Mark, aus der vierten Stufe der Ökosteuer ab 2002 auf 900 Millionen Mark.

Minister Funke stellte diese Zahlen des DBV in Frage und erklärte, der Bauernverband habe wochenlang nicht auf die Einladung zu Gesprächen über das Sparpaket reagiert. Sonnleitner entgegnete, er habe ständig auf eine Einladung gewartet, und warf dem Minister ‚Verdrehung von Tatsachen‘ vor.

„Preiskriege“ im Lebensmitteleinzelhandel

Themen: Archiv — info @ 11:01

Berlin (agrar.de) – Zum Beginn der Internationalen Grünen Woche in Berlin sagte der Vorsitzende der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie, Peter Traumann, in Deutschland hätten die ‚Preiskriege‘ im Lebensmitteleinzelhandel eine neue Qualität erreicht.

Nach seinen Angaben teilen sich mittlerweile ‚die zehn größten Wettbewerber 84 Prozent des Umsatzes‘. Er beklagte, der Kampf um Marktanteile werde ‚einzig und allein über den Preis ausgetragen‘.

Zum wachsenden Druck auf die Landwirtschaft durch die Preisgestaltung im Lebensmitteleinzelhandel stellte DBV-Präsident Gerd Sonnleitner die Frage: ‚Wie vertragen sich unausweichliche Kostensteigerungen zur Qualitätsverbesserung, Herkunftsnachweise und umfangreiche Kontrollen einer gläsernen Produktion mit permanenten Preissenkungen des Lebensmitteleinzelhandels?‘ Die Leidtragende des extremen Verdrängungswettbewerbs im Einzelhandel seien die Bauern, aber auch die Verbraucher. ‚Höchstqualität zu Dauerniedrigpreisen gibt es nicht‘ sagte der Bauernpräsident.

Nach Erkenntnissen des Deutschen Bauernverbands bevorzugen die deutschen Verbraucher zu etwa 90 Prozent Agrarprodukte deutscher Herkunft. Sonnleitner sagte, bei so ’sensiblen‘ Produkten wie Rindfleisch oder Eiern liege der Anteil sogar bei bis zu 98 Prozent. ‚Deutsche Herkunft ist ein wichtiges Entscheidungskriterium geworden.‘

12. Januar 2000

Beimengungspflicht für Biodiesel in Österreich gescheitert

Themen: Archiv — info @ 15:01

Wien (agrar.de) – Die geplante Einführung einer Beimengungspflicht von Rapsölmethylester (RME) zu Diesel ist in Österreich am Widerstand der EU-Behörden und der Automobilindustrie gescheitert. Wie der ‚Bauernbündler‘ berichtet, war eine Beimischung von zwei Prozent vorgesehen.

Als Kompromissvorschlag hat Umweltminister Martin Bartenstein nun die freiwillige Beimischung von drei Prozent RME zum Diesel vorgeschlagen. Für den RME-Anteil solle keine Mineralölsteuer erhoben werden. Für die Beimengung würde nach Schätzungen eine Rapsanbaufläche von 60.000 ha benötigt, vier Prozent der österreichischen Ackerfläche. Etwa zwei Prozent des in Österreich verbrauchten Diesels könnten so mit Rapsdiesel ersetzt werden.

EU: Programm für Lebensmittelsicherheit vorgestellt

Themen: Archiv — info @ 15:01

Brüssel (agrar.de) – Die EU-Kommission veröffentlichte heute ihr Legislativprogramm für Lebensmittelsicherheit. Kern des Weißbuchs mit 82 Gesetzesinitiativen sind erste Konzepte der Kommission für eine neue wissenschaftliche Behörde für Lebensmittel. Anlass zur Schaffung sind Ereignisse in der Lebens- und Futtermittelindustrie sowie die BSE-Problematik. Die Kommission hofft, mit ihrem Vorhaben das Vertrauen der Verbraucher in die Lebensmittel wiederzugewinnen.

