28. Januar 2000

Witzenhäuser Fachblätter erschienen

Themen: Archiv — info @ 16:01

Witzenhausen (agrar.de) – Heute erscheint die neue Online-Ausgabe der ‚Witzenhäuser Fachblätter‘, diesmal mit dem Themenschwerpunkt Abfallrecht.

Aus dem Inhalt:

Abfallrecht Gefährdungsbeurteilungen nach Arbeitsschutzgesetz und Biostoffverordnung in der Abfallwirtschaft Ausstieg aus dem DSD-System ist unzulässig Abfallwirtschaftskonzepte waren zum 31.12.1999 fällig BVerwG erklärt Teile der Andienungsverordnung Niedersachsen für ungültig Wer ist verantwortlich für die EAK-Zuordnung von Abfällen Rechtsprechung zu Überlassungspflichten für Baumischabfälle Änderungen im Bereich der Altöl-Entsorgung zu erwarten Altholzerlass in Hessen aufgehoben – Holzabfallverordnung des Bundes in Vorbereitung

Bodenschutz Die neue Bundesbodenschutzverordnung (BBodSchV)

Immissionsschutz IVU-Richtlinie der EU gilt für Anlagenzulassungen ab dem 1.11.1999

Umweltgesetzbuch Umweltgesetzbuch auf Eis gelegt

Veranstaltungen

Die Witzenhäuser Fachblätter können online gelesen, als ZIP-Datei heruntergeladen und auch im kostenlosen Abo direkt bezogen werden.

26. Januar 2000

Belgien schließt Milchbetrieb nach Viehsterben

Themen: Archiv — info @ 11:01

Brüssel (agrar.de) – Die belgischen Behörden haben einen landwirtschaftlichen Betrieb geschlossen, in dem eine tödlich verlaufende Krankheit unter Milchkühen aufgetreten ist. Wie Landwirtschaftsminister Jaak Gabriels am Montag in Brüssel erklärte, sind in zwei Milchbetrieben in Flandern seit Anfang Dezember mindestens acht Kühe an der rätselhaften Krankheit verendet. Die Herde des geschlossenen Betriebes werde geschlachtet. Woran die Tiere gestorben seien, werde noch untersucht, die Tierärzte gingen von einer Vergiftung der Nahrung aus und sprachen von Einzelfällen.

Gabriels sagte, man habe aus der Dioxin-Affäre gelernt. Der Betrieb habe sich sofort an die Behörden gewandt und diese hätten umgehend die Europäische Union (EU) informiert. Die Ministerien für Landwirtschaft und Gesundheit hätten einen gemeinsamen Kristenstab gebildet.

Im Frühjahr 1999 waren Fleisch- und Molkereiprodukte aus Belgien mit erhöhten Werten der Chemikalie PCB, verursacht durch dioxinhaltiges Futter, entdeckt worden. Viele Staaten hatten nach dem Bekanntwerden der Vorfälle Importverbote für belgische Landwirtschaftsprodukte verhängt und Kritik an der Informationspolitik der belgischen Behörden geübt.

24. Januar 2000

Montreal und der Handel mit „Gen-Organismen“

Themen: Archiv — info @ 16:01

Brüssel/Washington (agrar.de) – Während die Europäische Union (EU) auf eine internationale Vereinbarung zum Handel mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) drängt, möchte die US-Delegation das Thema bei der Konferenz über biotechnologische Sicherheit (vom heute bis zum 28. Januar in Montreal) am liebsten nicht einmal diskutieren.

Vor knapp einem Jahr war eine internationale Konferenz mit demselben Anliegen in Kolumbien gescheitert. Die USA und fünf weitere Staaten der sogenannten Miami-Gruppe hatten sich strengeren Regelungen widersetzt. Wie heute hat man sich dabei auf die negativen wirtschaftlichen Folgen eines strengeren Regelwerks berufen.

Während Bewegung in die Gespräche um den Handel mit Genmais und Gensoja kommt – die EU-Kommission hat einem Toleranzwert von einem Prozent für GVO-Verunreinigungen in der Handelsware zugestimmt und die USA erklären sich offenbar zur Ausweisung von Genprodukten bereit – ist man sich längst nicht darüber einig, in welchem Rahmen die Sicherheitsabsprachen beschlossen werden und zur Geltung kommen sollen.

