16. November 1999

Verbraucherschutz: Bessere Kennzeichnung von Lebensmitteln

Themen: Archiv — info @ 12:11

Bonn (agrar.de) – Die Zutaten in Lebensmitteln müssen künftig mit Menge auf dem Etikett angegeben werden, wenn die Zutat in der Verkehrsbezeichnung genannt oder sonst in der Etikettierung hervorgehoben wird. Darauf weist das Bundesernährungsministerium (BME) hin. Die Regelung gilt auch für Käse und Milcherzeugnisse, deshalb werden neben der Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung auch die Käseverordnung und die Milcherzeugnisverordnung entsprechend geändert.

Die Verbraucher werden dann beispielsweise darüber informiert, wieviel Prozent der Anteil an Früchten oder Fruchtzubereitung in Milchmixgetränken, Fruchtsquarks oder Joghurts tatsächlich ausmacht.

Der Gesetzgeber setzt damit die Bestimmungen über Mengenangaben von Zutaten aus der EU-Etikettierungsrichtlinie um. Die neuen Vorschriften sollen dazu beitragen, dass für die Verbraucher mehr Transparenz entsteht.

Verbraucher: Nur 15 Prozent der Einkommen für das tägliche Brot

Themen: Archiv — info @ 11:11

Bonn (agrar.de) – Der Anteil der Ausgaben für Nahrungsmittel an den Gesamtausgaben für den privaten Verbrauch ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes bei allen Haushaltstypen zurückgegangen und beträgt nunmehr bei Haushalten mit mittlerem Einkommen 15,1 Prozent im früheren Bundesgebiet und 16,3 Prozent in den neuen Ländern.

Wie das Bundesernährungsministerium mitteilt, gaben die Haushalte mit mittlerem Einkommen im früheren Bundesgebiet 1998 pro Monat 664 Mark für Nahrungsmittel aus, das waren 0,1 Prozent mehr als im Vorjahr. In den neuen Ländern waren es 594 Mark pro Monat oder 0,7 Prozent weniger als 1998. In Haushalten mit geringerem Einkommen gingen die monatlichen Ausgaben für Nahrungsmittel jeweils um 0,1 Prozent zurück auf 404 Mark im früheren Bundesgebiet und 417 Mark in den neuen Ländern. Haushalte mit höherem Einkommen gaben im früheren Bundesgebiet monatlich 790 Mark (-1,8 Prozent), in den neuen Ländern 650 Mark (+0,2 Prozent) für Nahrungsmittel aus.

Beim Verzehr in Kantinen und Gaststätten wurde in beiden Teilen Deutschlands eine beträchtliche Steigerung verzeichnet. Im früheren Bundesgebiet waren es 81 Mark (+6,6 Prozent), in den neuen Ländern 77 Mark (+10,2 Prozent) mehr im Monat.

15. November 1999

Erhebliches Marktpotenzial für Ökoprodukte

Themen: Archiv — info @ 15:11

Hohenheim (agrar.de) – Das Interesse der europäischen Verbraucher an Ökoprodukten hat in den vergangenen Jahren hat stark zugenommen. In einigen Ländern (Österreich, Dänemark, Schweiz) und bei einigen Lebensmitteln (Gemüse und Milchprodukte) hat der ökologische Landbau seine Nische verlassen und nennenswerte Marktanteile gewonnen. Trotz dieser Entwicklung ist das Marktgeschehen für Ökoprodukte in den meisten europäischen Ländern wenig transparent, da umfassende Informationen über die Märkte nicht verfügbar sind.

Diesem Informationsdefizit abzuhelfen ist das Ziel einer neuen, soeben erschienenen Studie der Universität Hohenheim zu den Märkten für Ökoprodukte in Europa. Die Studie untersucht die Marktsituation in den 15 EU-Ländern sowie der Schweiz, Norwegen und der Tschechischen Republik mit einer einheitlichen Datenerhebung. Die Analyse der Marktsituation in diesen Ländern berücksichtigt die Verkaufswege, die Produkteigenschaften, die kommunikativen Aktivitäten, die Produktpreise und die wesentlichen Triebkräfte für die langfristigen Marktentwicklungen.