Langfristig wolle die Kommission eine Positivliste schaffen, die alle Ausgangsprodukte enthält, die ausschließlich als Tierfutter verwendet werden dürfen, so EU-Kommissar David Byrne bei der Vorstellung des Weißbuches. Zunächst werde es aber beim Prinzip der Verbotsliste bleiben. In diese sollten recycelte Altfette, Falltiere und BSE-Risikomaterialien aus Schlachtkörpern aufgenommen werden.

Die Verlautbarungen lassen vermuten, dass die geplante Behörde weniger Befugnisse erhält, als von der Kommission ursprünglich geplant wurde. Statt einer selbstständigen Agentur will die Kommission nun eine nachgeordnete Behörde, die für wissenschaftliche Analyse und Information der Bevölkerung zur Lebensmittelsicherheit zuständig sein. Gesetzgebung und Kontrolle sollen bei Kommission, Rat und Parlament verbleiben.

Das Weißbuch stellt weitere Vorhaben für das laufende Jahr vor, wie etwa die Kennzeichnung von Futtermitteln mit gentechnisch veränderten Bestandteilen, die Einführung von BSE-Tests und verschärften Kontrollen z.B. auf Salmonellen in Lebensmitteln. Einen konkreten Vorschlag für die neue Lebensmittelbehörde, die bis Ende 2002 eingerichtet sein soll, will die Kommission im September vorlegen.

Umweltbundesamt: Biodiesel-Förderung nicht zu befürworten

Themen: Archiv — info @ 14:01

Berlin (agrar.de) – Weder aus ökologischer noch aus ökonomischer Sicht empfiehlt es sich, Diesel- Kraftstoff durch Rapsöl beziehungsweise daraus hergestellten Rapsölmethylester (RME) zu ersetzen. Zu diesem Schluss kommt das Umweltbundesamt (UBA) in einer aktuellen Bewertung, die sich auf Studien des Ifeu-Instituts in Heidelberg und der Ruhr-Universität Bochum stützt. Nach Angaben der Frankfurter Rundschau ist dies die bisher detaillierteste Betrachtung zum Thema.

Nach Ifeu-Abschätzung könnten hierzulande pro Jahr maximal 850 000 Tonnen RME aus dem Rapsanbau gewonnen werden. Damit ließen sich nicht einmal 0,7 Prozent des verbrauchten Diesel ersetzen. Entsprechend minimal falle die Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen aus: Sie betrage maximal 0,22 Prozent.

Auch in Bezug auf andere Abgase im Fahrzeugbetrieb sieht das Berliner Amt ‚keine Emissionsvorteile‘ für RME, im Gegenteil: Der Ausstoß von (sommersmogfördernden) Stickoxiden sei fünf bis 15 Prozent höher als beim Diesel, da der Bio-Kraftstoff viel Sauerstoff enthalte, aus dem die Stickoxide entstehen. Ein anderer Bonus des nachwachsenden Rohstoffs entfalle bald: RME sei zwar ’sehr schwefelarm‘, wie die Berliner Experten wissen. Doch das gelte aufgrund strengerer EU-Grenzwerte spätestens 2005 auch für Dieselkraftstoff.

Ökonomisch rechnet sich der Rapsöl auch nicht. Es sei ‚gegenüber Dieslkraftstoff nicht wettbewerbsfähig‘, und das ‚dauerhaft‘, zitiert das UBA die Bochumer Finanzwissenschaftler. Werde mehr Raps zur Biodiesel-Gewinnung angebaut, steige auch der Subventionsbedarf. Zusätzliche Arbeitsplätze in der Landwirtschaft ließen sich so entgegen anderslautenden Behauptungen nicht schaffen. Auch unter Klimaschutzaspekten sei die ‚Rapsöl-Variante eine besonders unwirtschaftliche Maßnahme‘.

EU-Kommission will bessere Kennzeichnung von Futtermitteln

Themen: Archiv — info @ 12:01

Brüssel (agrar.de) – Rohkomponenten von Futtermittel sollen nach einem Vorschlag der EU-Kommission nicht mehr nur in Form von Kategorien angegeben werden.

