24. August 1999

Gezielte Teilstilllegung hilft Naturschutz und Landwirtschaft

Themen: Archiv,Flächenstilllegung — info @ 11:08

ZALF erarbeitet Konzepte zur Flächenstilllegung innerhalb des Ackers

Müncheberg (agrar.de) – Das Zentrum für Agrarlandschafts- und Landnutzungsforschung (ZALF) e.V. im brandenburgischen Müncheberg erprobt mit Landwirten und Naturschützern Stilllegungskonzepte, bei denen freiwillig innerhalb großer Ackerschläge nur die ertragsärmeren Areale aus der Nutzung genommen werden. Da diese Bereiche – meist trockene Kuppen oder Nassstellen – für den Naturschutz besonders wertvoll sind, verbindet das neue Konzept der gezielten kleinräumigen Stilllegung wirtschaftliche und ökologische Interessen auf zukunftsweisende Art.

Die bisherige Praktik, bei der jeweils nur zwischen Stilllegung oder Nutzung ganzer Ackerschläge gewählt werden kann, wird besonders bei großen Schlägen dem kleinräumigen Wechsel der Standortqualitäten nicht gerecht. Gesucht wird daher nach praktikablen Möglichkeiten, unwirtschaftliche und zugleich ökologisch wichtige Extremstandorte wie arme Sandflächen, trockene Kuppen, Waldsäume oder Gewässerränder gezielt von der Bearbeitung auszusparen. Dadurch ließen sich wirtschaftliche und ökologische Anliegen miteinander verbinden.

In einem mehrjährigen Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben werden vom ZALF mit vorerst fünf Landwirtschaftsbetrieben im nordöstlichen Brandenburg die Schritte erarbeitet, mit denen Landwirte eine differenzierte Feldbearbeitung in arbeitswirtschaftlich einfacher und ökonomisch günstiger Weise durchführen können.

Das ZALF will die Wirksamkeit des Struturierungsansatzes in den nächsten 5 Jahren mit Hilfe floristischer und faunistischer Erfassungen überprüfen. Untersuchungen zur Betriebswirtschaft sowie zur Produktions- und Gestaltungstechnologie vervollständigen die Arbeiten.




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