14. Oktober 1999

ANUGA: Bioland und Demeter verlassen die Nische

Themen: Archiv — info @ 16:10

Köln (agrar.de) – Selbstbewußt präsentieren sich die Bio-Anbauverbände Bioland und Demeter auf der ANUGA in Köln. Die Produktschau der Ernährungswirtschaft – sie gilt mit 6.500 Anbietern aus 96 Ländern als die bedeutendste Informations- und Ordermesse – endet heute.

Die Bio-Branche boomt. Der Handel mit naturnahen Lebensmitteln verzeichnet jährlich einen Zuwachs von zehn Prozent. Nicht mehr nur Müsli, sondern eine stetig wachsende Palette liefern die Betriebe der Bio-Verbände: Frisch- und Tiefkühlprodukte bis hin zu Backwaren und Fertiggerichten für die Gastronomie.

Produkte aus kontrolliert-biologischem Anbau beziehungsweise artgerechter biologischer Tierhaltung erreichen die Käufer zunehmend über neue Marktwege. Nach dem Start in Bio-Läden, Lebensmittelkooperativen und hofeigenen Verkausstellen haben sich die findigen Verbände mittlerweile im Lebensmitteleinzelhandel und in Angebot der Handelsketten etabliert, %url4%Abo-Bestellsysteme%/% haben Konjunktur, Bioland serviert sogar den Reisenden der Bundesbahn in einem gemeinsamen Projekt mit der DB-Tochter Mitropa.

Nach eigenen Angaben hat sich Bioland zum mit Abstand bekanntesten Öko-Markenzeichen entwickelt.

Das Wachstum wird nicht nur durch die Negativ-Schlagzeilen der BSE- oder Dioxin-Skandale verursacht. Bioland kommt zum Schluss, dass vor allem die hohe Glaubwürdigkeit der Qualitätsprodukte und das positive Image zur stetig wachsenden Akzeptanz von Bio-Produkten bei Handel und Verbrauchern führt.

Alle Bioland- und Demeter-Produkte unterliegen strengen Erzeugungs- und Verarbeitungsrichtlinien. Diese verlangen den Produzenten oft mehr ab als die ebenfalls erfüllten Anforderdungen der europäischen Öko-Verordnung. Regelmäßig werden erzeugende und verarbeitende Betriebe von unabhängigen Kontrollorganisationen überprüft.

KnockOut für RoundUp?

Themen: Archiv — info @ 16:10

EU-Studie: Monsantos Unkrautvernichter ’nicht genehmigungsfähig‘

London (agrar.de) – Ein herber Rückschlag droht dem Agrar-Konzern Monsanto durch eine EU-Studie, in der das Totalherbizid ‚Roundup‘ als ’nicht genehmigungsfähig‘ bezeichnet wird. Dies berichtete am Dienstag der britische Fernsehsender ‚Channel 4‘.

Roundup ist eines der wichtigsten Produkt Monsantos und von zentraler Bedeutung in der Stragegie, mit der der Kontern genetisch verändertes Saatgut vermarktet. Von Monsanto angebotenen Soja- und Maissorten sind gentechnisch so verändert, dass sie einer Behandlung mit Roundup weitgehend ohne Schäden überstehen.

Nach Angaben von ‚Channel 4‘ haben Gutachter herausgefunden, dass der Roundup-Wirkstoff Glyphosat nicht nur Unkraut, sondern auch Spinnen und nützliche Insekten tötet. Damit würde der Einsatz von Glyphosat auf die Dauer kontraproduktiv sein, da mit einem Niedergang nützlicher Kleinsttiere in der Regel ein wachsendes Ausbreiten von Schädlingen verbunden ist, die dann einen noch stärkeren Gifteinsatz nötig machen.

Im zitierten Forschungsbericht wird deshalb empfohlen, Glyphosat nicht in die Liste von genehmigungsfähigen Agrargiften aufzunehmen, wenn die Europäische Union eine solche Liste im Rahmen entsprechender Harmonisierungsbemühungen aufstellt.

Monsanto verweist darauf, dass der Wirkstoff Glyphosat auch von vielen anderen Herstellern angeboten wird und die strengen US-Tests problemlos absolviert habe. In den USA hat Monsanto bereits 1998 etwa die Hälfte des Sojamarktes mit sogenanntem „Roundup-Ready“-Saatgut erobert, das in Kombination mit dem Unkrautvernichter verkauft wird.