Wie der Informationsdienst agroonline berichtet, sollen zukünftig statt der allgemeinen Bezeichnung ‚Tierisches Eiweiß‘ die verwendeten Rohstoffe einzeln aufgezählt werden. Auch soll der genaue Anteil der Rohstoffe in der Mischung angegeben werden. Statt die Kategorien nur in der Reihenfolge ihres Anteils aufzuzählen, müssen die Hersteller dann Angaben in Prozent machen.

Die Kommission will sogenannte offene Deklaration in allen EU-Mitgliedstaaten vorschreiben. Anlass für die Initiative sind die belgischen Dioxinkrise und Forderungen der Landwirtschaft.

10. Januar 2000

Landwirtschaft vor rasantem Strukturwandel?

Themen: Archiv — info @ 11:01

Sonnleitner erwartet ‚Fusionswelle‘

Berlin (agrar.de) – Die Fusionen in der deutschen Agrarwirtschaft zu größeren Vermarktungseinrichtungen werden sich nach Einschätzung des DBV-Vorsitzenden Gerd Sonnleitner in diesem Jahr verstärkt fortsetzen. Sonnleitner sagte der ‚Berliner Morgenpost‚, dass nach den Entwicklungen auf dem Molkereisektor – mehrere Kooperationen wurden um die Jahreswende beschlossen oder angekündigt – jetzt der Schlachthofbereich vor entscheidenden Weichenstellungen stehe. ‚Hinter den Kulissen laufen sehr intensive Gespräche, die zum Teil schon sehr weit fortgeschritten sind‘ wird der Bauernpräsident zitiert. Auch bei den Zuckerfabriken gebe es entsprechende Bestrebungen. In allen Bereichen bewege sich etwas, um die Wettbewerbspositionen zu verbessern, schlagkräftiger zu werden und dem Lebensmittelhandel Paroli bieten zu können.

‚Wegen der insgesamt nicht erfreulichen Entwicklung der Märkte lastet ein enormer Druck auf den Bauernhöfen‘ sagte Sonnleitner. Es gebe zwar eine erfreuliche Entwicklung zur überbetrieblichen Zusammenarbeit und bei Zusammenschlüssen zu Bewirtschaftsgesellschaften, die Betriebe müssten aber noch stärker zusammenarbeiten, um die Effizienz zu steigern und Kosten zu senken.

Wegen der strukturellen Nachteile in vielen Regionen sei eine Investitionsförderung über die Gemeinschaftsaufgabe des Bundes-Agrarhaushalts weiterhin unbedingt erforderlich. ‚Um mit der Produktivität auch im europäischen Wettbewerb mithalten zu können, müssen die Bauern trotz niedriger Preise in die Zukunft investieren.‘ Dies sei jedoch wegen extrem niedriger Gewinnmargen im Agrarbereich sehr schwierig, so Sonnleitner. Die erforderlichen Investitionen in der Landwirtschaft sind nach seinen Worten wesentlich höher als in anderen Branchen. ‚Ein Arbeitsplatz in der Landwirtschaft ist fast doppelt so teuer wie in der gewerblichen Wirtschaft.‘

Eine Marktbereinigung hält Sonnleitner auch bei der Qualitätskennzeichnung von Agrarprodukten durch Güte- und Prüfsiegel für erforderlich. Das Angebot müsse gestrafft werden, weil eine Inflation von Prüf- und Gütesiegeln den Verbraucher nur verwirren würde. Es sollte eine Konzentration auf einige wenige Prüf- und Gütesiegel geben, die sich im Bewusstsein der Verbraucher verankern könnten. Die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) habe hier gute Ansätze.

Sonnleitner äußerte sich anläßlich der am kommenden Freitag beginnenden ‚%url4%Grünen Woche%/%‘. Zur 65. Berliner Leistungsschau der Agrarwirtschaft werden 1600 Aussteller aus 65 Ländern und etwa 500.000 Besucher erwartet.

Seiten: << 1 2 3 >>



   (c)1997-2017 @grar.de