Die Miami-Gruppe sieht in der Konferenz über biotechnologische Sicherheit keinen Platz für Absprachen über den internationalen Handel mit GVO-Produkten für Ernährung, Fütterung und Verarbeitung, da diese keine Gefährdung darstellten. ‚Lebende gentechnisch veränderten Organismen‘ wie Saatgut, Bäume und Fische sollten aber berücksichtigt werden.

Während Vertreter des amerikanischen Industrieverbandes Biotechnologie in der GVO-Deklaration ein Handelshemmnis sehen und die Verunsicherung der Verbraucher befürchtet, hält EU-Gesundheitskommissar David Byrne sie für einen ‚Meilenstein‘ für die Akzeptanz der Technologie durch die Verbraucher. Und weiter kommentierte er, dass ‚die meisten auf dem Markt befindlichen GMO nicht ausgerichtet sind, den Verbrauchern klare Vorteile zu bieten‘. Sie brächten vielmehr Vorteile für die Produzenten.

Eine Vereinbarung zum Handel mit gentechnisch veränderten Organismen habe ‚absolute Priorität‘ in Montreal, erklärte EU-Umweltkommissarin Margot Wallström nach einer Meldung der Agentur afp. Ziel müsse es sein, ausreichend über biotechnisch veränderte Organismen in Lebens- und Futtermitteln sowie Saatgut zu informieren.

USA: Entdecken die Farmer den Kunden wieder als König?

Themen: Gentechnik,Mais — info @ 09:01

Zukunft der ‚Grünen Gentechnik‘ zur Zeit offen

(agrar.de) – Wirtschaftliche Vorteile sind der Hauptgrund für amerikanische Farmer, gentechnisch veränderte Kulturpflanzen (GVO) wie die ‚RoundUp-Ready‘-Sojabohne oder Bt-Mais einzusetzen. Zu dieser Einschätzung kommt James Meade, Farmer und Autor für @griculture.com. Meade moderiert zur Zeit eine Online-Diskussion zu Thema GVO-Anbau im größten Agrar-Online-Dienst des Internets.

Die erste Kritik aus Europa an veränderten Kulturpflanzen wurde nach Meades Ansicht von den amerikanischen Farmern zunächst als reine Marktstrategie betrachtet, die Europa – ähnlich wie beim Streit um das mit Hilfe von Hormonen erzeugte Rindfleisch – lediglich vor amerikanischen Importen schützen sollten und nicht auf gesundheitlichen Bedenken beruhte.

Mittlerweile denken die Bauern um und ‚entdecken wieder den Kunden als König‘. Auch amerikanische Verbraucherorganisationen warnen jetzt vor dem voreiligen Einsatz von GVO; die ersten Landhändler und Getreideaufkäufer beginnen, ‚unreines‘ und ‚reines‘ Erntegut voneinander zu trennen, oder weigern sich sogar, GVO-Produkte anzunehmen, weil sie um deren Vermarktbarkeit fürchten. Auch die Marktstrategie und Informationspolitik der Konzerne habe die Farmer verstimmt. James Meade erwartet einen Rückgang der GVO-Anbaufläche um etwa 20 Prozent im Jahr 2000.

Meade betont, dass der GVO-Anbau für viele seiner Kollegen zur Existenzfrage wird: ‚Es sollte klar sein, dass die US-Bauern – auch wenn sie ideologische Ansichten über GVO haben – die Entscheidung ‚GVO oder Nicht-GVO‘ vorwiegend aus ökonomischen Gründen treffen müssen, und es in Endeffekt darum geht, ob der Anbau ihrem Einkommen hilft.‘

Lesen Sie Meades Standpunkt, den wir zur Diskussion veröffentlichen.

21. Januar 2000

Einzelhandelskonzern mit eigener Bio-Landbau-Insel?