Die Studie sieht ein erhebliches Potenzial, um den Markt für Ökoprodukte weiterzuentwickeln. In den untersuchten Ländern ist die Verbrauchernachfrage noch bei weitem nicht ausgeschöpft. Zwischen den Ländern ergeben sich erhebliche Unterschiede sowohl in der Größe der Märkte für Ökoprodukte als auch in den jeweiligen Wachstumsraten. Gleiches gilt für Preisaufschläge, die den Landwirten gezahlt werden, und für Preisaufschläge, die Verbraucher für Ökolebensmittel bezahlen.

Die wichtigsten Hindernisse, die der Weiterentwicklung der Märkte für Ökoprodukte entgegenstehen, sind zu geringe Angebotsmengen, eine mangelnde Anpassung der Angebotsleistungen an die Konsumentenbedürfnisse und organisatorische Schwächen in der Vermarktung. Die weitere Marktentwicklung sollte durch kooperative Marketingaktivitäten der Landwirte, des Verarbeitungssektors und des Lebensmittelhandels vorangetrieben werden, um die Anforderungen der Konsumenten an das Angebot von Ökolebensmitteln besser als bisher zu erfüllen.

Die Studie ist in der Hohenheimer Reihe „Organic Farming in Europe: Economics and Policy“ erschienen und kann unter folgender Adresse bezogen werden:

Universität Hohenheim, Institut 410 A, 70593 Stuttgart, Fax: +49 711 459 2555. E-mail:ofeurope@uni-hohenheim.de, http://www.uni-hohenheim.de/~i410a/ofeurope/

Michelsen, J., Hamm, U., Wynen E., Roth, E. (1999): The European market for organic products: growth and development. Organic Farming in Europe: Economics and Policy, Volume 7, Universität Hohenheim, Stuttgart-Hohenheim, Germany, ISBN 3-933403-06-5; ISSN 1437-6512, 1999, 24 Euro.

Neuer Test für Nachweis von genmanipuliertem Saatgut

Themen: Archiv — info @ 10:11

Basel (agrar.de) – Ein in der Schweiz neu entwickelter Test soll selbst kleinste gentechnisch veränderte Bestandteile in Saatgut feststellen können. Wie das Kantonale Laboratorium Basel in der vergangenen Woche mitteilte, können damit vereinzelte Körner herausfiltriert werden, die gentechnisch verändert worden sind.

Mit dem Test sollen Produzenten, Verteiler oder Behörden die streng gesetzten Anforderungen für das Saatgut besser überwachen können. Der neu entwickelte Test könne zeigen, ob es sich bei verunreinigtem Saatgut lediglich um Staub einer gentechnisch veränderten Maissorte handle oder ob ganze Körner gentechnisch verändert worden seien.

Die Freisetzung von genmanipulierten Samen ist in der Schweiz verboten. Im vergangenen Mai hatte das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) den Import und den Anbau von zwei in der Schweiz verbreiteten Maissorten verboten. Stichproben, die das BLW veranlasst hatte, zeigten, dass die beiden Sorten gentechnisch verunreinigt waren. Mehrere 100 Hektar Mais wurden vernichtet.

Bauern aus Lüchow-Dannenberg machten „Stunk“ in Berlin

Themen: Archiv — info @ 10:11

Hannover (agrar.de) – Die Protestaktion gegen Atommülltranporte haben die Landwirte aus dem Kreis Lüchow-Dannenberg bundesweit bekannt gemacht. Sie lehnen die Atomkraft ab und haben sich zur ‚Wendländischen Bäuerlichen Notgemeinschaft‘ zusammengeschlossen, um sich bei Atommülltransporten nach Gorleben mit ihrer Traktoren in den Weg zu stellen.

Am Wochenende machte sich die Notgemeinschaft nach Berlin auf, um am Sitz der Bundesregierung ‚Stunk‘ zu machen. Mit etwa hundert Traktoren und Gespannen fuhren sie zur ‚Stunkparade‘ auf, wo sonst die ‚Loveparade‘ tobt.

Die Demonstration sollte an die Stunkparade von 1979 anknüpfen. Damals waren die Landwirte nach Hannover gezogen, um gegen die Pläne für eine Wiederaufarbeitungsanlage in Gorleben zu protestieren.

