20. Oktober 1999

Euronatur befürchtet Ströme von Umweltflüchtlingen

Themen: Archiv — info @ 16:10

Mehr Hilfe für nachhaltige Entwicklung gefordert

Stuttgart (agrar.de) – Die Umweltstiftung Euronatur International hat die Bundesregierung aufgefordert, die Anstrengungen für nachhaltige Entwicklungshilfe deutlich zu erhöhen. Ohne nachhaltige Entwicklung würden mit steigender Weltbevölkerung und damit verbundenem Raubbau an der Natur Ströme von Umweltflüchtlingen entstehen, die alle vorhandenen Probleme in den Schatten stellten, sagte Euronatur-Präsident Claus-Peter Hutter.

Statt der vielfach noch zu klassischen und in vielen Bereichen fehlgeschlagenen Entwicklungshilfe sei mehr denn je Hilfe zur Selbsthilfe im Sinne nachhaltigen Wirtschaftens erforderlich, erklärte Hutter. Schon jetzt seien in vielen Teilen der Erde Kämpfe ums Wasser im Gange. Anstatt Länder der so genannten Dritten Welt am Spendentropf zu halten, müsse ihnen durch die Abnahme von landwirtschaftlichen Erzeugnissen und faire Preise geholfen werden, forderte Euronatur. Deutschland habe als wohlhabendes Land die besondere Verpflichtung, Hilfe bei Familienplanung, Ressourcenschutz und Umweltbewahrung zu leisten. Die bisher zur Verfügung gestellten Mittel seien weniger als ein Tropfen auf den heißen Stein.

Vollfett-Fungizid vom Nachbarhof

Themen: Archiv — info @ 09:10

Milch als Pflanzenschutzmittel im Gemüsebau

São Paulo (agrar.de) – Besonders der biologische Pflanzenschutz könnte von einer Entdeckung brasilianischer Wissenschaftler der landwirtschaftlichen Forschungseinrichtung EMBRAPA profitieren. Nach Berichten der Zeitschrift ‚New Sientists‚ haben sie entdeckt, dass sich eine bestimmte Art von Mehltau – Sphaerotheca fuliginea – hervorragend mit Milch bekämpfen lässt.

Den Forschern fiel auf, dass Nebenprodukte, die aus milchverarbeitenden Firmen stammten, Mehltau auf Zucchini abtöteten. Sie begannen, Frischmilch auf Pflanzen zu sprühen, um zu sehen, ob auch diese Behandlung Wirkung zeigte. Nach einigen Versuchen zeigte sich, dass die beste Wirkung erzielt wird, wenn zweimal wöchentlich eine Mischung von einem Teil Milch und neun Teilen Wasser auf die Pflanzen versprüht wird. Diese Mischung ist offenbar genauso wirksam wie handelsübliche Fungizide, teilweise wirkte sie sogar schneller und besser.

Bisher ist nur bekannt, dass Milch manche Mikroorganismen abzutöten vermag und dass das in Milch enthaltene Natriumphosphat die Abwehrkräfte der Pflanzen stärkt. Die Forscher vermuten, dass die Wirkung der Milch möglicherweise auf diese Eigenschaft zurückzuführen ist.

19. Oktober 1999

Milch: Bundesentwurf zur Garantiemengen-Verordnung vorgelegt

Themen: Archiv — info @ 15:10

Bonn/Berlin (bml/agrar.de) – Die Bundesregierung hat dem Bundesrat ihren Entwurf zur Neugestaltung der nationalen Milchgarantiemengenregelung ab 1. April 2000 zugeleitet, teilt das Bundeserlandwirtschaftsministerium mit. Mit dem Konzept soll das Quotenübertragungssystem neu gestaltet werden, um die Wettbewerbsfähigkeit der Milcherzeuger – insbesondere im Hinblick auf ein mögliches Ende der Milchquotenregelung nach dem Jahr 2006 – zu verbessern. Gleichzeitig führt der Bundesentwurf die bisher getrennten Systeme in Ost- und Westdeutschland zusammen.