Greenpeace: Aldi verzichtet auf Gentechnik-Produkte

Themen: Archiv — info @ 15:10

Essen (agrar.de) – Nach anderen großen Handelsketten will auch Aldi auf den Verkauf von Lebensmitteln mit gentechnisch veränderten Zutaten verzichten. Wie die Umweltschutz-Organisation Greenpeace berichtet, versicherte der Konzern in einem Schreiben, dass die Produkte seiner Lieferanten keine gentechnisch veränderten Zutaten enthielten.

Die Handelsketten Edeka, Rewe, Metro, Tengelmann, Lidl und Spar haben bereits in den vergangenen Wochen erklärt, keine gentechnisch veränderten Stoffe in ihren Eigenmarken zuzulassen (wir berichteten).

Greenpeace feierte die Ankündigung als ‚großen Sieg für die Verbraucher‘ und kündigte für die Zukunft Stichproben an, die die Produkte der Supermärkte auf gentechnisch manipulierte Zutaten untersuchen sollen.

Nun will Greenpeace verstärkt gegen den Einsatz von Gentechnik in der Futtermittelindustrie vorgehen.

Landkinder sind gesünder

Themen: Archiv — info @ 14:10

Madrid (agrar.de) – Kindern, die auf dem Lande mit Kühen, Schweinen und Federvieh aufgewachsen sind, haben weniger Probleme mit Allergien als Kinder, die in der Stadt leben. Zu dieser Erkenntnis kommt eine Studie, die auf der 9. Tagung der European Respiratory Society (ERS) in Madrid vorgestellt wurde.

Josef Riedler von der Abteilung für pädiatrische Pulmonologie am Kinder-Hospital Salzburg und seine Kollegen befragten die Eltern von 2.283 österreichischen Kindern im Alter zwischen 8 und 10 Jahren über die Lebensumstände und über eventuelle allergische Erkrankungen der Kinder. An 1.137 dieser Kinder wurden überdies Hauttests vorgenommen, die die Überempfindlichkeit gegenüber bis zu sieben Stoffen zeigen konnten. Kinder, die auf Bauernhöfen lebten, waren drei Mal weniger anfällig für Heuschnupfen als Kinder aus der Stadt, stellten die Wissenschaftler nach Durchsicht der Daten fest (3,1% Bauernkinder mit Heuschnupfen gegenüber 10,3% Stadtkindern mit Heuschnupfen). Noch deutlicher fiel das Ergebnis bei Asthmatikern aus: Nur 1,1% der Kinder, die im Viehstall aus und ein gingen, litt an Asthma, dagegen 3,9% der Stadtkinder.

Die Daten zeigen nach Riedlers Angaben, dass Kinder sich nur häufig im Stall bei Kühen, Schweinen und Hühnern herumtreiben müssen, um ihre Allergieanfälligkeit zu senken. Warum das so ist, kann auch er noch nicht endgültig erklären. Seine Vermutung ist, dass eine Immuntoleranz entwickelt wird oder die Stimulation von Zellen, die für die Immunabwehr zuständig sind, hervorgerufen wird, wenn der Organismus intensiver den mikrobiellen Antigenen in Ställen und Bauernhäusern ausgesetzt ist.

FAL: Tagung zu Biokonversion nachwachsender Rohstoffe

Themen: Archiv,NaWaRos — info @ 13:10

Braunschweig (agrar.de) – Die Veredelung erneuerbarer Rohstoffe ist Thema einer wissenschaftlichen Tagung in der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) in Braunschweig (14./15.Okt.) Veranstaltet wird die Tagung vom Arbeitskreis ‚Nachwachsende Rohstoffe‘ des Senats der Bundesforschungsanstalten zusammen mit der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. Mehr als 100 Wissenschaftler aus Deutschland und dem benachbarten Ausland werden dazu erwartet.

Arbeitskreisleiter Professor Siegfried Warwel von der Bundesanstalt für Getreide-, Kartoffel- und Fettforschung (BAGKF) betont, dass der Land- und Forstwirtschaft durch neue, elegante Veredelungsverfahren zusätzliche Absatzchancen eröffnet werden könnten. Bisher seien viele Naturprodukte im ‚Non food‘-Bereich noch zu teuer, um auf dem Markt ernsthaft konkurrieren zu können. Dabei liegen ihre ökologischen Vorteile auf der Hand: Sie sind in der Regel weniger umweltbelastend, leicht abbaubar und – im Gegensatz zu fossilen Rohstoffen wie Erdöl – CO2-neutral.