Themen: Archiv — info @ 13:01

Sainsbury’s plant Übernahmne der Landwirtschaft auf Grenada

London/Grenaga (agrar.de) – Der Inselstaat Grenada in der Karibik ist bislang eher als Urlaubsparadies bekannt. Nun plant der englische Handelskonzern Sainsbury’s, die Landwirtschaft der gesamten Insel zu übernehmen, wie das Hamburger Abendblatt berichtet. Weil die Nachfrage nach ökologisch angebauten tropischen Früchten das Angebot bei weitem übertrifft, will das Unternehmen die Landwirtschaft Grenadas komplett auf ökologischen Anbau umstellen.

Die Regierung des 344 Quadratkilometer großen Staates mit einer Arbeitslosenquote von 16 Prozent zeigte sich interessiert. Die Landwirtschaft ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor auf Grenada: rund 80 Prozent der Bevölkerung sind Bauern. Dem Pressebericht zufolge boten die Politiker der Insel Sainsbury’s sofort 180 Hektar Plantagenland zur Umstellung und Bewirtschaftung an.

Der Lebensmittelgigant – mit einem Umsatz von mehr als 18 Milliarden Mark ist Sainsbury’s die zweitgrößte Supermarktkette Englands – hat eine sechsmonatige Studie bezüglich der Qualität der angebauten Früchte, der Umstellung zum ökologischen Anbau und zur Logistik abgeschlossen. Nach der Kontrolle durch die Soil Association, die in Großbritannien die Einhaltung ökologischer Standards überwacht, werden jetzt in der Karibik Pilotprojekte begonnen. Die Landwirte der gesamten Insel sollen Schritt für Schritt in das Projekt einbezogen werden, Sainsbury’s will sie bei der Umstellung auf ökologischen Anbau beraten.

Bereits in drei Jahren will Sainsbury’s alle für die Supermarktfilialen benötigten biologisch angebauten Bananen, Mangos, Kokosnüsse und Passionsfrüchte von Grenada beziehen.

20. Januar 2000

Landwirtschaftszählung 1999: Immer weniger Bauernhöfe

Themen: Archiv — info @ 13:01

95 Prozent bäuerliche Familienbetriebe

Berlin (agrar.de) – Das Sterben der Bauernhöfe in Deutschland geht weiter: Die Zahl der Betriebe mit einer Größe von mehr als zwei Hektar schrumpfte von 568.000 im Jahr 1989 auf 401.000 im Jahr 1999. Das teilte der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Johann Hahlen, gestern bei der Vorlage der aktuellen Landwirtschaftszählung mit.

Nach den Zahlen der Erhebung gab es in ganz Deutschland 1999 rund 490.000 land- und forstwirtschaftliche Betriebe. 465.000 Betriebe davon betreiben Landwirtschaft und bewirtschafteten eine Nutzfläche von etwa 17,1 Millionen Hektar, nur noch 429.000 von ihnen hatten eine Betriebsgröße ab zwei Hektar.

Über 95 % (440 000) der Betriebe waren bäuerliche Familienbetriebe und bewirtschafteten 70 % der LF. 4 % (17 000) aller Landwirtschaftsbetriebe wurden als Personengemeinschaften geführt und bewirtschafteten 12 % der LF. Schließlich gab es rund 5 000 Betriebe in den Rechtsformen von juristischen Personen des privaten und öffentlichen Rechts mit 18 % der LF.

In den neuen Bundesländern sei der Umstrukturierungsprozess im zehnten Jahr nach der Wiedervereinigung offenbar weitgehend abgeschlossen. Dort hätten sich aus einstigen Staatsbetrieben rund 28.000 Unternehmen gebildet, sagte Hahlen.

Die landwirtschaftliche genutzte Fläche sei trotz des Schrumpfens der Höfezahl im Westen fast konstant geblieben, berichtete Hahlen. In der EU habe die Bundesrepublik jetzt einen Anteil von 7,6 Prozent an der Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe, der Anteil an der Nutzfläche in der Gemeinschaft betrage 13,3 Prozent. Damit stehe Deutschland als Agrarproduzent in der EU an dritter Stelle.

Die Entwicklung der Anbauflächen wurde seit 1993 durch die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Gemeinschaften entscheidend beeinflußt. Die dabei ausgeweiteten Flächenstillegungsregelungen haben zur Folge, daß die Landwirte ihre Brachflächen erweitert und – infolge der Preisausgleichszahlungen – den Anbau von Getreide, Ölfrüchten und Eiweißpflanzen ausgedehnt haben.