Der Entwurf sieht vor, die Flächenbindung der Milchquoten aufzuheben. Nach dem Konzept können Milchquoten in Zukunft nur noch flächenlos über börsenähnliche Verkaufsstellen an drei Terminen im Jahr (1. April, 1. Juli, 30. Oktober) erworben werden. Die Übertragung von Quoten ohne Einschaltung der Verkaufsstelle soll künftig grundsätzlich nicht zulässig sein. Im ersten Jahr (2000/2001) sind als Verkaufstermine der 3. Juli 2000, der 30. Oktober 2000 sowie der 31. Januar 2001 vorgesehen. Die bisherige Regionalisierung des Quotenhandels bleibt grundsätzlich bestehen. Verkaufsstellen sollen von den Bundesländern eingerichtet werden. Die Bundesländer können aber mit der Betreibung der „Börsen“ auch Private wie die Landesbauernverbände beauftragen.

Die Preisbildung erfolgt nach dem sogenannten dänischen Modell. Zum Zuge kommen danach an der „Börse“ nur diejenigen Nachfrager, deren Preisgebot über oder gleich dem Gleichgewichtspreis ist. Anbieter können die Quoten nur verkaufen, wenn ihre Preisforderung unter oder gleich dem Gleichgewichtspreis liegt. Der Gleichgewichtspreis wird durch Addition der Angebote, ausgehend vom niedrigsten Gebot, und der Nachfragen, ausgehend vom höchsten Gebot, gebildet. Er liegt auf dem Niveau, auf dem sich die Angebots- und Nachfragesummen decken bzw. am geringsten voneinander abweichen.

Der Entwurf enthält Elemente, die darauf abzielen, die Quotenkosten zu dämpfen und bestimmte Quotenmengen zu entwerten. So werden bei jedem Verkauf Teilmengen eingezogen, und zwar größenabhängig gestaffelt ausgehend vom Referenzmengenbestand (Basisabzug). Nimmt ein abgabewilliger Landwirt mehr als einen Verkaufsversuch wahr, weil seine Preisforderung bei der ersten Verkaufsmöglichkeit den Gleichgewichtspreis um 20 % oder mehr überschritten hat, so werden ab dem 1. April 2001 die Abzüge im Fall des Verkaufs erhöht (Wiederholungsabzug). Die eingezogenen Mengen können nach objektiven Kriterien von den Bundesländern verteilt werden. Insbesondere können diese Mengen den Verkaufsstellen zum kostenlosen Ausgleich von Nachfrageüberhängen zur Verfügung gestellt werden. Das Verpachten und Verleasen von Milchreferenzmengen ist ab dem 1. April 2000 nicht mehr zulässig. Beide Instrumente haben in der Vergangenheit häufig einen preistreibenden Effekt gehabt.

Milchquotenübertragungen außerhalb der Verkaufsstellen sollen nur ausnahmsweise in folgenden Fällen möglich sein: zwischen Verwandten in gerader Linie oder Ehegatten, im Wege der Erbfolge, bei Übergabe von ganzen Betrieben, die als selbständige Milchproduktionseinheiten fortgeführt werden sowie bei Abwicklungen von am 31. März 2000 bestehenden Gesellschaften. Ferner können gemeinnützige Siedlungsunternehmen Milchquoten im Rahmen ihrer Aufgaben bei der Landentwicklung und Verbesserung der Agrarstruktur erwerben und verkaufen.

Trotz des ab dem 1. April 2000 geltenden Verpachtungsverbotes bleiben alle bei Inkrafttreten der Neuregelung bestehenden Pachtverträge – einschließlich der Altpachtverträge – unberührt. Sie können – falls von den Pachtvertragsparteien gewünscht – sogar verlängert werden. Dies gilt auch für Pachtverträge, die am 31. März 2000 auslaufen.

Wenn Pachtverträge beendet werden, fallen die Referenzmengen nach den bisherigen Aufteilungsmaßstäben an die Verpächter zurück, jedoch unter Abzug eines Drittels der Menge (33 %) zugunsten der regionalen Reserven. Die bisherigen Pächterschutzbestimmungen bei Altpachtverträgen gelten weiter. Der Pächter kann allerdings, wenn er die Milcherzeugung fortsetzen will und nicht gekündigt hat, nach Ende der Pacht seine volle Pachtquote in Höhe von 67 % des beim letzten Verkaufstermin festgestellten Gleichgewichtspreises übernehmen (sog. Übernahmerecht).

