06. Dezember 1999

Verbraucher wollen artgerechte Tierhaltung

Themen: Archiv — info @ 09:12

Bonn (agrar.de) – Die deutschen Verbraucher haben den Anspruch, dass die Bauern ihre Tiere artgerecht halten, die Nahrungsmittel umweltschonend produzieren und die Landschaft pflegen. Das meldet der Deutscher Bauernverband e.V. (DBV) und beruft sich dabei auf eine von der Centralen Marketinggesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) in Auftrag gegebene Meinungsumfrage. Danach bestehen zwischen den Ansprüchen der Verbraucher und ihren Vorstellungen über die Realität in der Landwirtschaft teilweise größere Differenzen.

96 Prozent der Verbraucher die artgerechte Tierhaltung und die umweltschonende Produktion als ’sehr wichtige und wichtige‘ Anforderungen an die Landwirtschaft. Allerdings glauben nur 44 Prozent, dass die Bäuerinnen und Bauern ihre Tiere tatsächlich artgerecht halten. Ebenfalls 96 Prozent der Verbraucher fordern eine umweltschonende und gesunde Nahrungsmittelproduktion. 60 Prozent sind überzeugt, dass die heimische Landwirtschaft dies erreicht.

Mit dem Begriff ‚umweltschonenden Anbau‘ verbinden die Verbraucher in erster Linie den kontrollierten integrierten Anbau (56 Prozent der Verbraucher), gefolgt vom Bioanbau (34 Prozent) und vom konventionellen Anbau (10 Prozent).

Laut Studie erwarten 95 Prozent der Verbraucher, dass die Landwirte die Landschaft pflegen und erhalten. Ein hoher Prozentsatz, nämlich 68 Prozent, ist davon überzeugt, dass die Landwirtschaft diese Anforderungen bereits ’sehr gut oder gut erfüllt‘.

04. Dezember 1999

Bio-Fungizid aus Mecklenburg-Vorpommern

Themen: Archiv — info @ 16:12

Wismar (agrar.de) – Die auf der Ostseeinsel Poel ansässige Firma Prophyta weihte am vergangenen Mittwoch in Redentin bei Wismar eine Produktionsstätte für das in eigener Forschungsarbeit entwickelte Biofungizid ‚Contans WG‘ ein. Das neue Mittel soll die ‚chemische Keule‘ bei der Schädlingsbekämpfung in der Landwirtschaft weitgehend ablösen.

‚Contans WG‘ besteht aus den Sporen eines Pilzes, der Krankheitserreger im Boden abtötet, wie ein Prophyta-Sprecher erklärte. Auf diese Weise könne beispielsweise die bei vielen Kulturpflanzen auftretende Sclerotinia-Fäule bekämpft werden.

Nach Informationen des Herstellers wurde das Mittel bereits auf Gemüsekulturen in Deutschland und der Schweiz eingesetzt. Auch 400.000 Hektar Raps seien bereits mit ‚Contans WG‘ gegen Weißstengligkeit behandelt worden. Inzwischen zeichne sich weltweites Interesse ab. Mehrere europäische Länder und Kanada hätten Zulassungsanträge gestellt.

Das Mittel ist den Angaben zufolge für Umwelt und Anwender unschädlich und wurde mit dem 1. Preis des Bundeslandwirtschaftsministerium für integrierten Pflanzenschutz ausgezeichnet.

USA-Politiker fürchten „Agrar-Terrorismus“

Themen: Archiv,MKS — info @ 15:12

Albuquerque (agrar.de) – Mitglieder des amerikanischen Kongresses und Agrarexperten befürchten eine neue Form des Terrorismus in den Vereinigten Staaten. Das berichtet die Nachrichtenagentur ‚ap‘.

Danach warnten die Fachleute in einem Gespräch mit Vertretern des US-Staats New Mexico vor einem möglichen Agrarterrorismus, mit dem die Nahrungsmittelindustrie lahm gelegt werden könne. Täter könnten versuchen, die Maul- und Klauenseuche unter den Tieren des Landes zu verbreiten oder mit Braunfäule infizierte Saat auf den Felder verteilen. Der Tierarzt Corrie Brown von der Universität von Georgia erklärte, Rinderställe und Hühnerfarmen seien leicht zugänglich und enthielten oft viele Tiere, so dass sich Krankheiten leicht ausbreiteten.