Rund 56 % der 11,8 Mill. ha Ackerfläche waren 1999 mit Getreide, 14 % mit Futterpflanzen, 12 % mit Ölfrüchten, 7 % mit Hackfrüchten und 2 % mit Hülsenfrüchten bestellt. 7 % des Ackerlandes (846 000 ha) lagen unter anderem aufgrund von Stillegungsprämien brach. Der Umfang an Brachflächen nahm gegenüber 1991 um knapp 65 000 ha (8 %) zu. Die Anbaufläche für Ölfrüchte wurde gegenüber 1991 um 42 % ausgeweitet, bei Hülsenfrüchten vervierfacht.

Die durchschnittlichen Hektarerträge bei wichtigen Kulturarten haben sich gegenüber 1991 wesentlich erhöht:

Bei Getreide (ohne Körnermais und Corn-Cob-Mix) wurden 1999 mit 65,8 Dezitonnen je Hektar (dt/ha) 6,3 dt/ha mehr geerntet als 1991 (59,5 dt/ha); bei Weizen wird mit 75,4 dt/ha das Ergebnis von 1991 (67,7 dt/ha) um 7,7 dt/ha übertroffen; bei Kartoffeln stehen sich 372,1 dt/ha im Jahr 1999 und 298,5 dt/ha im Jahr 1991 gegenüber (+ 73,6 dt/ha); bei Raps und Rübsen hat der durchschnittliche Hektarertrag von 31,3 dt/ha (1991) auf 35,1 dt/ha (1999) zugenommen (+ 3,8 dt/ha); bei Zuckerrüben ist eine Zunahme des durchschnittlichen Hektarertrages um 70,8 dt/ha von 467,9 dt/ha im Jahr 1991 auf 538,7 dt/ha im Jahr 1999 zu verzeichnen.

Fast zwei Drittel (10,8 Mill. ha, 63 %) der bewirtschafteten Fläche waren 1999 gepachtet. Der Pachtanteil an der LF belief sich im früheren Bundesgebiet mit 5,8 Mill. ha auf rund 50 % und in den neuen Ländern mit über 5 Mill. ha auf 90 %. Im früheren Bundesgebiet waren die Pachtentgelte für Einzelgrundstücke je Hektar Pachtland mehr als zweimal so hoch wie in den neuen Ländern.

Seit 1991 sind die in den landwirtschaftlichen Betrieben mit betrieblichen Arbeiten Beschäftigten um rund 24 % oder knapp 445 000 Personen zurückgegangen. Das waren rund 250 000 Personen im früheren Bundesgebiet und rund 195 000 Personen in den neuen Ländern. Dieser Rückgang entspricht der Arbeitsleistung von 370 000 Vollbeschäftigten.

Große Sorge bereitet nach der Erhebung die Hofnachfolge. Sie sei in Westdeutschland nur für rund 70.000 und in den neuen Ländern nur für rund 3.800 Betriebe gewährleistet. Von den Inhabern der Familienbetriebe seien derzeit in den alten Bundesländern 54 Prozent und in Ostdeutschland 58 Prozent 45 Jahre und älter.

Auch im Bereich der tierischen Erzeugung haben sich im Zeitraum 1991 bis 1999 ‚tief greifende Strukturveränderungen‘ vollzogen, so Hahlen. Im Mai 1999 gab es in rund 350.000 landwirtschaftlichen Betrieben Viehaltung. Gegenüber 1991 ist ihre Zahl um 31 Prozent gesunken. Am Erhebungsstichtag hatten die Betriebe der Landwirtschaft rund 26 Millionen Schweine, knapp 15 Millionen Rinder und über zwei Millionen Schafe.

Schweiz: 30-jährige Haftpflicht für GVO-Schäden

Themen: Archiv,Schweiz — info @ 13:01

Bundesrat: Haftung liegt bei Herstellern

Bern (agrar.de) – Mit einer Haftpflicht von 30 Jahren und einer Bewilligungspflicht will der Schweizer Bundesrat Mensch und Natur vor Schäden aus der gentechnische Veränderung von Tieren und Pflanzen schützen. Der Bundesrat ergänzte das Umweltgesetz mit einem ‚Gen-Lex‘-Paket. Demnach wird die Freisetzung von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) nicht verboten, sondern einer Bewilligungspflicht unterstellt.