Abzüge und Übernahmerecht des Pächters gelten nicht, wenn ein ganzer Betrieb zurückgewährt wird und – grundsätzlich – wenn der Verpächter selbst melkt. Um auch im Vorfeld der Regelung zu einem wirksamen Schutz der Pächter beizutragen, ist vorgesehen, dass – abweichend von der letztgenannten Ausnahme – der Abzug in Höhe von 33 % auch dann angewendet wird, wenn Milcherzeuger Quoten kaufen, die Dritte bis zum 31.03.2000 oder später gepachtet haben. Eine Ausnahme gilt in diesem Fall nur, wenn eine besondere Härte vorliegt (z.B. Erwerb der Quoten im Zusammenhang mit Baumaßnahmen).

Das Bundesernährungsministerium ist davon überzeugt, dass die aktiven Milcherzeuger mit der vorgelegten Verordnung deutlich gestärkt werden. Ob die Neuregelung funktionieren kann, hängt maßgeblich vom rationalen und verantwortungsbewussten Verhalten der Marktteilnehmer ab. Dies gilt nicht nur für die Anbieter von Referenzmengen, sondern auch für diejenigen, die Quote nachfragen. Jeder kaufwillige Milcherzeuger sollte nur das zahlen, was aus betriebswirtschaftlicher Sicht vertretbar ist. Preise von deutlich mehr als 80 Pf/kg (Kauf) bzw. 10 Pf/kg (Pacht) dürften kaum noch zu rechtfertigen sein. Von überteuerten Quotenübernahmen noch im Vorfeld der Neuregelung ist dringend abzuraten.

BSE: Verjüngte Tiere von der Insel

Themen: Archiv — info @ 09:10

London (agrar.de). Das britische Programm zur Kennzeichnung von Rindern, mit dem die Tiere eindeutig gekennzeichnet sein sollen und das Bedingung für den Export britischen Rindfleisches ist, wird offenbar im großen Stil unterlaufen. Wie die ‚Ärzte Zeitung‘ unter Berufung auf die Londerner ‚Times‘ berichtet, sollen Bauern und Viehhändler alte BSE-verdächtige Rinder billig aufkaufen, ihre Kennzeichen fälschen und sie als junge Tiere an Schlachthöfe weiterverkaufen.

Die ‚Times‘ hatte gemeldet, daß die Polizei und Gesundheitsbehörden in West-England 130 Säcke mit Dokumenten von Fleischexporteuren, Bauern und Viehhändlern beschlagnahmt haben. Die Papiere belegten, daß ‚dutzende Bauern und Viehhändler‘ versuchten, Rinder, die älter als 30 Monate alt sind, mit gefälschten Papieren und Ohrmarken an Schlachthöfe zu verkaufen. In Großbritannien dürfen nur Rinder unter 30 Monaten zum menschlichen Verzehr geschlachtet werden. Exportfleisch muß ebenfalls von jungen Tieren stammen.

Der mit Überwachung der Hygiene in Schlachthöfen beauftragte Meat Hygiene Service (MHS) bestätigte auf Frage der ‚Ärzte Zeitung‘, daß zur Zeit ‚mehrere Betriebe auf Unregelmäßigkeiten“ untersucht würden.

Die dubiosen Händler kauften für den Verbrennungsofen bestimmte ältere BSE-verdächtige Rinder billig auf, um sie als junge Rinder weiterzuverkaufen. Der Schwindel flog auf, als Inspekteure des (MHS) in Stichproben Gebisse von Rinderkadavern in Schlachthöfen untersuchten. Viele der geschlachteten Rinder waren älter als 30 Monate.

Da die Angaben zur Herkunft der Rinder trotz der angeblich absolut eindeutigen Kennzeichnung offenbar leicht gefälscht werden können, muß nach Meinung der ‚Ärzte Zeitung‘ bezweifelt werden, ob die Tiere, deren Fleisch zum Export bestimmt ist, überhaupt als ‚garantiert BSE-frei bezeichnet‘ werden können.

18. Oktober 1999

Funke: von Demo zu Demo

Themen: Archiv — info @ 16:10

Rheine/Fulda (agrar.de) Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke hat es zur Zeit nicht leicht. Wo er auch hinkommt, es erwarten ihm protestierende Landwirte mit Traktoren und Transparente.

So auch am vergangenen Donnerstag in Rheine, wo Funke vor dem ‚Forum Zukunft‘ des Techologie-Transfer-Zentrums sprach, oder Samstag am Rande des Bundesjägertages in Fulda.

Die Bauern protestierten gegen die geplanten Sparmaßnahmen der Bundesregierung im Agrarbereich und brachten ihren Unmut über die nach ihrer Meinung existenzbedrohenden Einkommensverluste zum Ausdruck.

