17. August 1999

Wasserwirtschaftsbericht: Gute Noten für Deutschlands Bauern

Themen: Archiv — info @ 15:08

Zustand der Gewässer stark verbessert

Bonn (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverband (DBV) sieht in den Ergebnissen des jüngsten Wasserwirtschaftsberichtes eine positive Bewertung der deutschen Landwirtschaft. Der Bericht stellt heraus, dass der Zustand der deutschen Gewässer sich in den vergangenen Jahren stark verbessert hat; für den DBV ein Beleg für das umweltbewußte Wirtschaften der deutschen Bauern.

Dies zeige, dass es möglich ist, landwirtschaftliche Produktion zu betreiben und gleichzeitig zur Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigem Trinkwasser beizutragen. Nach Ansicht des Bauernverbandes haben die Landwirte nicht nur den höchsten Ertrag ihrer Äcker im Auge, sondern verbinden die Produktion im Sinne der Nachhaltigkeit mit ökologischen Überlegungen.

Die in vielen Wasserschutzgebieten bestehende Kooperation zwischen Land- und Wasserwirtschaft habe sich bewährt und solle ausgeweitet werden. In diesem Zusammenhang bekräftigte der Verband die Forderung der Landwirtschaft, bei Natur- und Wasserschutz nicht nur auf Verordnungen und Gesetze zu vertrauen, sondern verstärkt die Kooperation mit den Bauern zu suchen.

Umweltkriminalität nimmt zu

Themen: Archiv — info @ 12:08

Sinkende Aufklärungsquote

Berlin (cre-a-m.com) – In Deutschland werden immer mehr Umweltstraftaten verübt. Das geht aus einem Bericht des Umweltbundesamtes (UBA) hervor.

Demnach sind 1997 insgesamt 46 042 umweltrelevante Delikte im Jahr 1997 bekannt geworden (Vorjahr rund 45 600 Straftaten).

Hinzu kommen 6140 Verstöße gegen Naturschutz-, Tierschutz-, Jagd-, Pflanzenschutz- und DDT-Gesetz und 75 Fälle der Gefährdung schutzbedürftiger Gebiete.

Die Behörden 1997 mehr Umweltdelikte (39 641) als im Vorjahr (39 864), können aber immer weniger Fälle aufklären (1997 rund 58,5 %, 1992 rund 70 %).

Platz 1 (74,2 %): umweltgefährdende Abfallbeseitigungen (29 501 bekanntgewordene Fälle) Platz 2 (15,9%): Gewässerverunreinigungen (6 337) Platz 3 (4,7%): Bodenverunreinigungen (1 860). Platz 4 (3,4%): unerlaubtes Betreiben von Anlagen (1 370) Platz 5 (1,0%): Luftverunreinigungen (336)

Weitere Fälle betreffen vor allem den unerlaubten Umgang mit radioaktiven Stoffen und anderen gefährlichen Stoffen und Gütern (93) sowie schwere Umweltgefährdung durch Freisetzung von Giften (151).

Schweizer Kühe sollen länger und gesünder leben

Themen: Archiv,Schweiz — info @ 10:08

Neuer Zuchtwert berücksichtigt Langlebigkeit und Gesundheit

Bern/Zollikofen (agrar.de) – Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Schweizer Rinderzüchter wollen bei der Zucht ihrer Tiere zukünftig Merkmale wie Fruchtbarkeit, Gesundheit und Langlebigkeit stärker berücksichtigen. Dazu arbeiten die Züchter zukünftig mit einem neuen Zuchtwert-Verfahren, das die Nutzungsdauer der Tiere mit einbezieht.

Die Steigerung der Gesund- und Langlebigkeit der Kühe sei seit der Milchpreissenkung der einzige Weg, die Produktionskosten zu senken, so ein Sprecher. Ein langlebiges Tier, das zudem weniger Tierarztkosten verursache, werde zunehmend finanziell interessanter.

Der Zuchtwert bezieht sich bislang mehr auf die Milch- oder Fleischproduktion, während die Nutzungsdauer eher im Hintergrund steht. Das Ermittlungsverfahren für den Zuchtwert wurde an der ETH Zürich entwickelt und soll ab September zum Einsatz kommen.

16. August 1999

Schweizer Agrar-Umweltschutz erfolgreich

Themen: Archiv,Schweiz — info @ 15:08

Stickstoff- und Phosphorüberschüsse gesunken

Bern – (cre-a-m.com) – Der Agrar-Umweltschutz in der Schweiz hat in den letzten 10 Jahren deutliche Fortschritte erzielt. Diese Auffassung vertrat jetzt das Eidgenössische Forschungsanstalt für Agrarökologie und Landbau.

So sei der Stickstoffüberschuß auf landwirtschaftlichen Nutzflächen in der ersten Hälfte der 90er Jahre um 7 %, der Phosphorüberschuß sogar um 29% zurückgegangen.

Ein Grund für den Erfolg sei die Honorierung besonderer ökologischer Leistungen, z.B. einen geringeren Düngemitteleinsatz, durch Direktzahlungen der Berner Regierung.