Zucker, Stärke oder Öl sind nicht nur als Nahrungsmittel, sondern auch als Grundstoffe für die industrielle Weiterverarbeitung von Bedeutung. Auf großes Interesse stoßen deshalb Ansätze, pflanzliche Rohstoffe durch biotechnologische Verfahren in höherwertige Produkte umzuwandeln. ‚Bio-Konversion‘ nennen die Wissenschaftler dieses Verfahren, bei denen mit Hilfe von Mikroorganismen pflanzliche Produkte umgewandelt werden.

‚Auf dem diesjährigen Symposium stehen gentechnische Methoden zur Veredelung pflanzlicher Produkte im Vordergrund‘, erklärt Professor Klaus-Dieter Vorlop, Leiter des FAL-Instituts für Technologie und Mit-Initiator der Tagung. ‚Die Beiträge geben einen Überblick über die aktuellen Forschungsaktivitäten und zeigen Perspektiven für zukünftige Entwicklungen auf.‘

Weitere Informationen zur Tagung: Senat der Bundesforschungsanstalten Dr. Michael Welling Messeweg 11/12 38104 Braunschweig Tel.: 0531-2993396 Fax: 0531/2993001

Neues Demeter-Verzeichnis für Baden-Württemberg erschienen

Themen: Archiv — info @ 12:10

Leinfelden (agrar.de) – Einkaufen direkt beim Bauern wird immer beliebter. Wer sich beim Einkauf nicht allein auf die Hinweisschilder am Straßenrand verlassen will, kann jetzt im neu aufgelegten Demeter-Verkaufsstellenverzeichnis nachschlagen. Mehr als 200 Mitgliedsbetriebe in ganz Baden-Württemberg, darunter Hofläden, Bäckereien, Metzgereien und Naturkostläden stellen sich in dem Heft vor.

Demeter wurde vor 75 Jahren gegründet und bezeichnet sich selbst als den ältesten ökologischen Landbauverband mit weltweit mehr als 3500 Mitgliedsbetrieben.

Das Verzeichnis kann kostenlos angefordert werden bei: Demeter Baden-Württemberg Hauptstraße 82, 70771 Leinfelden-Echterdingen Telefon 0711-902540

Bauernverband kritisiert Verzug bei Rindfleisch-Etikettierung

Themen: Archiv — info @ 11:10

Bonn (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat an die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und die EU-Landwirtschaftsminister appelliert, die vom 1. Januar 2000 an geplante obligatorische Etikettierung von Rindfleisch nicht durch eine zeitliche Verschiebung in Frage zu stellen.

Die deutschen Rinderhalter hätten mit der Kennzeichnung ihrer Rinder und dem Aufbau einer zentralen Datenbank in den vergangenen zwei Jahren die notwendigen Voraussetzungen mit hohen Kosten und einem enormen bürokratischen Aufwand erbracht, stellte DBV-Präsident Gerd Sonnleitner fest. Die deutschen Bauern erfüllten damit die Beschlüsse der EU-Agrarminister von 1997 fristgerecht.

‚Grundsätzlich sollte in allen Mitgliedstaaten an den derzeitigen EU-Bestimmungen des Registrierungs- und Etikettierungssystems festgehalten werden,‘ betonte Sonnleitner.

Die Vorleistungen der deutschen Landwirtschaft müssten nun auch von der Ernährungswirtschaft weiterverfolgt werden, damit der Verbraucher den vollen Nutzen habe. Es gehe nicht an, dass erneut Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten der deutschen Rinderhalter entstünden und die deutschen Verbraucher das Nachsehen hätten. Auch wegen der Aufhebung des Exportverbotes von britischem Rindfleisch seien die Verbraucher auf die Herkunftssicherung angewiesen.