Der Minister verteidigte das Sparpaket der Regierung und räumte ein, dass es Härten für die Landwirte bedeute. Deutschland und seine Landwirtschaft müssen sich auf den Weltmarkt einstellen und sich weiter modernisieren. Er halte die Neuordnung der landwirtschaftlichen Versicherungssysteme für erforderlich und erwarte keinen beschleunigten Strukturwandel.

Runde2: Monsanto nimmt Stellung zu Berichten über Glyphosat

Themen: Archiv — info @ 14:10

Düsseldorf (agrar.de) – Das Unternehmen Monsanto weist die im britischen TV-Sender ‚Channel 4‘ getroffene Aussage, das Pflanzenschutzmittel Roundup gefährde Spinnen und nützliche Insekten und habe möglicherweise eine karzinogene Wirkung, zurück.

Es bestehe kein Grund, die seit langer Zeit vorliegenden Zulassungen für die Anwendung von Roundup in der Landwirtschaft oder heimischen Gärten in irgendeiner Art und Weise neu zu bewerten.

Dem britischen TV-Sender „Channel 4“ hatte Monsanto auf Anfrage folgende Stellungnahme zukommen lassen:

‚Die Hardell Studien sind alt und wurden mehrfach von anerkannten Fachleuten zurueckgewiesen. Wir sehen daher keinen Grund, ihnen durch eine eigene Stellungnahme hoeheres Gewicht zu verleihen. Wir schlagen Ihnen vielmehr vor, sich direkt an anerkannte Fachwissenschaftler auf diesem Gebiet zu wenden, um deren Kommentare einzuholen.

Das Ihnen vorliegende EU-Dokument ist ein ENTWURF, der sich auf Daten aus dem Jahr 1995 bezieht. Wir halten es fuer unangebracht, diese zu kommentieren, da seitdem aussagekraeftigere Tests fuer eine Bewertung durch die verantwortlichen EU-Institutionen durchgefuehrt wurden [gegenwaertig werden alle Pflanzenschutzmittel einer Ueberpruefung durch die Europaeische Union unterzogen]. Wir gehen davon aus, dass die Ueberpruefung von Glyphosat (dem Wirkstoff in Roundup) in der Europaeischen Union nicht vor Ende 2000 abgeschlossen sein wird – der gesamte Prozess der Ueberprufung aller Pestizide nicht vor 2005.

Unabhaengige und umfassende Ueberpruefungen der toxikologischen Daten zu Glyphosat durch die World Health Organisation (WHO), die Umweltbehoerde der Vereinigten Staaten (Environmental Protection Agency, EPA) und viele andere Institutionen kamen zu dem Schluss, dass Glyphosat weder eine mutagene noch eine karzinogene Wirkung hat.

Das Profil von Glyphosat ist so guenstig, dass es beispielsweise als einziges Herbizid zur Verwendung auf den oekologisch hochempfindlichen Galapagos Inseln zugelassen ist.‘

Kontakt: Monsanto (Deutschland) GmbH, Helmut Wagner, Leiter Unternehmenskommunikation Deutschland, Oesterreich, Schweiz, Tel. 0211 / 3675-0

RWE: Sondertarife für das deutsche Agrargewerbe

Themen: Archiv — info @ 12:10

Stuttgart (agrar.de) – Das deutsche Agrargewerbe hat mit der RWE Energie AG in Essen, Sonderkonditionen vereinbart, die den privaten Agrarhandelsunternehmen, Mühlen, Dienstleistungsbetrieben, sowie Betrieben aus Landttechnik und der Vieh- und Fleischbranche offen stehen.

Nach Angaben des Verbands der Agrargewerblichen Wirtschaft (VdAW) wurden je nach Abnahmemenge Festpreise zwischen 6,4 und 18,2 Pfenning pro kWh vereinbart. Saisonbetriebe wie Landhandelsunternehmen, die in der Getreide- oder Maistrocknung tätig sind, sowie Getreidemühlen, müssen nur die tatsächlich anfallende Wirkleistung bezahlen.

Heeremann bleibt DJV-Vorsitzender

Themen: Archiv — info @ 09:10

Fulda (agrar.de) – Für weitere vier Jahre wurde Constantin Freiherr Heeremann an die Spitze des Deutschen Jagdschutzverbandes (DJV) gewählt. Beim Bundesjägertag feierte der Verband in Fulda sein 50 jähriges Bestehen und bestätigte erwartungsgemäß den 67 jährigen, ehemaligen Vorsitzenden des Bauernverbandes als Präsidenten. Heeremann erhielt 216 der 280 Delegiertenstimmen. Heeremann, der den Verband seit 1995 führt, ist auch Präsident des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen.