Brown warnte, die Seuche und andere Krankheiten könnten Exportschäden in Höhe von etwa 27 Milliarden Dollar zur Folge haben. Der Agrarbeauftragte von New Mexico, Ray Powell, erklärte nach dem Gespräch, er sei besorgt über das, was er gehört habe. ‚Mir war die Ernsthaftigkeit der Bedrohung nicht bewusst‘, sagte er. Der Senator Jeff Bingaman zeigte weniger beunruhigt. ‚Das Gespräch war interessant, aber ich glaube nicht, dass wir eine umfassende Antwort bekommen haben‘.

WTO-Konferenz gescheitert

Themen: Archiv — info @ 13:12

Seattle (agrar.de) – Die Mitglieder der Welthandelsorganisation (WTO) haben sich nicht auf einen Themenkatalog für eine neue Liberalisierungsrunde einigen können. Sie sprachen sich dafür aus, die Verhandlungen im nächsten Jahr in Genf fortzusetzen.

Ziel der Runde war es, Richtlinien für künftige Handelsabkommen festzulegen. Zentrale Themen waren dabei die Senkung von Zöllen, Hilfen für Entwicklungsländer sowie Umwelt- und Sozialstandards.

Größtes Hindernis war nach Pressemeldungen der Streit zwischen der EU und den USA um die Agrarsubventionen. Die WTO-Arbeitsgruppe für Landwirtschaft hatte empfohlen, alle Beihilfen für Agrarexporte auslaufen zu lassen. Die EU lehnte es ab, den völligen Verzicht auf Exporthilfen für die Landwirtschaft zu einem Ziel zu erklären.

Auch eine neue, am Donnerstag vorgelegte Verhandlungsgrundlage für weitere Agrargespräche hatte nicht die volle Zustimmung der EU gefunden. Sie reflektiere, so Agrarkommissar Franz Fischler, nicht die Kernpositionen der EU. Obwohl Gesichtspunkte wie Umwelt, Sicherheit und ländliche Entwicklung berücksichtigt sind, fehlt etwa der für die EU wichtige Begriff der ‚multifunktionalen Landwirtschaft‘.

Ein weiterer Grund: In der Frage der Installierung von Sozialstandards haben sich die Fronten deutlich verhärtet. Die USA wollten in künftigen Handelsverträgen wenigstens ein Minimum an Arbeitnehmerrechten garantiert sehen, wie zum Beispiel das Verbot von Kinderarbeit und das Recht zur Bildung von Gewerkschaften. US-Präsident Bill Clinton hatte selbst die eigenen Berater überrascht, als er sich unmißverständlich dafür aussprach, Mindeststandards notfalls mit Handelssanktionen durchzusetzen. Viele Entwicklungsländer sehen darin einen versteckten Protektionismus des Nordens und wollten nicht einmal der Bildung einer Arbeitsgruppe zu diesem Thema zustimmen.

Kritik an der Arbeitsweise der WTO übte die Organisation der Afrikanischen Einheit OAU. Es mangele an Transparenz. Außerdem würden die afrikanischen Staaten von wichtigen Diskussionen ausgeschlossen. Sie drohten damit, keine Vereinbarung zu unterzeichnen. Die Entwicklungsländer, die mehr als drei Viertel der 135 WTO-Mitglieder stellen, verlangten mehr Zeit zur Erfüllung der bereits 1994 beschlossenen Verpflichtungen, die zu einem freieren Welthandel führen sollen.

Schweizer Bauern- und Landfrauenverband fordern GVO-freie Produktion

Themen: Archiv,Schweiz — info @ 13:12

Brugg (agrar.de) – Der Schweizerische Landfrauenverband, der Schweizerische Bauernverband und das Konsumentenforum stellen klar, dass sie keine GVOs im Saatgut wünschen. Die Zustimmung zu einem GVO-Toleranzwert bei Saatgut sei nicht mit dem Wunsch nach einer Zulassung von gentechnisch verändertem Saatgut in der Schweiz gleichzusetzen.

Die Verbände halten einen Toleranzwert ist erforderlich, um die Versorgungssicherheit mit genügend Saatgut sicherzustellen. Bei Mais und Soja werden 75 Prozent und bei Raps und Zuckerrüben 100 Prozent des Saatgutes importiert und praktisch kein Saatgutlieferant sei bereit, GVO-Freiheit beim Saatgut zu garantieren. Es könne weder im Interesse der Landwirte noch der Konsumenten sein, dass der Ackerbau in der Schweiz behindert werde, und in Folge mehr pflanzliche Futter- und Nahrungsmittel unsicherer Herkunft aus anderen Ländern importiert werden müssten.

