28. Oktober 1999

BSE: Erste Schnelltests praxisreif

Themen: Tierseuchen — info @ 16:10

Noch kein Verfahren für lebende Tiere

Tübingen (agrar.de) – Rund 450 Wissenschaftler aus 28 Ländern trafen sich in Tübingen zu einem internationalen Symposium über Prionenerkrankungen bei Mensch und Tier, zu dem die Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere (BFAV) eingeladen hatte. Der bislang größte Kongress zu dieser Thematik belegt, dass großes Interesse an der Natur der Erreger, dem Krankheitsverlauf sowie der Diagnostik von Prionenerkrankungen besteht.

Prionen werden für ‚Spongiforme Enzephalopathien‘ (schwammartige Gehirnerkrankungen) verantwortlich gemacht. Die Erreger sind vermutlich reine Eiweiße, die in ihrer Struktur verändert sind und körpereigene Eiweiße umformen können, was letztendlich zu den Erkrankungen führt.

Die Forscher nehmen an, dass bestimmte Prionen die Artgrenze überschreiten können: Sie vermuten Zusammenhänge zwischen der Schafkrankheit Scrapie, der Rinderseuche BSE und einer seit 1996 bekannten neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJK), der bislang 46 Menschen – vorwiegend Briten – zum Opfer gefallen sind.

Einen Schwerpunkt des Symposiums bildeten Vorträge über Schnelltests auf BSE. Drei Tests bestanden die Prüfung einer von der EU-Kommission einberufenen Arbeitsgruppe. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion stimmten führende Wissenschaftler darin überein, dass diese BSE-Schnelltests in allen EU-Mitgliedstaaten zur Verbesserung der Bestands-Überwachung beitragen können.

Ein Nachteil der erfügbaren Tests ist, dass Hirngewebe analysiert wird. Es können daher nur tote Tiere untersucht werden. Außerdem eignen sie noch nicht für die Früherkennung. Mit Hochdruck arbeiten die Wissenschaftler daher an Tests zur vorklinischen Diagnostik und an Bluttests, um schon zu Lebzeiten BSE-Infektionen bei Rindern nachweisen zu können.




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