15. Oktober 1999

FAO: Traditionelle Nutztierrassen am stärksten bedroht

Themen: Archiv,International,Tiere — info @ 15:10

Rom (agrar.de) – Die traditionelle Nutztierrassen sind in Europa am stärksten vom Aussterben bedroht. Dies geht aus einem Bericht der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hervor.

Weltweit werden danach zwischen 4500 und 5500 Nutztierrassen gezählt, davon sind etwa 30 Prozent vom Aussterben bedroht. Im FAO-Informationssystem für Nutztierrassen (Domestic Animal Diversity Information System. DAD-IS) sind 2238 europäische Nutztierrassen erfasst. Bei 467 Rassen (22 Prozent) wird der Bestand der noch vorhandenen Tiere als kritisch eingestuft, 729 Rassen (34 Prozent) sind gefährdet und 957 (44 Prozent) Rassen sind nicht vom Aussterben bedroht.

Die Intensivierung der Tierproduktion und verbesserte Zuchtmethoden habe in Industriestaaten zu einer Konzentration auf wenige Hochleistungsrassen und damit zum Verlust genetischer Ressourcen geführt.

In einigen Fällen sei es inzwischen aber gelungen, alte Rassen vor dem Aussterben zu bewahren. Dies sei besonders dann erfolgversprechend, wenn Produkte gefährdeter Rassen vermarktet werden. Die Tiere in ihrer angestammten Umgebung und ihren Produktionssystemen zu lassen, ist nach FAO-Angaben der beste Weg zum Schutz traditioneller Rassen.

Bei bedrohten Hühner- und Schweinerassen in Island und Dänemark gebe es beispielsweise inzwischen einen deutlich höheren Bestand, da die Qualität der Produkte dieser Rassen vom Verbraucher geschätzt werde. Von 65 Käsesorten, die in Frankreich, Italien, Portugal und Spanien aus kontrollierter Produktion stammen und ein entsprechendes Zertifikat tragen, werden 15 aus der Milch lokaler Rassen erzeugt. In Deutschland wird wegen seiner hohen Fleischqualität mittlerweile erfolgreich das gefährdete Hinterwälder Rind aus dem Schwarzwald vermarktet.

In den meisten europäischen Staaten gibt es inzwischen Gesetze für die Züchtung und den Erhalt traditioneller Rassen. In nur 11 von 26 Staaten allerdings seien inzwischen finanzielle Mittel für tiergenetische Ressourcen bereitgestellt worden.

Die FAO betonte, dass nichtstaatliche Gruppen bei der Erforschung, Erhaltung und Nutzung traditioneller Rassen eine grosse Rolle spielen. Besonders die Europäische Vereinigung für Tierproduktion mit Sitz Rom, die eng mit der FAO zusammenarbeitet, spiele dabei eine herausragende Rolle. In Deutschland sei es die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH, E-Mail)), in der Schweiz Pro Specie Rara und in Österreich ONGENE.

Landwirtschaftliche Rentenbank verteuert Sonderkredite

Themen: Archiv,Banken,Förderung — info @ 09:10

Frankfurt (agrar.de) – Nach Informationen der vwd hat die Landwirtschaftliche Rentenbank Frankfurt die Zinssätze ihrer aus eigenen Erträgen geförderten Sonderkredite erhöht.

Damit verteuern sich die Kredite der hauseigenen Sonderkreditprogramme „Landwirtschaft“, „Junglandwirte“ sowie „Dorferneuerung und ländliche Entwicklung“ je nach Laufzeit und Auszahlungskurs ab sofort um durchschnittlich 0,25 Prozentpunkte. Sonderkredite mit einer Laufzeit von zehn Jahren kosten bei zehnjähriger Zinsbindung nunmehr effektiv 5,99 Prozent, bei fünfjähriger Zinsbindung 5,63 Prozent.

1998 betrug das Kreditvolumen für Sonderkreditprogramme nach Angaben der Bank 1.977,5 Mio. DM, davon für Landwirtschaft 749,2 Mio., Junglandwirte 1096,5 Mio., Dorferneuerung 11,1 Mio. und Räumliche Strukturmaßnahmen 120,7 Mio. DM.

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