Die drei Organisationen fordern die Saatguthandelsfirmen und die Behörden auf, sich dafür einzusetzen, dass die Schweiz in Bezug auf weitgehendste GVO-Freiheit in Europa führend bleibt. Die einheimische Saatgutproduktion solle auf der Basis einer Null-Toleranz wieder aktiv vom Bund gefördert wird, um die Auslandabhängigkeit zu reduzieren.

03. Dezember 1999

Vogtmann: Entschädigung für Naturschutz erforderlich

Themen: Archiv — info @ 16:12

Berlin (agrar.de) – Der neue Präsident des Bundesamts für Naturschutz, Prof. Hartmut Vogtmann, hat angemessene staatliche Entschädigungen für Bauern gefordert, die aus Rücksicht auf seltene Tiere und Pflanzen auf Erträge verzichteten. ‚Naturschutz ist nicht kostenlos zu haben‘, sagte Vogtmann der ‚Berliner Zeitung‘.

Die Naturschützer haben nach Vogtmanns Ansicht oft den Fehler gemacht, die Interessen der Bauern zu ignorieren. Dadurch sei deren Bereitschaft zurückgegangen, neue Naturschutzgebiete, Biosphärenreservate und Nationalparke zu akzeptieren. ‚Weil Naturschützer die Bauern einfach nicht verstanden haben, sind langfristige Konflikte entstanden.‘

Vogtmann erklärte, zu einer stimmigen Naturschutzpolitik gehörten Entschädigungen für Ernteausfälle, etwa, wenn Wiesen nur einmal im Jahr gemäht werden dürften oder Gebiete in Ruhezonen umgewandelt würden. Allein über den Produktpreis ließen sich die Kosten nicht einspielen. ‚Allerdings muss man nicht jeden Unsinn entschädigen, etwa, wenn ein Bauer auf exzessives Düngen verzichten muss‘, sagte er.

Bundesstiftung Umwelt fördert Erlebnisausstellung zum Thema Boden

Themen: Archiv — info @ 11:12

Osnabrück (agrar.de) – Im Museum für Natur und Umwelt am Schölerberg in Osnabrück wird im kommenden Jahr auf einer Fläche von 350 Quadratmetern eine neue Dauerausstellung zum Thema ‚Boden‘ entstehen. Sie will Schüler, Lehrer, Familien und andere Interessengruppen mit allen Sinnen für den Schutz des Bodens als zentrale Lebensgrundlage gewinnen. Der erste Bauabschnitt soll bereits zur Weltausstellung im Sommer des nächsten Jahres stehen.

Das Kuratorium der Deutschen Bundesstiftung Umwelt beschloss, über eine Million Mark für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Umweltstiftung: ‚Da die Mehrheit der Bevölkerung die Bedeutung des Bodens für Ernährung, Wasserhaushalt, Lebens- und Stoffkreisläufe im Alltag kaum noch erfährt, wird diese akttraktive und spannende Erlebnisausstellung an exponierter Stelle ein Informationsdefizit zu beseitigen helfen.‘

Der Themenbereich Boden und Bodenschutz sei im Gegensatz zu den Umweltmedien Wasser und Luft im Bewusstsein der Öffentlichkeit nur in sehr geringem Maße präsent, heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung. Diese geringe Aufmerksamkeit stehe in einem großen Ungleichgewicht zu den vielseitigen und zentralen Funktionen des wichtigen Umweltgutes. Intakte Böden seien eine bedeutende Lebensgrundlage des Menschen. Der handlungsorientierten Auseinandersetzung mit dem Thema Bodenschutz komme in diesem Zusammenhang eine große Bedeutung zu.

In verschiedenen ‚Lebensräumen‘ soll der Besucher in die Unterwelt des Bodens hinabtauchen und sich dort ‚wie ein Bodentier in der Erde‘ fühlen und den Einfluss des Bodens auf die Pflanzenwelt und seine Filterfunktion für das Wasser kennenlernen. Außerdem werde die Bedeutung des Bodens als Lebensraum für Organismen und für Stoffkreisläufe im Blickpunkt stehen.