Die Bauern hatten ihre Parade unter ein schlichtes Motto gestellt: ‚Gerhard, wir kommen!‘ hiess es. Für sie ist Bundeskanzler Gerhard Schröder ein alter Bekannter. Als Rechtsanwalt hat er einen Atomkraftgegner der Notgemeinschaft nach einer Protestaktion vor Gericht verteidigt.

14. November 1999

Agritechnica verzeichnet Besucher-Rekord

Themen: Archiv — info @ 12:11

Hannover (agrar.de) – Mit mehr als 225.000 Besuchern hat die Agritechnica ’ 99 einen neuen Besucherrekord verzeichnet. Im Vergleich zu 1997 habe es einen Anstieg der Besucherzahl um vier Prozent gegeben, teilte die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) am Samstag zum Abschluss der Messe für Landtechnik mit. Nach einer Besucheranalyse kamen 94 Prozent der Interessenten aus Ländern der Europäischen Union. Die Zahl der ausländischen Besucher sei im Vergleich zu 1997 um elf Prozent auf 32.000 gestiegen. Etwa 80 Prozent der Interessenten stammten aus landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetrieben.

Mehr als 1.500 Unternehmen hatten auf einer Ausstellungsfläche von rund 194.000 Quadratmetern die neuesten Produkte und Dienstleistungen für die Land- und Forstwirtschaft vorgestellt. Laut Befragung durch die DLG beurteilten 86 Prozent der Aussteller das Messeergebnis als positiv.

Die Landtechnik-Vereinigung (LAV) zeigte sich erfreut über die „positive Grundstimmung für Investitionen“ in der Landwirtschaft. Bei einer Umfrage hatten 62 Prozent der Besucher ausgesagt, in den kommenden beiden Jahren in ihre Betriebe investieren zu wollen.

Die nächste Agritechnica findet vom 13. bis zum 17. November 2001 statt.

13. November 1999

Lebensmittel: wichtiger Umsatzposten an Tankstellen

Themen: Archiv — info @ 09:11

Bonn (agrar.de) – Die Tankstellen in Deutschland erzielten 1997 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes einen Umsatz von rund 10,2 Milliarden DM, rund ein Drittel (3,3 Mrd. DM) davon mit Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren. Dieser Anteil nahm in den vergangenen Jahren stark zu. So lagen diese Umsätze 1991 noch bei 284 Mio. DM oder 2,4 Prozent der gesamten Umsätze.

Der Umsatz bei Tabakwaren belief sich 1997 auf rund 1,5 Mrd. DM, gefolgt von Nahrungsmitteln (ohne Süßwaren) einschließlich nichtalkoholischer Getränke (699 Mio. DM), alkoholischen Getränken (659 Mio. DM), Süßwaren (403 Mio. DM) sowie Kaffee, Tee und Kakao mit 46 Mio. DM.

Der Verkauf von Kraftstoffen, Schmieröl, Kraftfahrzeugen und Zubehör in den Tankstellen erbrachte einen Umsatz von mehr als 6 Mrd. DM (59 Prozent des Gesamtumsatzes).

09. November 1999

Agrartechnik: Kapitalkosten zwingen Landwirte zur Kooperationen

Themen: Archiv — info @ 11:11

1,2 Prozent Bruttowertschöpfung aus der Landwirtschaft

Hannover (agrar.de) – Der Kostendruck in der Landwirtschaft zwingt nach Ansicht der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) vor allem die kleineren Bauern zu stärkerer Kooperation. Dies gelte vor allem für den Einsatz moderner Maschinen, sagte DLG-Präsident Philip von dem Bussche zum Start der internationalen Fachmesse Agritechnica ’99. Auf dem Messegelände in Hannover präsentieren rund 1500 Unternehmen über 20000 Landmaschinen.

Für kleinere Betriebe seien die Kapitalkosten für einen kompletten eigenen Maschinenpark nicht mehr aufzubringen. Die Öffnung der Weltmärkte erzeuge hohen Kostendruck. ‚Dem muss sich unsere Landwirtschaft stellen. Und gerade die Großtechnik gibt vor, was an Kostensenkungen möglich ist. Damit müssen sich auch die kleineren Betriebe auseinander setzen‘, sagte von dem Bussche. ‚Die Ansicht älterer Landwirte, jede Form von Kooperation sei mit der unternehmerischen Freiheit des Bauern nicht vereinbar, gehört der Vergangenheit an‘.