Proteste gegen Bonner Sparmassnahmen – Diesel bald teurer?

Themen: Archiv — info @ 13:08

Berlin (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverbandes kündigte Protestveranstaltungen der deutschen Landwirte gegen das Sparprogramm der Bundesregierung an. So wollen heute Bauern in Baden-Württemberg Mahnfeuer brennen lassen.

Indirekt kritisiert der Bauernverband auch die abgelöste christlich-liberale Regierung, die den Agrarhaushalt bereits von 1993 bis 1999 um 17 Prozent gekürzt habe, während der übrige Bundeshaushalt um 13 Prozent zugenommen habe. Durch die neuen Sparmaßnahmen und Beschlüsse zur Agenda 2000 werde den Bauern, vor allem den kleinen und mittleren, ein Viertel ihres Einkommens entzogen.

Bauernpräsident Gerd Sonnleitner hat in der Sommerpause alle Abgeordneten angeschrieben und sie mit den Folgen der Sparbeschlüsse konfrontiert. In ihren Wahlkreisen würden die Parlamentarier von den Bauern ‚beackert‘. Viele Abgeordnete seien überrascht gewesen vom Ausmaß der Belastungen.

Der Badische landwirtschaftliche Hauptverband hat angekündigt, dass Bauern mit ihren Traktoren nach Frankreich fahren würden, um dort Heizöl zu tanken. Sie wollten damit gegen den geplanten Wegfall der Gasölbetriebsbeihilfe demonstrieren. Allein dadurch verlören die deutschen Bauern 825 Millionen DM (422 Millionen Euro) im Jahr.

Für zusätzliche Unruhe dürften die aktuellen Überlegungen der Regierung sorgen, den Steuersatz für Diesel auf den für Normalbenzin anzuheben. Dies verlangen am Wochenende Politiker der Regierungsparteien. Diesel würde dann um 36 Pfennig teurer.

BSE durch Wachstumshormone?

Themen: BSE,Futtermittel,Hormone,Tierseuchen — info @ 12:08

London (agrar.de) – Nach wie vor ist nicht vollständig geklärt, welchen Ursprung die Rinderseuche „BSE“ hat und ob ein konkreter Zusammenhang mit der Creutzfeld-Jakob-Erkrankung beim Menschen besteht.

Lange Zeit haben Experten gemutmaßt, dass die Rinderseuche BSE durch eine ähnliche Erkrankung bei Schafen (‚Scrapie‘) auf dem Weg hygienisch unzureichender Futtermittelherstellung aus diesen Tieren auf die Rinder habe überwechseln können.

Nun meldet die britische Zeitung ‚The Observer‘ eine neue Theorie: Extrakte aus Hirndrüsengewebe, die zu Zuchtzwecken verwendet worden seien, hätten der Rindererkrankung zum Ausbruch verholfen.

Infektiologen einer Londoner Klinik sowie von der Universität Cambridge sehen in der Verwendung von Hormonpräparaten bei Rindern die eigentliche Ursache. Man habe versucht, so die Forscher, bei besonders ertragreichen Milchkühen gleich mehrere Eizellen zu Zuchtzwecken heranreifen zu lassen. Dazu sei den Tieren Wachstumsstoffe aus Hirnanhangdrüsen toter Rinder verabreicht worden. Durch die Injektionen seien Erreger einer bei Rindern natürlicherweise vorkommenden, jedoch sehr seltenen Erkrankung auf andere Tiere derselben Art übertragen worden und hätten so die Seuche ausgelöst.

Es gebe eine Parallele zu einer Reihe von Todesfällen infolge von Creutzfeld-Jakob-Erkrankungen: In den siebziger Jahren erhielten in den USA und Großbritannien Kinder, die unter Zwergwuchs litten, ebenfalls Wachstumshormon-Präparate aus Hirnanhanggewebe Verstorbener. Zwar konnte damit der Minderwuchs erfolgreich behandelt werden, doch in den achtziger Jahren häuften sich die Todesfälle infolge Creutzfeld-Jakob-Erkrankungen unter den so therapierten Patienten.

14. August 1999

Erzeugerpreise im Supermarkt

Themen: Archiv — info @ 10:08

Paris (agrar.de) – Ab Montag können die Verbraucher in französischen Geschäften den Laden- und den Erzeugerpreis für bestimmte Obst- und Gemüsesorten direkt miteinander vergleichen. Das gab Landwirtschaftsminister Jean Glavany am Freitag in Paris bekannt. Damit werde der letzte Abschnitt von Artikel 71 des „Loi d’orientation agricole“ vom 9.Juli 1999 erstmalig angewendet.

Obst- und Gemüsebauern sowie Vertreter des Groß- und Einzelhandels hatten sich am 10. August auf die doppelte Auszeichning geeinigt – nach wochenlangen Protesten der Erzeuger. Die Obst- und Gemüsebauern beschuldigten vor allem Supermarktketten, die Erzeugerpreise so zu drücken, dass oft nicht einmal die Produktionskosten gedeckt würden.