Um Grundwasser und Regenwürmer werde es im Bereich „Lebensraum Wiese“ gehen. Die Auswirkungen der Umwandlung von Grünland in Ackerflächen würden ebenfalls behandelt. Im Ausstellungsbereich „Lebensraum Acker“ stünden zentral Bodenbearbeitungsformen und die Veränderungen der Bodenstruktur durch die Landwirtschaft im Blickpunkt. Ökologischer und herkömmlicher Landbau sollten unter sozialen, ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten behandelt werden. Im Bereich „Lebensraum Stadt“ gehe es um die Themen Versiegelung und Altlasten.

Über die eigentliche Ausstellung hinaus sei in Zusammenarbeit mit dem Umweltbildungszentrum des Museums ein umfassendes pädagogisches Begleitprogramm für Schulklassen aller Schulformen und Jahrgangsstufen vorgesehen. Es seien Lehrerfortbildungen populärwissenschaftliche Vortragsreihen für Erwachsene, Ferienprogramme für Kinder sowie Wochenendveranstaltungen zu unterschiedlichen Themenaspekten geplant. Für Kinder solle ein ‚Bodenspiel‘ entwickelt werden. Experimente und Versuchsanwendungen zum Thema Boden sollten erprobt und durchgeführt werden.

Weitere Informationen: Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Franz-Georg Elpers, Tel.: 0541/9633-521, Fax: 0541/9633-198, E-Mail: fg.elpers@dbu.de

Hälfte der großen Flüsse weltweit gefährdet

Themen: Archiv — info @ 11:12

Wasser wird immer kostbarer

Washington (agrar.de) – Schlechtere Umweltbedingungen an Wasserläufen trugen nach Angaben der ‚Weltwasserkommission für das 21. Jahrhundert‘ dazu bei, dass im vergangenen Jahr 25 Millionen Menschen umsiedeln mussten. Die Zahl der Umweltflüchtlinge habe damit erstmals die der Kriegsflüchtlinge übertroffen. Mehr als die Hälfte der großen Flüsse weltweit seien verschmutzt oder drohen auszutrocknen. Dies berichtete die Kommission in Washington (USA).

‚Im Jahr 2025 könnte die Zahl der Umweltflüchtlinge vier Mal so hoch sein‘, warnte Ismail Serageldin, der Vorsitzende der Kommission. ‚Ausbeutung und Missbrauch der Land- und Wasser-Ressourcen in den Flussniederungen sowohl in Industrie- als auch Entwicklungsländern sind der Hauptgrund für ihren Rückgang.‘

Am stärksten gefährdet sind den Angaben zufolge der Gelbe Fluss in China, die in den Aralsee mündenden Amudarja und Syrdarja in Mittelasien, der Colorado River in den USA, der Nil, die Wolga und der Ganges. Nur zwei der 500 größte Flüssen könnten als gesund eingestuft werden, der Amazonas und der Kongo. An ihren Ufern gebe es nur wenige Industriegebiete.

Nahrungsmittelhilfen gegen Wasserkriege in Afrika?

Offene Konflikte um die Ressource Wasser sind nach einem Bericht des UN Development Programme (UNDP) auf dem afrikanischen Kontinent zu erwarten. Potentielle Konfliktregionen sind vor allem Gebiete, in denen sich mehrere Länder das Wasser eines Flusses oder Sees teilen müssen: z.B. das Gebiet des Nil, des Niger, des Volta oder des Sambesi.

Die Zahl der unter Wassermangel leidenden afrikanischen Staaten wird sich bis zum Jahr 2025 mit 26 mehr als verdoppelt haben. Jeder zweite Afrikaner, so der Bericht, wird dann in einem Land leben, in dem Wasser knapp ist.

Der Wassermangel, so Lester Brown vom Worldwatch Institute, stellt die größte globale Gefahr für die Nahrungsproduktion dar. So wird beispielsweise die Lage für die Nil-Region außerordentlich problematisch: Der Fluß, der durch drei Länder (Äthiopien, Sudan und Ägypten) fließt, ist Lebensquell für derzeit 150 Millionen Menschen. Die Bevölkerung dieser Staaten wird sich bis 2050 jedoch auf 340 Millionen erhöht haben. Der dadurch enorm steigende Wasserbedarf dürfte sich deshalb zu einem zentralen Konfliktstoff entwickeln.