Die Bewilligung für das Inverkehrbringen von GVO in der Umwelt und für Freisetzungsversuche kann den Angaben des Bundesrats zufolge mit Auflagen verknüpft oder verweigert werden, wenn überwiegende öffentliche Interessen entgegenstehen, beispielsweise bei blossen gentechnischen Spielereien. Die Haftpflicht der Hersteller für ihre Produkte wird auf 30 Jahre festgesetzt. Die Information der Öffentlichkeit soll mit einem Aktenzugangsrecht sichergestellt werden.

Der Bundesrat sprach sich damit dafür aus, die Chancen der neuen Technologie zu nutzen. Diese werden in neuen Medikamenten und in einer ‚grünen Revolution‘ in der Landwirtschaft gesehen, wie Bundesrat Moritz Leuenberger auf einer Pressekonferenz im Bundeshaus sagte. Menschen, Tiere und Pflanzen sowie die ‚Würde der Kreatur‘ sollen dabei geschützt werden.

Im Sommer hatten Pläne des Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (Buwal) für ein zehnjähriges GVO-Moratorium für Aufregung gesorgt. Gleichzeitig stellte die Basler Kontrollstelle für Chemie und Biosicherheit in einer Konzeptstudie über ein Langzeitmonitoring für GVO fest, ‚dass die Etablierung eines Langzeitmonitorings und das Sammeln von Erfahrungen letztlich das Inverkehrbringen gentechnisch veränderter Organismen bedingt‘.

Reaktionen

Der Schweizer Bauernverband (SBV) urteilt in einer Pressemitteilung, man könne mit den Vorstellungen des Bundesrates bezüglich des Gen-Lex leben. Nach einer ersten Sichtung des bundesrätlichen Entscheides könne festgehalten werden, dass die Haftung richtigerweise den Herstellern obliege und nicht den Landwirten als Anwendern von GVO, ausser bei unsachgemässem Umgang. Die Verjährungsfrist von 30 Jahren dürfe als realistisch beurteilt werden. Ob diese Haftpflichtregelung aus Sicht der Bauern wirklich genügt, kann nach Auskunft des Verbandes aber erst nach gründlicher Prüfung der Vorlage gesagt werden.

Die ersten Reaktionen aus Umwelt- und Naturschutzkreisen auf den Gen-Lex-Entscheid waren negativ: Die Schweizer Grünen beharren darauf, dass das Land für mindestens zehn Jahren auf die Freisetzung von GVO verzichtet. Sie seien nicht bereit, neue Risiken für die Umwelt und die Ernährung in Kauf zu nehmen.

Nach Ansicht der Schweizerischen Arbeitsgruppe Gentechnologie (SAG), der rund 25 Organisationen wie Greenpeace und der WWF angehören, hat der Bundesrat die Interessen der Gentechnik-Industrie über den Schutz von Mensch und Umwelt gestellt. Sie will nun mit einer Initiative ein Moratorium für die Freisetzung von GVO erreichen.

Deutsche geben immer weniger für Lebensmittel aus

Themen: Archiv — info @ 10:01

Wiesbaden (agrar.de) – Deutsche Haushalte verwenden einen immer kleineren Anteil ihrer Ausgaben für Lebens- und Genussmittel. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilt, gaben die Privathaushalte im ersten Halbjahr 1998 im Durchschnitt knapp 18 Prozent ihrer Ausgaben für Essen, Getränke und Tabakwaren aus. Vor 25 Jahren waren es noch zehn Prozent mehr. Laut Einkommens- und Verbrauchsstichprobe lagen die monatlichen Ausgaben für Essen insgesamt bei 706 Mark. Davon zahlten die Haushalte 553 Mark für Lebensmittel und Getränke, 153 Mark wurden für Restaurant-Besuche ausgegeben.