Die doppelte Preisangabe wird einen Monat für Pfirsiche, Nektarinen, Aprikosen, Melonen und Birnen, zwei Monate für Trauben und Äpfel und drei Monate für Tomaten und Gurken gelten und betrifft auch importierte Ware.

Glavany lobte die konstruktive Haltung von Erzeugern und Handel und kündigte weitere Gespräche zur Vermittlung für den Herbst an.

13. August 1999

Erstmals Lebensmittel als „Ohne Gentechnik“ gekennzeichnet

Themen: Archiv — info @ 09:08

Arnsberg (agrar.de) – Erstmals kennzeichnet in Deutschland ein Handels-Unternehmen Teile seines Lebensmittelsortiments mit der Aufschrift „Ohne Gentechnik“. Das Unternehmen Bremke & Hoerster aus Arnsberg im Sauerland, Betreiber der Ketten ‚Famila‘ und ‚Combi‘, hat jetzt erste Produktbereiche als frei von Gentechnik erklärt und weist in seinen Filialen auf die entsprechenden Produkte mit einem Logo hin.

Nach Angaben des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist Bremke & Hoerster das erste Unternehmen, das die Möglichkeiten der vor rund einem Jahr in Kraft getretenen Kennzeichnungsverordnung für Lebensmittel „Ohne Gentechnik“ nutzt.

In den vergangenen Wochen hatten mehrere Lebensmittelketten – darunter Bremke & Hoerster, tegut, Tengelmann und Rewe angekündigt, bei ihren Eigenmarken auf Gentechnik verzichten zu wollen. Mit der entsprechenden Kennzeichnung dieser Produkte geht Bremke & Hoerster nun einen Schritt weiter.

Die Kennzeichnungsverordnung für Lebensmittel legt den Lebensmittelherstellern bestimmte Regeln auf, wenn sie Produkte als gentechnikfrei kennzeichnen wollen. So müssen sie nachweisen, dass alle Zutaten und die für die Produktion eingesetzten Hilfs- und Zusatz-Stoffe gänzlich ohne Einsatz der Gentechnik hergestellt wurden.

Allerdings billigt die Verordnung Verunreinigungen mit veränderten Genen – etwa durch Pollenflug – beim Herstellungsprozeß. Geringe Spuren stehen laut Verordnung einer Kennzeichnung nicht entgegen, solange nachgewiesen werden kann, dass der gesamte Produktionsweg frei von gentechnischen Methoden war.

Der BUND forderte den deutschen Lebensmittelhandel auf, dem Beispiel von Bremke & Hoerster zu folgen. Insbesondere Lebensmittelketten wie Aldi, Spar, Edeka und Metro, die sich bislang zum Thema Gentechnik in Lebensmitteln in Schweigen hüllen, müssten dem Wunsch der Bevölkerung folgen und wirklich gentech-freie Produkte anbieten.

11. August 1999

Fäkalien in französischem Futtermitteln gefunden

Themen: Archiv — info @ 13:08

Köln (agrar.de) – Französische Viehfutterwerke haben nach einem Vorab-Bericht des ADR-Magazins ‚Monitor‘ jahrelang Fleischmehl mit Klärschlamm aus der werkseigenen Kläranlage versetzt. Der Schlamm, der auch Fäkalien aus den Betriebstoiletten enthalten habe, sei über die Futtermittel an Schweine und Geflügel verfüttert worden.

Die Verunreingung der Futtermittel bestätige auch ein interner Bericht des Betrugsdezernats im französischen Industrieministerium.

Dem Beitrag zufolge ging ein Großteil der Tiere an Schlachthöfe, die über Zwischenhändler auch zahlreiche deutsche Supermärkte und Restaurants beliefern.

Gen-Tofu mit Etikett

Themen: Archiv — info @ 12:08

Tokyo will Gen-Lebensmittel kennzeichnen

Tokyo (cre-a-m.com) – Nach überraschend kurzer Sitzungsdauer hat die japanische Regierung hat am Dienstag Abend eine Gesetzesvorlage zur Kennzeichnung gentechnisch modifizierter Lebensmittel (gm) verabschiedet.

Das berichtet das Tokyoter Büro von CREAM Consultants.

Demnach müssen ab April 2001 auch so traditionelle Produkte wie Tofu und Miso gekennzeichnet werden, wenn sie aus gm-Soja hergestellt wurden.

Von einer Kennzeichnung ausgenommen bleiben jedoch Lebensmittel deren Gehalt an gm-Organismen nicht mit anerkannten Methoden nachgewiesen werden kann. Dies betreffe zur Zeit vor allem weiterverarbeitete Produkte aus/mit gm-Mais- oder -Kartoffelstärke und Bier (gm-Hefe).

Agrarminister Shoichi Nakagawa will nun umgehend Kennzeichnungsstandards entwickeln.

In Japan selbst sind derzeit sechs gm-Kulturpflanzen zugelassen: Baumwolle, Kartoffeln, Mais, Raps, Sojabohnen und Tomaten.

Seiten: << 1 2 3 4 >>



   (c)1997-2017 @grar.de