Ein großes Problem stellt die zunehmende Umweltbelastung der afrikanischen Süßwasserressourcen und deren intensive Nutzung durch die Landwirtschaft dar. Auf diesen Wirtschaftszweig entfallen in Afrika fast 90 Prozent des gesamten Süßwasserbedarfs. Pro Tonne Getreide werden hier 1000 Tonnen Wasser benötigt. Das Worldwatch Institute wies daher auf die dringende Notwendigkeit von Getreideimporten hin – eine Lösungsvariante, die sich jedoch die wenigsten der zumeist armen Länder leisten können. Die UNO hat bereits vorgeschlagen, ein globales Monitoring der Süßwasserreserven durchzuführen und internationale Vereinbarungen über deren Nutzung zu treffen.

Schweiz erweitert Bio-Verordnung

Themen: Archiv,Schweiz — info @ 11:12

Strengere Anforderungen an Bio-Fleisch und Bio-Milch

Bern (agrar.de) – Die Schweiz wird ihre nationale Bio-Verordnung zur Deklaration von Bio-Fleisch und Bio-Milch an die schärferen europäischen Label-Anforderungen anpassen. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) eröffnete am vergangenen Mittwoch eine Konsultation zur Ergänzung der Verordnung.

Die geltende Verordnung über die biologische Landwirtschaft und die Kennzeichnung ihrer Produkte ist seit Januar 1998 in Kraft. Sie gilt bislang jedoch nur für pflanzliche Produkte.

Das Bundesamt für Landwirtschaft will nun auch die Anforderungen an die Nutztierhaltung und an die Lebensmittel tierischen Ursprungs in die Bio-Verordnung aufnehmen. Der Vorschlag zur Verordnungsänderung lehne sich eng an die im Sommer verabschiedeten europäischen Rechtsvorschriften an, hiess es in einen Mitteilung.

Die Verordnungsänderung bringt verschiedene Verschärfungen für die schweizerischen Bio-Betriebe. Zum einen lässt die Regelung den klassischen Anbindestall nur noch ausnahmsweise zu und fordert grundsätzlich die Laufstallhaltung. Es bestehen jedoch Bestandsschutz und Ausnahmen für Kleinbetriebe. Ebenfalls verschärft werden die Fütterungsvorschriften. Der Einsatz konventioneller Futtermittel soll nur noch innerhalb enger Grenzen zulässig sein.

Das bereits bestehende Verbot für die Verwendung gentechnisch veränderter Organismen (GVO) wird präzisiert und auf alle Bereich der Produktion und Verarbeitung von Bio-Produkten ausgedehnt. Ausgenommen sind gemäss Entwurf nur therapeutische Tierarzneimittel. Dies wird damit begründet, dass im Falle einer Erkrankung eines Tieres die Vermeidung von Tierleid -beispielsweise durch den Einsatz von Antibiotoka – als wichtiger einzustufen sei als die Frage, wie dieses Medikament hergestellt wurde.

WLV/CEJA: Schulkindern ist die Landwirtschaft oft fremd

Themen: Archiv — info @ 10:12

Münster (agrar.de) – Europas Schulkinder haben offenbar große Wissenslücken bezüglich der Landwirtschaft. Jeder zweite Schüler im Alter von neun bis zehn Jahren hat noch nie einen Bauernhof besucht.

Nach Mitteilung des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) haben, auch in den anderen EU-Staaten, viele Schulkinder nur ’nebulöse Vorstellungen‘ über die Herkunft und Produktion von Nahrungsmitteln. Das werde durch eine Untersuchung des Europäischen Verbandes der Jungen Landwirte (CEJA) bestätigt, in der die Aussagen von insgesamt 2.400 Schulkindern (9 bis 10 jährig) ausgewertet worden sind. So könne die Hälfte der europäischen Schüler nicht sagen, woraus Zucker hergestellt wird. Jeder vierte englische und niederländische Schüler ist danach im Glauben, dass Orangen und Oliven im eigenen Land wachsen würden.

‚Baumwolle wächst auf Schafen‘ behaupten immerhin 28 Prozent der deutschen Schüler. Überhaupt habe die Jugend große Schwierigkeiten, die Herkunft landwirtschaftlicher Produkten zu bestimmen.

Die CEJA will im Jahr 2000 mit einer europaweiten Informationskampagne für Schulen beginnen, um Defizite über Produktion und Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte abzubauen.

Seiten: << 1 2 3 4 >>



   (c)1997-2017 @grar.de