Gemessen am verfügbaren Einkommen hatten Geringverdiener ein sehr viel kleineres Ernährungsbudget als einkommensstarke Schichten zur Verfügung: nur 311 DM bei einem Nettoeinkommen unter 1.800 DM gegenüber 1.200 DM für Lebensmittel bei einem Einkommen über 10.000 DM. Prozentual belasten Lebensmittel und Getränke die Gruppe der Geringverdiener jedoch sehr viel stärker: 21 Prozent statt 14,7 Prozent bei den Besserverdienenden. Während ein Ein-Personen-Haushalt etwa 16 Prozent seiner Ausgaben für Ernährung aufwendet, liegt der Anteil bei Haushalten mit vier und mehr Personen auf 19 Prozent.

Der Anteil der Mietkosten an den Lebenshaltungskosten kletterte in 25 Jahren von 15,1 auf 25,2 Prozent. Kommunikation, Verkehrsmittel und Unterhaltung gewannen ebenfalls an Bedeutung: In den alten Bundesländern wurden 670 DM für Verkehr und Nachrichtenübermittlung wie Telefon ausgegeben (1973: 214 DM), für den Freizeit- und Unterhaltungsbedarf ergab sich 1998 ein Anteil von 11,8 Prozent (487 DM). 1973 lag der Wert noch bei 7,6 Prozent oder 124 DM. Der Anteil der Transportkosten stieg von 13,7 auf 16,2 Prozent.

19. Januar 2000

DSV: Maissaatgut für ökologischen Landbau

Themen: Archiv — info @ 14:01

Lippstadt (agrar.de) – Der Markt für ökologisch erzeugtes Saatgut für auch für ‚konventionelle‘ Saatgutproduzenten immer interessanter. So bietet die Deutsche Saatveredelung (DSV) in diesem Jahr erstmals ökologisch erzeugtes Saatgut der Sorte AGADIR an.

Nach den Angaben des Anbieters ist AGADIR eine Maissorte, die sich aufgrund ihrer Gesundheit und Robustheit sehr gut für den ökologischen Landbau eignet. Sie habe sehr guten Resistenzen gegenüber Beulenbrand und Fusarien, sowie stabile Erträge auch in kalten oder höheren Anbaulagen. Das Saatgut wurde nach der EU-Richtlinie 2092/91 produziert.

Neben dem ökologisch produziertem Saatgut bietet die DSV auch steht ungebeiztes Saatgut (aus konventioneller Produktion) der Sorte ARSENAL an.

Trittin kündigt Entwurf zur Naturschutz-Novelle an

Themen: Archiv — info @ 11:01

Bonn/Berlin (agrar.de) – Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) hat einen ‚Aufbruch‘ für den Naturschutz in Deutschland gefordert. Der Naturschutz müsse zu einem ‚Konsensthema‘ zwischen allen Beteiligten werden, so Trittin bei der Amtseinführung des Präsidenten des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Hartmut Vogtmann.

Vogtmann ist Fachmann in Fragen des ökologischen Landbaus und ein scharfer Kritiker der grünen Gentechnologie. Er war zuletzt Präsident des Hessischen Landesamtes für Regionalentwicklung und Landwirtschaft in Kassel, davor lehrte er als Professor für Landwirtschaft, Internationale Agrarentwicklung und ökologische Umweltsicherung an der GH Kassel in Witzenhausen.

Minister Trittin kündigte den ersten Referentenentwurf zur geplanten Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes für dieses Frühjahr an. Die darin enthaltenen, strittigen Regelungen zu Entschädigungsfragen der Landwirtschaft würden derzeit noch abgestimmt. SPD und Grüne hatten die im jetzigen Naturschutzgesetz verankerte Ausgleichsregelung bei umweltbedingten Naturschutzauflagen stets abgelehnt. Vogtmann erklärte, dass er in dieser Frage für einen Kompromiss einsetzen wolle.

‚Die alten Feindbilder müssen verschwinden‘, sagte Vogtmann. Und: ‚Naturschutz muss raus aus der Verbotsecke und rein in die Eigenverantwortung des Menschen. Natur erleben soll Spaß machen und ein positives Lebensgefühl beinhalten.‘

Das BfN gehört zum Umweltministerium und ist mit seinen rund 250 Mitarbeitern für alle Fragen des Artenschutzes, die Ein- und Ausfuhr geschützter Tier- und Pflanzenarten und die Naturschutzgebiete zuständig.

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