23. August 1999

Gelockerte Sterilisationsvorschriften für Tierabfälle?

Themen: Archiv — info @ 13:08

Hamburg (agrar.de) – Wie das Nachrichtenmagazin ‚Spiegel‚ berichtet, haben die EU-Agrarminister eine Lockerung der Sterilisationsvorschriften für Tierabfälle beschlossen.

Danach dürfen Schlachtabfälle und Tierkadaver künftig mit derart niedrigen Temperaturen behandelt werden, dass dabei viele Krankheitserreger überleben können. Das Magazin zitiert einen deutschen Tierhygieniker, nach dessen Ansicht so ‚eine Verbreitung von Seuchen geradezu provoziert‘ werde. Nach dem Brüsseler Beschluss müssten Tiermehl- und Fetthersteller die Abfälle nur noch bis auf 80 Grad Celsius erhitzen. Bei der relativ niedrigen Erwärmung könnten zum Beispiel Tetanus-Erreger oder auch Salmonellen überleben.

Unter die gelockerten Hygienevorschriften fallen Fleischabfälle für Hunde- und Katzenfutter, aber auch Knochen für die Herstellung von Gelatine, Gewebe und Drüsen für die Verwendung in der Pharmaindustrie sowie Tierabfälle, aus denen Fette gewonnen werden.

Die neue Vorschrift, die vor allem für die Fettindustrie wegen des gesenkten Energieeinsatzes Preisvorteile bringt, gilt laut ‚Spiegel‘ wegen des BSE-Risikos nicht für Abfälle von Wiederkäuern.




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