Hessenbauern fordert vom Bauernverband „schärfere Gangart“

Themen: Archiv — info @ 09:10

Marburg (agrar.de) – Wenn die von der Bundesregierung geplanten Sparmaßnahmen umgesetzt werden, wollen hessische Bauern mit Traktor-Straßenblockade protestieren. Dies hat der Hessische Bauernverband angedroht. Die rund 100 Delegierten der Vertreterversammlung in Marburg hat am Mittwoch vom Bauernverband ‚eine schärfere Gangart‘ gefordert.

‚Wir rechnen mit Einkommensausfällen zwischen 3000 und 15 000 Mark pro Jahr für jeden Betrieb‘, sagte der Präsident des Verbandes, Heinz Christian Bär, am Mittwoch in Marburg. Allein die Streichung der Gas-Öl-Beihilfe bedeutet für den durchschnittlichen hessischen Landwirt zusätzliche Kosten von rund 5 000 Mark im Jahr, so Bär. Das durchschnittliche Einkommen einer Arbeitskraft in der Landwirtschaft liegt nach Angaben des Verbandes bei rund 36 000 Mark.

Auch bei den Kosten für die Tierkörperbeseitigung fordert der Verband eine andere Verteilung: statt zu 100 Prozent durch den Landwirt sollten die Kosten je zu einem Drittel vom Land Hessen, dem Landwirt und dem Landkreis getragen werden.

Landwirtschaftminister Wilhelm Dietzel (CDU) kündigte in dieser Frage Unterstützung für die Landwirte an. Bei der Tierkörperbeseitigung sei man auf einem guten Weg zur Drittellösung.

13. Oktober 1999

Gute Marktchancen für Öko-Landwirtschaft ohne Gentechnik

Themen: Archiv — info @ 15:10

Frick (agrar.de) – Biologische Landwirtschaft ohne Gentechnik hat in der Schweiz ausgezeichnete Marktperspektiven. Dies besagt eine von drei Öko-Institute erstellte Untersuchung, die am Dienstag auf einer Tagung in Frick vorgestellt wurde. Sie geht der Frage nach, ob sich die Schweizer Landwirtschaft einen Verzicht auf Gentechnik leisten kann.

Danach bestehen für eine naturnahe Schweizer Landwirtschaft, die Dank innovativen Potentiale im Biolandbau und integriertem Landbau auf Pflanzen mit transgenen Veränderungen verzichtet, ausgezeichnete nationale und internationale Marktchancen.

Der Vergleich bei Kartoffeln, Weizen, Mais, Raps, Salat und Reben zeigt laut Studie, dass von gentechnischen Ansätzen für wichtige Anbauprobleme in der Schweiz keine nachhaltigen Fortschritte erwartet werden können. Die Anwendung der Gentechnik zementiere eine auf Monokulturen basierende High-Input-Landwirtschaft, welche Umweltprobleme mitverursache. Der ökologische Anbau zeichne sich demgegenüber vor allem dadurch aus, dass er nicht isolierte Einzelfaktoren bekämpfe, sondern dass seine Lösungsansätze auf einem umfassenden System vieler verschiedener Massnahmen bestehe.

Angesichts der wachsenden Bedenken gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel bedeute die Biolandwirtschaft und Forschung eine grosse Chance für die Schweiz. Auch könnten mit der biologischen Landwirtschaft auch die durch Gentech-Patente entstehenden Monopolrechte und eine Konzentrierung des Saatgut-Weltmarktes verhindert werden.

Weltbevölkerung erreicht sechs Milliarden Menschen

Themen: Archiv — info @ 12:10

New York (agrar.de) – Der UN-Bevölkerungsfonds hat den gestrigen 12. Oktober zum ‚Tag der sechs Milliarden‘ ernannt. Etwa soviele Menschen leben auf unserem Planeten, und es werden immer schneller immer mehr.

Während das Durchschnittsalter der Menschen in den Industrieländern weiter steigt, werden in den Entwicklungsländern immer mehr Kinder geboren. In nur zwölf Jahren hat sich die Bevölkerung um eine Milliarde vergrößert, im Laufe dieses Jahrhunderts hat sie sich verdreifacht. Prognosen besagen, dass die Weltbevölkerung bis zum Jahr 2100 auf zwölf Milliarden Menschen anwachsen wird.

Die zur Welternährung benötigten Erträge der Landwirtschaft steigen aber nicht im gleichen Maße an. Im Gegenteil: die landwirtschaftliche Produktion pro Kopf fällt seit 1983.

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