Nach Ansicht des DLG-Präsident gibt es für die Landwirtschaft zwei Wege: Zum einen die Orientierung auf dem Weltmarkt, zum anderen die eher regionale Ausrichtung mit Spezialisierung etwa im Gemüseanbau, im ökologischen Landbau oder in der Landschaftspflege. Allerdings bedeute die Rationalisierung einen zunehmenden Abbau an Arbeitsplätzen. Die enorm gestiegene Produktivität werde sich in den kommenden zehn Jahren noch einmal verdoppeln.

Das Statistische Bundesamt teilte anläßlich der Agritechnica mit, dass die Bruttowertschöpfung in der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei im Jahr 1998 in Deutschland bei rund 44 Mrd. DM lag. Der Anteil an der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung in Deutschland machte 1,2 Prozent aus. Jede hundertste Mark wurde also in der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei erwirtschaftet.

Im Jahre 1950 hatte im früheren Bundesgebiet der Anteil der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei an der gesamten Bruttowertschöpfung mit 10,7 Prozent noch deutlich höher gelegen. In der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei gibte es 1998 480 000 Betriebe mit 1,1 Millionen Arbeitskräften, im Osten 32 000 mit 145 000 Mitarbeitern, das sind rund 3 Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland. 1950 waren 24,6 Prozent der Erwerbstätigen in diesem Wirtschaftsbereich tätig.

07. November 1999

Branntweinmonopol bleibt gesichert

Themen: Archiv — info @ 13:11

Berlin (agrar.de) – Wie der Wirtschaftsinformationsdienst vwd berichtet, haben sich SPD und Bündnis 90/die Grünen darauf geeinigt, dass das Branntweinmonopol auch mit der Änderung des Branntweinmonopolgesetzes dauerhaft erhalten bleiben soll. Damit würde den zahlreichen Einwendungen seitens der Brennereiwirtschaft Rechnung getragen. Die Existenz der landwirtschaftlichen Brennereien sei nun gesichert, hiess es.

Den Bericht zufolge wird das gesetzliche Ausscheiden der gewerblichen Brennereien aus dem Branntweinmonopol wird um ein Betriebsjahr nach hinten verschoben, also auf 2006/07 statt vorher 2005/06. Die prozentualen Betriebsabzüge für größere Brennereien sollen geringer als vorgesehen ausfallen und sich nur noch auf die Fertigungskosten im Branntweingrundpreis beziehen. Landwirtschaftliche Kornbrenner können nun direkt an die Monopolverwaltung abliefern, so dass ihr Absatz gesichert wird. Der Betriebszuschlag für Obstgemeinschafts-Brennereien wird auf 80 Prozent (vorher 75 Prozent) festgelegt.

05. November 1999

Hormonfleisch: Schweiz führt Kennzeichnung ein

Themen: Archiv,Schweiz — info @ 15:11

Bern (agrar.de) – Die Schweiz führt zum 1. Januar 2000 eine Kennzeichnungspflicht für Fleisch von hormonbehandelten Tieren ein. Frischfleisch, das mit Hilfe von Hormonen oder Antibiotika zur Leistungsförderung erzeugt wurde, muss nach der neuen Regelung ‚an gut sichtbarer Stelle, leicht lesbar gekennzeichnet werden‘. Das Kennzeichnungspflicht gilt für Eier.

Die Regierung habe einen Mittelweg zwischen den Forderungen von Bauern und Verbraucherschützern auf der einen und Handel und Gastgewerbe auf der anderen Seite gesucht, sagte Landwirtschaftsminister Pascal Couchepin am Mittwoch in Bern.

Auf der Verpackung von Eiern, die von Legehennen stammen, deren Haltung den schweizerischen Anforderungen nicht entspricht, muss der Vermerk ‚aus in der Schweiz nicht zugelassener Käfighaltung‘ stehen. Die Deklarationspflicht gilt für den Einzelhandel, für Restaurants und Kantinen.

Der Minister betonte, das neue Label könne Kritik der Welthandelsorganisation (WTO) auslösen. EU und USA streiten seit Jahren über das EU-Importverbot für amerikanisches Hormonfleisch. Als Lösung war eine spezielle Kennzeichnung für US-Fleisch diskutiert worden, eine Einigung gibt es diesbezüglich noch nicht.

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